Syrinx: Wer die Stärken des Instruments gemäß der griechischen Mythologie im Bereich flötenähnlicher Klänge vermutet, der irrt. Dieser aus Holland stammende Mono-Synthesizer anno 1982 zählt zu den wildesten und ungezügeltsten seiner Art. Maßgeblich dafür verantwortlich sind sowohl das sensitive Touch-Pad, als auch zwei Dual-Filter-Bausteine mit der Bezeichnung CEM 3350.
Syrinx und Pan – ein Blick in die Mythologie
Die Geschichte hat Potenzial: In der antiken Mythologie flieht die Nymphe Syrinx vor dem zudringlichen Hirtengott Pan *. Um der Verfolgung zu entgehen, lässt sie sich in Schilfrohr verwandeln. Der aggressive Atem des nahenden Hirtengottes durchstreift das Schilf, woraufhin wundersame Klänge entstehen. Davon angetan, fertigt sich Pan aus den Rohren eine Flöte – voilà: Die Syrinx (Panflöte) ward geboren.
* Pan war der Gott der Wildnis, der Hirten und der Herden. Er hatte Freude an Musik, Tanz und Fröhlichkeit und wurde mit Natur, Fruchtbarkeit und Frühling in Verbindung gebracht. Doch Vorsicht: Die Mittagsstunde war ihm heilig, und so konnte Pan sehr ungehalten werden, wenn man ihn zu dieser Zeit störte. Dann versetzte er Herdentiere in panischen Schrecken und trieb sie zur Massenflucht an („Panik“).
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Dass der Klang der Syrinx-Flöte denn doch nicht so unglaublich gewesen sein dürfte, geht aus einer weiteren Geschichte hervor. Pan fordert Apollon zu einem Musikduell heraus, das – keine große Überraschung – der Gott des Lichts auf seiner Kithara eindeutig gewinnt. Subtext 1: Flöten sind nicht cool. Subtext 2: Schon in der Antike waren Musiker mit der allgegenwärtigen Dominanz von Saiten-Zupfern konfrontiert.
Nun entbehrt es nicht einer gewissen Ironie, dass sich der Name des so wild und so ungezügelt klingenden Synton Syrinx von einem sanften Geisterwesen bzw. von der daraus entstandenen Panflöte ableitet. Dennoch scheinen sich die Ereignisse rund um die Nymphe zu wiederholen: Musiker rund um den Globus sind heute auf der Jagd nach dem Instrument – kaum ein anderer Vintage Mono-Synthesizer ist so begehrt wie der Syrinx.
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Syrinx, Spirit und OSCar – ein Blick in die 80er-Jahre
Neben dem Abstecher in die Mythologie lohnt auch ein Kurzbesuch im Synthesizer-Universum der 80er-Jahre. Drei Instrumente erblicken das Licht der Welt: Synton Syrinx (1982), Crumar Spirit (1983) und OSC OSCar (1983). Was diese späten Mono-Synthesizer „Made In Europe“ eint: sie haben eine geringe Auflage, mittelmäßige Hardware und doch ein sagenhaftes Filter-Konzept, was sie – Repetition – zu raren Sammler-Objekten macht.
Kurz zu Synton (1973 – 1989). Das Unternehmen war für die Herstellung, aber auch für den Vertrieb von Musik-Elektronik bekannt. Synton gehörte zu den wichtigsten Importeuren der Marken E-mu, Ensoniq, Linn und Fairlight in Europa. Felix Visser gründete das Unternehmen 1973, nachdem er einen EMS Synthi AKS erworben hatte und sich zum Ziel gesetzt hatte, ähnliche Geräte zu produzieren, die seinen Vorstellungen von analogen Synthesizern mehr entsprachen.
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AES Convention Montreux – Geburtsstunde des Syrinx
Zunächst sei auf den interessanten Umstand hingewiesen, dass es offenbar schon 1973 einen Synton Syrinx 7 (oder evtl. 716) gegeben hat (Quelle: dutchsynth.eu, Bild ganz unten), ein 4-oktaviger Synthesizer im optischen Stile des Steiner-Parker Synthacon. Doch erst das Anfang der 80er-Jahre neu entwickelte Instrument ging schließlich in Serie. Der Prototyp des Synton Syrinx wurde im Mai 1982 auf der AES Convention in Montreux (Schweiz) vorgestellt.
Jene Kongresse der Audio Engineering Society (AES) zählten in den 80er- und 90er-Jahren – neben der Musikmesse Frankfurt und der Midem in Cannes – zu den wichtigsten Plattformen rund um innovative Studiotechnologien. Als weitere Quelle der Syrinx-Präsentation wird die Fiato Fair in Amsterdam genannt. Der Vertrieb des Mono-Synths erfolgte durch Synton selbst, sowie durch PPG (Deutschland), Rod Argent’s Keyboards (UK) und Big Briar (USA).
In Produktion blieb der von Felix Visser, Marc Paping und Bert Vermeulen entwickelte Syrinx bis Ende 1984 / Anfang 1985. Sein Ladenpreis betrug 1.500 DM,–, womit er nicht viel teurer war als ein Korg MS-20 (1.200 DM,–). Neben der klassischen Farbe in Schwarz gab es den Syrinx in Blau, Türkis und Rot, sowie in Violett, Titanium (Silberweiß), Weiß und Orange – sofern die dürftigen Angaben der Literatur diesbezüglich stimmen – und eventuell auch in anderen Farben.
Nach der Herstellung einiger hundert Exemplare und dem Produktionsende ca. 1985 folgte im Jahr 1995 eine finale Serie von 6 Last-Units. Diese aus Restbeständen von Syrinx-Bauteilen gefertigten Modelle – alle in der Farbe Rot – wurden mangels verfügbarer Tastatur ausschließlich als Table Top-Synthesizer mit Keyboard-Anschluss bzw. MIDI angeboten. Es waren die letzten Exemplare des holländischen Mono-Synthesizers.
So weit die kurze Geschichte des Instruments. Synton hat Anfang der 80er-Jahre neben dem Syrinx noch diverse Modularsysteme (z.B. die Serie 3000, u.a. von Karlheinz Stockhausen verwendet), Vocoder (Syntovox) und anderes Studio-Equipment (z.B. Phaser) produziert. Ab Ende der 90er-Jahre bis 2010 – die Firma Synton gab es schon lange nicht mehr – folgte von Bert Vermeulen und Marc Paping (aka „The Original Synton Team“) noch die Veröffentlichung des Fénix Modularsystems in diversen Versionen (Fénix I / II / III).
Because none of the commercial analog synthesizers on the market had the same features as the synthesizer he wanted, Marc Paping and Bert Vermeulen reunited in 1997 to create the Synton Fénix, an analogue modular synthesizer featuring 31 differing modules. The Synton Fénix […] was the culmination of the designs that Paping and Vermeulen had liked in the vintage analog synthesizers that they had owned, played, and developed in the past.
Quelle: wikipedia.org
Synton-Gründer Felix Visser selbst hatte mit dem Fénix Modular-Synthesizer nichts zu tun. Erst bei der modernen Neuauflage des Systems, dem Fenix IV (in den Jahren 2021/22 von der Firma This Is Not Rocket Science gebaut), soll Felix Visser vor seinem Tod im Dezember 2025 doch noch beratend am Projekt beteiligt gewesen sein. Von der originalen Fénix-Serie ist aktuell – als Nachbau „plus“ einige Erweiterungen – der Fénix II PP Modular-Synthesizer erhältlich, sowie der Fenix III PP Analog-Sequencer. Beide werden von der in Berlin und Lissabon ansässigen Firma Patch Point (daher der Zusatz PP) angeboten.
Um 2020 gab es zudem diverse Neuentwicklungen eines modernen Syrinx mit der Bezeichnung Syntonovo PAN. Das bzw. die Instrumente wurden von Felix Visser und Bert Vermeulen entworfen und auf der SuperBooth 2017, 2018 und 2019 vorgestellt. PAN erregte mit seinem noblen Design, seiner XYZ-Expression-Tastatur und seinen sehr unterschiedlichen Prototypen großes Aufsehen, ist aber – so der uns bekannte Stand der Dinge – nie zur Serienproduktion gelangt. In diesem Video (mit Audio-Beispiel ganz am Ende!) wird Felix Visser zum Syntonovo PAN befragt. Das Interview mit dem als „Holländischer Bob Moog“ bezeichneten Visser darf schon jetzt als ein wichtiges Stück Zeitgeschichte betrachtet werden.
Aufbau des Syrinx
Der monophone Syrinx verfügt über:
- 2x VCO mit PWM und Osc-Sync (2x CEM 3340)
- Mixer mit extra Sub-Oszillator, Ring-Modulator und Noise
- 3x VCF – 2x BandPass PEAK, 1x LowPass LPF (2x CEM 3350)
- 4x Routing-Optionen der Klangquellen zu PEAK / LPF
(parallele und serielle Schaltung von PEAK / LPF) - 2x LFO, LFO 2 in Geschwindigkeit modulierbar
- LFO 2 One-Shot Funktion (Attack-Decay)
- 2x ADSR Hüllkurven (2x CEM 3310)
- 1x Dual-VCA (1x CEM 3360)
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Weiters hat der Syrinx:
- eine Hold-Funktion (Initial Gain)
- ein 44-Tasten-Keyboard (3,5 Oktaven)
- Single / Multi Trigger, Portamento mit Auto (Legato) Funktion
- ein Touch-Pad zur Kontrolle von VCO, VCF, VCA (und LFO 2 Geschwindigkeit)
- AUDIO OUT (auch für Kopfhörer geeignet)
- CV/Gate Ein/Ausgänge
Abmessungen / Gewicht:
- 62 x 36 x 12 cm
- 8 kg
Kritik an der Hardware
Bevor wir zu den unverkennbaren musikalischen Stärken des Syrinx kommen sei etwas Kritik an seiner Hardware gestattet. Der Syrinx ist in einem Rundum-Metall Gehäuse gefertigt. So schnörkellos, funktionell, leicht und schmal, wie es eben nur geht. Die Drehpotis sind durchwegs eher wackelig und ohne Widerstand, was die Freude an der Bedienung des Syrinx doch trübt (und eine besonders auffallende Parallele zum Crumar Spirit darstellt).
Dieser Mangel an „soliden“ Potis ließe sich nun mittels Beilagscheiben relativ einfach beheben (siehe vergleichbare Lösungsansätze beim Sequential Pro-One). Tatsächlich haben wir dies bei einem Syrinx Exemplar auch umgesetzt (mit gutem Erfolg), doch will es bei einem Synthesizer mit mehreren tausend Euro Marktwert gut überlegt sein, Beilagscheiben mit Superkleber zu befestigen. Heute würden wir es nicht mehr tun.
Lob am Klangpotenzial
Das Potenzial des Syrinx explizit zu loben dürfte als Binsenweisheit erscheinen. Und doch erstaunt es immer wieder, welche Klangbilder seine Filter und Audio-Routing-Möglichkeiten hervorzaubern. Und das Mischen der Klangquellen. Und die Oszillator-Synchronisation. Und der Ring-Modulator. Und die LFOs. Doch erst durch die entsprechende Performance erwacht all dies zum Leben – eben jene Performance mittels Live-Tweaking und Touch-Pad.
Besagtes Touch-Pad mag für den langjährigen Roland-Bender- (oder Moog-Wheel-) User zunächst ungewohnt sein. Böse Zungen sagen dem Tool nach, dass es „zu“ sensibel reagiert und oftmals schwer zu steuern ist. Kann sein. Doch genau darin liegt der Reiz des Synton Syrinx: Seine wilden, unkontrollierten und ungezähmten Klangfarben, seine bissige und zuweilen böswillige Dynamik. Seine Übersteuerungen, seine Obertöne …
Und damit ist das Stichwort gegeben: Dynamik. Was den Syrinx auszeichnet, ist seine Lebendigkeit. Extrem leise, extrem laut, Änderungen im Bruchteil einer Sekunde. Extrem rau, extrem geradlinig (die CEM-Oszillatoren können ihren Ursprung nicht ganz verbergen), ebenso im Bruchteil einer Sekunde. Mit welchem Tool ließe sich das machen? Bender? No! Wheel? No! Touch-Pad … Voilà.
Das Schöne daran – und hier werden viele Vintage-Enthusiasten wohl zustimmend nicken – ist die erforderliche LIVE Performance des Syrinx. Vocal-Sounds per Peak 1 / Peak 2 Tweaking und VCF-Touch-Pad Pressure … herrlich. Keine Steuerung via DAW, keine Performance mittels externem Controller, das geht nicht. Nope – der Musiker selbst ist gefragt – Hand anlegen und los geht’s!
Was dabei klanglich zum Vorschein kommt, ist in den angefügten 40+ Minuten Klangmaterial zu hören. Oder zumindest ein Teil davon. Soundtechnisch lässt sich der Syrinx jedenfalls nicht wirklich einordnen. Mongolischer Kehlkopfgesang? Durchaus möglich, die Obertöne der Filter erinnern an diese und andere ungesund wirkende Gesangspraktiken. Doch bleiben wir in der Elektronik. So mancher Syrinx-Sound erinnert an den OSCar, mancher an den Crumar Spirit, manches klingt nach Roland SH-5, anderes nach ARP 2600 und Sequential Pro-One, manches nach einer Solo-Stimme von Yamaha CS-50/60/80.
Kurz, man hat keine Klassifizierung. Während es den Moog-Sound oder auch den Roland SH-Sound (jeweils mit Facetten) gibt, gibt es den Synton-Sound nicht. Einzig die BandPass-Klänge könnte man als typisch bezeichnen, doch bei entsprechendem Filter-Routing wird der Syrinx auch zum Standard-24dB-VCF Synth, wie man eben will. Diese Flexibilität im Filter-Gemenge macht ihn zum einzigartigen Instrument, das höchstens vom OSCar ausgestochen wird (mehr Wellenformen, additive Klangsynthese). Ersatz für den raren Mono-Synthesizer aus Holland ist jedenfalls nicht in Sicht, wenngleich es Versuche gibt, moderne Alternativen für den Syrinx zu schaffen …
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AnalogFX SER-2020 und LARYNX
Die belgische Firma AnalogFX hat sich der Sache angenommen. Sie bietet mit der SER-2020 einen Syrinx-Nachbau im Rack-Format an. Mit CV Ein- und Ausgängen sowie mit Touch-Pad (alles andere wäre surreal). MIDI und USB verstehen sich von selbst. Bunte Chassis-Farben gibt es natürlich auch. Durchaus attraktiv, da mit unverändert gutem Konzept, Eurorack-tauglich und mit – nun doch (!) veränderter – guter Hardware. Das alles zu einem Zehntel / Zwanzigstel des für einen Syrinx geforderten Vintage-Preises. Merci!
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Als Zugabe bietet AnalogFX auch den King der Serie an, den LARYNX. Mit Keyboard und damit dem originalen Syrinx optisch recht ähnlich. Gretchenfrage bleibt natürlich der Klang. Der scheint sehr ordentlich zu sein. Ob nun der Klang-Charakter die gesuchten Vintage-Vibes aufweist, können wir nicht beurteilen. Zwar versucht der Hersteller, durch CEM3340-based VCOs und Triple CEM3350 Filter Architecture dem Original gerecht zu werden, doch ob dies gelingt, dürfen die Ohren jedes Zuhörers (jeder Zuhörerin) selbst entscheiden.
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Der Syrinx am Gebrauchtmarkt
Die Seltenheit des Syrinx findet ihren Ursprung zunächst in der geringen Herstellungszahl. Anfang der 80er-Jahre – ein Mono-Analog-Synth im Schatten der polyphonen Digitaltechnik – einige hundert Syrinx-Exemplare, das war’s. Zur Rarität gesellt sich der kultige Klang, und so haben die meisten Syrinxes seit den 90er-Jahren ihren festen Platz in Studios rund um die Welt gefunden. Damit ergeben sich skurrile Preise am heutigen Gebrauchtmarkt. 15k und mehr für einen Syrinx? Nicht ausgeschlossen …
Dass die geforderten und tatsächlich bezahlten Preise meist nicht identisch sind, dürfte auf der Hand liegen. Da jedoch die ohnehin seltenen Auktionen oft mittels erfolgreichem Angebot beendet werden, lässt sich der tatsächliche Verkaufserlös nachträglich meist nicht feststellen. Fakt ist, dass der Syrinx in jedem Fall hohe Sammlerpreise erzielt, ob nun in der Standard-Farbe Schwarz oder in einer der (noch gesuchteren) Farbvariationen. Wer Glück hat, erhält sogar eines jener Exemplare, das rückseitig ein umfassendes und mit großer Wahrscheinlichkeit von Synton umgesetztes CV-Upgrade vorzuweisen hat.
Fazit
Wäre man im Jahr 1984 bereits auf der Welt gewesen (ich schon) und hätte man Erspartes auf der Seite gehabt (ich nicht), wäre der Kauf einer Handvoll Syrinx Exemplare – am besten in mehreren Farben – eine großartige Investition gewesen (… plus ein oder zwei Handvoll Roland TB-303’s). Die anno dazumal geforderten moderaten 1.500 DM,– pro Syrinx würden sich heute beim Wiederverkauf um ein Vielfaches amortisieren. Und natürlich würde man sich zumindest ein oder zwei der originalen Exemplare behalten, doch was soll’s: Hätte – hätte – Fahrradkette … hinterher ist man immer schlauer. 1984 war der spät einsetzende Höhenflug des holländischen Mono-Synths jedenfalls ganz und gar nicht absehbar.
Heute steht fest: Der Synton Syrinx gilt als echter Ausnahme-Synthesizer. Er liefert Dynamik und Expressivität pur, die mittels Touch-Pad und human factor alias vcf knobs & mixer fader tweaking in Echtzeit zum Leben erwachen. Vokal-Klänge und Filter-Drones vom Feinsten. Pattern-Performances und Sequencing in allen Schattierungen (Hörbeispiel „No Mercy 1“ sei hier empfohlen), von kaum-wahrnehmbar bis beängstigend-aggressiv (man spürt den Atem des nahenden Hirtengottes Pan). Lead-/Bass-Sounds und Experimentelles mit subtilen Nuancen und mächtiger Dramatik, das Ganze in Sekundenschnelle wechselnd. Solche Kunststücke kann – per Fingerdruck – kein anderer Vintage Mono-Synthesizer.
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Doch natürlich ist auch beim Syrinx nicht alles eitel Wonne. Längere Hüllkurvenzeiten, flexiblere Modulationsziele für LFO 1, zusätzliche CV-Anschlüsse, stabilere Potis (die nicht wackeln) und ein etwas liebevolleres Chassis hätten dem Instrument gut zu Gesicht gestanden. Auch Fragezeichen zum Service kommen heute hinzu, da es die so wichtigen CEM 3350 Dual-VCF Bausteine kaum noch gibt. Im Lichte dieser Überlegungen – und in Anbetracht der hohen Gebrauchtmarktpreise – wäre eine Neu-Auflage des Syrinx daher sehr wünschenswert.
Besagte Neu-Auflage müsste dann jedoch den identischen lebendigen Syrinx-Sound liefern – das ist zwar viel verlangt, aber letztlich keine Option denn eher ein Muss. Tatsächlich scheinen die aktuell verfügbaren Clones bzw. Nachbauten trotz ihres sehr respektablen, kräftigen Grundklanges (der unserem Empfinden nach etwas zu clean und modern ist) diesen lebendigen Syrinx-Sound noch nicht ganz zu erreichen. So verbleiben wir vorerst auch hier mit der – wie immer subjektiven und wenig überraschenden – Einschätzung: „Nur das Original ist das Original.“
Nachtrag: ADSR- / LFO-Triggerung
Kleiner Hinweis zur externen Ansteuerung und speziell zum LFO-Verhalten. Der Syrinx kann mittels CV/GATE (1V/Okt) von außen gesteuert werden. Die Stereo-Belegung der Buchsen ist etwas lästig. IN bedeutet hier „halbe Position / Ring“, beide Kabel nicht ganz hineinstecken. Was positiv ist: Der Syrinx reagiert trotz angeschlossenem CV/GATE weiterhin auf das eigene Keyboard. Eine externe Steuerung entkoppelt also nicht die Tastatur (wie es etwa bei vielen Roland SH-Synthesizern der Fall ist) – so lassen sich eingehende Sequenzen live transponieren und das Umstecken zwischen externer/interner Steuerung ist nicht nötig. Die angeschlossenen Kabel können (müssen aber nicht) bleiben, wo sie sind.
Rund um Können/Müssen betreten nun die Syrinx LFOs die Bühne. Beide LFOs sind mit Key-Trigger ausgestattet, beginnen ihren Zyklus also mit jedem Tastendruck neu. Dieses bei Synthesizern gar nicht so häufig anzutreffende Feature macht musikalisch durchaus Sinn, lässt sich damit doch eine Art Synchronisation von Melodie und Modulation erreichen. Oft wünscht man sich allerdings frei laufende LFOs, um z.B. eine Sequenz, eine Bass-Line, ein Solo … mit langsamen (oder besonders schnellen) Filter-Sweeps, geschmeidigen PW-Modulationen, langgedehnten Tonhöhen-Änderungen etc. zu würzen. Dafür braucht es beim Syrinx einen kleinen Trick, über die – der Kreis schließt sich – Möglichkeit(en) der externen Steuerung.
Misst das anliegende GATE-IN Signal 10V oder mehr, betrifft die externe Triggerung Hüllkurven und LFOs (Sequenz und LFO-Trig sind synchron). Misst das Signal hingegen lediglich 5V, so werden nur die Hüllkurven getriggert, die LFOs laufen frei. Wünscht man sich diese Situation im gewöhnlichen Spiel / ohne externe Steuerung (möchte man also die mitunter nervige LFO Key-Trigger Situation umgehen), so genügt es, ein zu schwaches Extern-Trigger-Signal vorzutäuschen. Das gelingt mit einem leeren Klinkenstecker (z.B. einem Kopfhörer-Adapter) bei GATE-IN. Einstecken – halbe Position / Ring – et voilà: Das Keyboard reagiert wie immer normal und die LFOs laufen frei.
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Damit zur Musik. In den angefügten Soundfiles ist fast ausschließlich der Synton Syrinx zu hören. Ausnahmen: Short Solo 2 – Syrinx Flötensound (also doch!) mit simpler COTK Model 55 Sequenz, sowie gelegentliche Beats der Roland TR-606 Drumatix. Alles andere ist Syrinx pur. Recording: Freeware Audacity.
Synton Syrinx
1982 – ca. 1985
Monophoner Analogsynthesizer
mit 3-fach Filter und Touch-Pad
Maße: 62 x 36 x 12 cm
Gewicht: 8 kg
Download / Open:
Synton Syrinx Foto 1 (4200x2800px)
Synton Syrinx Foto 2 (4200x2800px)
Links:
Synton Syrinx (Vintagesynth.com)
SER-2020 und LARYNX (AnalogFX)
Dutch Synthesizers (Dutchsynth.eu)
Fénix Modular Synthesizer (Wikipedia.org)
Fénix II PP & Fénix III PP (Patch Point)
Youtube:
Synton Syrinx Demo
by Perfect Circuit
AnalogFX SER-2020
by loopop

























