Akai VX-600 – analoger Matrix Synthesizer

Der Akai VX-600 stellt in vielerlei Hinsicht eine Besonderheit dar. Zunächst einmal ist er von Akai. Nicht, dass das Unternehmen zum Bau von Analogsynthesizern nicht befähigt gewesen wäre. Doch 1986 – mit Erscheinen des VX-600 – war Akai in erster Linie für gute Tonbandmaschinen, den eben erschienenen S-900 Sampler und anderes Studio-Equipment bekannt, nur eben nicht für die Herstellung von Synthesizern.

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Weiters glänzte der schicke VX-600 durch strikte Abwesenheit jeglicher „direkten“ Zugriffsmöglichkeiten. Was 1986 zukunftsweisend und „in“ gewesen sein mag, lässt heute jedoch einen gewissen Reiz vermissen. Schließlich aber verführt genau dieses schlanke und sachliche Äußere den nicht Eingeweihten zu vorschnellen Rückschlüssen, die dem VX-600 Synthesizer ein Klangpotenzial von geringer Ausdruckskraft und einen sterilen Klangcharakter unterstellen könnten. Nun, in Wahrheit ist das Gegenteil der Fall.

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Im Herzen eine umfangreiche Modulationsmatrix beherbergend, produziert der 6-stimmige (!) Dual-VCO Analogsynthesizer Klänge von allerhöchster Güte. Vielseitige MIDI-Features und sehr umfangreiche Tuning-Möglichkeiten (wobei wie so oft „nicht Stimmen“ manchmal den wahren Reiz eines polyphonen Analogen ausmacht) sind weitere Parallelen, die den schlanken Akai-Synthesizer mit einer weltbekannten Legende verbinden: dem Oberheim Xpander.

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Anbei noch einige Klangbeispiele zum Akai VX-600 …

Kategorie Allgemein

“Es genügt, einen Ton schön zu spielen” sagte der Komponist Arvo Pärt im Jahre 2005. Diese Aussage ist ebenso einfach wie ich auch exzellent: Es braucht kein Meer an Tönen, denn entscheidend ist der Klang. Dass so mancher Vintage-Synthesizer der 70er und 80er Jahre teils unerreicht hochwertige Klänge liefert, steht außer Frage. Doch tatsächlich leben wir “heute” in einer nahezu perfekten Zeit. Einerseits hat man – mehr oder weniger – noch Zugriff auf die Vintage Analogen, andererseits wird auch bei Neugeräten die wichtige Komponente des hochwertigen Klanges wieder zunehmend berücksichtigt. Doepfer, Cwejman, Synthesizers.com, MacBeth, Moog, GRP, Studio Electronics, COTK, John Bowen und andere Hersteller bauen hervorragende Synthesizer, die den “Klassikern” in nichts nachstehen. All diesen (alten wie neuen) “großartigen” Instrumenten ist Great Synthesizers gewidmet. _________________________________________________________ In 2005 composer Arvo Pärt said: “Playing one tone really well is enough”. In other words, it is sufficient to play one tone 'beautifully'. I agree with that. All musical efforts are focused on the sound itself. Although I studied classical music (piano and drums), it’s the electronic sound that inspires me. Synthesizers are the epitome of new sounds and exciting tonal spheres. Today, many companies produce high-quality - excellent! - synthesizers: Doepfer, Cwejman, MacBeth, Moog, GRP, Synthesizers.com, COTK, Studio Electronics, John Bowen and others. It's their products I'm really interested in ... apart from Vintage Synthesizers, which I have been collecting for 20 years. Subsequent to our former websites Bluesynths and Blogasys, Peter Mahr and I have now created GreatSynthesizers. We hope you like it.

1 Kommentare

  1. „Weiters glänzte der schicke VX-600 durch strikte Abwesenheit jeglicher “direkten” Zugriffsmöglichkeiten. Was 1986 zukunftsweisend und “in” gewesen sein mag, lässt heute jedoch einen gewissen Reiz vermissen. “

    Also, ich habe den indirekten Zugriff damals schon als Zumutung bei mir und bei allen anderen wahrgenommen. Ich kenne niemanden der davon begeistert war, und er war ein ständiger Kritikpunkt in der deutschen Ausgabe der Keyboards, bzw. vorher im Fachblatt.

    Das Bedienkonzept hat in die Zukunft gewiesen, das ist wahr. Aber diese Zukunft war IMHO weitgehend unbeliebt, und alles andere als „In“.

    Sie war schlicht billig …

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