Buchempfehlung: Analog Days (Geschichte der Firma Moog)

Ja, unser Titel ist etwas vereinfacht. Original nennt sich das Buch: Analog Days – The Invention And Impact Of The Moog Synthesizer. Und auch dieser Titel ist genau genommen noch zu minimalistisch, denn das Buch beleuchtet die Entwicklung der (frühen) Firma Moog „in ihrer Zeit“, was auch die Entwicklung weiterer Unternehmen (wie Buchla, Oberheim, ARP, EMS, …) und wiederum deren „Impact“ einschließt.

Analog Days ist jedes einzelne Kapitel wert. Es informiert den (möglicherweise überraschten) Leser darüber, dass die (alte) Firma Moog mehr Gitarrenverstärker als Synthesizer verkaufte. Beleuchtet wird auch die schicksalshafte Begegnung mehrerer Persönlichkeiten rund um Robert Moog, als da wären: Herb Deutsch, Walter Sear, Bill Hemsath, Jimm Scott, Jon Weiss, David Van Koevering, Bill Waytena, Bernie Krause, Paul Beaver, Wendy Carlos, Keith Emerson, Malcolm Cecil und viele mehr.

Besonders spannend ist die Zeit zwischen 1964 und 1969, als sich durch Moog (Trumansburg, New York State) einerseits und Buchla (San Francisco, Californien) andererseits schon früh die unterschiedliche Herangehensweise / musikalische Ausrichtung im Bereich Synthesizer / Musikelektronik abzeichnete. Das Schlagwort „East-Coast Sound versus West-Coast Sound“ ist heute aktueller denn je …

Sehr lesenswert auch der Einfluss des Tape Music Centers in San Francisco – nicht nur als Geburtsstätte der Buchla-Instrumente, sondern auch als Begegnungsort zahlreicher Ikonen der zeitgenössischen Musik (Steve Reich, John Cage, Terry Riley, Morton Subotnick und viele mehr).

In Summe ergibt Analog Days einen sehr informativen Überblick zu den gesellschaftlichen, musikalischen und wirtschaftlichen Entwicklungen bzw. Veränderungen, die vor allem mit der Erfindung des Moog Synthesizers (1964) und des Buchla Synthesizers (1965) einher gingen.


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„Analog Days – The Invention And Impact Of The Moog Synthesizer“
(Trevor Pinch, Frank Trocco)

First Harvard University Press
370 Seiten, mit einem Vorwort von Robert Moog

ISBN: 0-674-00889-8 (Hardcover)
ISBN: 0-674-01617-3 (Softcover)

Amazon: www.amazon.de/Analog-Days-Invention-Impact-Synthesizer


Kategorie 2020, Allgemein, Bücher

“Es genügt, einen Ton schön zu spielen” sagte der Komponist Arvo Pärt im Jahre 2005. Diese Aussage ist ebenso einfach wie ich auch exzellent: Es braucht kein Meer an Tönen, denn entscheidend ist der Klang. Dass so mancher Vintage-Synthesizer der 70er und 80er Jahre teils unerreicht hochwertige Klänge liefert, steht außer Frage. Doch tatsächlich leben wir “heute” in einer nahezu perfekten Zeit. Einerseits hat man – mehr oder weniger – noch Zugriff auf die Vintage Analogen, andererseits wird auch bei Neugeräten die wichtige Komponente des hochwertigen Klanges wieder zunehmend berücksichtigt. Doepfer, Cwejman, Synthesizers.com, MacBeth, Moog, GRP, Studio Electronics, COTK, John Bowen und andere Hersteller bauen hervorragende Synthesizer, die den “Klassikern” in nichts nachstehen. All diesen (alten wie neuen) “großartigen” Instrumenten ist Great Synthesizers gewidmet. _________________________________________________________ In 2005 composer Arvo Pärt said: “Playing one tone really well is enough”. In other words, it is sufficient to play one tone 'beautifully'. I agree with that. All musical efforts are focused on the sound itself. Although I studied classical music (piano and drums), it’s the electronic sound that inspires me. Synthesizers are the epitome of new sounds and exciting tonal spheres. Today, many companies produce high-quality - excellent! - synthesizers: Doepfer, Cwejman, MacBeth, Moog, GRP, Synthesizers.com, COTK, Studio Electronics, John Bowen and others. It's their products I'm really interested in ... apart from Vintage Synthesizers, which I have been collecting for 20 years. Subsequent to our former websites Bluesynths and Blogasys, Peter Mahr and I have now created GreatSynthesizers. We hope you like it.

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