Moog Sound im Vergleich
– das Moog “Trivia” Quiz

Moog Fest – ein Vergleichstest

  • Moog Minimoog
  • Moog Voyager
  • Moog Slim Phatty
  • Alesis Andromeda

Früher war der Begriff “Synthesizer” stets Synonym für innovative Klänge. Die Instrumente waren wie ausgeklügelte Maschinen aus einem Raumschiff, die jeden nur erdenklichen Klang erzeugen konnten: Einzigartige Sounds, die nie jemand zuvor gehört hatte.

Der Moog Vergleichstest

Der Moog Vergleichstest


Wenn man heute Radiosendungen oder MTV verfolgt, so ist der Synthesizer mittlerweile häufiger zu hören als eine E-Gitarre. Es gibt dabei kaum einen Klang, den man nicht schon irgendwie in irgend einer Form zuvor gehört hätte. Jene Instrumente, die wie aus der Zukunft zu sein schienen, sind heute nichts anderes als alte Geräte aus Holz und Metall mit vielen Knöpfen und in manchen Fällen auch mit ebenso vielen Kabeln.

Die “Klänge der Zukunft” wurden somit zu den “Sounds der Vergangenheit”. Sie sind so alltäglich geworden wie die Klänge einer Gitarre, eines E-Bass’ oder eines Schlagzeugs. Beinahe jede Band verfügt heute über einen Keyboarder, der mit Synthesizern bestimmte und spezielle Klangfarben beisteuert.

Moog Minimoog Model D

Moog Minimoog Model D

Nun, von all den Synthesizern, die wir hier ansprechen, ist der Minimoog wohl der bekannteste. Er ist nach wie vor jener Standard, an dem sich analoge Monophone zu messen haben. Es gibt wohl kaum eine Band mit Rang und Namen, die nicht – irgendwann in ihrer Laufbahn – den Minimoog einsetzte. Es ist “der” Synthesizer, der über den gesamten für uns hörbaren Frequenzbereich sehr gut klingt. Er liefert druckvolle Bässe, großartige Leadklänge, gute Effekt- sowie Percussion-Klänge und vieles mehr.

Moog Voyager

Moog Voyager

Dieser Umstand verhilft der Firma Moog Music Inc. natürlich zu einer dankbaren Position. Der Name MOOG steht für hochwertige Klänge sowie für gute Qualität kurz für eine namhafte Marke in der Industrie.

So kommen wir zum Moog Voyager, Moogs Aushängeschild der Gegenwart. Eine moderne Version des legendären Minimoogs mit ähnlichen klanglichen Eigenschaften. Weiters wäre noch der Little Phatty bzw. Slim Phatty zu nennen, eine abgespeckte Version des Voyagers. Gemäß Cyril Lance von Moog Music inc. verwendet der Phatty dieselben Oszillatoren wie der Voyager. Wie wir in unserem Test bzw. Vergleich sehen werden, ist dies tatsächlich korrekt.

Moog Little Phatty

Moog Little Phatty

Dann wäre noch der Alesis Andromeda in unserem Vergleich zu nennen. Er ist “nicht” Teil der Moog Produktlinie, das ist klar, und er ist polyphon. Seine Modulationsmatrix ist bei weitem ausgereifter als bei jedem der hier erwähnten Moogs, er bietet Sub-Oszillatoren, Ring-Modulatoren, Soft-Sync, Oberheim Filter, Step Sequenzer und viele andere Funktionen, die Moog Synthesizer in dieser Form nicht bieten. Und dennoch passt der Andromeda sehr gut in diesen Vergleich, da seine Oszillatoren und eines seiner Filter auf den Schaltkreisen des Moog Modular Systems basieren (Moog 921 Oszillator und 904 Lowpass Filter).

Alesis Andromeda A6

Alesis Andromeda A6

All diese Instrumente – Minimoog, Voyager, Little Phatty und Andromeda sind Gegenstand dieses Vergleichstests.

Oszillatoren – die Wellenformen
Was zunächst sehr stark auffällt ist der Unterschied in der Klangfarbe der Oszillatoren. Es gibt hier zwei Gruppen: Jene mit den “neuen” Moog Instrumenten, also Voyager und Little / Slim Phatty, nennen wir sie Gruppe A. Und jene mit dem originalen Minimoog sowie dem Alesis Andromeda, nennen wir sie Gruppe B. Der Unterschied ist hierbei keineswegs subtil. Gruppe A (die Neuen) klingen deutlich matter und weniger klar. Wobei das keine Frage von offenem oder geschlossenem Filter ist. Vielmehr ist es eine Tatsache, dass die neuen Moogs eine Klarheit in ihrem Grundklang der Oszillatoren vermissen lassen.

Minimoog Oszillatoren

Minimoog Oszillatoren

Zwar gibt es hier eine Besonderheit – die Wellenformen der Oszillatoren bei Voyager und Little Phatty können stufenlos durchfahren und sogar moduliert werden – doch lässt sich diese Besonderheit nur für beide Oszillatoren einstellen. Damit ist der Effekt nur bedingt ideal einzusetzen und natürlich in gewisser Weise limitiert.

Der Minimoog hingegen hat feste Wellenformen inklusive Dreieck, Dreieck-Sägezahn, Sägezahn und zwei Pulswellen. Pulsweitenmodulation gibt es nicht. VCO 3 nimmt hier eine Sonderstellung ein, indem eine der beiden Pulswellen gegen eine invertierte Sägezahnwelle getauscht wird. Das macht natürlich durchaus Sinn, da VCO 3 vor allem auch als LFO zum Einsatz kommt.

Von allen Kandidaten ist der Alesis Andromeda jener, der als einziger über Sinuswellenformen verfügt. Es ist auch der einzige, der das gleichzeitige Aufrufen aller Wellenformen erlaubt … sogar die Pulswelle hat eine eigene (und modulierbare!) Lautstärkeregelung. Beide VCOs des Andromeda haben Sägezahn “und” dessen invertierte Version, den negativen Sägezahn … beide zusammen ergeben Stille, sprich die Wellenformen heben einander auf!

Moog Voyager Oszillatoren

Moog Voyager Oszillatoren

FM
Alle hier angesprochenen Instrumente haben exponentielle Frequenzmodulation. Beim Minimoog kann VCO 3 die beiden anderen Oszillatoren im Audio-Frequenzbereich modulieren, beim Voyager kann “jeder” VCO als Modulationsquelle dienen und VCO 2, 3 oder alle 3 (!) Oszillatoren modulieren. Beim Little Phatty ist dies selbstredend etwas eingeschränkt, aber auch hier kann VCO 2 beide Oszillatoren (und damit sich selbst) modulieren.

Am umfangreichsten ist – nicht ganz überraschend – der Andromeda ausgestattet. Hier können sich nicht nur alle Oszillatoren gegenseitig modulieren, stehen doch über die Modulationsmatrix dutzende weitere Modulationsquellen zur Verfügung. Betreffend FM geht der Andromeda A6 somit als Sieger hervor.

Moog Little Phatty Oszillatoren Filter

Moog Little Phatty Oszillatoren Filter

Rauschen
Der Minimoog bietet einen Rauschgenerator mit einer Mischung aus Weißem und Rosa Rauschen. Beim Voyager ist dies ähnlich. Der Little Phatty bietet Rauschen (leider) nicht direkt als Audio-Quelle, wohl aber als Modulationsquelle. Der A6 schließlich bietet alle Formen des Rauschens, sowohl als Audio- wie auch als Modulationsquelle.

Osc Sync
Mit Ausnahme des Minimoogs haben alle Testkandidaten Oszillator Synchronisation. Beim Voyager ist es fest vorgegeben, dass OSC 2 zu OSC 1 moduliert wird. Hier wäre es auch spannend gewesen, den dritten Oszillator zum ersten zu synchronisieren. Der Andromeda schließlich bietet Hard Sync in allen Varianten, vor allem aber (als einziger Kandidat) auch Soft Sync.

Weitere Details zu den Oszillatoren
Wie schon eingangs erwähnt, verfügt der A6 als einziger über Sub-Oszillatoren, einen für jeden Haupt-Oszillator. Sogar ein Ring-Modulator ist vertreten und eine in der Mixer Sektion befindliche Feedback-Schleife bei der, der Ausgang des Filters wieder in sich selbst geroutet wird.

Alesis Andromeda A6 Oszillatoren

Alesis Andromeda A6 Oszillatoren

Betreffend Stimmstabilität erweist sich der Voyager als der Zuverlässigste. Der Minimoog ist hingegen (bei vielen Modellen) etwas problematisch. Abhilfe schafft in diesem Fall die Kontrolle des Minis über ein Kenton MIDI-CV Interface, das eine Verbesserung des Key-Trackings über die gesamte Tastatur des Minis ermöglicht. Konkret ist es das Kenton Pro-Solo MKII, von dem wir hier sprechen.

Der Little (Slim) Phatty benötigt ungefähr eine halbe Stunde, bevor er eine ausgewogene Betriebstemperatur (Stimmstabilität) erreicht. Im Manual werden 15 Minuten genannt, unserer Beobachtung zufolge dauert es aber länger. Der Little Phatty bietet ein automatisches Tuning-System, doch das hat einen Haken. Wenn man das Instrument für einige Minuten nicht spielt, dann hat die erste angeschlagene Note ein leichtes Delay zu verzeichnen. Danach passt wieder alles, bis man wieder eine Pause von zumindest einer Minute (oder mehr) macht und das Spiel von vorne beginnt. Das schränkt die Einsetzbarkeit des Little Phattys doch etwas ein. Alternativ bietet sich der Wechsel in den “normalen” Modus an, d.h., die VCOs werden “old school”-mässig von Hand gestimmt.

Minimoog - Das vermutlich bekannteste aller Synthesizer Filter

Minimoog – Das vermutlich bekannteste aller Synthesizer Filter

Hier hat der Andromeda A6 natürlich das Nachsehen, denn sein Aufwand betreffend Stimmen ist enorm. Es müssen 32 Oszillatoren “auf Schiene gebracht” werden (Tonhöhe und Pulsweite), dann noch 32 VCFs und 16 VCAs. Am besten wartet man 10 – 15 Minuten, bevor man Auto-Tune drückt. Wenn die dann ausgeführte Stimmung noch nicht ausreichend sein sollte, bietet der Andromeda zwei weitere Tuning-Methoden. Einmal die Stimmung der Oszillatoren angepasst an die Raumtemperatur, und die Möglichkeit, die Stimmen automatisch stimmen zu lassen, wenn sie gerade “nicht” im Einsatz sind. Grundsätzlich funktioniert das Stimmen beim Andromeda sehr gut, doch ab und zu ist eine Wiederholung des ganzen Prozederes notwendig, um wirklich gute Ergebnisse zu erzielen.

Alle der hier genannten Synthesizer – Minimoog, Voyager, Little (Slim) Phatty und Andromeda – bieten CV-Eingänge zur externen CV-Steuerung der Oszillatoren an (auch der A6!).

Filter
Es ist natürlich schwierig ein Filter zu beurteilen, wenn die Klangbasis nicht klar definiert oder – wie hier – unterschiedlich ist. Daher habe ich mich für die Verwendung einer “neutralen Quelle” entschieden und mich der Oszillatoren des Anyware Instruments Tinysizer bedient. Sie fungieren als Klangquelle für alle Testkandidaten.

Moog Voyager Filter und EGs

Moog Voyager Filter und EGs

Überraschend: In punkto Filter gibt es ein weiteres Mal eine erstaunliche Parallele zwischen Minimoog und Andromeda. Sie klingen – nach meinen Ohren – praktisch ident (!). Der Moog Voyager ist zwar “nahe” am Minimoog dran, dennoch ist das Filter etwas unterschiedlich. Dennoch klingt sein Filter sehr gut. Einzig das Filter des Little / Slim Phattys ist deutlich anders. Es klingt so, als wäre ein Verzerrer im Filterschaltkreis eingebaut. Ich persönlich mag dieses Phatty-Filter sehr, es fügt dem Klang eine eigenständige und besondere Note hinzu. Dennoch ist es erstaunlich, einen derart starken Unterschied feststellen zu können, zumal es sich ja auch in diesem Fall um ein Moog-Filter handelt.

Voyager und Slim Phatty bieten die Möglichkeit, das Filter im 4 / 3 / 2 / 1-Pol Modus zu betreiben. Das ist eine interessante Option, die unterschiedliche Klangfarben erlaubt. Beim Voyager wäre noch das exzellente HighPass Filter zu nennen. Es ist deutlich anders als die Standard-2-Pol HighPass Filter, die üblicherweise in Mono-Synthesizer zum Einsatz kommen (wie etwa bei Yamaha und Oberheim SEM). Ich bin es jedenfalls nicht gewohnt, das Moog Filter im HighPass Modus zu hören … und ich muss sagen, es klingt sehr gut!

Alesis Andromeda A6 Filter

Alesis Andromeda A6 Filter

Hüllkurven
Auch hier ist der Minimoog der einfachste aller Kandidaten. Zwei ADS Hüllkurven, aus. Release und Decay teilen sich einen Regler. Moog Voyager und Little Phatty haben zwei ADSR zu bieten, was etwas komplexere zeitliche Verläufe erlaubt. Zudem können bei diesen beiden Kandidaten die Hüllkurven zu weitreichenderen Zielen – wie etwa Tonhöhe oder PWM – geroutet warden. Nun, nicht ganz überraschend ist auch hier der Andromeda der komplexeste. Immerhin hat er 3 DADDSRR Hüllkurven im Angebot, mit separaten Decay 2 und Release 2 Levels. Alle Segmente sind modulierbar, können umgedreht (Reverse) oder geloopt werden. Nun, dies alles ist möglich, weil die digital sind. Gut, sie sind ziemlich schnell, im ULTRA Mode kommt sogar noch so ein schöner Klick im Sound hinzu. Und sie können quasi jedem Parameter im Andromeda zugewiesen werden.

Moog Little Phatty Hüllkurven

Moog Little Phatty Hüllkurven

Beim Voyager gibt es auch einen Klick in der Hüllkurve, wenngleich mir dieser Klang “nicht” so passend bzw. attraktiv erscheint. Es ist nicht der typische hochtönende Perkussionsclick, es ist eher ein “richtiger” Klick, wenn man so will. Das macht den großen Unterschied vom Voyager zum Minimoog und auch zum Rest der Vergleichskandidaten aus.

Alesis Andromeda A6 Hüllkurven

Alesis Andromeda A6 Hüllkurven

LFOs
Wie allgemein bekannt hat der Minimoog überhaupt keinen LFO. Der dritte VCO wird zu selbigem Zweck umgeschaltet. Beim Voyager geht es natürlich einen Schritt weiter, hier gibt es einen eigenen LFO, was VCO3 beim Voyager autark und damit gleichberechtigt zu VCO 1 und VCO 2 macht. Es ist “nicht” der interessanteste LFO, zugegeben, doch ist es gut ihn für schöne Vibrato-Effekte zu haben und dabei den VCO3 nicht missbrauchen zu müssen. Der LFO des Little / Slim Phatty ist ähnlich zu dem des Voyager, doch ist er digital und kann daher zu MIDI synchronisiert werden (was beim Voyager nicht geht). Genau genommen kann beim Voyager der LFO zur MIDI Clock retriggert werden, das stimmt. Dennoch ist es nicht ganz das Gleiche. Der Andromeda A6 schließlich hat 3 LFOs und S&H. Die LFOs sind so komplex, dass wir den Download und die Durchsicht des Andromeda Manuals für weitere Details empfehlen.

Moog Voyager LFO Modulation

Moog Voyager LFO Modulation

Modulation
In diesem Bereich gibt es massive Unterschiede zwischen Minimoog, Voyager, Little Phatty und Andromeda. Der Minimoog ist natürlich sehr limitiert, obwohl er CV-Eingänge für Tonhöhe, VCF und VCA hat. So ist es mit einem guten MIDI-CV Interface möglich, die Lautstärke über die Tastatur (Velocity) zu steuern und etwas MIDI-synchronisierbare LFOs hinzuzufügen.

Auch der Little Phatty ist – was die Modulationsmöglichkeiten betrifft – limitiert. Dennoch hat er einige kleine, feine Extras. Velocity kann auf VCF und VCA geroutet werden, die Filter-Hüllkurve kann für die Tonhöhenveränderung und Wellenformmodulation herangezogen werden. Deutlich komplexer ist der Moog Voyager. Er hat zwei unabhängige Modulationsbusse (wenn auch mit einigen kleinen Bugs) und so genannte Pot Mapping, das Zuweisen von Modulationsquellen zu einer (beliebigen) Funktion. So kann man etwa die Attackzeit simpel über Velocity steuern. Es handelt sich jedoch ausschließlich um “Performance” Modulationsquellen, wie eben Velocity oder Aftertouch … den klassischen LFO sucht man hier vergebens.

Moog Little-Phatty Modulation

Moog Little-Phatty Modulation

König der Modulationsdisziplin ist der Andromeda. Hier kann so gut wie jeder Parameter moduliert werden. 79 Modulationsquellen stehen sagenhafte 175 Modulationsziele gegenüber. Damit übertrifft der Andromeda auch durchaus so manche große Modularsystem …

Benutzerführung
Der Minimoog ist natürlich klassisch, er bietet “die perfekte” Oberfläche eines monophonen Synthesizers schlechthin. Einzig der “Modulation Mix” mit zwei Schaltern in der Filter-Abteilung dürfte für etwas Stirnrunzeln sorgen. Doch davon abgesehen ist der Minimoog sehr logisch und übersichtlich. Angelehnt an seinen Vorfahren ist der Voyager. Klarerweise gibt es hier mehr Knöpfe und – bedingt durch viele neue Features – einfach mehr Bedienelemente. Dennoch – obwohl es mehr Knöpfe für mehr Funktionen gibt – ist der Voyager “nicht” so einfach zu bedienen. Ich denke sogar, dass seine Oberfläche und Benutzerführung zu den großen Schwachstellen des Moog Voyager zählen. Sein Display samt vielen Menü-Seiten machen die Bedienung keineswegs unkompliziert, vor allem, wenn die gesuchte Funktion nicht direkt am Panel zugänglich, sondern eben über eine (irgendwo) versteckte Seite aufzurufen ist. Da verliert der Benutzer unter Umständen schnell die Geduld und ehe man es sich versieht, ist es aus mit der Lust am Musizieren und dann ist Schluss mit der Inspiration. Doch viel Übung macht bekanntlich den Meister und so kann man sich nach ausgiebigem Arbeiten am Voyager auch an viele versteckte Details erinnern … es ist eben immer eine Frage der Zeit, die man in ein Instrument investieren kann.

Alesis Andromeda A6 Arpeggiator, Sequencer, LFOs

Alesis Andromeda A6 Arpeggiator, Sequencer, LFOs

In diesem Punkt teilt sich der Andromeda A6 das Problem mit dem Voyager. Der polyphone Alesis bietet ebenso viele Menüpunkte und Unterseiten. Wenngleich er logischer aufgebaut und etwas besser zu bedienen ist als der Voyager. Satte 72 Regler gibt es ja auch noch, die das Arbeiten am Andromeda erleichtern. Die Regler senden MIDI CC Daten aus, was sehr angenehm ist.

Eine ganz eigenes Kapitel der Benutzerführung ist selbstredend der Little Phatty. Seine 4 Drehregler – einen für jede Haupt-Sektion (VCO, VCF,  ENV, LFO ) können unterschiedlichsten Parametern zugewiesen werden, das ist klar. Das macht den direkten Zugriff zwar etwas umständlich, zugleich bleiben die Dinge aber überschaubar und simpel, wenn man so will.

Moog Minimoog Model D

Moog Minimoog Model D

Fazit
Ein Gesamturteil zu allen Kandidaten – Minimoog, Voyager, Little Phatty und Andromeda – wird es nicht geben. Solche Urteile soll sich jeder Leser selbst bilden, am besten anhand der Klangbeispiele und eines Ausprobierens der entsprechenden Instrumente. Alle Kandidaten sind jedoch absolut großartige Synthesizer, so viel muss ich festhalten. Dennoch ist klar, dass die neuen Moog Synthesizer “nicht” wie ein Minimoog klingen (bzw. nicht wie die “alten” Moog Instrumente). In einzelnen Klangaspekten kommen sie an die Originale heran, das schon, doch muss ich zu meinem Erstaunen sagen, dass es vor allem der Alesis Andromeda ist, der dem Minimoog am nächsten kommt. So lässt sich sagen, dass die neuen Moog Synthesizer eben auch ihren “neuen” Sound haben und durchaus anders klingen. Vielleicht ist ihre Klangfülle weniger “Vintage”, dafür bieten die neuen Moogs aber Klangaspekte, von denen die Vorfahren nur träumen konnten. Darüber hinaus sind sie natürlich neu und haben (hoffentlich zumindest) weniger Probleme als Vintage Synthesizer, was eben nun mal in der Natur der Sache liegt.

Moog Vergleichstabelle

Moog Vergleichstabelle

Eine interessante Frage ist noch der Preisvergleich von Moog Voyager zum Little Phatty. Während das Flaggschiff durchaus als “teuer” bezeichnet werden kann, kostet der Little Phatty einen Bruchteil dessen. Etwas leichter fällt hier der (preisliche) Vergleich vom Voyager Rack zum Phatty. Doch letztlich ist es natürlich die Frage, welchen “Klang” man haben möchte und erst dann die Frage, welches Instrument dafür in Frage kommt. Wenn man in erster Linie Bass-Sounds benötigt, so ist der Little Phatty ausreichend. Bei Lead-Sound kann ein dritter VCO jedoch sehr nützlich sein, was die Entscheidung wieder zugunsten des größeren Modells (Voyager, als Keyboard oder als Rack) begünstigt. Doch kurioserweise bietet der kleine Phatty eben auch Details, die der Voyager vermisst … wie etwas die starke Distortion im Filterklang, MIDI-synchronisierbare LFOs, einen Arpeggiator und einiges mehr.

Davon abgesehen sind Voyager und Phatty im Klang recht ähnlich, wobei der Kleine eben etwas aggressiver klingt und der Große eine größere Bandbreite an Klangfarben erlaubt. Der dritte VCO, das HighPass Filter, die extra Modulationsmöglichkeiten, das alles ermöglicht beim Voyager teils unerwartet subtile, sehr feine Sounds.

Doch genug, es liegt nun an Ihnen sich anhand dieses Tests und natürlich ganz speziell anhand der angefügten Klangbeispiele eine eigene Meinung zu bilden. Viel Spaß!

Posten Sie welche Instrumente sich hinter den Buchstaben “A”, “B”, “C” und “D” verbergen. Die ersten drei richtigen Auflösungen erhalten je ein Exemplar unseres “GreatSynthesizers.com Band 1″ Buchs.

GreatSynthesizers Testberichte und Interviews 2012

GreatSynthesizers Testberichte und Interviews 2012

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Vielen Dank an Fernando Boscardini, Virginia Perez Dilsizian und Ernesto Romeo für ihre Unterstützung für diesen Artikel.

17 Gedanken zu “Moog Sound im Vergleich
– das Moog “Trivia” Quiz

    • Hallo Michael,

      die vier Synthesizer zuzuordnen ist, zumindest aus meiner Sicht, alles andere als einfach. Selbst den Andromeda rauszuhören ist kein leichtes Unterfangen. Mal sehen wie nahe Du dran bist.

      Peter

  1. A = Minimoog
    B = Little Phatty
    C = Voyager
    D = Andromeda

    da ich mich aber der schlagzeugabteilung zugehörig fühle:
    a: sowas hätt ich auch gerne mit drums
    b: aus dem off “….klar, dass seine antworten falsch sind” (vielleicht) ;-)

    • Hallo Peter,

      Herzliche Gratulation! Du hast ein Exemplar gewonnen.

      Bitte kontaktiere uns über die im Impressum zu findende Email Adresse, oder Theo bzw. mich direkt.

      Danke für Deine Teilnahme.

      Beste Grüße,
      Peter

  2. Vielen Dank für die Mühe und die Gegenüberstellung der features.
    Ich kann hier am PC nicht so gut abhören (alle mp3s als zip wäre besser) deshalb rate ich mal nicht mit. Aber nur soviel von mir:

    In der Praxis (ausser Ratespiel) wird man kaum den einen gegen den anderen antreten lassen, da sind einfach die Einsatzmöglicheiten zu verschieden.
    Will man genau den XY Sound, wird man sich auch das jeweilige Instrument zulegen. Ein Polyphoner mit der Vielzahl an Bedienelementen wird sicherlich aus anderen Gründen gekauft als z.B. ein LP. Obwohl ich den Sound des A6 klanglich mag, würde mich dessen Oberfläche erschlagen. Der LP ist für mich der bestbuy in dieser Aufzählung. Ist limitiert, man kommt schnell zu musikalisch verwertbaren Ergebnissen, klingt gut. Der Voyager hindert etwas an der flüssigen Arbeitsweise ich würde ihn aber als leichter bedienbar einstufen als den A6. Die Moogs klingen besonders auch in der 6db Filtereinstellungen nicht nur mal anders sondern auch ausgesprochen gut. Leider sind die Einstellungen der Flankensteilheit nicht direkt anwählbar. Der Voyager mit slew-rate-mod erweitert klanglichen Unterschied zwischen den Moogs nochmal, sodass es (Kleingeld vorausgesetzt) kein Unsinn ist, sich diesen modifizierten und einen LP zuzulegen, abgerundet durch den minitaur. Alles moog aber dennoch verschieden und viele Möglichkeiten über CV.

    • Hallo Studiodragon,

      Herzliche Gratulation! Du hast ein Exemplar gewonnen.

      Bitte kontaktiere uns über die im Impressum zu findende Email Adresse, oder Theo bzw. mich direkt.

      Danke für Deine Teilnahme.

      Beste Grüße,
      Peter

  3. Also meine Vermutung ist:
    A – Little Phatty
    B – Minimoog
    C – Voyager
    D – Andromeda
    Kann man denn das Great Synthesizer Buch auch bestellen ?

    • Hallo Manfred,

      kannst Du bitte entweder Theo oder mir mailen? Mailadresse lautet jeweils vorname(at)greatsynthesizers.com

      Beste Grüße,
      Peter

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