Arturia MatrixBrute: Analoge Vielfalt mit Wärme?

Kleiner Nachtrag zum Klang des Arturia MatrixBrute. Dass der französische Synthesizer über ein beachtliches Arsenal an soundtechnischen Features und steuertechnischen Möglichkeiten verfügt, ist allgemein bekannt. Heikel wird die Beurteilung jedoch zum Thema „Sound des MatrixBrute“ …

Der Arturia-Analog-Klang ist grundsätzliche eher auf der kühlen und schroffen Seite. Das scheint sich auch beim Durchhören der MatrixBrute Factory Presets zu bestätigen. Doch mit etwas Willen zum Programmieren lässt sich mit dem MatrixBrute eine beachtliche Menge an analoger Wärme und lebendiger Breite erzeugen.

Arturia-Analog-MatrixBrute-01

Nicht, dass dem Instrument nun eine Auszeichnung als besonders warm klingender Analogsynthesizer zuteil wird. Hier haben so manche moderne Analog-Synthesizer die Nase vorne. Auch dürfte der Arturia MatrixBrute kaum als „Minimoog des 21. Jahrhunderts“ in die Geschichtsbücher eingehen (… eher schon als kompaktes und speicherbares Mono-Modularsystem).

Dennoch weiß der MatrixBrute – neben all seinen exzellenten Vorzügen als äußerst fähiger Modulationskünstler – eben auch durch dicke, schwebende, brachiale und lebendig warme Klänge zu überzeugen. Zum Erkunden dieses Analog-Charakters haben den MatrixBrute Sound auf die wesentlichsten Aspekte beschränkt: Klang der VCOs (und Sub-Oszillatoren), Schwebungen, Pulsweiten-Modulation, Filter-Charakteristika, Filter-Sweeps und Hüllkurvenzeiten.

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Fazit: Der MatrixBrute beherrscht den „klassischen warmen, analogen Sound“ sehr wohl. Mit zwei kleinen Abstrichen: Erstens fehlt es im tiefen Audiobereich etwas an Druck. Zweitens könnten die Attackzeiten noch schneller sein, um so z.B. perkussiven Bässen mehr Würze zu verleihen. Doch davon abgesehen: Respekt!

Die mit dem Schwerpunkt „Analog“ entstandenen Audio-Beispiele sind im Anhang zu finden und verstehen sich als Ergänzung zu den bereits veröffentlichten 40 Minuten Audiofiles des MatrixBrute Testberichts.

Kategorie Allgemein

“Es genügt, einen Ton schön zu spielen” sagte der Komponist Arvo Pärt im Jahre 2005. Diese Aussage ist ebenso einfach wie ich auch exzellent: Es braucht kein Meer an Tönen, denn entscheidend ist der Klang. Dass so mancher Vintage-Synthesizer der 70er und 80er Jahre teils unerreicht hochwertige Klänge liefert, steht außer Frage. Doch tatsächlich leben wir “heute” in einer nahezu perfekten Zeit. Einerseits hat man – mehr oder weniger – noch Zugriff auf die Vintage Analogen, andererseits wird auch bei Neugeräten die wichtige Komponente des hochwertigen Klanges wieder zunehmend berücksichtigt. Doepfer, Cwejman, Synthesizers.com, MacBeth, Moog, GRP, Studio Electronics, COTK, John Bowen und andere Hersteller bauen hervorragende Synthesizer, die den “Klassikern” in nichts nachstehen. All diesen (alten wie neuen) “großartigen” Instrumenten ist Great Synthesizers gewidmet. _________________________________________________________ In 2005 composer Arvo Pärt said: “Playing one tone really well is enough”. In other words, it is sufficient to play one tone 'beautifully'. I agree with that. All musical efforts are focused on the sound itself. Although I studied classical music (piano and drums), it’s the electronic sound that inspires me. Synthesizers are the epitome of new sounds and exciting tonal spheres. Today, many companies produce high-quality - excellent! - synthesizers: Doepfer, Cwejman, MacBeth, Moog, GRP, Synthesizers.com, COTK, Studio Electronics, John Bowen and others. It's their products I'm really interested in ... apart from Vintage Synthesizers, which I have been collecting for 20 years. Subsequent to our former websites Bluesynths and Blogasys, Peter Mahr and I have now created GreatSynthesizers. We hope you like it.

3 Kommentare

  1. Matthias

    Hi Theo!
    Danke für die inspirierenden Klangfarben. Ich sehe, ich sollte unbedingt mehr Zeit mit dem MB verbringen. Deine Demos sind ein echter Ansporn die klanglichen Ressourcen des MB detaillierter zu erforschen.

  2. Schön zu hören, dass der MatrixBrute die Pflichtkür doch beherrscht – da habe ich ihm anscheinend beim (recht kurzen) Antesten doch nicht ganz unter die Haube sehen können und ihn als „ich weiß nicht was ich davon halten soll“ Synthesizer ‚abgestempelt’… :)

    War da viel „tricksen“ nötig (EQ, fx etc.) um an den Schmelz ranzukommen oder kann er das vom Stand aus?

    • Theo Bloderer

      … hallo Hans

      Da war (Gott sei Dank) kein Tricksen notwendig. Zugegeben, der Bass wurde im Mixer-EQ etwas angehoben … Ansonsten: Purer MatrixBrute, sogar ohne die eigenen (analogen) Effekte, die er bereitstellen würde … LG Theo

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