ELKA Synthex – analoger Klassiker & vintage Workstation

Über viele Jahre hinweg hatte ich ein seltsames und etwas ambivalentes Verhältnis zum ELKA Synthex. Der mächtige Analog-Synthesizer aus Italien klang eben wie er klang: sehr breit, sehr voluminös, beeindruckend kraftvoll … und dann auch etwas „zu klar“, etwas „nervend steril“, eine Spur Richtung „digital“ …?

Nachdem sich das undefinierbare Verhältnis zum Instrument nicht wirklich besserte, wurden so manche Synthex ge- und alsbald auch wieder verkauft. Ich hatte in Summe fast zwei Handvoll dieser Instrumente quasi „im Durchlauf“ …

Elka Synthex Synthesizer

Erst einige Zeit nachdem der letzte Synthex meine Sammlung verlassen hatte, kamen – beim Durchhören der eigenen Klangbeispiele (sic!) – die Momente der Besonnenheit und Einsicht: Dies ist ein genial klingender Synthesizer. Ich brauchte ihn. Unbedingt!

Sobald die neue Suche nach diesem – nun dringend ersehnten – Analog-Synthesizer begann, schien es plötzlich gar nicht mehr so leicht, ihn wirklich zu finden. Letztlich war es aber doch wieder Italien, wo ich in der Region rund um die frühere Elka-Produktionsstätte bei Ancona fündig wurde.

Es war eine meiner aufregendsten „Einkaufsfahrten“: Im Morgengrauen und bei Schneegestöber über die Alpen Richtung Süden. Gardasee, Verona, Bologna, runter von der Autobahn, immer schön links halten, die heftigen Schlaglöcher der italienischen Schnellstraßen tunlichst ignorieren, bei Assisi vorbei, noch ein Stückchen weiter. Dann ein sehr kleiner Ort mit vorgelagerter Industriezone, in der Industriezone ein verfallen wirkendes Bürogebäude, dort der Treffpunkt. Fast erwartete ich zwielichtige Gestalten, einem dunklen Auto entsteigend und unaufgefordert meiner Wertsachen habhaft werdend, quasi: Die Cosa Nostra schlägt zu. Doch nein – weit gefehlt …

Der Verkäufer, sehr nett und sehr korrekt, führte mich in sein Büro. Dort lehnte er dann in einer Ecke: Der Elka Synthex. Zwar hatte der Verkäufer während meiner Anreise weitere (und deutlich höhere) Angebote für das Instrument bekommen, doch versprochen war versprochen und es blieb dabei: Für umgerechnet 600 Euro konnte ich den Synthex mitnehmen. Eine Sternstunde im Leben eines Musikers …

Heute zählt der Synthex – meiner sehr persönlichen Einschätzung nach – zu den vollendetsten polyphonen Analogen der Musikgeschichte, ich würde ihn unter die Top-5 der Vintage-Poly-Synthesizer einordnen. Sein sauberer und doch so beeindruckend kraftvoller Klangcharakter ist einmalig, seine DCOs und ganz speziell seine Multimode-Filter sind hervorragend, sein Sequenzer ist schlichtweg perfekt.

Der etwas „cleane“ Klangcharakter setzt den Synthex natürlich in eine bestimmte Schublade. Er gehört nicht zu den analogen „Sägemeistern“, jenen Legenden, die pure analoge Lebendigkeit und beinahe unzähmbare Potenz verkörpern.

Elka Synthex Synthesizer

Der Synthex ist demnach kein Memorymoog, kein OB-X / -Xa / -8, kein originaler Prophet-5, kein Jupiter-8 (der genau genommen ja auch sehr „sauber“ klingt) und schon gar kein CS-80. Wie dem auch sei: Von allen Kandidaten wäre mir sein Verlust der härteste. Dieser Synthesizer verbindet hohe klangliche Ästhetik mit flexiblen musikalischen Performance-Möglichkeiten, er ist eine gelungene Mischung aus analogem Klassiker und vintage Workstation. Ein Instrument par excellence.

Geschichte: Elka ..? Öhm … wer?

Es dürfte allgemein bekannt sein, dass Elka keineswegs der Stern am Synthesizer-Himmel war. Genau genommen gab es da überhaupt keinen Stern, weder vor, während, noch nach dem Synthex. Elkas große Zeit waren die späten 70er-Jahre, als das Unternehmen recht erfolgreich Orgeln und Multi-Keyboards verkaufte.

Doch wie beim Mitstreiter Crumar, kam Anfang der 80er-Jahre auch bei Elka die Erkenntnis auf den Tisch, dass die großen Tage der Heimorgeln, Hammond-Imitate, String-Machines und Road-Pianos langsam vorbei seien, und weitere Standbeine – wie die professionelle Synthesizer-Branche – ein Überleben des Unternehmens garantieren sollten.

Elka Synthex Synthesizer

Weder bei Crumar noch bei Elka hat dies letztlich geklappt. In den späten 80er-Jahren wurden beide Firmen in die GEM-Gruppe (GeneralMusic) eingegliedert, die in den 90er- und 00er-Jahren noch sehr hochwertige Synthesizer, Stage-Pianos, Workstations und andere Instrumente, sowie PA-Anlagen (LEM) herstellte. 2011 musste jedoch auch der Mutterkonzern GEM / Generalmusic Insolvenz anmelden. Damit war der Sack zu.

[ 2014 wurden die Restbestände von GeneralMusic von der finnischen Audio-Firma Soundion Oy Ltd aufgekauft und mittels LKW-Konvoi in den hohen Norden gebracht. Soundion Oy Ltd hat aktuell mit GeneralMusic auch die Marken GEM, LEM, ELKA (und so manche Ersatzteile für den Synthex) inne. Eine Wiedergeburt des Elka Synthex im Jahre 2015 scheiterte allerdings, das Crowdfunding-Projekt wurde abgesagt. Seither konzentriert sich der sympathische Firmeninhaber Jukka Kulmala vor allem auf die Vermarktung des Stage Pianos GEM ProMega 2+. Vom (neuen) Synthex ward hingegen nicht mehr viel die Rede … ]

Back to Italy, an die betriebsame Adriaküste Anfang der 80er-Jahre. Elka-Mitstreiter Crumar brachte 1984 mit dem Bit One seinen ersten polyphonen MIDI-Synthesizer auf den Markt. Das Unternehmen war vorsichtig genug, die neue Instrumenten-Serie unter besagtem Namen — BIT — zu verkaufen. Eine weise Entscheidung, das Image als Orgel-/Multikeyboard-Hersteller außen vor zu lassen: Neue Instrumente – neuer Name. Speziell der 1985/86 angebotene Bit 99 sowie dessen Rack-Version Bit 01 verkaufte(n) sich in respektablen Zahlen.

Elka Synthex Synthesizer

Elka traf – einige Jahre zuvor – eine andere Entscheidung. Das Unternehmen wagte den Sprung ins kalte Wasser und brachte 1982 seinen 8-stimmigen Synthex als ELKA Professional Instrument auf den Markt. Ein Fehler, wie sich herausstellen sollte. Doch wir greifen voraus …

Mario Maggi und die Inspiration des Propheten

Anfang der 80er-Jahre kam es zu einer glücklichen Fügung. Elka – auf der Suche nach einem Profi-Synthesizer zwecks „neuem Standbein“ – begegnete rein zufällig einem Ingenieur aus Rom: Mario Maggi.

Der junge Techniker entwickelte und baute schon seit den frühen 70er-Jahren Synthesizer, Einzelstücke der besonderen Art. So z.B. einen quasi-italienischen ARP 2600, oder den Memory Controlled Synthesizer MCS-70 – einen monophonen Synthesizer mit Speicherplätzen. Das Instrument – im Jahr 2020 frisch restauriert (siehe Youtube-Video) – ist auf der empfehlenswerten LP „Automat“ von 1978 zu hören. Im selben Jahr kam der Prophet-5 auf den Markt und Mario Maggi – inspiriert vom Propheten – beschloss umgehend, einen eigenen Poly-Synthesizer ins Leben zu rufen.

Mario Maggi MCS70 Synthesizer

Nach 3 Jahren Entwicklungszeit stellte Maggi im Jahre 1981 den Prototypen seines mehrstimmigen Analog-Synthesizers fertig. Doch welcher italienischen Elektronik-Schmiede er das Instrument auch anbot: Maggi erhielt von allen Seiten Absagen. Eher zufällig startete er einen letzten Versuch und zeigte das Projekt dem Orgel-Hersteller Elka. Nun, die Begegnung stand unter einem gutem Stern: Der eine hatte, wonach die anderen suchten.

Maggis polyphoner Synthesizer wurde nochmals überarbeitet (an die finanziellen Vorgaben von Elka angepasst) und schließlich auf der Frankfurter Musikmesse 1982 als SYNTHEX der Öffentlichkeit vorgestellt. Elka engagierte hierzu den britischen Gitarristen, Keyboarder und Sound-Designer Paul Wiffen als Vorführer. Sein positives Feedback wiederum ermutigte Elka und zeigte auf, dass man auf dem richtigen Weg war. Der Synthesizer-Experte lobte den 8-stimmigen Synthex wegen seiner modernen und für die damalige Zeit besonders fortschrittlichen Features: Stabile Oszillatoren, MultiMode Filter, Sequenzer und Chorus.

Factory Sounds von Paul Wiffen

Wiffen, der Ende 1981 zusammen mit Chris Huggett die Oxford Synthesiser Company gegründet hatte (und mit diesem den OSCar entwarf), wurde von Elka auch mit der Erstellung der Synthex Werks-Presets betraut. Er kreierte im Sommer 1982 jene exzellenten Factory-Sounds, die später – speziell durch Jean-Michel Jarre – Synth-Pop Geschichte schreiben sollten.

Elka Synthex Synthesizer

„I needed to go earn some money, so became Elka’s Synthex demonstrator at the [ … ] Frankfurt [ … ]. Elka followed [ … ] with an offer to do all the factory presets, which I did in my flat on the Goldhawk Road that summer.“

(Paul Wiffen in: www.electricityclub.co.uk/synth-guru-interview)

Die positive Resonanz der Frankfurter Musikmesse 1982 bedeutete „grünes Licht“ für die Produktion des Synthex. In einem ersten Schritt wurde Mario Maggi von Elka unter Vertrag genommen. Der Ingenieur musste den hauseigenen Technikern – bisher für die Herstellung von Multi-Keyboards, Hammond-Imitaten und Orgeln zuständig – die nötigen Skills beibringen, damit die Produktion des durchaus komplexen und vielseitigen Profi-Synthesizers überhaupt erst Realität werden konnte.

Maggi war bei der Herstellung der frühen Synthex-Modelle folglich immer anwesend. Konkret bedeutete dies die tägliche Zugfahrt von seiner Heimatstadt Rom in die Elka Zentrale nahe Ancona – und zurück. Nach Herstellung / Qualitätskontrolle der ersten Synthex-Charge erlitt Maggi aber das Schicksal vieler guter Seelen: Elka benötigte seine Expertise nicht mehr und beendete die Zusammenarbeit. Die weitere Produktion des Instruments erledigte Elka alleine …

Elka Synthex Synthesizer

[ Paolo Groppioni (GRP), ein Freund von Mario Maggi, berichtet, dass der Ingenieur schon seit den 90er-Jahren an einem Synthex 2 arbeitet. Doch es ist bedauerlich: Dem sympathischen (und möglicherweise zu perfektionistischen) Techniker will es nicht gelingen, das Projekt zu einem Abschluss zu bringen. Und bei der „Vision“ eines Synthex 2 wird es – mit großer Wahrscheinlichkeit – wohl auch bleiben … ]

Zurück in die Zeit Ende 1982 / Anfang 1983. Der Synthex war (dank Paul Wiffen) mit exzellenten Werks-Presets ausgestattet, Vor-Serien-Modelle / Demo-Geräte wurden quer durch Europa verschickt und erste Synthex-Exemplare erreichten die Musikläden. Die Sache wurde konkret.

Schwierige Vermarktung des Synthex

Doch trotz gutem Konzept, trotz der unzähligen, teils einzigartigen Features, lief der Verkauf nicht besonders. Kaum jemand in der Synthesizer-Branche kannte Elka, niemand (außerhalb Italiens) schien Interesse am mächtigen 8-stimmigen Analogen zu haben. Niemand wollte den Synthex. Der Misserfolg lässt sich aus heutiger Sicht nur zum Teil durch das Aufkommen des Yamaha DX7 anno 1983 erklären. Immerhin wurden andere analoge Poly-Synthesizer wie etwa der Prophet-5 oder der OB-8 noch bis Anfang 1985 in durchaus respektablen Stückzahlen hergestellt.

Elka Synthex Synthesizer

Wie dem auch sei: Der Synthex war ein besonders hartnäckiger Ladenhüter und wurde letztlich bei absehbarem Produktionsende 1986/87 zu Diskontpreisen „verschleudert“ (siehe hierzu den Interview-Auszug mit Paul Wiffen weiter unten). Verzweifelte Vertreter priesen den Synthex mitunter sogar als geeigneten Klavier-Ersatz (sic!) an und verkauften Musikschulen einen oder mehrere Synthex / ganze Synthex-Pakete, zum „Materialpreis“. Zwar setzten – spät, aber doch – erste Erfolge in der Synth-Pop-Kultur ein (Jean-Michel Jarre als Haupt-Werbeträger), doch konnten sie den Untergang des Synthex nicht mehr bremsen. Aus und raus – das war es.

Schade. Der Synthex hätte alle Anforderungen eines professionellen Instruments erfüllt, weder mangelnde Hardware-Qualität noch mangelnde Sound-Qualität dürften die Gründe des ausbleibenden Erfolges gewesen sein. Zusammengefasst (und noch etwas ergänzt) gab es zumindest fünf Punkte, mit denen der Synthex von Anfang an schwer zu kämpfen hatte:

– Punkt 1: Der Firmen-Name. Elka war am Profi-Keyboarder-Markt relativ unbekannt. Wer, bitte, würde sich einen ELKA Synthesizer kaufen?

Elka Synthex MIDI Break-Out Box

– Punkt 2: Ungünstiges „Timing“. 1982 bzw. 1983 war mit Erscheinen des DX7 kein gutes Jahr, um einen analogen Synthesizer auf den Markt zu bringen. Ein Problem, mit dem natürlich viele Hersteller zu kämpfen hatten.

– Punkt 3: Klang …? „Wenn der Chorus einmal ausgeschaltet ist, klingt der Synthex längst nicht so gut wie ein Oberheim“ – so der allgemeine Tenor der Kritiker bei öffentlichen Synthex-Präsentationen. Die Kritik am Chorus bezog sich wohl auf das Klangverhalten der etwas sterilen Elka-Synthex-DCOs, im Gegensatz zu den lebendigeren Oberheim-OB-VCOs bzw. im Gegensatz zu den lebendigeren Sequential-Prophet-VCOs (hier wie dort CEM 3340 Chips). Inhaltlich korrekt, doch außer acht lassend, dass der Synthex eben seinen eigenen, musikalisch nicht weniger interessanten Charakter hat.

– Punkt 4: MIDI …? Der Synthex verfügte bei Markteinführung Ende 1982 natürlich (noch) über kein MIDI. Nicht gut. Selbst mit Aufkommen des Computer-Interfaces und der zugehörigen MIDI-Box gab es das Interface – zumindest laut Prospekt – dann auch nur als optionales Zubehör. Ganz schlecht. Und die erstmals wirklich professionelle MIDI-Einbindung – ohne Zusatz-Box, sondern mit MIDI-Buchsen direkt im Instrument – kam ab Ser. Nr. #1300. Das war sehr spät.

Elka Synthex Synthesizer

– Punkt 5: Hoher Preis …? Mit einem Verkaufspreis von weit über 6.000 DM war der Elka Synthex – gemessen an den neuen, digitalen Instrumenten jener Zeit – verhältnismäßig teuer. Wurde gemunkelt. Korrekterweise hätte der Zusatz wohl „… teuer für ein Produkt mit dem Etikett ELKA“ lauten müssen. Wie dem auch sei, der Kritikpunkt, noch heute in der Literatur nachzulesen, sorgt für Stirnrunzeln. Immerhin war der Synthex deutlich (!) günstiger als ein Jupiter-8, Prophet-5, OB-8 oder Memorymoog, deren – offizieller – Verkaufspreis gleichermaßen um die 10.000 DM lag.

Fairerweise – ein Dank hier an Turgay für den Hinweis – muss natürlich auch gesagt werden, dass „so manche“ der großen Analog-Synthesizer Anfang der 80er-Jahre echte Ladenhüter waren. So gestaltete sich etwa der Verkauf des Memorymoog für Musikhändler durchwegs als sehr mühsam – mit notwendigen Diskont-Aktionen (z.B. Verkaufspreis 3.500 DM statt – wie gesagt – 10.000 DM). Es waren also harte Zeiten, nicht nur für den Elka Synthex …

Phasen der Synthex-Produktion

Originale Produktionszahlen aus dem Hause Elka haben wir nicht, das stimmt. Dennoch: Das jahrelange Sammeln von Seriennummern und Beobachten des Gebrauchtmarktes gibt uns Aufschlüsse über den Ablauf der Synthex-Produktion. Markanteste technische Entwicklung ist in diesem Zusammenhang natürlich die schrittweise Implementierung des Synthex MIDI-Interfaces.

Elka Synthex Synthesizer - Photo: Paul Vorderwinkler

Zunächst gibt es eine Handvoll (na gut, zehn Handvoll) jener mysteriösen Synthex-Modelle ganz „ohne“ Typenschild und mit anderen, kleinen Änderungen gegenüber der Standard-Version. Es sind Vor-Serien-Modelle, die in den ersten Stunden der Synthex-Geschichte unter Aufsicht von Mario Maggi gefertigt und alsdann an ausgewählte Musiker / Musikhäuser / Handelsvertreter kreuz und quer durch Europa verschickt wurden.

Italienische Händler bzw. Synthex-Experten schätzen, dass ca. 50 Stück dieser Vor-Serien-Modelle gebaut wurden. Techniker warnen jedoch: Diese Exemplare weichen teils erheblich von denen der späteren Serienproduktion ab (Platinen-Layout). So scheint eine nachträgliche MIDIfizierung der sehr frühen Synthex-Modelle beispielsweise nicht ohne weiteres möglich.

Damit zur eigentlichen Produktion des Synthex. Die Haupt-Serie startete mit Ser. Nr. #800 und wurde bis ca. #1600 fortgeführt. Es gibt zwar einige Synthex-Exemplare mit Ser. Nr. #700 (z.B. #705 oder #710 in unserer Liste), doch waren diese Instrumente für 117V statt 220V ausgelegt und für den Export nach Übersee gedacht. Dennoch, man lasse sich nicht täuschen: Wenngleich einige wenige Exemplare in die USA gegangen sein dürften, hat ein offizielles Verkaufsnetz des Synthex dort nie existiert. Der Vertrieb des Synthex fand ausschließlich auf europäischem Territorium statt.

Elka Synthex Synthesizer

Die Produktion des Instruments startete jedenfalls gegen Ende 1982, natürlich noch im – aus italienischer Sicht betrachtet – dunkelsten Vor-MIDI Zeitalter. Doch der Ruf nach einem solchen Interface dürfte bereits gen Süden gehallt sein.

Viele der frühen Synthex-Exemplare – versehen mit einem beschrifteten, sonst aber „leeren“ Bereich für die zu erwartende Computer-Schnittstelle – wurden von Elka mit eben dieser nachgerüstet. Zusammen mit einer aufsteckbaren MIDI Break-Out Box ergab sich so „die“ Interface-Lösung für den Synthex: extra Platine (intern) + 15-Pin Schnittstelle + MIDI Break-Out Box (extern). Ein gut funktionierendes, wenn auch optisch etwas unelegantes, MIDI-Konstrukt. Die Mehrheit aller Synthex ist mit diesem Konstrukt versehen.

Später, ab Ser. Nr. #1300 und somit bei den letzten 300 Exemplaren, erfolgte schließlich der „fixe“ Einbau des MIDI-Trios direkt im Synthex. Dennoch war das Schicksal des Instruments zu diesem Zeitpunkt schon lange besiegelt. Der Synthex blieb – MIDI hin oder her – ein Flop. Eingestellt wurde die Produktion bei einer Seriennummer um #1600. Laut Literatur (und den allgemein spärlich verfügbaren Informationen) im Jahr 1985, doch das dürfte nicht ganz stimmen, es wurden auch 1986 und 1987 noch Synthex-Exemplare gebaut. Die Informationen hierzu befinden sich „in“ den Instrumenten …

Elka Synthex Synthesizer

Ser. No. #1420 zeigt Roberto 13-2-1986 (Dank an Paul J. für die Info) am Etikett der Innenseite, bei Ser. No. #1469 findet man Roberto 11-12-1986. Auf diesem kleinen, orangen Sticker wurde – in jedem Synthex – der Zeitpunkt der Fertigstellung des Instruments angegeben (nicht immer ist dieser Sticker heute noch vorhanden, Anmerkung). Da besagter Roberto offenbar für die End-Kontrolle aller Synthex-Geräte zuständig war, lässt sich anhand der Datierungen schließen, dass die Produktion des Instruments bis 1987 oder sogar bis 1988 (Schließung der Firma) lief. Immerhin wurden nach dem 11-12-1986 – siehe oben – nochmals ca. 150 Stück hergestellt …

Also: Vor-Serien-Modelle, weiters Ser. No. #700 117V-Modelle, dann die Haupt-Serie von Ser. No. #800 bis #1600: Das ist die Geschichte des Elka Synthex. In Summe wurden höchstens 1000 Exemplare gebaut – eher sogar in Richtung 900.

Jener Synthex, welcher im Jahr 1987 (oder erst 1988) für Stevie Wonder gefertigt wurde, war Literaturangaben zufolge ein spezielles Exemplar, zusammengesetzt aus ausgeschlachteten Exemplaren, die bei Elka vorrätig waren. Paul Wiffen berichtet dazu in einem Interview …

„Unfortunately, by the time my guerilla marketing started to pay off – getting the Synthex on TV with players like Peter Oxendale in Bonnie Tyler’s ‚Total Eclipse Of The Heart‘, Mark Stanway of Magnum and Phil Lynott in Grand Slam – Elka had lost faith in the instrument and were selling it off directly for £500 through the music technology magazine Electronics and Music Maker. Some people got a magnificent bargain, considering the original retail price was over three grand.

As payment for programming work on some hideous FM-based unit that Elka came out with (my mind has deliberately blanked out the model number), I got Elka-Orla to give me two of the last Synthexes and to ship one of them to Los Angeles, where I was moving. Called in to try to make sense of Stevie Wonder’s new Sequential Studio 440 drum machine (into which my Prophet 2000 samples would thankfully load), I was soon up to my old tricks, asking if I could bring in other synths. Next thing we were MIDIing the OSCar and Synthex together for the killer bass sound on his 1987 single ‚Skeletons‘ and I was in there.

After the album’s release, I toured the world with Stevie as MIDI programmer, ensconced under the stage with the Synclavier guy. Unfortunately, because of their limited MIDI implementation, neither the Synthex nor the OSCar went on the road (except recorded into the Synclavier), but Elka-Orla cobbled together one last Synthex for Stevie from several ones that had been cannibalised for parts (because I refused to sell him mine).“

(Aus dem Sound on Sound Interview mit Paul Wiffen, Dezember 1999)

Technik: Bauweise des Synthex

Entgegen der sonst, formulieren wir es höflich, mitunter problematischen Qualität so mancher italienischer Tasteninstrumente – Stichwort Farfisa, Stichwort Crumar, Stichwort Jen, oder CRB Elettronica, FBT Elettronica, Galanti / GEM, oder ganz einfach so manche andere Elka Produkte – ist der Synthex sehr gut verarbeitet. Nicht nur sein starkes (und schweres) Holzchassis bzw. seine hervorragende Tastatur, auch sein Innenleben können voll und ganz überzeugen.

Warum dieser Synthesizer dennoch einen „nicht ganz“ lupenreinen technischen Ruf hat, lässt sich im Wesentlichen durch sein kompliziertes Innenleben erklären: Mit beinahe 1000 ICs im Bauch ist der Synthex technisch sehr komplex. Dabei sind nicht die auszuwechselnden Bauteile das Problem, denn neben seinen CEM 3328 VCF-Chips verfügt der Synthex über keine außergewöhnlichen oder gar unersetzlichen ICs. Vielmehr ist die schwierige und aufwendige Lokalisierung von Fehlern die echte Herausforderung, da die Ursache der Fehler und ihre entsprechenden Auswirkungen oft in völlig unterschiedlichen Bereichen der Platine(n) auftreten. Folglich kann die Analyse und Reparatur eines Synthex etwas zeitaufwändiger und – bei Bezahlung eines Fachmannes – auch entsprechend teurer werden.

[ Das sei allerdings – nunmehr im Jahr 2021 – nochmals zu relativieren. Synthex-Modelle, die gepflegt wurden und ab und an ihr nötiges Service erhalten haben, sind stabil und zuverlässig. Der Hinweis auf die 1000 ICs und seine etwas aufwendigere Fehler-Analyse sei nur als erklärende „Ausgangssituation“ und kleine Warnung rund um den Synthex verstanden. ]

Elka Synthex Voice Boards

Ein sehr positiver Aspekt betreffend Reparatur ist jedenfalls der äußerst saubere und extrem vorbildliche Aufbau des Synthex-Innenlebens. So lassen sich beispielsweise die 4 Voice-Boards (à 2 Stimmen) einfach und gezielt ausbauen. Eine kaputte Stimme – leicht durch die Leuchtdiode an der Außenseite der Platine zu lokalisieren – lässt sich entnehmen (das Stimmen-Paar, genau genommen), um „nur diese“ Platine an die Fachwerkstatt zu schicken*. Das spart enorme Transportkosten (der Synthex würde – gut verpackt – um die 40 kg wiegen) und verhindert eben, dass das ganze Instrument on tour muss.

Kurz gesagt: Wenn eine Stimme das Problem ist, kann der Synthex – trotz anstehender Reparatur – zu Hause im Studio bleiben. Ein enormer Vorteil, den nur wenige Klassiker der Poly-Analogsynthesizer-Ära in dieser Einfachheit der eingesteckten Voice-Boards (ohne zusätzliche Steckverbindungen, Kabelbäume, etc.) vorzuweisen haben.

[* Das Musikhaus Scolopendra.it (Bologna/Italien) bietet Ersatz-Voice-Boards für den Synthex an. Keine schlechte Idee, da man so – sollte ein Stimmen-Board tatsächlich in Reparatur sein – das Ersatz-Board sofort einsetzen kann und folglich ohne Unterbrechung wieder einen Synthex mit allen 8 Stimmen zur Verfügung hat. ]

Elka Synthex Synthesizer

Nochmals ein kleiner Sprung zurück in die Geschichte: Von minimalen Unterschieden im Bereich des Sequenzers abgesehen, hat sich der Synthex im Laufe seiner Produktionszeit kaum verändert. Mit Ausnahme der Interface-Anschlüsse, des kleinen, extra Boards rund um MIDI, sowie der zugehörigen EPROMs, versteht sich …

Sequenzer Sync, Computer-Interface und MIDI

  • Sehr frühe Synthex-Modelle boten lediglich SYNC IN / OUT für den Sequenzer („Computer Interface“ und MIDI waren noch nicht in Sicht). Es dürften ca. 50 Exemplare dieser Vorserien-Modelle gebaut worden sein. (Grafik A)
  • Als nächster Entwicklungsschritt – und damit die eigentliche Serie beginnend – kam das bereits genannte „Computer Interface“ hinzu. Zuerst allerdings nur als bloße Beschriftung und mit einer leeren Bohrung ohne jeglichen Inhalt. Hiervon gibt es nicht wenige Synthex: Die meisten der Modelle „ohne MIDI“ haben diese Besonderheit. Ganz als Scherz sei die leere Bohrung dennoch nicht verstanden: Durch Einsetzen der fehlenden Bauteile (Tausch der EPROMs, Platine innen, 15-Pin Schnittstelle nach außen samt MIDI-Aufsatz) konnten so betreffende Synthex Instrumente MIDIfiziert werden. (Grafik B)
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Elka Synthex Synthesizer

  • Dann, im nächsten Schritt des Synthex, wurde das „Computer Interface“ hardwaremäßig implementiert. Es handelte sich dabei um eine einfache Schnittstelle, auf die eine kleine Box mit dem MIDI-Trio IN / THRU / OUT gesteckt wurde, die sogenannte MIDI Break-Out Box. MIDI war nun erstmals fester Bestandteil des Synthex ab Werk. Der Großteil der hergestellten Instrumente verfügt über diese „Computer Interface + MIDI Break-Out Box“ Lösung.
  • Die ca. letzten 300 Instrumente schließlich wurden mit einem fest eingebauten MIDI-Trio versehen: Die 15-Pin Schnittstelle und externe MIDI Box fielen gänzlich weg, stattdessen montierte man die MIDI-Buchsen – wie allgemein üblich – direkt in die Metallrückwand des Synthex. (Grafik C)

Zusammenfassung: Die verschiedenen Interface-Stadien des Elka Synthex. Vorserien-Modelle (A) verfügen ausschließlich über das Sequenzer-Interface.

Die mittlere Variante (B) gibt es wiederum in unterschiedlicher Ausführung – so steht die Beschriftung SEQUENCER und COMPUTER INTERFACE manchmal über, manchmal unter den Buchsen. Mit eingebautem Computer Interface ist der Synthex mittels zugehöriger MIDI Break-Out Box jedenfalls MIDI-fähig.

Bei der letzten Version (C) wurde das MIDI-Trio fest eingebaut. Die MIDI-Buchsen wurden diagonal eingesetzt, um mit dem vorhandenen (bescheidenen) Platzangebot auszukommen.

Klangarchitektur: Aufbau des Synthex

Nachdem bisher fast ausschließlich über die Geschichte des Instruments (und den Stufen seiner MIDI-Anbindung) berichtet wurde, kommt nun endlich der Überblick zum klanglichen Aufbau des Synthex:

  • 8-stimmige Polyphonie (4-stimmig im Split/Layer Modus)
  • 2 DCOs pro Stimme
  • Digitaler Ring-Modulator
  • Cross-Modulation der PWM (sehr ungewöhnlich)
  • LFO 1 mit umfangreichen Modulationsroutings
  • LFO 2 über Joystick aktivierbar
  • Umfangreiche Glide/Portamento Sektion
  • VCF mit 4 Filterarten – LowPass, BandPass 1, BandPass 2, HighPass

Elka Synthex Synthesizer

  • ADSR Hüllkurve für VCF (positiv oder negativ)
  • ADSR Hüllkurve für VCA
  • 3-stufiger Chorus
  • 4-spuriger Sequenzer
  • Sequenzer Sync In/Out Interface
  • 40 Presets und 40 User-Memories, Kassetten-Interface
  • Einfaches MIDI (bei den meisten Synthex-Modellen)

Trotz der „Fülle“ an Möglichkeiten möchten wir uns in diesem Bericht auf fünf Bereiche des Synthex konzentrieren: Die Oszillatoren, das Filter, die Hüllkurven, die LFOs und den Sequenzer. Die

Oszillatoren

des Synthex sind DCOs. Sie klingen exzellent (kräftig!) und ihre Benutzeroberfläche ist geradezu vorbildlich konzipiert …

Elka Synthex Synthesizer

Einerseits lassen sich die Fußlagen von 16’ bis 1’ über Tipptaster äußerst bequem anwählen. Andererseits kann jeder der beiden Oszillatoren in Halbtonschritten über bis zu einer zusätzlichen Oktave hinauf transponiert werden. Damit lassen sich z.B. schöne Terz- oder Quint-Parallelen justieren.

Die Wahl der Wellenform wiederum erfolgt ebenso einfach über Taster, wobei jeder Oszillator auch die Funktion eines (digitalen) Ringmodulators aufzuweisen hat.

PWM erfolgt (pro Oszillator individuell aktivierbar) über LFO 1 bzw. sogar über den jeweils anderen (!) Oszillator – PWM Cross-Modulation! Last but not least lassen sich die Oszillatoren in ihrer jeweiligen Lautstärke individuell festlegen, gegeneinander feinstimmen (Detuning) und zueinander synchronisieren. Das (die)

Filter

ist (sind) wohl das Juwel des Synthex. Es setzt den großen Unterschied zu einem Prophet-5, Jupiter-8, OB-X/Xa/8 und zu vielen anderen polyphonen Analogsynthesizern.

Elka Synthex Synthesizer

Neben dem Standardmodus LowPass werden beim Elka Synthex noch BandPass 1, BandPass 2 und HighPass angeboten (samt Positiv/Negativ-Schaltung betreffend Wirkungsweise der zugehörigen Hüllkurve).

Speziell bei hoher Resonanz bieten die zusätzlichen Filtertypen ein äußerst gelungenes musikalisches Klangbild. So zählen die „BandPass-Klangteppiche mit kräftiger Resonanz“ eines Elka Synthex wohl zu den ästhetischsten Sound-Eindrücken in der elektronischen Musik.

Nicht zu vergessen: Der externe Filter-CV Eingang. Ein hier angeschlossenes Modulationssignal wirkt – wie vermutet – auf die Filter-Frequenz. Dies kann ein Modulationspedal sein, ein externer Analog-Sequenzer, ein externer LFO oder VCO, was auch immer. Im Double / Layer Mode lässt sich das externe CV-Signal wahlweise auf Upper, Lower oder auf beide Sounds routen, festzulegen über einen kleinen Kippschalter auf der Rückseite des Instruments. Die

Hüllkurven

sind in ihrem Verhalten ein gutes Stück von den Konkurrenten aus dem Hause Roland oder Sequential entfernt, und zwar im – wenn man so will – weniger positiven Sinne. Etwas träge, haben sie nicht ganz die Aggressivität eines Jupiter- oder Prophet-Synthesizers. Das ist korrekt. Und es ist der eine Standpunkt.

Elka Synthex Synthesizer

Der andere: Wer die weichen und brillant-klaren Sounds / Klangteppiche des Synthex kennen lernt, der akzeptiert das Manko seiner nicht so zackigen Hüllkurven, sieht er als Musiker doch das Instrument auch als Ganzes, als einen Synthesizer, der – in all seiner Soundvielfalt und klanglichen Besonderheit – dennoch vollauf überzeugen kann.

Musikalisch ist der Synthex trotz der etwas trägen Hüllkurven (also: wirklich schlimm ist es nicht, keineswegs) ein sehr homogenes und in sich geschlossenes Klangpaket. Da gehören die sauberen DCOs ebenso dazu wie die nicht ganz so aggressiven Hüllkurven. Musikalisch ergibt dies in Summe jedenfalls einen stimmigen, wenn auch minimal digitalen und möglicherweise etwas braven Klangcharakter (womit wir zur Einleitung und dem dort beschriebenen zeitweilig undefinierbaren Verhältnis zum Synthex zurück kehren). Die beiden

LFOs

sind durchaus flexibel, wobei speziell LFO 1 musikalisch interessant ist. Dieser Haupt-LFO ist mit einem Delay versehen, er bietet verschiedene Wellenformen und lässt sich per Tipptaster mehreren Zielen zuweisen. Das Routing kann auf OSC 1, OSC 2, PW 1, PW 2, FILTER oder AMPLIFIER erfolgen, wobei die vier erstgenannten und die beiden letztgenannten Ziele separate Modulationstiefen – DEPTH A / DEPTH B – haben können (eine interessante und sicher nicht ganz zufällige Parallele zu Oberheims OB-X / OB-Xa).

Elka Synthex Synthesizer

LFO 2 ist für den Live-Einsatz gedacht, er wird ausschließlich über den Joystick bedient – häufig in Verbindung mit aktivem Pitch-Bending – und lässt sich nicht programmieren. Das LFO-Routing und Bender-Routing erfolgt hier unabhängig voneinander auf das Filter und/oder auf beide Oszillatoren.

Über einen kleinen Schalter kann wiederum festgelegt werden, ob die Modulationen des Joysticks auf UPPER, LOWER oder auf beide Sounds gehen. Da der Joystick ja wie schon erwähnt auch als Pitch-Bender fungiert, lassen sich (im Dual/Split Modus) Schwebungen oder Intervallsprünge zwischen 2 Sounds elegant per Hand performen.

4-Spur Sequenzer: Loop-Musik und Poly-Rhythmik leicht gemacht

Kaum ein Step-Sequenzer der Vintage-Poly-Synth-Ära ist so genial einfach und zugleich so musikalisch vielseitig wie der des Elka Synthex. Er ist ein wesentlicher Teil des Musikmachens, er ist Lieferant für Grooves vom Feinsten und Garant für spontanes Realisieren intuitiver Pattern-Musik. MIDI hin oder her: Niemand sollte sich die Ausdrucksmöglichkeiten des Synthex Sequenzers entgehen lassen.

Die bloße Abhandlung des Sequenzers als „schnelles musikalisches Notizbuch“ oder „schlechter Ersatz, falls MIDI nicht verfügbar ist“ würde dem Modul jedenfalls nicht gerecht werden. Da allerdings in der Bedienungsanleitung des Synthex viele Details des Sequenzers gar nicht zur Sprache kommen, kann die zuweilen etwas geringschätzige Meinung einiger Musiker zum Synthex-Sequenzer durchaus nachvollzogen werden.

Elka Synthex Synthesizer

Die Möglichkeiten des Sequenzers:

  • 4 Spuren (jeweils in völlig freier Länge programmierbar)
  • Multimode – Kontrolle zweier unterschiedlicher Sounds – bei späteren Synthex-Modellen (frühe Modelle bieten nur die Kontrolle eines Klanges – wir sind aber zugegeben nicht „ganz“ im klaren, was hier Sache ist)
  • Step-by-Step Modus
  • Echtzeit-Modus
  • Mischung von Step-by-Step / Echtzeit-Aufnahme innerhalb einer Sequenz möglich
    x
  • Staccato- und Legato-Informationen (anders formuliert: Eingabe von Pausen und übergebundenen Noten) werden aufgezeichnet
  • Unterschiedliche Stepzahl pro Spur (ideal für schnelles Erstellen von polyrhythmischen Patterns)
    x
  • Live-Transponierung aller Spuren über einen beliebig definierbaren Tastaturbereich (maximal über das gesamte Keyboard) via SPLIT-Funktion

Elka Synthex Synthesizer

  • Transponierung des Grundtones unabhängig von den Oktav-Einstellungen der Oszillatoren. Ein geniales Feature, das vor dem Abspielen einer Sequenz eingestellt werden sollte. Ist eine Bass-Sequenz programmiert, drückt man KEY SET und (als Beispiel) die Taste C2. Nun ist der Keyboard-Bereich klanglich um eine Oktave nach rechts verschoben, oder anders gesagt: Man hat im Bassbereich eine Oktave hinzugewonnen. So lassen sich Sounds bequem bereits vor dem Start einer Sequenz nochmals tiefer setzen, die Grundstimmung des Synthex kann auf eine beliebige Taste im gesamten Tastaturbereich (!) festgelegt werden.
  • Sequenzer-Bearbeitungsfunktionen: Delete, Loop, Reset, etc…
  • Externe Triggerung durch einen weiteren Sequenzer oder eine Drum-Machine (vor allem bei rhythmisch komplexen Triggersignalen sehr interessant). Über ein MIDI/CV-Gate Interface lässt sich das nötige Triggersignal natürlich auch direkt über MIDI ableiten.
  • Ausgabe der Sequenzer-Noten über MIDI-OUT! Dies ist ideal zur Ansteuerung weiterer MIDI-Instrumente …
  • GATE-Justierung: Globale Festlegung der abgespielten/ausgegebenen Notenlänge

Stereo-Out und Double-Modus: Quellen zum extra-breiten Sound

Für mich unverzichtbar ist die Verwendung des Synthex im Dual-Modus, genauer gesagt in der DOUBLE Betriebsart. Noch genauer gesagt: Das Ansteuern (Spielen) zweier gleicher Sounds im Double-Modus. 

Elka Synthex Mono Stereo Switch

Somit erhält man einen zweikanaligen, 4-stimmigen Synthesizer mit 4 Oszillatoren pro Taste / Ton. Der eine Sound liegt am linken, der andere am rechten Kanal …

An sich ist dies nichts Ungewöhnliches, auch ein Jupiter-8, Oberheim OB-Xa/OB-8 oder Prophet T8 kann das. Doch der Synthex geht einen Schritt weiter und verstimmt beide Klänge im Stereobild gegeneinander (die Stärke der Verstimmung lässt sich im Inneren des Synthex festlegen). Für das echte Synthex-Stereo muss man noch den (beim Volume-Regler angesiedelten) STEREO-MONO Schalter in entsprechende Position setzen. [ Einen Hinweis dazu gibt es im Anhang. ]

Das Ergebnis: In der DOUBLE Betriebsart benötigt man den hervorragenden Chorus gar nicht mehr, um extrem beeindruckende und definitiv breite Klänge zu erzeugen. Hier ist der Synthex Meister gegenüber fast allen polyphonen Analogsynthesizern. Seine stereophone Klangfülle muss man gehört haben – sie lässt etwas steril wirkende DCOs oder minimal langsame Hüllkurven als völlig nichtige Unzulänglichkeiten erscheinen. Der echte Stereo-Klang des Elka Synthex ist schlichtweg exzellent. Edel. Elegant.

Elka Synthex Synthesizer

Nebenbei: Sollte im Single-Mode, also bei nur einem Sound, die Schalter-Position STEREO aktiviert sein, so erscheinen die 8 Stimmen abwechselnd im rechten oder linken Kanal: Stereo-Ping-Pong könnte man dies nennen (siehe Grafik weiter oben).

Der Klang des Synthex

Hier gibt es nicht viel zu sagen. Oder eigentlich schon. Jean-Michel Jarre hat den Synthex bereits zur Legende gemacht. Etwas schade, um ehrlich zu sein. Insofern schade, als das Instrument in den Augen vieler Interessierter vor allem (ausschließlich?) den Klang der berühmten Laser-Harp verkörpert – jenem Paul-Wiffen-Sync-Sound, der in den hinteren Reihen der Werkspresets versteckt ist. Doch der Synthex kann viel mehr!

Sein Multimode-Filter (BandPass ein besonderer Genuss, zudem generell exzellente Filter-Resonanz) und seine flexiblen Oszillatoren (Osc-Sync, Cross-Mod PWM, digitaler Ring-Modulator) lassen eine Unmenge an hervorragenden, zuweilen auch stark experimentellen, Sounds zu. Glide und Portamento sind ebenso ausgefuchst wie die beiden LFOs bzw. die gesamte Performance-Sektion. Breite und füllige Flächen / Streicher / Bläser im betörenden Stile der Spät-70er-Jahre-String-Machines (Chorus!), wuchtig-tiefe (knarzige) Bässe, undefinierbar-schräge FX-Klänge (auch mittels externer Filter-CV-Modulationen), definitiv perfekte (!) Sequenzer-/Arpeggio-Like-Kreationen und vieles mehr …

Elka Synthex Synthesizer

… das ist – neben Jarres / Wiffens berühmtem Laser-Harp-Sound – die umfassende musikalische Welt des Elka Synthex.

Sehr empfehlenswert und ja, fast unabdingbar, ist der Einsatz des internen Sequenzers zur Klangforschung: Bei laufenden Patterns macht das Experimentieren bzw. Programmieren am Synthex viel Freude, die Musik lässt sich zügig und stets in einem künstlerischen Kontext realisieren. Und zwecks Erweiterung des Klangspektrums sei nochmals das Einbeziehen externer Module (hochfrequenter) LFOs, (schneller) Hüllkurven etc. über die Filter CV-IN Buchse empfohlen. Viele der angefügten FX-Klangbeispiele sind so – mittels externen VCOs / LFOs zur (zusätzlichen) Steuerung des Synthex-Filters, meist bei hohen Resonanz-Werten – entstanden.

Einige wenige Fragezeichen

Auch Fragezeichen sind vorhanden. Doch die problematischen Bereiche – die nennenswerten Kritikpunkte rund um den Synthex – sind wenige. Erstens der laute Lüfter. Ein kleiner „Traktor“ im Studio, technisch offenbar ein notwendiges Übel (es hätte ja eventuell auch andere Möglichkeiten der Temperatur-Stabilisierung gegeben), akustisch jedenfalls ein echtes No-Go. Lösung: Leiseren Lüfter einbauen lassen.

Elka Synthex Synthesizer

Zweitens das Fehlen von (zusätzlichen) XLR-Audio-Ausgängen – siehe im Vergleich hierzu Jupiter-8, siehe Memorymoog … beide bieten extra Balanced Output(s). Und drittens: Das Fehlen eines Kopfhörer-Ausganges. Alles technische Aspekte also, klanglich gibt es aus unserer Sicht „nichts“ auszusetzen. (Sofern man – siehe Einleitung – mit dem Grundsound des Synthex klar kommt und den musikalischen Wert des Instruments für sich persönlich entdeckt.)

[ Das Fehlen eines Unisono-Modus ließe sich in klanglicher Hinsicht natürlich als Manko nennen. Theoretisch. Unisono spielt allerdings bei DCO Synthesizern dank der sehr präzisen / stimmstabilen Oszillatoren eine untergeordnete Rolle. Man kann dieses Feature daher vernachlässigen, zumal der Synthex im Double-Modus ohnehin so beeindruckend massiv klingt. ]

Wert des Instruments heute

Der Elka Synthex hat ganz klar nicht den Kult-Status eines Roland Jupiter-8, das sieht man an seinem (relativ) stabilen Gebrauchtmarkt-Preis. Nichts desto trotz ist er im gehobenen Mittelfeld der klassischen Poly-Analogsynthesizer angesiedelt. Dort, wo ein Rhodes Chroma ebenso zu finden ist wie ein Moog Memorymoog oder Oberheim Matrix-12. 

Elka Synthex Synthesizer

Elka Synthex Synthesizer

Auffallend ist, dass es seit 2020 einen deutlichen Schub gegeben hat - die Preise für Vintage-Synthesizer beginnen massiv zu steigen.

Auffallend ist jedenfalls, dass seit 2019 / 2020 die Preise für Vintage-Synthesizer massiv steigen. Aktuell – im Jahr 2021 – bewegt sich der Preis des Elka Synthex zwischen 7.000 und 12.000 Euro. 

Black Corporation Xerxes?

Wie allseits bekannt, gibt es inzwischen eine moderne Quasi-Rackversion des Elka Synthex, einen Klone. Black Corporation hat seinen Xerxes eindeutig dem italienischen Synthesizer-Klassiker nachempfunden. Darüber hinaus können und wollen wir jedoch keinen weiteren Vergleich zwischen den beiden Instrumenten ziehen.

Einfacher Grund: Ein Klon ist ein Klon ist ein Klon. Da gibt es nicht mehr zu sagen. Moderne SMD Bauweise, kompaktes Rackformat, das Fehlen der so wichtigen Synthex-Performance-Bereiche wie Joystick oder 4-Spur Sequenzer, das Fehlen der Filter-CV-IN Buchse … Xerxes ist ein Klon, ein sicher gut klingendes und auch eigenständiges Instrument (Bonus: polyphoner Aftertouch). Dennoch: Es ist kein Synthex.

Black Corporation Xerxes - Elka Synthex Klon

„XERXES delivers an unmatchable level of warmth through its two digitally controlled analog oscillators. A multimode analog filter, noise generator, 2 ADSR envelopes, 2 sync-able LFOs, unique analog BBD chorus with 3 modes, full MPE-based polyphonic aftertouch, and complete MIDI control work together to bring a classic analog sound ready to integrate into modern times.

XERXES features a beautiful, fully-analogue BBD-based chorus with 3 selectable modes, similar to the chorus effect found on the vintage Elka Synthex synthesizer. XERXES is equipped with stereo 1/4” outputs to take full advantage of the stereo chorusing effect.“

(Quelle: https://black-corporation.com/product/xerxes)

Doch man mache sich selbst ein (akustisches) Bild vom Instrument. Anbei zwei Youtube-Videos, die den Black Corporation Xerxes klanglich demonstrieren:

Perfect Circuit

Mr. Firechild

Fazit

Unser Urteil steht schon lange vor dem Schreiben dieser Zeilen fest: Der Elka Synthex ist nicht nur ein geniales, sondern auch ein einzigartiges Musikinstrument (wie so viele Vintage-Synthesizer, wir geben es zu). Er ist ein edel klingender, polyphoner Klassiker, eine echte „analoge Workstation“. Vor allem aber auch ein Instrument, das nicht durch einen modernen Klone ersetzt werden kann.

Der Synthex: Technisch durchaus komplex und – ab und an – möglicherweise mit etwas Reparaturbedarf, das stimmt. Mit sehr sauberem Klang – ein klein wenig steril (hohe Stimmstabilität) und zuweilen mit digitalem Touch, auch das ist richtig. Zugleich aber ein Synthesizer mit extrem kräftigem und bemerkenswert breitem Klangbild (Double-Sounds im Stereo-Modus), wir kommen zur goldenen Seite der Medaille. Ein äußerst ausdrucksstarkes Instrument dank des musikalisch-kreativen Gesamtkonzeptes samt herausragendem Sequenzer. Schließlich aber – zu alldem noch – ein enorm benutzerfreundlicher Synthesizer, dank des übersichtlichen Paneels, der luxuriösen Bedienelemente und des generell üppigen Platzangebotes.

Elka Synthex Synthesizer

Dennoch: Der Synthex bleibt nur eine Empfehlung. Jeder Interessierte muss seine eigenen Zugänge zu bestimmten Instrumenten entdecken, seine eigenen Wege finden. Schließlich gibt es zahlreiche Poly-Synthesizer als mögliche Alternative zum Synthex …

So sehen viele Musiker den Sequential Prophet-5 – das Original – als einzig wahre analoge Urgewalt an. Ich würde mich dem, vom exklusiven klanglichen Standpunkt aus betrachtet, anschließen. Andere Musiker könnten sich nie von ihrem Roland Jupiter-8 trennen (bei mir wäre dies wohl eher der Oberheim OB-8). Und der Moog Memorymoog – speziell derjenige mit Lintronics Upgrade – hat in Studiokreisen einen legendären Ruf. Quasi „Der Beste“ Poly-Analoge, sofern es den überhaupt gibt. Doch auch Rhodes Chroma, Yamaha CS-80 und Sequential Prophet T8 dürfen wir nicht vergessen.

Wie dem auch sei: Der Synthex hat – nach einem bescheidenen Dornröschenschlaf bis Anfang der 00er-Jahre – doch noch seinen festen Platz am Himmelszelt der glorreichen Vintage-Synthesizer erobert. Er zählt heute zu den begehrten Synth-Raritäten und zu den Top Poly-Analog-Synthesizern in vielen Studios.
Elka Synthex Synthesizer

Nun, aller Begeisterung in Ehren (und wie zuvor schon angedeutet): Ob der Synthex für den Interessierten die richtige Entscheidung wäre oder nicht, das lässt sich in keinem Testbericht und auch in keiner Video-Demonstration festlegen. Jeder Musiker hat individuelle Voraussetzungen, Bedürfnisse, Anforderungen. Es bedarf Zeit, um Antworten zu finden. Und Engagement, direkt am Instrument: Ausprobieren, Anfühlen, gut (!) Hinhören, die Performance(s) eines Gerätes erforschen, den intuitiven (oder nicht-intuitiven) Zugang des Synthesizers einer längeren Prüfung unterziehen … erst dann lassen sich Entscheidungen treffen und Prioritäten setzen.

Da der Elka Synthex – als Gesamtpaket, als umfassendes Musikinstrument betrachtet: Sounds plus Performance – mein liebster polyphoner Analog-Synthesizer ist (ich habe lange probiert, gefühlt und gut hingehört), möchte ich ihn besonders Klang-Tüftlern und Synthesizer-Liebhabern mit einem Faible für weiche, breite Sound-Teppiche à la Spät-70er-Jahre-Chorus-Strings und mit einem Faible für Pattern-basierte elektronische Musik à la Berliner Schule ans Herz legen.

In diesem Sinne eine letzte, abschließende Huldigung an den Klang des Instruments. Die Worte eines holländischen Synthex-Enthusiasten bringen es auf den Punkt, sie drücken schlicht, aber treffend, die Herrlichkeit des Instruments aus:

„Oei oei oei wat klinkt die Synthex toch lekker …“
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Elka Synthex Synthesizer


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Nachtrag Juli 2021: Vielen Dank an Boniforti Flavio, der einen wichtigen Beitrag zur Liste der Synthex-Seriennummern geleistet hat. Merci!


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Noch drei kleine Hinweise bzw. Ergänzungen. Erstens eine kurze Erklärung zur speziellen Stereo-Betriebsart. Es ist anzunehmen, dass so manche Synthex-Besitzer ihr Instrument nie wirklich „Stereo“ gehört haben – zumindest nicht im Sinne des extra-breiten Klangbildes. Die Ursache liegt im – aus welchen Gründen auch immer – etwas fehlerhaften (oder „unklar einzustellenden“) schwarzen Mono / Stereo Schalter direkt neben dem Lautstärkeregler. Zur Eläuterung: Die Besonderheit des Synthex-Stereo-Modus besteht darin (wie im Artikel beschrieben), dass die Klänge im Double / Layer Modus nicht nur rechts bzw. links ausgegeben, sondern zudem gegeneinander verstimmt werden. Schaltet man nun von Mono zu Stereo, so passiert dies in vielen Fällen „nicht“. Man muss den Schalter wieder Richtung Positionsmitte hin bewegen, dann wird der „echte“ Stereo-Modus hörbar. Kurz gesagt: Der Mono / Stereo Schalter aktiviert häufig erst in einer etwas seltsamen Mittelposition das gewünschte, breite Klangbild.

Zweitens ein Hinweis zu einer komfortablen Bedien-Option im Split / Layer Modus. Drückt man den Lower- oder Upper-Taster ZWEI Mal, ist nur der „eine“ Sound (Lower oder Upper) zu hören (LED blinkt), tippt man nochmals darauf, sind wieder „beide“ Sounds zu hören (LED leuchtet normal). Äußerst luxuriös, da man so zwecks Sound-Programmierung quasi mit einem „Doppelklick“ den angewählten Lower- oder Upper-Sound auf Solo und den jeweils anderen Klang stumm schalten kann.
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Elka Synthex Synthesizer

Dritter Hinweis: Die dringende Empfehlung, den Synthex nicht ausschließlich über MIDI anzusteuern, sondern seinen 4-Spur Sequenzer zu nützen und zugleich das Instrument mit anderen analogen Synthesizern oder Modulsystemen in Verbindung zu bringen. Es eröffnen sich neue ästhetische Seiten des Synthex, die weit über das reduzierte Note On/Off Erlebnis der (sehr schlichten) MIDI-Betriebsart hinausgehen. Viele der angefügten Klangbeispiele – vor allem die in punkto Rhythmik und/oder Modulationsgeschehen etwas komplexeren Mix-Soundfiles – sind so entstanden.

Sollte man den Synthex-Sequenzer extern antriggern, so bedarf es noch der wichtigen Information, wie die richtige Einstellung des Frequency- bzw. Glide-Potis (in der Synthex Sequenzer-Abteilung) auszusehen hat. Glide wird nun extern gesteuert, ist daher überflüssig und in Position „0“ zu stellen, also ganz links. Der Frequency Regler ist für den Teilungsfaktor des eingehenden Trigger-Signals verantwortlich. Die Sequenz könnte zum Beispiel (auf Wunsch) im doppelten Tempo zur externen Taktquelle ablaufen. Meist ist es jedoch der 1:1 Puls, den man wohl umsetzen möchte – hier habe ich die besten Erfahrungen in der Mittelposition des Frequency-Reglers gemacht. Und ja, rückwärts ist der kleine Sync-Schalter natürlich von INT auf EXT umzustellen … das ist klar.

xElka Synthex Synthesizer


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40 Minuten Synthex Audio-Files sind angefügt. Als markanter Haupt-Bestandteil dient der Synthex Sequenzer, dessen 4 Spuren sich schön „live“ performen lassen. Ein externer High-Frequ LFO sorgt zudem – via VCF CV IN – für extreme / Ring-Modulator-ähnliche Klänge des Synthex … und ja, Rolands JD-800 steuert (unverkennbar) elegante Pad-Sounds bei. Die letzten beiden Audio-Files – (c) by John Parkins – bieten nochmals einen schönen Überblick zu den klanglichen Stärken des Elka Synthex. Sie sind besonders hörenswert …

Elka Synthex

Polyphoner analoger Synthesizer, 8 Stimmen
mit 4-spurigem Sequenzer, Chorus und MIDI
„Vintage Workstation“

Vergleiche / Links:
Testbericht Oberheim OB-8
Testbericht Roland Jupiter-8
Testbericht Sequential Prophet-5

Testbericht Baloran THE RIVER
(eine „moderne“ Alternative)

Vintage Synth Explorer
Interview mit Mario Maggi (AMAZONA.de, Mai 2015)

Open / Download:
Elka Synthex User Manual (mit MIDI Info)

Elka Synthex Front View I (4000 x 2500px)
Elka Synthex Front View II (4000 x 2500px)

Elka Synthex Front View III (4000 x 2500px)
Elka Synthex Rear View (4000 x 2500px)


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2011: Erste Veröffentlichung des Elka Synthex Testberichts.

Update April 2015: Die Konkursmasse von GeneralMusic (und damit von Elka) wurde von der finnischen Firma Soundion Oy Ltd aufgekauft. Diese plant die Neu-Auflage des Elka Synthex. 1:1 betreffend Klang (so das erklärte Ziel), betreffend Hardware ist noch nichts Genaues bekannt.

Update Juli 2015: Der erste Versuch, den Synthex durch ein Crowd-Funding System wieder ins Leben zu rufen, ist vorerst gescheitert. Soundion Oy Ltd bleibt jedoch am Ball … vielleicht wird es ja noch was …

Update 2020 / 2021: Das Preisniveau des Elka Synthex hat sich zwischen 7.000 und 12.000 Euro eingependelt. Eingedenk der exorbitanten Preise, die für einen Jupiter-8 verlangt (und bezahlt) werden, scheint dies noch im „erträglichen“ Rahmen zu sein.

Wer auf der Suche nach einem Synthex auf den gängigen Plattformen (eBay, Reverb, …) nicht fündig werden sollte, darf seinen Blick auch direkt nach Italien richten. Hier sei die Plattform Mercatino Musicale (früher als Print-Version, heute ausschließlich als Online-Version) zwecks Suche empfohlen.

März 2021: Überarbeitung und Erweiterung des Elka Synthex Testberichts.
Juli 2021: Aktualisierung der Synthex-Seriennummern.

Kategorie 2021, Main Feature, Testberichte

“Es genügt, einen Ton schön zu spielen” sagte der Komponist Arvo Pärt im Jahre 2005. Diese Aussage ist ebenso einfach wie ich auch exzellent: Es braucht kein Meer an Tönen, denn entscheidend ist der Klang. Dass so mancher Vintage-Synthesizer der 70er und 80er Jahre teils unerreicht hochwertige Klänge liefert, steht außer Frage. Doch tatsächlich leben wir “heute” in einer nahezu perfekten Zeit. Einerseits hat man – mehr oder weniger – noch Zugriff auf die Vintage Analogen, andererseits wird auch bei Neugeräten die wichtige Komponente des hochwertigen Klanges wieder zunehmend berücksichtigt. Doepfer, Cwejman, Synthesizers.com, MacBeth, Moog, GRP, Studio Electronics, COTK, John Bowen und andere Hersteller bauen hervorragende Synthesizer, die den “Klassikern” in nichts nachstehen. All diesen (alten wie neuen) “großartigen” Instrumenten ist Great Synthesizers gewidmet. _________________________________________________________ In 2005 composer Arvo Pärt said: “Playing one tone really well is enough”. In other words, it is sufficient to play one tone 'beautifully'. I agree with that. All musical efforts are focused on the sound itself. Although I studied classical music (piano and drums), it’s the electronic sound that inspires me. Synthesizers are the epitome of new sounds and exciting tonal spheres. Today, many companies produce high-quality - excellent! - synthesizers: Doepfer, Cwejman, MacBeth, Moog, GRP, Synthesizers.com, COTK, Studio Electronics, John Bowen and others. It's their products I'm really interested in ... apart from Vintage Synthesizers, which I have been collecting for 20 years. Subsequent to our former websites Bluesynths and Blogasys, Peter Mahr and I have now created GreatSynthesizers. We hope you like it.

16 Kommentare

  1. Mirko Lüthge

    Hallo,

    die ext. Sync hat bei mir nie richtig funktioniert, irgendwann lief er immer aus dem Ruder/Takt. Ansonsten mein ältester Polysynth.
    Netzteilerneuerung ist eine gute Idee, ist jetzt bei meinen div. Upgrades eingeplant (momentan werden Chroma+Exp. Upgraded, danach PPG-Serie, dann Synthex zur Advanced-Version und EEH CM2-seq)
    Leider ist Bochum etwas weit weg …

    • Theo Bloderer

      Hallo Mirko

      Wie gesagt, die (geduldige) Erprobung der Clock-Divider Funktion – Frequ Poti richtig eingestellt – sollte doch zu einem vernünftigen Ergebnis führen. Hat eigentlich immer bei allen Synthex Modellen funktioniert, so weit ich es gesehen habe. Frequ Einstellung war zwischen 9 Uhr 12 Uhr, so weit ich weiß. Aber es hatte bei einigen Modellen doch auch etwas mit der Stellung des Gate Potis zu tun (ob es „immer“ links sein muss, ich weiß es nicht). Wahrscheinlich hast du das schon hinreichend probiert. Ja, Bochum ist ein gutes Stück. In meinem Fall waren es 1500 km (hin und retour). Aber nachdem ich den Synthex so oft (und so gerne) verwende, war es das wert …

      Hoffe deine Sequ-Synchronisation gelingt eines Tages. Ist schön, wenn man zugleich das Filter (extern) modulieren kann, alles „in time“ …

      Viele Grüße …

  2. Matthias (Elegtrosmok)

    Hallo Theo!
    Ein wirklich sehr gelungener Bericht über diesen legendären Synth. Ich bin derzeit nervös und gespannt auf mein Exemplar das ich jetzt ergattern konnte. Wird noch ein paar Tage dauern, bis er den Weg aus dem Ausland zu mir gefunden hat. Ein Traum geht in Erfüllung!
    Weiter so Theo!
    Gruß,
    Matthias

  3. Hallo Theo,
    nur mal als Info: Wir (Cyborg-Synthesis) hatten in Berlin früher oft Testberichte für die SFB-Sendung „Die Steckdose“ erstellt und hatten auch eine Synthesizer-Schule. Den Synthex entdeckten wir auf einer Musikmesse in Frankfurt wo er ziemlich unbeachtet zwischen Orgeln stand. Als wir uns das Teil näher ansehen wollten, waren die beiden Leute vom Deutschen Vertrieb aus Hille, ganz aus dem Häuschen. Sie liebten die Kiste aber Elka selbst glaubte wohl nicht daran und so kam es zu dem „Mauerblümchen-Dasein“. Nach einem ersten Test waren wir (Kumpel Norbert und ich) restlos begeistert und so kam es dann, dass wir beschlossen neben Testberichtschreiber, Synthy-Kurs Veranstalter und Synthesizer-Musiker (3 Leute) nun auch Synthex-Händler zu werden. Das geschäftliche war schnell beredet und wir konnten das Vorführgerät nebst Transportkoffer und Metallständer zu einem sehr günstigen Preis erstehen. Einen weiteren bestellten wir 2 Wochen später für meinen Kumpel. Natürlich testeten wir den Kasten auch für die Steckdose und staunten nicht schlecht als wir später hörten, dass „Hille“ einen Mitschnitt der SFB Sendung samt Klangbeispielen usw. als Werbekassette an Interessenten verschickte.
    Um es abzukürzen: Wir hatten kein Ladengeschäft und schalteten keine Anzeigen, verkauften aber in Berlin etwa 11 Synthex. Das war mehr als jeder andere Händler in Deutschland jemals absetzte, Natürlich gabs eine metallene „Gedenktafel“ zum an die Wand hängen :)
    Ich hatte meinen Synthex noch lange und nur einmal gab es einen Stimmen-Ausfall der durch den Austausch einer Platine schnell behoben wurde. 1986 hatte ich dann in einem Anfall von Frust fast alle Instrumente verkauft, mein geniales, einmaliges Doppel-System 100 (Roland), einen Arp 2600 und eben den Synthex. Glaub mir, ich habe diese Verkäufe alle schon 1001x bitter bereut.
    Gruß Lutz

    • Theo Bloderer

      Hallo Lutz … hmmmm … klingt alles sehr gut (außer deine Verkäufe :o) … du warst damals „live im Geschehen“, da wußte ich noch nicht einmal, was ein Synthesizer ist … das sind natürlich schöne Infos aus erster Hand … Ich melde mich mal bei dir … LG Theo

  4. LIEBE ANALOG FANS – WIE HÄTTE EIN SYNTHEX MIT VCOs GEDONNERT? SCHADE DCOs – ABER ES GIBT JA ANDERE SCI T8&600 OB8 JUPI 4+8 MKS80 RHODES CHROMA POLARIS BANANA MEMORYMOOG YAMAHA CS70 MATRIX 12 USW-

    • <> auf jeden Fall verstimmt – – wer sich über die DCOs beim Synthex beklagt, hat ihn offensichtlich noch nicht gehört. Ich empfehle erst einmal, eingehende Informationen über die Architektur der Synthex-Oszillatoren einzuholen, bevor akademisches Naserümpfen einsetzt

      • Theo Bloderer

        PS: Es gibt im Inneren des Synthex – Mittelkonsole unterstes Board, linke Seite – einige Trim-Potis, z.B. betreffend Chorus, aber auch zwecks Spreizung des Stereo-Effekts / der Verstimmung im Double Mode. Leider ist die Dokumentation dieser Potis spärlich …

  5. Hallo Theo, toller Bericht!
    Weisst Du allenfalls (oder sonst jemand hier) ob/wo man slider caps für den synthex finden könnte? Mir ist leider einer verloren gegangen…

  6. Thomas

    Hallo Theo, danke für den tollen Bericht. Da konnt ich noch was lernen ;-)

    Evt. habe ich Interesse am „stillen“ Netzteil. Darf ich um Kontaktdaten der Techniker bitten ? Im Netz finde ich nichts. Oder nenn mir bitte den Preis.

    Danke und Gruss, Thomas

    (SYNTHEX SN 1118, MIDI nachgerüstet, Aufkleber innen Roberto 4-11-83)

    • Theo Bloderer

      … danke für die Seriennummer. Habe dir bzgl. Techniker schon geschrieben … LG

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