Längeres Leben für Vintage Polyphone Synthesizer

Martin Hoewner und Heinz Weierhorst sind Techniker aus Bochum, die Zukunftslösungen für bestimmte Problemstellen von Vintage Analogen anbieten. Eine solche Schwachstelle ist zum Beispiel das Netzteil, das nun in neuer Form speziell für Roland Jupiter-8, Elka Synthex, Moog Memorymoog und Sequential Prophet-5 entwickelt wurde.

Doch lassen wir die beiden Techniker zu Wort kommen:

„Hohe Betriebstemperaturen (Jupiter-8), laute Geräuschkulissen durch eingebaute Lüfter (Memorymoog, Synthex) oder durch das Brummen alter Trafos (Prophet-5) waren uns schon immer ein Dorn im Auge. So haben wir nun neue Netzteile speziell für diese Instrumente entwickelt. Damit kann man die Wärme- und auch die Geräuschbelastung im Betriebszustand gegen Null reduzieren, das Leben der Synthesizer im wahrsten Sinne des Wortes verlängern – und nebenbei Strom sparen. Doch besser wir erklären das etwas genauer …

Vier Jupiter-8 am Stück. Nummer 1, 3 und 4 (v. links) haben das neue Netzteil bereits integriert. Foto (c) Synthtaste

Die hohen Temperaturen in den Instrumenten lassen elektronische Bauteile enorm altern. ICs, Kondensatoren und Kabelbäume leiden darunter. Somit ist es dringend angebracht, die Wärme zu reduzieren. Das geschieht nun und es kann die Lebenszeit der Instrumente deutlich verlängern.

Es kommt auch häufig vor, dass die inneren Netzkabel bei Vintage Klassikern nur noch an 2 oder 3 Litzen hängen, weil der Rest durch mechanische Belastungen beim Öffnen und Schließen der Geräte gebrochen ist. Resultierende Kurzschlüsse können ein ganzes Gerät zerstören. Auch diese Risikostelle haben wir behoben.

Lüfter-Geräusche und Trafobrummen gibt es nicht mehr, da unsere Netzteile kaum noch Wärme entwickeln und nicht auf aktive Kühlung angewiesen sind. Das ist sehr angenehm.

Wenn auch nicht vordergründig, so spielt der Stromverbrauch ebenso eine Rolle. Diesen konnten wir deutlich senken, was zum Beispiel gerade beim Memorymoog schön zu beobachten ist: Er verbraucht statt ursprünglichen 118 Watt nun nur noch 48 Watt. Zudem kann man seine Safety Parameter selbst bestimmen. Unsere Netzteile sind jedenfalls doppelt abgesichert.

Hier wird der Stromverbrauch des originalen (links) und neuen Netzteils im Jupiter-8 gezeigt. Zudem bekommt man einen Eindruck, wie viel mehr Platz nach dem Umbau im Instrument ist. Foto (c) Synthtaste

Schließlich ist noch anzumerken, dass die aus den Geräten entnommene „alte“ Elektronik neuen Platz frei setzt. Somit verbleibt nach dem Umbau wichtiger Raum für zusätzliche Modifikationen, z.B. für die Elektronik einer Velocity- und Aftertouch-Steuerung mittels einer nachgerüsteten Tastatur. Diesen Umbau bieten wir übrigens auch an.“

Weitere Infos unter: http://www.synthtaste.de

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GreatSynthesizers hat die Vorteile des neuen Netzteils anhand des Elka Synthex überprüft. Das Instrument wiegt jetzt einige Kilo weniger (und ist immer noch schwer, keine Frage), es hat ein neues Netzteil, keinen Lüfter mehr und ist damit – das ist das Beste – absolut ruhig. So ist es nun ein Genuss, die hervorragende Klangqualität des Synthex in völlig „rauschfreier“ Umgebung erleben zu dürfen. Empfehlenswert!

Elka Synthex mit neuem Netzteil und ohne Lüfter

Elka Synthex mit neuem Netzteil und ohne Lüfter.

Kategorie Allgemein

“Es genügt, einen Ton schön zu spielen” sagte der Komponist Arvo Pärt im Jahre 2005. Diese Aussage ist ebenso einfach wie ich auch exzellent: Es braucht kein Meer an Tönen, denn entscheidend ist der Klang. Dass so mancher Vintage-Synthesizer der 70er und 80er Jahre teils unerreicht hochwertige Klänge liefert, steht außer Frage. Doch tatsächlich leben wir “heute” in einer nahezu perfekten Zeit. Einerseits hat man – mehr oder weniger – noch Zugriff auf die Vintage Analogen, andererseits wird auch bei Neugeräten die wichtige Komponente des hochwertigen Klanges wieder zunehmend berücksichtigt. Doepfer, Cwejman, Synthesizers.com, MacBeth, Moog, GRP, Studio Electronics, COTK, John Bowen und andere Hersteller bauen hervorragende Synthesizer, die den “Klassikern” in nichts nachstehen. All diesen (alten wie neuen) “großartigen” Instrumenten ist Great Synthesizers gewidmet. _________________________________________________________ In 2005 composer Arvo Pärt said: “Playing one tone really well is enough”. In other words, it is sufficient to play one tone 'beautifully'. I agree with that. All musical efforts are focused on the sound itself. Although I studied classical music (piano and drums), it’s the electronic sound that inspires me. Synthesizers are the epitome of new sounds and exciting tonal spheres. Today, many companies produce high-quality - excellent! - synthesizers: Doepfer, Cwejman, MacBeth, Moog, GRP, Synthesizers.com, COTK, Studio Electronics, John Bowen and others. It's their products I'm really interested in ... apart from Vintage Synthesizers, which I have been collecting for 20 years. Subsequent to our former websites Bluesynths and Blogasys, Peter Mahr and I have now created GreatSynthesizers. We hope you like it.

2 Kommentare

  1. Robo2k

    Tolle Sache, wäre da auch mal was für meinen malträtierten Polysix in Aussicht?

    • Theo Bloderer

      Am besten direkt anfragen, vor allem bezgl. Netzteil. Ich denke zudem, dass die anschlagdynamische Tastatur auf alle Fälle eine extrem lohnende Erweiterung wäre. Habe das vor einigen Monaten bei meinem PPG Wave 2.2 machen lassen (… der hatte zwar schon vorher Vel + AT, doch mit dem neuen Fatar Keyboard kann man nun auch wirklich darauf „spielen“). Viele Grüße …

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