Korg MS-20 Original / Legacy / Mini – ein Generationenvergleich

Was für eine wunderschöne Erfahrung, wenn man im Jahr 2013 in ein Musikgeschäft geht, um einen quasi 35 Jahre alten semi-modularen Synthesizer NEU zu erwerben. Ein Instrument in der originalen Verpackung, nach Plastikfolie riechend, frisch glänzend und mit einem kleinen Bündel an Patch-Kabeln ausgestattet! Ganz NEU eben …

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Korg hat das Unerwartete getan. Nach dem Monotron und Monotribe war ein gewisses Knistern in der Luft, ein leichter Hauch des Aufbruchs, begleitet von Wünschen und Spekulationen der analogen Fangemeinde. Nachdem bereits vor knapp 10 Jahren – 2004 – die Korg Legacy Collection das Licht der Welt erblickte und der MS-20 samt Controller virtuell verfügbar wurde, geht es jetzt offenbar ans Eingemachte, an die Renaissance der (inneren) Hardware des Klassikers von 1978. Somit in dritter Generation, gibt es nun den neuen Korg MS-20 – MS-20 mini genannt, eine (nach Korgs Aussage) echte Wiedergeburt des originalen MS-20.

Korg liegt mit dem „mini“ im Trend unserer Zeit, Stichwort Neuauflagen bewährter Instrumente: Tom Oberheim SEM, Welsh Minimoog, verschiedene Module diverser Modularsysteme … Doch kaum ein Instrument hat die Erwartungshaltung derart hoch geschraubt wie der MS-20 mini, dem wir nun unsere Aufmerksamkeit schenken.

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Grundgedanke dieses Artikels ist es weniger, den MS-20 mini in all seinen Aspekten zu erläutern. Wer zum Aufbau eines MS-20 Fragen hat, der sei – neben anderen Information im weltweiten Netz – auf unseren MS-20 Testbericht (mit Klangbeispielen) verwiesen. Ziel ist es vielmehr, den MS-20 Original mit dem MS-20 (Controller) der Legacy Edition und dem neuen MS-20 mini zu vergleichen. Alle Generationen am Prüfstand sozusagen, wobei umfangreiche Demos zu jedem einzelnen Instrument und schließlich der direkte klangliche Vergleich („Testton“ Soundbeispiele in 3-facher Ausführung) das Herzstück dieses Berichts darstellen. So lässt sich ein Bild davon machen, was nun an der virtuellen Auflage und an der angeblich echten „Wiedergeburt“ des originalen Korg MS-20 dran ist …

Der MS-20 mini

Wie bekannt, ist der neue MS-20 um 14% kleiner geraten als das Original. Süß sieht das Instrument aus, keine Frage. Die Potis entsprechen exakt jenen des Legacy MS-20 Controllers (sind also in etwa um ein Drittel kleiner als beim Original) und die Tastatur ist irgendwo „zwischen“ dem Controller und dem Original angesiedelt. Keine Mini-Tasten und keine Standardgröße – dazwischen eben. Immerhin sind die Tasten nicht zu leichtgängig, so fühlt sich das Keyboard zumindest nach vernünftiger Hardware an.

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Gerüchte über (möglicherweise) fragliche bauliche Qualitäten machen seit Erscheinen des MS-20 ihre Runde. Meiner Meinung nach ist die Qualität anständig für ein Instrument, das 600 Euro kostet.

Das Chassis ist aus Metall, robust und überraschend schwer. Die Plastikseitenteile fühlen sich gegenüber dem Original zwar ein wenig dünner und damit billiger an, doch daran sei keine Wertung gebunden. Erst in vielen Jahren wird ein Urteil zu treffen sein, ob die Seitenteile der jahrelangen Beanspruchung im Studio oder (noch mehr) im Live-Einsatz ausreichend trotzen konnten.

Die Potis des MS-20 mini sind sehr solide, vor allem die großen. Zumindest so solide wie die des Moog Slim Phatty, der hier zum Vergleich herangezogen wurde. Keineswegs so solide wie die des Anyware Instruments Tinysizer, um ein zweites Beispiel anzufügen. Die kleineren Potis wirken hingegen fragiler, manche durchaus wackelig, jedenfalls so, dass man den Korg MS-20 mini auf jeden Fall mit einer extra Portion Sorgfalt behandeln / bedienen sollte.

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Die Mini-Klinkenbuchsen sind wiederum sehr solide in das Gehäuse geschraubt, da gibt es überhaupt keinen Anlass zur Sorge.

Noch ein Wort zur Tastatur. Das Spiel auf diesen Tasten ist etwas gewöhnungsbedürftig, da sie eben keiner Norm entsprechen. Wer schnelle Läufe auf einem Klavier / Standard-Keyboard gewohnt ist, muss sich beim Korg MS-20 mini sicher umstellen. Musiker mit etwas dickeren Fingern werden da auch so ihre Probleme haben, trifft man im schnellen Spiel doch ohne Weiteres gleich mal (unbeabsichtigt) 2 Tasten auf einmal.

MIDI IN und USB sind noch zu nennen, zwei wunderbare Neuerungen gegenüber dem Original, die natürlich immer mit Lob bedacht werden.

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So ist das Fazit zur Hardware „gut! Dennoch: In Anbetracht seiner Größe läuft der Korg MS-20 mini etwas Gefahr, als hochwertiges Spielzeug betrachtet zu werden. Quasi „so ganz ernst zu nehmen ist er ja nicht“. Oder „eine halbe Portion“, in dieser Richtung. Doch weit gefehlt. Dass es sich mitnichten um ein Spielzeug handelt wird sehr schnell klar, wenn man sich den Klang des Instruments widmet.

Der Klang des MS-20 mini – feine Unterschiede zum Original

Um gleich vorweg alle Gerüchte oder Fragen aus dem Weg zu räumen: Der MS-20 mini klingt nicht exakt wie der originale MS-20. Bei seiner geschrumpften Größe bleibend könnte man sagen, dass sein Klang ebenso zu etwa 84% an den der Originals heranreicht. Er klingt keineswegs schlechter, auch nicht weniger analog, aber in so manchen Details eben anders.

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Grundsätzlich ist der Klang des MS-20 mini etwas heller, etwas klarer. Vielleicht weil das Instrument eben neu (mit ganz neuen Bauteilen) ist, wer weiß. Ein anderer Grund könnte die Tatsache sein, dass einige der originalen Bauteile durch neuere ersetzt wurden. Nicht sehr viele, wie Korg meint, jedoch zumindest die des VCA.

Andere Unterschiede im Klang haben mit einem leicht geänderten Verhalten einzelner Aspekte des Instruments zu tun. So wurden die Hüllkurven beim MS-20 mini etwas anders eingestellt als beim Original. Schließlich aber lässt sich dieser Punkt nicht mit letzter Sicherheit klären, da der zum Vergleich herangezogene originale MS-20 ohnehin nicht letzte Woche neu justiert wurde. Toleranzen und Veränderungen sind nach vielen Jahren des Gebrauchs eben auch ein klares Faktum in der analogen Technik … womit jeder Vergleich im Nuancen-Bereich obsolet ist.

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Der klangliche Hauptunterschied zwischen mit Original und dem neuen MS-20 ist jedoch das Rauschen. Nicht „Noise“ als Klangquelle in dem Sinn (darauf kommen wir später), aber ein Rauschen im Klangpfad, das so nicht beabsichtigt gewesen sein dürfte (oder auf veränderte Bauteile zurückzuführen ist). Interessanterweise lässt sich dieses Rauschen auch nicht herausnehmen (durch das Filter etwa) und so ist es speziell bei leisten / dumpfen Klängen (bei reduzierten/geschlossenem VCF) ganz besonders gut zu hören und – kurz gesagt – in irgendeiner Form immer Bestandteil des Klanges.

Nun könnte man aus der Not eine Tugend machen und sich auf helle Klänge bei stark geöffnetem Filter konzentrieren. Helle, laute, starke Sounds. Jene der aggressiven Art also, was für einen MS-20 ja absolut ein Kinderspiel darstellt. Dann fällt das Rauschen kaum auf und wird dank der kräftigen Oszillatoren nicht wahrgenommen.

Ich persönlich bin da ohnehin weniger kritisch und dem Thema „Rauschen“ als Ganzes ziemlich aufgeschlossen. Immerhin reden wir hier von analogen Instrumenten. Sie rauschen doch alle, oder? Aber fest steht, dass der originale MS-20 ein solches Grundrauschen (in der Art des MS-20 mini) nicht vorzuweisen hat.

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Der eigentliche Rauschgenerator ist dann auch ein weiterer Punkt, in dem sich der alte und neue MS-20 unterscheiden. Zunächst ist die Signalstärke des Rauschens (nochmals der Hinweis: Wir sprechen nun vom tatsächlichen Noise-Generator) beim Original deutlich größer. Zu groß, genau genommen, denn damit erscheint das Rauschen lauter als die anderen Wellenformen. Beim MS-20 mini ist es genau umgekehrt – das Lautstärkeverhältnis von Rauschen (wie immer: anzuwählen beim VCO 1 als eigene Wellenform) ist im Vergleich zu den anderen Wellenformen (Puls, Sägezahn, etc.) zu leise. Grundsätzlich ist es aber kein echtes Problem, man muss eben nur hie und da die Gesamtlautstärke anpassen. Sehr wohl klingt aber das Rauschen des originalen MS-20 etwas mehr nach „weißem“ Rauschen, es hat mehr Bass und klingt silbriger in den Höhen. Der MS-20 mini rauscht etwas neutraler. Die angefügten Klangbeispiele (Testton-Vergleiche) widmen sich unter anderem auch diesem Punkt …

Und die eigentlichen Wellenformen? Die klingen in der Tat sehr ähnlich. Wie schon einige Male erwähnt, tönt der MS-20 mini etwas klarer, heller. Damit erscheint der originale MS-20 automatisch etwas kräftiger im Bass. Doch mehr gibt es betreffend hell-dunkel sowie höhenbetont-basslastig nicht zu sagen, denn schon sind wir in der Psychoakustik gelandet, was keine relevanten Aussagen zulässt.

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Die Wellenformen sind also mehr oder weniger ident und auch der Klang des Ringmodulators ist wie beim Original.

Zu den Filtern: Sie klingen bei allen Versionen (Original / mini, wir nehmen sogar den Legacy MS-20 hinzu) ausgezeichnet. Alle haben den charakteristischen, verzerrten Klang. Wobei die virtuelle Umsetzung der Legacy Collection vielleicht etwas „übertrieben“ klingt, etwas zu stark verzerrt im Gegensatz zu den analogen Filtern. Das macht beim Legacy MS-20 die Selbstoszillation – im Sinne eine klaren Pfeifens – schwieriger.

Das LowPass Filter unterscheidet sich innerhalb der analogen Franktion etwas mehr als erwartet. Doch nur auf den ersten Blick (oder ersten „Dreh“ müsste man wohl eher sagen), denn hier gibt es einige interessante Dinge zu bemerken …

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Der unmittelbare Eindruck ist dahin gehend, dass auch der MS-20 mini etwas stärker verzerrt klingt als das Original. Damit verbunden lässt sich festhalten, dass die Resonanz beim originalen MS-20 sehr deutlich zu hören ist – ein „eigener“, fast abgetrennter akustischer Bereich des Gesamtklanges (und damit deutlich als eigenständige Klangquelle wahrzunehmen). Beim MS-20 mini hingegen verschmelzen die Resonanz-Anteile stärker mit dem Gesamtklang und können folglich weniger bestimmt herausgehört werden. Doch schließlich der alles entscheidende Hinweis, dass beide LowPass Filter wunderbar und charmant klingen. Es wäre mir nicht möglich, dem MS-20 Original oder dem MS-20 mini hier irgendeinen Vorzug zu geben.

Ein Tipp, wie man die Resonanz des MS-20 mini LowPass Filters ähnlich schön zum Singen bringen kann wie beim Original: Die Regler in der kleinen Mixer-Sektion, sprich die Lautstärken der beiden Oszillatoren, sollten nicht ganz aufgedreht sein, der ideale maximale Wert wäre „7“. Dann nämlich klingt auch die Filterresonanz (fast) exakt wie beim Original.

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Das unterschiedliche Verhalten der Filter Resonanz spiegelt sich beim MS-20 mini auch deutlich wieder, als hier schon beim Wert 8.5 die Selbstresonanz erreicht wird und man darüber hinaus weitergehen kann. Auf einem Spectral Analyzer ist klar zu sehen, dass bis zum Ende der Fahnenstange noch einige Harmonische / Obertöne hinzukommen. So gesehen „könnte“ man den MS-20 mini als etwas flexibler einstufen, da sich der Klang des Originals erreichen und darüber hinaus weiter formen lässt.

Ein weiterer Unterschied ist der schon angesprochene Hüllkurvengenerator. EG 2, um genau zu sein. Sowohl beim MS-20 Original als auch beim MS-20 Legacy ist der Sustain-Level immer 0v. Das heisst, dass man – ähnlich wie bei Vintage Yamaha Synthesizers – mit Sustain den Nullpunkt der Hüllkurve nach oben oder unten verschiebt, sodass beim Durchlauf der Hüllkurve mit Erreichen des Sustain-Wertes immer 0v (sprich, keine Spannung) anliegt. Ein Beispiel: Wenn man beim originalen MS-20 das Filter durch die Hüllkurve moduliert und selbige nach dem Antriggern den eingestellten Sustainwert erreicht, kann man wie wild am EG2 Modulationspoti unterhalb der Filter-Sektion drehen, es wird sich nichts weiter im Klang ändern, die anliegende Spannung ist immer unverändert 0v und das Filter erhält natürlich keine weitere Modulation.

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Beim MS-20 mini passiert das nicht. Hier habe ich „keine“ Logik entdeckt, wie das Verhalten (und damit der gezielte Einsatz) der Hüllkurve genau zu erklären ist. Es scheint eine Mischung zwischen dieser speziellen Korg/Yamaha Hüllkurve mit dem Sustain = 0v Phänomen und einer gewöhnlichen Hüllkurve zu sein, wo höhere Sustainwerte auch in der Tat höhere Spannungswerte bedeuten. Wie dem auch sei, wenn man beim MS-20 Sustain aufdreht, geht der Wert auf  -1,22v (!) hinunter. Logisch? Nein, logisch wären die beiden folgenden Möglichkeiten:

  • der Spannungswert bleibt bei 0v, wie beim MS-20 Original, oder …
  • der Spannungswert steigt, wie bei einer „gewöhnlichen“ Hüllkurve

Was der MS-20 mini da genau macht, es ist ein Rätsel. Dreht man den Sustain-Regler von der Nullstellung in den maximalen Rechtsanschlag, so landet man bei -6.5v. Genug der Zahlen, es ist mit einem Wort etwas verwunderlich, wie die Hüllkurve des MS-20 mini nun wirklich funktioniert – bzw. der Sustain-Wert, um genau zu sein.

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Fazit

Korg entwickelt sich zunehmend zu meiner favorisierten Synthesizer-Firma. Das Unternehmen bringt ein interessantes Produkt nach dem anderen auf den Markt. Wann immer Korg ein neues Instrument veröffentlicht, wird dieser Schritt von einer Welle der allgemeinen Euphorie (oder Hysterie?) begleitet. Ob es nun die großartigen VST-Instrumente sind (Legacy – MS-20, Wavestation, Polysix, M1, etc.), coole Ipad Apps, hervorragende Workstations (Kronos, Oasys), kleine Rucksack-Instrumente (MicroKorg, MicroSampler, Microstation, Micropiano), ausgezeichnete Digital Pianos (SP-250, SV1), Grooveboxen (Monotribe, Electribes), fantastische Controller (Legacy Controller, Kaoss, Microkeys and Nano series), etc. … Korg hat die Nase vorne.

Doch der neue MS-20 mini ist mehr als „cool“. Mit ihm hat sich das erfüllt, was viele Musiker erhofft hatten – dass einer der Global Player im Synthesizer Bereich ein halbmodulares Instruments neu auflegt. Der Moment des MS-20 mini hat mich spontan an die Einführung des Alesis Andromeda erinnert, doch hier handelt es sich um ein kleines, handliches Instrument, das noch dazu die Wiedergeburt eines Vintage Klassikers darstellt, zum unschlagbar günstigen Preis.

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Um nun den Vergleich von „alt“ zu „neu“ abzurunden sei nochmals festgehalten, dass der MS-20 mini einige Plus- und einige Minus-Punkte gegenüber dem Original hat. Der Klang des Neuen kann (wir sind bei den Pluspunkten) extremer sein, dank der sensibleren Mixer-Sektion und der weiterführenden Filter-Resonanz. MIDI und USB sprechen klar für sich und die Anschaffungskosten des MS-20 mini sprechen ohnehin eine eigene Sprache. Für mein Studio kommen mir zudem das geringere Gewicht und die kleiner Größe sehr entgegen. Und der Sound ist spektakulär. So weit das Gute.

Dem entgegen steht ein nicht zu eliminierendes (leichtes) Rauschen im Signalpfad des MS-20 mini sowie die nicht ganz nachvollziehbare Arbeitsweise der Hüllkurve (bzw. von Sustain, um genau so zu sein). Ich würde es als Fehler im Design werten, doch wird es die Geschichte wohl von selbst zeigen, ob Korg dies nun so geplant hatte oder nicht (und wenn, dann vor allem warum, das wäre spannend zu wissen).

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An dieser Stelle wird es nicht verwundern, dass ich persönlich vom Korg MS-20 mini begeistert bin. Korg hat Mut viel bewiesen, den MS-20 neu aufzulegen. Und das Ergebnis kann sich – wie immer halte man sich den Preis bitte klar vor Augen – sehen lassen. Mehr als das! Während die Haptik einige deutliche Abstriche machen muss, ist der Klang fantastisch. Eine bemerkenswerte Leistung!

Da wir Synthesizer-Enthusiasten auch wirklich nie genug bekommen, darf man nun getrost noch ein kleines Stückchen weiter träumen. Wie wäre es mit einem neuen polyphonen Analog-Synthesizer von Korg? Oder einer Weiterführung des MS-20 Konzepts mit digitaler Wertabfragung und voller MIDI (CC) Unterstützung? Samt Arpeggiator, Speicherplätze und weiteren Leckerbissen, versteht sich …

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Aus jetziger Sicht sehen sowohl die Gegenwart als auch Zukunft im korg’schen Synthesizer-Bereich gut aus. Die Volca-Serie scheint spannend zu werden … und wer weiß, vielleicht ist ein polyphoner Analoger von Korg tatsächlich gar nicht so unrealistisch. Und wer weiß, vielleicht fühlen sich die „Großen“ Mitbewerber durch Korg endlich motiviert, auf den Zug der analogen Synthesizer (wieder) aufzuspringen …

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Nachtrag Korg MS-20 mini – ESP (External Signal Processor) und USB/MIDI

Noch ein abschließendes Wort zu jener Abteilung des „mini“, die bereits den originalen MS-20 sehr spannend und flexibel gemacht hat. Die External Signal Processor Sektion, kurz ESP, dient dazu, mit anderen Instrumente den MS-20 zu steuern (abseits von CV/Gate/MIDI/USB) bzw. den externen Klang über das zur ESP Sektion gehörige BandPass Filter zu verändern. Betreffend der anzuschließenden Instrumente müssen es nicht unbedingt elektronische Klangerzeuger sein (andere Synthesizer, Drumcomputer, Sampler, etc.), es können „alle“ Instrumente, die man entweder direkt vir Tonabnehmer oder oder via Mikrofon abgreift, also z.B. Gitarren, Streichinstrumente, die Stimme, etc.

Die ESP Sektion besteht aus einem PreAmp Modul (zur Vorverstärkung des Signals), gefolgt von zwei Filter Modulen (die in Summe das angesproche BandPass Filter ergeben), einen CV Offset Regler, CV OUT des Pitch-To-Voltage-Converter sowie einen Regler für Treshold (Gate Signal) und einen Envelope Follower Ausgang.

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Die sensibelste Sektion der ESP Abteilung ist der Pitch-To-Voltage-Converter, der ein (monophones) Audio-Signal in eine Steuerspannung umwandelt, um damit beispielsweise die Oszillatoren des MS-20 anzusteuern. Quasi „Ich singe und der MS-20 folgt meinem Gesang“. Das Ergebnis dieser Spannungsableitung aus einem (externen) Audiosignal ist meistens „ok“, wirklich „gut“ funktioniert ein solches System ja ohnehin nie, aber zum Experimentieren ist es eine schöne Sache. So weit die ESP Sektion, wie sie beim (originalen) MS-20 auch tatsächlich funktioniert. Beim MS-20 mini hingegen bekommt man hier – egal, wie sehr man bemüht ist die Einstellungen optimal anzupassen, kein vernünftiges Ergebnis. Schade, die ESP Sektion des MS-20 mini ist damit (leider) etwas unbrauchbar.


Artikel: Javier Zubizarreta
Audio: Javier Zubizarreta / Theo Bloderer

Vielen Dank an Fernando Boscardini (der seinen originalen MS-20 für die Testton-Serie zur Verfügung gestellt hat), sowie an Paul Amann (dessen MS-20 Legacy Controller das Triumvirat der MS-Modelle für die Fotoserie vervollständigte).


Die angefügten Klangbeispiele teilen sich in folgende 4 Bereiche auf:

  • 3 MS-20 Original Demos
    Bsp. 1: Flächen – Roland JD-800
    Bsp. 3: Flächen – Roland JD-800
  • 3 MS-20 mini Demos
    Bsp. 1: Bass Drum / Hi Hat – Korg Monotribe
    Bsp. 2: Ab der Mitte Drums – Korg Monotribe, Stereo Zapps: PPG Wave 2.3
    Bsp. 3: Drums – Korg Monotribe, Stereo Filter Reso Sound: PPG Wave 2.3
  • 3 MS-20 Legacy Demos
    Alles MS-20 Legacy „pur“ …
  • 13 Testton Klangbeispiele (jeweils Original – Mini – Legacy in Abfolge)

Korg MS-20 Original

Gebrauchtpreis ca. 1000 – 1400 Euro

Korg Legacy Collection mit MS-20 Controller

Gebrauchtpreis ca. 300 Euro

Korg MS-20 mini

Neupreis 600 Euro

Website Hersteller:
www.korg.de

Kategorie 2013, Allgemein

Javier Zubizarreta lebt in Buenos Aires, Argentinien. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit Klangforschung. Sein besonderes Talent liegt auch darin, moderne Analoge im Stile der Vintage Analogen zu Programmieren. ------------------------------------------------------------------------------ Javier Zubizarreta lives in Buenos Aires, Argentina. He does excellent electronic sound research since many years. One of his special talents is programming modern, analog synthesizers. He is also an excellent musician.

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