PPG Wave 2.2 / Wave 2.3
– Original bleibt Original

Was soll man da sagen? Genie und Wahnsinn liegen oft eng beisammen. Anders formuliert ist es nur eine Frage des Blickwinkels: PPG Wave 2.2 bzw. Wave 2.3 Synthesizer können als segensreich oder katastrophal gleichermaßen empfunden werden.

Doch ob so (Segen) oder so (Katastrophe) – nur ein PPG Wave ist ein PPG Wave. Von 1981 bis 1987 hergestellt, schmücken noch heute Wave 2.2 oder Wave 2.3 Synthesizer so manche Studios rund um den Globus. Keines der selbst ernannten “Nachfolge-Instrumente” der letzten 30 Jahre (vornehmlich aus dem Hause Waldorf) kommt – so schön sie auch sind – an die markante Genie-und-Wahnsinn-Thematik eines PPG heran.

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PPG-Guru Hermann Seib dazu:

“Du hast die Vorgänger noch nicht getroffen :-) … warte mal, bis Du einen Wave 2 oder Wavecomputer 360 triffst … die steigern sowohl Genie- als auch Wahnsinns-Pegel um einiges! Wenn die Firma nicht eingegangen wäre, dann, denke ich, wäre etwa 1988 ein Wave 3 herausgekommen, der endlich mit vernünftigem User-Interface, 16 MHz-68000-Prozessor, 16 Bit-Wandlern etc. geglänzt hätte … die Grundlagen hat Palm in anderen Geräten (Waveterm B, PRK-FD, HDU) schon recht gut erarbeitet.”

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Konzept – digital und analog in Symbiose

Die Basis der Wave-Instrumente dürfte so weit bekannt sein: 8 Stimmen à 2 Oszillatoren. Jedem Oszillator stehen 32 Wellenform-Sätze zur Verfügung. Diese wiederum beinhalten jeweils 64 Wellenformen, deren zeitlichen Ablauf der Benutzer manuell oder dynamisch (via LFO, Aftertouch, ENV, etc.) steuern kann. Grundgedanke ist also die “dynamische Klangveränderung”, der Klang verändert sich über die Zeit.

Das Konzept der Wavetables war Ende der 70er-Jahre bzw. in den frühen 80er-Jahren mehr als ungewöhnlich. Polyphone Synthesizer beschränkten sich auf einige wenige (klassische) Wellenformen. Und zudem blieb diese Beschränkung auf statisches Klangverhalten reduziert, dynamische Wellenform-Veränderungen waren nur selten im Portfolio eines Synthesizers anzutreffen.

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Noch heute gilt Palms Methode der Wavetable-Klang-Generierung als Besonderheit, denn noch immer greift ein wesentlicher Teil der elektronischen Klangerzeuger auf “statische” Wellenformen (bzw. statische Samples) zurück. Das ist per se auch nicht schlecht, denn natürlich soll ein Klavier wie ein Klavier klingen (und sich nicht nach dem Anschlagen in ein röchelndes Saxophon verwandeln). Statische Sounds haben ihre Berechtigung, ebenso wie Wavetable-Klänge. Klarerweise ist die Zahl der Wavetable-Synthesizer in den letzten Jahrzehnten deutlich gestiegen. Waldorf hat sich diese Technologie zum Markenzeichen gemacht. Und auch John Bowen Solaris, Studiologic Sledge und viele andere Instrumente greifen auf die Wavetable-Technolgie zurück.

Der digitalen Wellenform-Struktur des PPG Wave 2.2 / 2.3 stehen noch analoge Elemente wie VCF und VCA gegenüber. 8x SSM2044 VCF und 4x CEM3360 Dual-VCA, um genau zu sein. Diese Bausteine tragen sicherlich dazu bei, dass Wave 2.2 bzw. Wave 2.3 – nach Meinung vieler Musiker – erstaunlich “warm” klingen können.

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Die Bedienung des Instruments schließlich ist wieder eine Mischung aus digitaler Programmierung (Eingabefeld alias “Taschenrechner”, das Thema “Zahlen” steht bei PPG ganz weit oben auf der Prioritätenliste), sowie analoger Bedienung (Potis für die direkte Programmierung von Oszillator, VCF, LFO, Hüllkurve, etc. – ganz in klassisch-analoger Tradition). Und dazwischen viele Grenzbereiche, in denen der Benutzer per digitaler Programmierung (einem Wust an Zahlen und Kürzeln) versucht, der digital-analogen Klanggewalt Herr zu werden, oder eben in eine bestimmte Richtung zu lenken.

Diese Interface-Schiene weist einige konzeptionelle Mängel, nennen wir es “Besonderheiten”, auf. So kann man mit den Tasten < > Schritt für Schritt die einzelnen Parameter einer “Seite” durchsteppen. Ist man am Ende der Seite angelangt, kommt man mit > zwar automatisch wieder zum ersten Parameter, doch mit < nicht mehr zurück (bzw. “nur” zur Programm/Sound-Nummer und dort hört der nette Reigen leider auf). Will man wieder zum letztgereihten Parameter der Seite, muss man mit > erneut alles durchsteppenNun … ein PPG erfordert etwas Geduld. Ist so.

Stärken des Wave 2.2 / 2.3

Der Klang. Ganze Legionen der (elektronischen) Popmusik haben sich mit PPG-Klängen künstlerisch verewigt. Tangerine Dream, eine der wohl markantesten Bands. Weiters a-ha, David Bowie, Depeche Mode, Saga, und viele mehr.

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Im Detail sind es PPG Chöre (nasal und drahtig), PPG Bässe und – ganz klar – PPG-Wavetable-Sounds (vorzugsweise modulierende Klangteppiche), die bis heute unerreicht scheinen. In der Tat, jene mit etwas Geduld “richtig eingestellten” PPG-Wavetable-Modulationen klingen einfach umwerfend. Idealerweise kann man das Instrument dabei über MIDI ansteuern, wobei die computergesteuerte Modulationen der Wheels oder anderer Parameter zusätzliches Leben in den bereits stark abwechslungsreichen Klang bringen.

Das Filter klingt hervorragend (das Pfeifen bei hoher Resonanz erinnert stark an den Prophet-5, wenngleich dieser in Rev. 3 ein CEM und kein SSM Filter hatte), die ENVs arbeiten extrem schnell, womit der Klang mächtig, rasant und besonders energiegeladen sein kann. Zudem ist (durch “direkten” Zugriff) die Bedienung dieser so wichtigen Klang-Sektionen sehr gut gelöst.

Eine weitere klangliche Besonderheit ist das herrliche STEREO-Panorama. Steht das Mono-Stereo-Poti ganz rechts, werden die einzelnen Noten abwechselnd am rechten oder linken Kanal ausgegeben. So zu hören in vielen der angefügten Sound-Beispiele. Lebendige Klangwelt pur.

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Das TUNING System. Einzigartig. Und interessant, dass hiervon allgemein wenig zu lesen / zu hören ist. Die 8 Stimmen werden durch Eingabe von 8 beliebigen Zahlen (via Taschenrechner-Feld) bzw. 8 beliebigen Tönen (via Keyboard) “gestimmt”. Im Normalfall sieht dies im Display so aus:

  • 12  12  12  12  12  12  12  12

Damit erklingen alle Stimmen in der ersten Oktave. Extrem-Junkies können bei der Eingabe natürlich durchgehend das höchste “c” drücken …

  • 60  60  60  60  60  60  60  60

… womit der Grundton am Beginn der 6. Oktave liegt. Extrem eben. Oktav-Sprünge stellen sich – mit Grundton “c” – beispielsweise wie folgt dar:

  • 00  24  12  24  48  00  36  12

Doch wirklich spannend wird es, wenn man völlig unterschiedliche Töne eingibt, schwarze und weiße Tasten wild durcheinander, wie etwa:

  • 24  13  07  26  12  35  22  59

Ein solches “Stimmungsgebilde” bedeutet in Folge – richtig – atonale Musik, bzw. genau genommen Aleatorik (Zufallsmusik). Spielt man nun die C-Dur Tonleiter, so erklingt ein wirres Muster an – mehr oder weniger – zufälligen Tonfolgen. Unharmonisch und gewissermaßen ohne Zusammenhang. “Alle meine Entchen” mutiert zur Horror-Melodie.

Jedenfalls dürfte das musikalische Ergebnis nicht unbedingt “schön” sein, doch aufregend und experimentell bleibt es auf alle Fälle. Und es ermöglicht das Spielen von Melodien und Intervall-Sprüngen, die man auf einer Tastatur mit traditioneller Halbton-Stimmung (chromatische Reihung der Töne: c – cis – d – dis – e -, etc.) “nie” umsetzen könnte, geschweige denn, dass solche absurden Tonfolgen überhaupt in der Fantasie entstehen würden (völlig ausgeschlossen). Doch am PPG Wave geht es!

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Und ja. Das allgemeine (Total) TUNE (A=440Hz) lässt sich – auf der Start-Page, sozusagen – natürlich ebenso nach Belieben eingeben. Alles schön digital, versteht sich!

Ansteuerungen über MIDI erfolgen (meist jedenfalls) problemlos, was für ein Instrument der frühen 80er-Jahre – noch dazu jene mit (teils) analoger Klangformung – keine Selbstverständlichkeit ist. Ein Teil des (MIDI) Erfolges bei PPG ist auch Hermann Seib (und Virtual Music) zu verdanken. Die Weiter-Entwicklung des Betriebssystems (ursprünglich bei OS 6.x endend) auf aktuell OS 8.3 hat viele “Bugs” des originalen PPG Wave beseitigt.

Schwächen des Wave 2.2 / 2.3

Beginnen wir mit jenem Punkt, dessen Bedeutung manchen Herstellern elektronischer Klangerzeuger selbst heute noch nicht ganz 100% klar sein dürfte: Die Tastatur. Nur ein gut eingestelltes Keyboard mit zuverlässigem “Feeling” erlaubt den Fingern auch die zuverlässige Umsetzung musikalischer Ideen. Nicht immer ist ein solches “gutes” Keyboard vorzufinden – weder anno 1981 noch anno 2017.

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Die Tastatur des Wave ist jedenfalls – ganz und gar definitiv – verbesserungswürdig. Sie ist etwas hart zu spielen und die weißen Tasten sehen nicht selten wie schiefe Zähne aus. Wer Aftertouch einsetzen möchte, der läuft Gefahr vom Stuhl zu fallen, denn schließlich kippt die gesamte (!) PPG-Tastatur nach unten. Erlebnis: “Mechanik hautnah”. Ganz so schlimm ist es in der musikalischen Praxis dann nicht, das mag sein, doch ungewohnt bleibt es allemal.

[Wer sich des grundsätzlich etwas klobigen Original-Keyboards entsagen möchte, dem sei der Einbau einer neuen Fatar-Tastatur anzuraten. Nicht ganz günstig und nicht in jedem Fall absolut notwendig (bei Ansteuerung des PPG Wave über ein externes Master-Keyboard dürften solche Upgrade-Gedanken keine Rolle spielen), doch mit neuer, hochwertiger Tastatur spielt sich ein PPG natürlich viel angenehmer und … ja, absolut luxuriös.]

Weiters: das Ansteuern des Wave über CV/Gate ist mir bisher nicht so recht gelungen … eines der vielen “Aha-Erlebnisse”, bei denen sich die wunderbar klingende Theorie des Handbuches von der Realität am Instrument unterscheidet.

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Die Wellenformen-Sätze haben – wie schon erwähnt – 64 “Waves” (0-63). Die letzten 4 Wellen in der Reihe sind meist identisch: Dreieck, Puls, Rechteck, Sägezahn – eben die klassischen analogen Wellenformen. Musikalisch gesehen passen diese Waves – von ihrem Klang und ihrer Lautstärke her – oft nicht zum “Rest” der 64 Wellenform-Schnipsel … so passiert es dann häufig, dass man wunderbare Wavetable-Durchläufe realisiert (z.B. dynamisch über die Envelope gesteuert), und während der “soften” Klangveränderungen plötzlich Dreieck, Puls, Rechteck scharfkantig “hineinplatzen”. Da gehört viel Fingerspitzengefühl dazu, um die Modulationen so einzuschränken, dass bei Wave 59 das Maximum erreicht wird, und so die weniger anschmiegsamen “klassischen” Wellenformen ausgespart bleiben.

[Mit einem Waveterm ließen sich die Wellenformsätze umprogrammieren. Doch die Kombination Wave + Waveterm ist in der Praxis äußerst selten anzutreffen.]

Thema Zuverlässigkeit, Komplett-Service und OS 8.3

Zugegeben: PPG Wave Synthesizer haben einen mittelmäßigen Ruf. Nicht musikalisch gesehen (keineswegs), jedoch technisch gesehen. Unzuverlässigkeiten und Abstürze der Instrumente stehen in enger Wechselbeziehung zur gesamten PPG-Firmengeschichte. Dies ist sicher mehreren, zumindest jedoch zweier markanten, Faktoren geschuldet: Mangelnde Qualitätskontrolle bei der Herstellung der Synthesizer-Platinen, sowie einem etwas unzuverlässigem Betriebssystem.

Beiden Ursachen kann man heute Herr werden. Das schon eingangs erwähnte Betriebssystem 8.3 von Hermann Seib / Virtual Music beseitigt Software-Bugs und verbessert – sehr wichtig – die Leistungsfähigkeit eines PPG deutlich (Stichwort Programm-SysEx-Dumps).

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Doch lassen wir an dieser Stelle Virtual Music zu Wort kommen:

“V8.3 ist die konsequente Weiterentwicklung des […] V8.0 Systems. Wie auch schon das V8.0 System verfügt unser neues V8.3 über die Möglichkeit, die kostbaren Programmdaten Ihres Waves bzw. Ihrer EVU über MIDI (neue erweiterte SysEx-Implementierung!) mit einem Computer auszutauschen und extern zu speichern (z.B. im Emagic Sound Diver).

Zusätzlich überzeugt das aktuelle V8.3 mit vielen neuen und hilfreichen Funktionen, beseitigt lästige Probleme des alten PPG-Systems V6.0 und hat ein verbessertes MIDI-Timing.

Die Leistungsmerkmale des V8.3 – die Evolution gegenüber V6.0 / V8.0

  • Bequeme Handhabung der umfangreichen V8.0 SysEx Möglichkeiten direkt über das PPG-Panel
  • Beschleunigte MIDI-Verarbeitung durch verbesserten MIDI Code
  • Anzeige des Modulationsrad-Wertes im ANALOG-PANEL; unentbehrlich für Klang-Experten
  • Erweiterte V8.0 SysEx Implementierung zum externen Speichern der Klänge am Computer
  • PPG Bus Emulation über die MIDI Schnittstelle; für PPG Extremisten und zukünftige Anwendungen
  • Versions- und Seriennummernanzeige während des Bootens
  • Neues erweitertes User´s Manual mit einer Anleitung zum schnellen Einstieg

Darüber hinaus wurden gravierende Bugs der letzten offiziellen PPG Release V6.0 beseitigt:

  • Arpeggiator Bug des Wave 2.3 behoben
  • Initialisierungs-Problem der Upper Wavetable behoben
  • Deformierte Wellenformen der Wavetable 13 korrigiert
  • Diverse kleinere Bug-Fixes (Sequenzer Quantisierung, Arpeggiator Muster, etc.)

(Quelle: www.virtual-music.at/de/ppg-zone)

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So weit so gut. Um nun noch die (möglicherweise) mangelnde bauliche Qualität eines originalen PPG Synthesizers in den Griff zu bekommen, ist ein (einmaliges) Komplett-Service ratsam. Dann werden vom Netzteil über die Batterie bis hin zu den (oft mit Fehlern verhafteten) Synthesizer-Platinen alle Bauteile auf Vordermann gebracht, so dass – speziell mit dem neuesten Betriebssystem 8.3 – ein durch und durch zuverlässiger PPG Wave 2.2 / Wave 2.3 das Licht der Welt erblickt.

Besagtes Komplett-Service erfordert zwar eine etwas höhere Investition, bedeutet zugleich aber jahrelange Freude mit einem “stabilen” Wavetable-Synthesizer. Und am originalen PPG-Klangcharakter ändert sich nichts (außer dem Wegfallen der Bugs und Unzuverlässigkeiten), was natürlich Grundvoraussetzung ist. Das Edle wird noch edler. Eine Empfehlung also für jeden PPG-Besitzer.

Wavetable-Synthesizer – alles PPG, oder was?

Öhm, nein. Ganz klar. Zumindest meiner Erfahrung nach, andere Musiker mögen anderer Meinung sein. Wavetable-Instrumente gibt es ja viele: Ensoniq VFX (mitsamt Verwandtschaft), Waldorf Microwave, Wave, Blofeld, Studiologic Sledge, John Bowen Solaris. Alles schöne Instrumente, doch nichts davon ist PPG, nicht einmal der große Waldorf Wave (der natürlich über ganz eigene, fantastische Qualitäten verfügt).

Selbst ein MicroWave I – die Legende unter den Waldorfs – ist nicht PPG. Und auch kein Sequential Prophet VS oder Korg Wavestation (hier natürlich Vektor-Synthese bzw. Wave-Sequencing), kein Yamaha TG-Sowieso, nicht mal ein John Bowen Solaris und der neue Waldorf Quantum (so er denn Wellenformsätze anbietet) wohl ebenso wenig – alles Synthesizer mit Wavetable-oder-ähnlichen-Möglichkeiten, jedoch alles kein PPG.

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Was nicht heißen soll, dass jenes “Meer an Wavetable-Synthesizern” irgendwie von minderer Qualität ist. Keineswegs. Höchstens anders. Doch dieses “anders” macht für Puristen eben den Unterschied.

Es beginnt beim SSM-Filter. Einige Waldorf-Synthesizer haben CEM-Filter, sehr schön … aber ein SSM2044 VCF? Fehlanzeige.

Weiter geht es mit dem Stereo-Modus. Auch hier beginnen viele Kandidaten deutlich zu schwächeln. Stereo-Ausgänge ja, aber Ping-Pong der ausgehenden Sounds? (Sehr oft) Fehlanzeige.

Schließlich aber ist es die Gesamtheit des Genie-Wahnsinn-Pakets eines PPG, das sich nicht klonen lässt. Jenes Paket, in dem der LFO deutlich eiert (statt schön regelmäßig zu schwingen), in dem die Filter-Resonanz in die Kategorie “Waffenschein-Pflicht” fällt, in dem die Hüllkurven-Knackser so manchem Lautsprecher zum Erzittern bringen … ein Paket, das einen PPG Wave 2.2 oder Wave 2.3 auszeichnet – und diesen auch musikalisch klar als originalen PPG definiert.

PPG Wave 2.2 / 2.3 heute

Heute dürfte ein PPG Wave 2.2 / 2.3 ohne Übertreibung zu dem Top-10 Poly-Synthesizern der Musikgeschichte zählen. Mit etwas Geduld bei der Bedienung und Sound-Erstellung erreicht der Musiker jenes Ziel, das mich auch zum Kauf desselben bewegte: Der PPG Wave bietet einen durch und durch eigenständigen, lebendigen Klangcharakter, der sich von der Klangpalette der übrigen Analog- und Digital-Garde abhebt. Ein Original, das sich im Mix wohltuend hervorhebt und einen charakterstarken, einmaligen Sound bietet.

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Ein PPG ist jedoch vor allem für Spezialisten, für Nerds, für Freaks von Interesse. Für Klangtüftler und Geduldige. Für jene, die an eigenartigen Konzepten Gefallen finden (und diese musikalisch zu nützen wissen).

Moderne Alternativen zu einem PPG sind (zumindest im Ansatz): Waldorf MicroWave I mit Access-Programmer, Waldorf Wave, sowie der von Paul Maddox entworfene MonoWave. Dies ist ein – ursprünglich in Kleinst-Serie (25 Stück) hergestellter – PPG-Wave-ähnlicher Synthesizer im 19”-Format, mit analoger Bedienoberfläche. Maddox neue Firma Modal Electronics erlebt heute einen Höhenflug mit den inzwischen schon legendären Modulus-Synthesizern. Und unter der Bezeichnung MonoWave(X) ist der originale, kultige Maddox-Synthesizer inzwischen wieder erhältlich, diesmal bei Elby Designs (Australien).

Paul Maddox MonoWave Synthesizer

Ergänzung von Hermann Seib:

“Der MonoWave … nun, das ist ein eigenes Kapitel – der ist eigentlich kein Wavetable-Synth, er hat 256 verschiedene Wellenformen, die allerdings nur per MIDI-Controller durchgefahren werden können (nicht per Envelope, LFO, etc.). Klingen tut er trotzdem sehr gut.”

Womit sich der Kreis der Gedanken schließt: Viele Wavetable-Synthesizer am Markt bieten exzellente musikalische Möglichkeiten, die oftmals die ursprüngliche Klangsynthese von Wolfgang Palm noch ergänzen oder erweitern. Und dennoch ist der PPG Wave 2.2 / 2.3 Synthesizer bis heute ein einzigartiges, unerreichtes und sicher “ganz spezielles” Instrument. Keinesfalls ein Synthesizer für jeden Musiker, denn eher ein Instrument für echte Puristen.

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Original bleibt Original.

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Youtube:

(Marko Ettlich)

(Torsten Abel)

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