Novation Bass Station II
– ein analoger Allround-Synth

Die Novation Bass Station II (bzw. Bass Station 2 – wie Sie wollen) überrascht! Nicht, dass man dem kleinen britischen Analog-Synthesizer einen schlechten Klang nachsagen würde, keineswegs. Doch es ist die klangliche Vielfalt (!), mit der so manche Musiker bei diesem Instrument ziemlich sicher nicht rechnen dürften. Eine Vielfalt, die den einen oder anderen deutlich größeren Analog-Synthesizer durchaus blass aussehen lässt.

Sollte es im Bereich der klein geratenen Instrumente (“Tisch-Hupen”) gewisse Vorurteile geben – ich spreche hier aus eigener Erfahrung – so beginnen sie möglicherweise schon beim Namen des Instruments: “BASS Station”! Kennen wir doch … Roland TB-303 Bassline … Deep Bass Nine … TB3 … Propellerhead ReBirth 338 (Software, ist klar) … Acidlab Bassline … und und und. Bass hier, Bass dort: Seit Jahrzehnten klingelt uns der Hype um den tiefsten Sound schon in den Ohren …

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Nun, die Bass Station II ist keine simple Bass- und/oder Groove-Box. Nicht mehr, muss man sagen … während die erste Bass Station anno 1993 noch sehr an die Möglichkeiten einer Bassline angelehnt war, ist der Nachfolger zu einem völlig eigenständigen Produkt geworden. Es ist ein rundum vollwertiger, komplexer und definitiv anspruchsvoller Analogsynthesizer. Natürlich sind Bass-Klänge in allen Schattierungen nach wie vor mit dabei, aber ein derart umfassendes Klang-Repertoire ist – in Anbetracht der Größe des Instruments – ebenso beeindruckend wie erfreulich.

Und so gesehen ist der Name des Instruments aus heutiger Sicht auch etwas ungünstig, drängt er die Bass Station II doch erwartungsgemäß in eine ganz bestimmte Ecke – was dem Synthesizer in seinem Gesamtbild keineswegs gerecht wird.

2 Oszillatoren, Sub-Oszillator, Ring-Modulator und Noise

Vorweg: Die Bass Station II hat analoge Oszillatoren, jedoch DCOs und keine VCOs. Nachdem es weder im User-Manual noch auf der Website des Herstellers klare Infos zur Beschaffenheit der Oszillatoren gibt, haben wir diese Information direkt bei Novation eingeholt (und dabei den Kundenservice als gut und zuverlässig erfahren dürfen, das nebenbei).

Doch zur eigentlichen Frage: DCOs versus VCOs – was wäre besser? Es sind hier wie dort analoge Oszillatoren … man kann stärkere Tonhöhenschwankungen bei VCOs begrüßen, ebenso wie die bessere Stimmstabilität bei DCOs. Das ist wohl ein wenig Geschmacksfrage. Entscheidend ist jedoch, dass es überhaupt analoge Oszillatoren sind … und das hört man! An dieser Stelle sei das Klangbeispiel “Stereo Bass 1″ sehr empfohlen … oder “Ring Mod 2″ für all jene, die dem Bass-Klischee ausweichen wollen.

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An Kraft und Breite fehlt es den DCOs der Bass Station II sicher nicht. Ihr Sound ist exzellent – sie klingen sahnig und erlauben viele klangliche Feinheiten durch entsprechendes Stimmen bzw. Verstimmen. Schon bei leichtem De-Tuning einer der beiden DCOs entstehen eindrucksvolle, klangfüllende Schwebungen … wie sie eben nur analoge Oszillatoren ermöglichen.

Zudem ist PWM natürlich auch vorgesehen, ebenso wie OSC-Synchronisation. Damit die Synchronisation entsprechend dynamisch klingen kann, lassen sich beide Oszillatoren (getrennt natürlich) jeweils von der Filter-Hüllkurve bzw. von LFO 1 modulieren. Positiv bzw. negativ, versteht sich, denn das gilt für alle Modulationen an der Bass Station II: Sie können immer im “+” oder “-” Bereich sein.

Es wäre vermessen, nun einfach in der Beschreibung des Signalweges fortzufahren. Die Oszillator-Sektion hat eine ausführlichere Erklärung durchaus verdient. Einerseits, weil sich gerade die Bass Station II in diesem Punkt von einer Vielzahl von Konkurrenten der “unteren Preisklasse” (weniger als 500 Euro) abhebt. 2 Oszillatoren machen eben den Unterschied, kommen hier doch ganz neue musikalische Aspekte gegenüber einem 1-Oszillator-Synthesizer ins Spiel. Andererseits, weil besagte Oszillator-Sektion zu einem großen Teil für das bereits eingangs erwähnte, umfassende Klang-Repertoire verantwortlich ist.

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Beide Oszillatoren verfügen über …

… 4 Grundwellenformen

  • Sinus – Dreieck – Sägezahn – Pulse mit PWM (manuell regelbar oder über die Filter-Hüllkurve oder via LFO 2, positiv / negativ und natürlich unabhängig für OSC 1 und OSC 2)

… einen enormen Frequenzbereich:

  • 4 Oktavlagen (16 – 8 – 4 – 2 Fuß)
  • +/- 1 weitere Oktave für grobes Tuning (Intervalle, etc.)
  • Fine-Tuning extra (weniger als einen Halbton, sehr exaktes Justieren von Schwebungen möglich)
  • 9 weitere Oktaven (-4 bis +5), für den “ganzen” Klang über das Keyboard transponierbar. Einige der angefügten Klangbeispiele zeigen hier auf, dass die Oszillatoren ganz locker in höchste Höhen und ebenso in den Sub-Audio-Bereich kommen können. Im letzten Fall agieren sie dann als Low-Frequency-Ocillators, die ihre Geschwindigkeit natürlich abhängig von der Tonhöhe ständig minimal ändern, was speziell für subtile Effekt-Sound wunderbar ist. Doch auch für RingModulator-Exzesse und potente Sync-Klänge ist der weite Frequenzbereich beider Oszillatoren exzellent
  • Und ja, Transpose als solches gibt es auch noch … um die Bass Station II eventuell an eine etwas “anders gestimmte” Umgebung im Studio anzupassen (nur als Beispiel)

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… viele Modulationsmöglichkeiten

  • Die Tonhöhe jedes Oszillators kann – wie schon erwähnt – durch die Filter-Hüllkurve (ADSR) sowie durch LFO 1 positiv und negativ beeinflusst werden
  • Weiters (für beide Oszillatoren geltend) nochmals durch LFO 1, allerdings durch Aftertouch und/oder das ModWheel ausgelöst
  • Oszillator 2 lässt sich separat über das ModWheel steuern (“direkte” Tonhöhenänderung, also ist der Begriff ModWheel hier etwas irreführend) – für dynamische Sync-Sounds etwa, deren Klangfarbe mit der linken Hand gesteuert wird
  • Über das PitchBend Rad – das gewünschte Intervall kann ganz einfach festgelegt bzw. am Synthesizer programmiert werden (maximal +/- 24 Halbtonschritte!)

Man wird erkennen, dass die Oszillatoren der Bass Station II jedem “großen” Analogsynthesizer absolut das Wasser reichen können. Doch gilt es hier nicht, einfach Fakten zu listen … entscheidend ist der Klang, die Qualität des Grundmaterials sozusagen. Man mag sich selbst ein Bild davon machen (40 bis 50 Minuten Klangbeispiele sind angefügt – alles Bass Station II “pur”) – der SOUND dieses kleinen Instruments ist jedenfalls über alles erhaben.

Das Umschalten von Oszillator 1 zu Oszillator 2 wurde schlau gelöst. So kann man trotz des geringen Platzangebotes (die Bass Station II ist ja definitiv eher klein) dennoch alle Feinheiten der beiden Oszillatoren subtil programmieren. Nach kurzer Einarbeitungszeit an der Bass Station II ist man sogar dankbar, dass das Klanggestalten “so” übersichtlich (und damit intuitiv) vonstatten geht. Danke, Novation!

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Weiteres Klangmaterial

Der einblendbare Sub-Oszillator ist Oszillator 1 fest zugeordnet und lässt sich ganz klassisch von -1 auf -2 Oktaven “unter dem Grundton” umschalten. Ungewöhnlich jedoch, dass er – für einen Sub-Oszillator – mit Sinuswelle und zwei verschiedenen Arten der Pulswelle recht umfassende Nuancen erlaubt.

Weiters gibt es einen RingModulator und natürlich Noise. Schließlich kann auch ein externes Audio-Signal verarbeitet werden.

Auch hier wurde die Bedienung (nebenbei gesagt) sehr klug umgesetzt. Es wäre ja nicht so, dass man zwischen EXT, RingMod und Noise wählen müsste. Nein, alles ist verfügbar! Man schaltet zur betreffenden Quelle (z.B. Noise), regelt die hierfür gewünschte Lautstärke, schaltet auf Wunsch weiter zum RingModulator und vielleicht sogar zum Externen Signal und regelt auch hier individuell die passenden Lautstärken. So hat man in der kleinen Mixer-Sektion in Summe also 6 Audio-Signale zur Verfügung … exzellent, für ein so kleines Instrument.

Filtern wir mal …

Nun, erfahrene Synthesizer-User werden nun schon erahnen, dass Novation nach dieser opulenten Oszillator/Audio-Einheit nicht einfach ein simples Filter anbietet. Stimmt.

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… Multi-Mode ist angesagt

  • LowPass, BandPass, HighPass

… bei einem besonders flexiblen LowPass VCF

  • Das LowPass Filter lässt sich zwischen 12dB und 24dB umschalten
  • Es kann im “Classic” oder “Acid” Mode betrieben werden (letzterer sicher zur Emulation der typischen Roland-303-Aggressivität)

… und bei vielen Modulationsmöglichkeiten

  • Natürlich gibt es eine eigene Filter-Hüllkurve, sowie die direkte Modulationsmöglichkeit durch LFO 1, beides (wie immer) positiv und negativ regelbar
  • Filter-FM durch Oszillator 2 (!) … nun, das können nicht allzu viele Analogsynthesizer (schon gar nicht Instrumente dieser bescheidenen Größe)
  • Direktes Steuern der Filterfrequenz durch das ModWheel (sehr schön)
  • Modulation des VCF durch LFO 2, einblendbar und stufenlos steuerbar über das ModWheel
  • Modulation der VCF Hüllkurve über Velocity – klassisch und dennoch sehr wichtig
  • Steuerung der Filter-Eckfrequenz über Aftertouch

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Das große und griffige FREQUENCY Rad bedarf noch einer besonderen Erwähnung. Es ist der “ultimative” Drehknopf, mit dem man das Gefühl hat, wirklich bis ins Innerste des Instruments zu gelangen. Nicht, weil seine Betätigung das Filter auf- und zumacht (was ja ziemlich eindeutig und klar ist), sondern weil durch die luxuriöse Größe ein sehr (sehr, sehr) langsames Steuern der Filterfrequenz möglich ist. Und nachdem mittels Eigenresonanz das Filter natürlich auch als eigenständige Klangquelle dienen kann bzw. die Obertöne dieser Bass Station II Filter-Einheit besonders schön sind, lassen sich mit dem großen Drehknopf die Nuancen (bzw. die Obertöne) ganz exakt “durchfahren” bzw. überhaupt erst exakt einstellen. So ist das große FREQUENCY Rad mehr als eine optische Feinheit – es ist eine echte Spielhilfe und ein wichtiges Performance-Tool!

Filter-FM durch Oszillator 2 wurde schon erwähnt, hinzu kommen noch Regelmöglichkeiten für Rückkoppelung (Overdrive) und Verzerrung (Distortion). Speziell Distortion hebt die Lautstärke und Klanggewalt des Filters radikal an (was sie wohl auch soll), macht allerdings alle damit “veredelten” Klänge zueinander sehr ähnlich (das Subtile geht verloren). Doch andererseits ist die Möglichkeit des stufenlosen Einblendens der hier genannten Effekte gut dafür geeignet, um die richtige “Effekt-Mischung” für jeden Sound (bzw. für jede Klangumgebung) zu finden.

Ein bißchen Attack und mehr …

Nun, Attack – Decay – Sustain – Release. Alles ok, das kennen wir zur Genüge. Ungeachtet seiner kleinen Größe hat die Bass Station II allerdings zwei vollwertige Hüllkurven, deren Bedienung wieder einmal ziemlich “ideal” gelöst wurde. Wie bei den Oszillatoren, kann man auch hier umschalten – zwischen AMP ENV (Lautstärke) und MOD ENV (Modulationshüllkurve, gedanklich als Filter-Hüllkurve definiert). Oder aber man schaltet auf quasi “synchron” und bedient beide ENVs gleichzeitig … es ist alles möglich.

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Die Triggerung der Hüllkurven kann über SINGLE, MULTI oder AUTOGLIDE erfolgen. Auch hier ergeben sich wieder ziemlich umfassende musikalische Möglichkeiten, die selbst bei größeren Analogsynthesizern nicht unbedingt zum Standard gehören.

Low Frequency Oscillators …

Die beiden LFOs machen das Leben der Bass Station II besonders bunt. Sie verfügen jeweils über 4 Wellenformen (mit dabei Sample & Hold) und über einen enorm weiten Frequenzbereich. Wobei man das Modulieren im Audiobereich heute ja schon gewohnt ist, doch muss hier eine Lanze für Novation gebrochen werden … sie haben den LFOs auch besonders “langsame” Frequenzbereiche spendiert, das ist schön. Jeder LFO kann in seiner Geschwindigkeit und in seiner Delay-Zeit separat geregelt werden. Hier ist wieder einmal einer jener nützlichen silbernen Kippschalter im Spiel, wie man sie quer über die Bass Station II verteilt findet.

Schließlich aber können die LFOs mittels KEY SYNC auf das musikalische Geschehen abgestimmt werden (sie starten bei jeder angeschlagenen Taste neu), sie dürfen außerdem zur internen oder einer externen MIDI-Clock synchronisiert und mit einem Slew Limiter versehen werden. Alles Zusatzfunktionionen, die – es wurde bisher noch nicht erwähnt – über die Keyboardtasten (als “Funktionstasten”) abzurufen sind.

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On-key Functions …

Nun, jeder der 25 Keyboardtasten hat eine bestimmt Funktion zugeordnet. Dieses simple Konzept (schon aus grauer Vorzeit vom britischen Ausnahme-Synthesizer OSCar bekannt) erlaubt es, die Bass Station II mit vielen Möglichkeiten auszustatten, ohne die Bedienung des Instruments unangenehm komplex oder unübersichtlicher zu machen. Der Hinweis zum OSCar ist übrigens nicht ganz zufällig, arbeitet doch Synthesizer-Altmeister und EDP Wasp- bzw. OSCar-Entwickler Chris Huggett im Team von Novation …

Die On-Key Funktionen der Bass Station II im Detail:

  • Mod Wh: Filter Freq (C)
  • Mod Wh: LFO 1 to OSC Pitch (C#)
  • Mod Wh: LFO 2 to Filter Freq (D)
  • Mod Wh: Osc 2 Pitch (D#)
  • Aftertouch: Filter Freq (E)
  • Aftertouch: LFO 1 to OSC Pitch (F)
  • Aftertouch: LFO 2 Speed (F#)
  • LFO: Keysync LFO 1 (G)
  • LFO: Keysync LFO 2 (G#)
  • LFO: Speed/Sync LFO 1 (A)
  • LFO: Speed/Sync LFO 2 (A#)
  • LFO: Slew LFO 1 (H)
  • LFO: Slew LFO 2 (C)
  • Oscillator: Pitch Bend Range (C#)
  • Oscillator: Osc 1-2 sync (D)
  • Velocity: Amp Env (D#)
  • Velocity: Mod Env (E)
  • VCA: Limiter (F)
  • Arp: Swing (F#)
  • Arp: Seq Retrig (G)
  • Global: MIDI Channel (G#)
  • Global: Local (A)
  • Global: Tune (A#)
  • Global: Input Gain (H)
  • Global: Dump (C)

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Sequenzer und Arpeggiator

Früher heiß ersehnt, heute ein Muss: Kleine, selbstlaufende Spielhilfen. Pattern-Generatoren, die Klangbasteln zum kurzweiligen und kreativen Arbeitsprozess werden lassen. Auch die Bass Station II ist hier beachtlich ausgestattet. Der Arpeggiator verfügt über diverse Laufrichtungen (inkl. Random) und über einen anwählbaren Spielbereich von 1 bis 4 Oktaven. Ein Arpeggio-Muster kann eine Länge von maximal 32 Noten haben. 32 verfügbare Patterns verhelfen dem Arpeggio noch zu rhythmischen Variationen (von denen einige sehr brauchbar sind, einige machen klanglich wenig Unterschied, das ist – zugegeben – noch nicht ganz klar). Auch ein SWING Faktor lässt sich über die bereits öfters zitierte Tastatur abrufen.

Und ja – LATCH nicht zu vergessen, eine Hold-Funktion, die übrigens für Arpeggiator, Sequenzer, aber auch im ganz gewöhnlichen (live) Spielmodus geht. HOLD ist immer wichtig!

Der Sequenzer könnte einfacher nicht sein … auf RECORD gehen, ein paar Töne einspielen (Pausen und Legato ebenso eintippen) und mit direktem Wechseln auf PLAY gleich loslegen – in Realtime über die Tastatur transponierend, das ist klar. Auch hier ist die Step-Anzahl auf 32 Schritte begrenzt.

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Was den Sequenzer perfekt machen “würde”, das wären (zusätzlich zur Möglichkeit der Pauseneingabe) noch die Möglichkeit der gehaltenen Notenwerte. Diese kleine Funktion könnte man dann als i-Tüfelchen bezeichnen. Doch auch so ist das Angebot rund um Arpeggiator und Sequenzer enorm. Ein Großteil der angefügten Klangbeispiele ist “nur” mit der Bass Station II und all ihren Möglichkeiten entstanden. Einzig Manikins Schrittmacher Sequenzer hat ab und zu noch etwas Groove beisteuern dürfen … mehr aus Bequemlichkeit, notwendig gewesen wäre es nicht.

MIDI, USB, Velocity, Aftertouch und Co.

Nun, was die Bass Station II von einigen anderen Kandidaten unterscheidet – nehmen wir als Beispiel Arturia MiniBrute (oder MicroBrute), der Moog Minitaur oder manch anderes Instrument – ist die Konzentration auf MIDI (bzw. USB) als Kommunikationsquelle nach außen (und von außen). Also kein CV/Gate! Das ist wohl mal ein klarer Unterschied zu vielen anderen Synthesizern, die aktuell versuchen, beide Welten mit einander zu verknüpfen. Wer also sein Eurorack-Modularsystem mit einbinden möchte, der ist auf EXT (Signal) IN beschränkt, doch mehr geht bei der Bass Station II nicht.

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In diesem Fall ist ein klares “macht nichts!” angesagt, denn Wünsche und Realität müssen irgendwo in Einklang gebracht werden. Die Bass Station II kostet weniger als 500 Euro! Und sie ist ein exzellenter, vollwertiger 2-VCO Analog-Synthesizer mit allem Pi Pa Po. Auch MIDI, Velocity, Aftertouch – alles bestens. Da muss man eben auf CV/Gate verzichten. Konzept und Preis-/Leistungsverhältnis sind dennoch stimmig, mehr noch – in Anbetracht des absolut edlen (analogen) Sounds sogar mehr als fair!

Programmspeicher gibt es auch (64 Werkspresets und 64 User-Speicherplätze), griffige (und geschmackvoll beleuchtete) Wheels, sogar kleine “Haltemulden” sind rechts und links der Bass Station II in Form von Einbuchtungen zu finden. Ein kleines und sehr liebenswürdiges Feature (nicht, dass die Bass Station II ungewöhnlich schwer wäre, doch gerade deswegen sind die Haltegriffe, ja … besonders nett).

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Ein paar Worte noch zum Thema Hardware: Stabile Potis, gute Fader, schöne silberne Schalter (die vielleicht eine Spur zu klein geraten sind?), und zumindest ausreichend große Gummi-Taster, das ist die Bass Station II. Besonders gefallen auch die Keyboardtasten, wenngleich 2 Oktaven für jeden Keyboarder schlichtweg immer zu wenig sind (doch wir wollen nicht die Größe des Instruments in Frage stellen, es ist nun mal so).

Fazit

Wer ein kleines (aber feines) Studio hat, wer wenig Stellfläche mit maximalem musikalischen Nutzen belegen möchte, wer auf der Suche nach einem souveränen und erstaunlich umfassenden analogen 2-Oszillator-Synthesizer ist, wer nur ein minimales Budget zur Verfügung hat (sich aber doch wieder einmal belohnen möchte) – dem sei dieses Instrument sehr ans Herz gelegt.

Sein vollmundiger, ansprechender Sound sorgt in Verbindung mit der einfachen (und dennoch bis in kleinste Details reichenden) Bedienung für viele musikalische Erfolgserlebnisse. Erlebnisse, die den Wert des “intuitiven Musizierens” abseits komplizierter und aufwendiger Setups wieder in den Vordergrund stellen und damit eines der wichtigsten Wesensmerkmale der Musik ins Zentrum rücken: Spontanität und – damit verbunden – kreativer Genuss!

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Ein paar abschließende Worte zu den Soundfiles. Es sind über 40 Minuten Klangbeispiele angefügt. Zu hören ist “nur” die Bass Station II – nicht mehr, nicht weniger. Mit dabei ein Delay-Effekt (Lexicon MPX-100) und ab und an Manikins Schrittmacher Sequenzer.

Ab nun dürfen die Ohren ihr eigenes Urteil fällen – ob die Novation Bass Station II wirklich gut und interessant klingt oder nicht. Allfällige “Stereo” Klangbeispiele wurden übrigens durch Mischen zweier Spuren der Bass Station II erzielt. Sehr einfach in der Umsetzung und doch – klanglich – durchaus effektiv.

In diesem Sinne – Frohe Weihnachten 2014!

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Novation Bass Station II
Preis: 429,– Euro

Website Hersteller:
www.novationmusic.de

2 Gedanken zu “Novation Bass Station II
– ein analoger Allround-Synth

  1. Mich wuerde mal interessieren, inwieweit sich die neue Bass Station 2 von der Super Bass Station aus demselben Hause unterscheidet, oder ob womoeglich dieselbe Engine in ein Keyboardgehaeuse gesteckt wurde. Trotzdem ein super Synth, die Bass Station 2 und die Super Bass Station sowieso.

    • Die Engine – gute Frage, das kann wohl nur Novation beantworten. Beide Instrumente sind exzellent, stimmt. Sollte ein Synthesizer zum “TOP Analogsynthesizer der letzten 10 Jahre” mit bestem Preis/Leistungsverhältnis gekürt werden, ich würde für die Bass Station II stimmen.

      Erstaunlich, dass die ältere Super Bass Station einige schöne Extras bietet, die man bei der Bass Station II vermisst, allem voran “Panning” (Pan-Modulation) und damit Stereo-Output. CV/Gate OUT ist ebenso sehr nützlich im Verbund mit Vintage Mono-Synthesizern. Zudem minimalster Platzverbrauch – 1HE – bei maximalem Sound!

      Andererseits: Haptik (größere Potis – allem voran das edle VCF Poti, Schieberegler für die Hüllkurven – damit sehr übersichtlich) sowie die gelungene Performance machen die Bass Station II zum spontanen Kreativ-Werkzeug. Der Arpeggiator ist fantastisch, der Sequencer einfach, aber flexibel (nimmt Velocity sofort mit auf, Transponierung über die gesamte Tastatur, zusätzliche Groove-Patterns – simpel und äußerst effektiv).

      Die unterschiedlichen Ausführungen der Instrumente zeigen, dass Novation innerhalb einer Serie nicht einfach schnelle Produkt-Updates durchführt, sondern “individuelle” Synthesizer für die jeweilige Anwendung entwirft.

      Novation ist inNOVATIV.

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