Modal Electronics 001
– der 2-stimmige PPG Synthesizer?

Der Modal Electronics 001 (Kurzform: Modal 001). Ein kleines Wunderwerk an Kompaktheit, Sound und Technik.

Nicht, dass der englische Synthesizer dem Vorbild PPG Wave tatsächlich das Wasser reichen könnte*. Doch der satte (und durch seinen echten Stereo-Modus durchaus an so manchen PPG-Klang-Charakter heranreichende) Wavetable-Sound des Modal 001 ist markant und kraftvoll. Speziell im MIX ist dieser Synthesizer oft das ideale bzw. entscheidende Gewürz zum schmackhaften elektronischen Gesamtklang.

[* … siehe Testbericht PPG Wave 2.2 / 2.3 – Original bleibt Original].
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Die Technik des Modal 001 ist ebenso schlichtweg erstaunlich. Neben dem John Bowen Solaris repräsentieren die aktuellen Modal Electronics Synthesizer (001 / 002 / 008) eine sehr seltene Spezies von modernen Hardware-Instrumenten. Jene Spezies, die noble Haptik mit hochwertigen Audio-Eigenschaften und (beinahe) unendlichen technischen Details zu einem “Lebenswerk an klang- und systemtechnischen Möglichkeiten” verbindet.

Ein Lebenswerk für den Entwickler, doch ebenso für jeden Benutzer, der ein solches Instrument sein eigen nennen darf …

Ob diese Vielfalt nun (in jedem Fall) von Vorteil ist, sei natürlich dahingestellt. Doch stellt die Klassifizierung als “besonderen Spezialisten” den Modal 001 eindeutig in die Ecke des Sonderlings. Was keineswegs abwertend zu verstehen sei (ganz und gar nicht!), sondern als Hinweis für mögliche Interessenten gedacht ist.

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Fest steht: Dieses Instrument ist das Gegenteil von Mainstream und sicher kein Instrument von der Stange. Eher etwas sehr Individuelles. Etwas für individuelle Musiker.

Eine Zusammenfassung der Zusammenfassung der …

Die – vom Hersteller übernommene und von uns überarbeitete – Liste der Modal 001 Möglichkeiten stellt höchstens die Spitze des Eisberges dar. Denn hinter vielen der oft unscheinbaren Punkte verbergen sich ganze Landschaften an rasanten Details. Details, über die man – in immer noch genaueren Details – Erklärungen und Hinweise in Telefonbuchstärke veröffentlichen könnte.

Daher nun die homöopathische, benutzerfreundliche Zusammenfassung der Zusammenfassung der 001-Möglichkeiten:

  • Der Modal 001 ist ein 2 stimmiger, bi-timbraler Synthesizer mit
    analoger / digitaler “Hybrid” Klang-Architektur
  • Das Instrument kann in den Key-Modes Poly-, Mono– oder Stack-Mode
    (Stereo-Sound!) arbeiten

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  • Pro Stimme gibt es 2 Oszillatoren und 2 Sub-Oszillatoren, mischbar im
    Mixer mit (Over)Drive Funktion
  • Die Oszillatoren sind NCOs (Numerically Controlled Oscillators) mit hoher Auflösung und hoher Stabilität. Der zur Auswahl stehende Wellenform-Satz pro Oszillator umfasst 56 Wellenformen, die natürlich per Steuerspannung zu durchlaufen sind
  • Das VCF ist ein 24dB/Okt 4-Pol Transistor Filter mit Morphing-Möglichkeit (“Slope Control”) hin zur BandPass- und 1dB/Okt Filter Charakteristik
  • Zwei LFOs, beide mit MIDI-Sync-Möglichkeit
  • ADSR Hüllkurve für VCF
  • ADSR Hüllkurve für VCA
  • Umfassende Modulations-Matrix (6 simultane – ! – Modulationsquellen und 8 bzw. 9 Modulationsziele), unabhängig von Sequenzer, Animator, Joystick etc
  • Step-Sequenzer: 32 Steps mit 12 Spuren bzw. Paramater-Modulationen gleichzeitig. MIDI-Synchronisation sowie Live-Transponierung über das Keyboard möglich
  • Komplexer Arpeggiator mit zahllosen Spielrichtungen

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  • Spezieller Animator, der im Wesentlichen ein weiterer Sequenzer ist, speziell für die Parameter-Steuerung des Modal 001. Der Animator umfasst wiederum 12 (gleichzeitige) Spuren und wird automatisch von Sequenzer oder Arpeggiator getriggert …
  • Umfassende MIDI-Kontrollmöglichkeit alles Parameter des 001
  • Ethernet-Anschluss zum “direkten” Upgrade der Firmen-Software (Modal Electronics Cloud)
  • Programmspeicher mit Platz für 100 x 100 Sounds
  • Sechs ‘Quick Recall Slots’ erlauben die individuelle Zusammenstellung von Preset-Folgen – für Live-Musiker gedacht. 100 solcher Quick-Recall-Bänke sind speicherbar
  • Sehr gut spielbare 3-Oktaven FATAR Tastatur mit Velocity und Aftertouch
  • Hochwertiger und völlig frei programmierbarer Joystick
  • Luxuriöses 4,3-Zoll Display, dessen Darstellung / Programmierung meist eine exzellente Symbiose mit den restlichen Elementen der Bedien-Oberfläche eingeht

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  • Integration bzw. Steuerung externer Analogsynthesizer / Modularsysteme möglich: 4 CV Inputs und 4 CV Outputs (!)
  • Zwei Audio-Eingänge zur Klangverarbeitung externer Signale
  • Schweres und stabiles Metall-Chassis, hochwertigste Knöpfe und Buchsen. Integriertes Netzteil. Grundsätzlich ist die Verarbeitung des Modal 001 von überragender Qualität …

Eine Auswahl der (vielen) Besonderheiten

  • Die NCOs / Oszillatoren

“NCOs differ from the oscillators found in most virtual analog synthesisers in that they use a variable sample rate and as such are not band-width limited. This means that a sawtooth sounds like a sawtooth regardless of the pitch played and results in a very rich sound, previously only obtainable from classic analogue synthesisers.”

(Modal Electronics)

Variable Sample-Rate für Klang-Schnipsel klingt vernünftig. Denn ein Sägezahn soll immer ein (hochwertiger) Sägezahn bleiben, unabhängig von seiner Tonhöhe. Da nicken wir zustimmend und stellen mit den Soundbeispielen “Analog 1″ bzw. “Analog 2″ im Anhang auch gleich den Beweis des massiven Klanges zur Verfügung.

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Der Modal 001 ist mit so manchem Analogsynthesizer der Musikgeschichte – zumindest oberflächlich – auf Augenhöhe. Echtes VCO-Drifting oder besonders “lebendiges” Oszillator-Verhalten sind hier selbstredend dennoch nicht das Thema. Im Gegenteil: Der 001 definiert sich – Stichwort Oszillatoren – als rein digitaler Synthesizer. Präzision ist – NCO-Sägezahn, Sinus- oder -Pulswelle lassen grüßen – sein wahres Gesicht.

Das tut der Besonderheit des 001 keinen Abbruch, vielmehr zeichnet sich dieser Synthesizer durch seinen präzisen und doch kräftigen Grundklang aus. Im MIX kommt der Modal Synthesizer hervorragend zur Geltung (ein Satz, den in diesem Bericht oft formuliert wird).

Neben den drei Grundwellenformen Sägezahn, Sinus sowie Puls (an letzter Stelle der Wellenform-Kette gereiht, da mit manueller PW-Steuerung und PWM wieder eine kleine Welt für sich und somit separat zum restlichen Klangmaterial zu sehen) gibt es noch 53 weitere Wellenformen, die in guter Wavetable-Manier moduliert und in allen Variationen durchlaufen werden können. PPG lässt grüßen …

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Effektiv verfügt der Modal 001 über 4 Oszillatoren (pro Stimme). Die beiden Sub-Oszillatoren können – wie es nun mal so sein soll – mit ihrer Pulswelle den jeweiligen Haupt-Oszillator unterstützen. Oder sie übernehmen – sobald der Schalter SubWav aktiviert ist – die Wellenform des Haupt-Oszillators. Im Mixer lässt sich das Mischungsverhältnis aller 4 Klangquellen nuanciert abstimmen.

Zudem lässt sich jeder der 4 Oszillatoren auf einen der 4 Joystick-Pole legen, um so in rührenden Kreisbewegungen von einem Klang zum nächsten zu “morphen”. Prophet VS lässt grüßen …

  • Das bzw. die Filter / VCFs

Nun, die beiden Filter (eines pro Stimme) haben einen echten Härtetest gegen das originale PPG Filter SSM 2044 zu bestehen. Obwohl analog, müssen sie hier einige Federn lassen. Ist so. An den Klang des SSM-Chips reichen die Modal 001 VCFs nicht heran. So zu hören in der weniger rasierklingenscharfen Resonanz und dem etwas dünneren “Bauch” bei Eigenresonanz.

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Dafür hat das Modal VCF eigene Extras (von denen einen SSM Filter nur träumen kann). So bietet der Modal 001 ein Slope-Funktion, ein flexibles “Gummiband” in der Filter-Abteilung und in gewisser Weis eine Reminiszenz an das Oberheim SEM-Filter (zumindest im klanglichen Ansatz der stufenlosen “Übergänge”).

– Slope Wert 0: Standard 4-Pol-LowPass VCF
– Slope Wert 10-20: Leichte Ausdünnung des LowPass
– Slope Wert 63 (Mitte): BandPass VCF
– Slope Werte 127 (Maximal): 1-Pol-LowPass VCF

Slope kann einfach gedreht / direkt gesteuert, oder aber dem Joystick zugeordnet werden (“einem” Pol der 4 Achsen), oder eines der Modulationsziele von Sequenzer und / oder des Animators sein.

Man bekommt somit langsam eine Ahnung, welche Potenz im Modal 001 steckt …

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Die abgebildeten Hüllkurven (mit LEDs) sind insofern noch erwähnenswert, also sie (durch Umschalten von EG auf SEQ) als Sequenzer-Step-Regler dienen können. Eine wunderbare Idee der Doppel-Belegung, die ein deutlich bequemeres und vor allem schnelleres Bedienen des internen Sequenzers ermöglicht.

  • 2 LFOs, nun … eigentlich 3 LFOs …

LFO1 dient als “globaler” LFO für das gesamte Instrument. Ein LFO, der über mehrere Wellenformen (inkl. Random) und MIDI-Sync-Möglichkeit verfügt und sich besonders für langsame Modulationen eignet.

LFO2 ist dopppelt vertreten – einmal pro Stimme – und noch deutlich flexibler als der erste LFO. Einerseits lässt sich das Tempo im “high” Modus verdreifachen, andererseits können die (beiden) LFO2 als “Einfach-Hüllkurve” im One-Shot-Modus – quasi als simple Hüllkurven – verwendet werden.

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  • Modulationsmatrix

Es scheint irgendwie das geflügelte Wort des stereotypen “modernen” Synthesizers zu sein: Matrix. Idealerweise: Modulationsmatrix. Die oft entscheidende Frage ist dabei gar nicht “Flexibilität ja oder nein?” (die Antwort wird fast immer “ja” lauten), denn eher “Gute Bedienbarkeit ja oder nein?”. Modal Electronics hat die Sache “gut” gelöst. Nicht ganz so übersichtlich wie beim Arturia MatrixBrute, aber dennoch: gut.

Soll heißen: Man wählt eine Modulationsquelle (Source) an und ordnet durch Antippen der darunter liegenden Buttons eines (oder mehrere, oder alle) der angebotenen Modulationsziele zu. Da Quellen und Ziele in der Musizierpraxis ganz unterschiedliche Zusammenhänge haben, kann man pro (!) Ziel die Modulationsintensität anpassen.

Der Schlüssel heißt also “gute Dosierung bei entsprechender Auswahl der Ziele”. Während ein möglichst massives Durchfahren der Wavetable klangliches Vergnügen bereitet, sollte das zeitgleiche Vibrato des Oszillators im eher unauffälligen Bereich stattfinden. Beides – und viel mehr – geht.

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Als zwei weitere Modulationsquellen (es sind damit in Summe 6) stehen noch ModulationWheel und Note (Keytracking) zur Verfügung. Bei genauer Betrachtung sind diese beiden Extra-Quellen im Display zu sehen. Wobei das ModWheel – wie es eben sein soll – einer Achse des Joysticks entspricht. So hat man ModWheel und Joystick in einem*.

Note (Keytracking) dürfte sich – wieder im Zusammenhang mit der Wavetable – ebenso als kreative Goldader erweisen: stetig wechselnde Wellenformen / Klänge je nach an- oder absteigender Tonhöhe, das klingt (auf jeden Fall) verlockend und gut. Entsprechend programmierte Sequenzen (z.B. mit besonders tiefen / hohen Tönen) garantieren organische Klangerlebnisse der feinsten Art.

[* Erwähnenswert noch, dass eine Mehrfachbelegung jeder Joystick-Achse möglich ist. Bei gut abgestimmter Programmierung und Performance dürfte dies ein wesentlicher Schlüssel zum expressiven Ausdruck des Modal 001 sein.]

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An dieser Stelle kommen wir in den Bereich der “Details in Telefonbuchstärke”. So gilt es die Kurve zu nehmen und einen Blick auf die Rückseite des Modal 001 zu werfen. Denn mit flotten 4 CV-Eingänge stehen dem Benutzer Tür und Tor im Modulations-Universum offen.

Jede eingespeiste CV-Quelle kann einer von 43 (!!!) Zielen zugeordnet werden, also – ganz banal – Tonhöhe, Filter Eckfrequenz, Filter Resonanz, was auch immer. Weniger banal: Die einzelnen Hüllkurven-Zeiten, das Mischungsverhältnis der Oszillatoren/Sub-Oszillatoren, die LFO-Geschwindigkeit …

Dem nicht genug, 4 CV-Ausgänge bieten (mehr oder minder) dieselben Möglichkeiten, dieselbe Flexibilität. Ob man nun mit dem Modal 001-Joystick über CV externe Analogsynthesizer (mit)steuert, oder die Osc-Wellenformen (als CV-Werte?) aus dem Modal 001 in die Weiten des Studios schickt … das Feld der Möglichkeiten scheint schon fast irrational.

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Sound

Nun heißt es nochmals die Kurve nehmen und all die weiteren Details des 001 mit kräftigem Kopfnicken “abzusegnen”. Ja, der Sequenzer ist hervorragend (ein Universum für sich), ja, der Animator ebenso (noch ein Universum), und ja, der Arpeggiator auch. Performance-Mode, Snapshots, Shortcuts (Quick Step Arbeitsschritte), Netzwerk- und MIDI-Kompatibilität und so weiter: Alles JA!

Fein. Kommen wir zum Sound.

Der Klang des Modal 001 ist ausgesprochen gut. Auditiv gesehen nicht ganz allerhöchstes Niveau, aber sehr gut. Soll heißen: Leichte digitale Fahnen und Artefakte gehören – bei sehr genauem Hinhören – nicht selten zum Klangbild des Instruments. Die Filter-Resonanz “könnte” noch schärfer sein und die Hüllkurven “könnten” dem Sound noch kräftiger zu Leibe rücken.

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Doch – und nun das Wunder des 001 – kommt dieser Synthesizer im MIX nahezu perfekt zu Geltung. Minimale audio-ästhetische Feinheiten (die jedem angesagtem Solo-Synthesizer einen möglichen Platzverweis bescheren würden) spielen im Gesamtklang eben keine Rolle. Hier zählen ganz andere Eigenschaften, wie (subtile) Durchsetzungskraft und stimmiges Einfügen im Team-Verband der anderen Klangerzeuger.

Wie beim Modal 001: Da sprudeln die Wavetables, da Ping-Pongen die Sequenzer-Sounds, da Drücken sich die schönen Filter-Obertöne (Eigenresonanz!) am Lautsprecher vorbei direkt in den Kopf des Zuhörers, da zersplittern die glockigen PPG-Klänge wie dünne Eisplatten, um anschließend wieder als Ganzes neue Metamorphosen zu durchschreiten. Im MIX ist der Modal 001 die (willkommene und manchmal überaus notwendige) Würze in der Klangsuppe.

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Die Bandbreite dieses Synthesizers reicht – hier ein Verweis auf die angefügten Klangbeispiele, auf andere Testberichte und auf so manche Youtube-Videos – von PPG-Klängen (Wavetable) über Prophet VS-Sounds (4 Oszillatoren + Joystick) und Korg Wavestation-Allüren (Wave-Sequencing mittels Sequenzer / Animator) hin zu (fast) lupenreinen Analog-Sounds und vielem mehr.

Ob der Fülle an Klangmöglichkeiten scheint die Frage nicht so sehr, was den 001 nun kann (oder nicht), sondern ob man als Benutzer diesem Instrument auch gewachsen ist. Wie schon eingangs erwähnt: Der Modal 001 ist …

… ein Spezialist für Spezialisten

Wer nur “ab und zu” und selbst dann nur “eben nebenbei” mal ein wenig am Modal 001 rumfummeln möchte, ein wenig “PPG-Charisma zum Darüberstreuen”, sozusagen, der wird das Instrument, diesen edlen und in vieler Hinsicht äußerst hochwertigen Synthesizer, nach wenigen Minuten mit Sorgenfalten auf der Stirn in eine sehr dunkle (und selten benutzte) Ecke des Studios schieben (und ihn alsbald ganz vergessen). Zu wenig intuitiv. Zu wenige (oder gar keine) chart-tauglichen Sounds in kurzer Zeit, zu wenig Lust und möglicherweise zu viel Frust.

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Dann aber: Selber schuld! Dieses Universum an absolut hervorragend konzipierten (und durchdachten) Sound-Design-Details, dieses Universum namens 001 benötigt Zeit. Regelmäßige Zeit.

Will man sich erinnern, “wo” man die Sounds anwählt (etwas so Profanes wie “Sounds – bitte hier drücken” gibt es am 001 nicht), so muss man diesen Synthesizer zumindest einmal im Monat im Einsatz haben. Will man die Details des Step-Sequenzers beherrschen, ist dies wohl nur durch (zumindest) wöchentliches Aktivieren des Modal 001 möglich.

Was der jeweilige Benutzer ja vermutlich ohnehin gerne tut. Dann nämlich kommt der Musiker Schritt für Schritt näher an den Kern des Universums. Und mit jeder Stunde “Arbeit” wird das musikalische Resultat spektakulärer und grandioser.

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Womit wir im …

Fazit

… den Modal Electronics 001 all jenen Musikern empfehlen, die nicht nur die erforderliche Einmal-Investition in den Kauf dieses Synthesizers tätigen, sondern auch zur Abgabe eines Teils ihrer (meist noch deutlich wertvolleren) Zeit-Ressourcen bereit sind.

Ressourcen, die der Modal Electronics 001 mit einer Fülle an grandiosen und – speziell im Mix – unerlässlich “stimmigen” Klängen belohnt. Klänge, die auf wundersame Weise Songs erst “zu einem Ganzen” machen. Klänge also, die jene Würze beisteuern, nach der wir elektronischen Musiker nun mal so dringend suchen.

Schließlich noch die Überlegung: Wozu einen zweistimmigen Modal Electronics 001 erwerben, wo doch dessen großer Bruder 002 mit 12 (!) Stimmen existiert? Nun, eine eindeutige Antwort gibt es wohl nicht, aber betrachtenswerte Aspekte …

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Einerseits ist der 001 deutlich günstiger und vor allem kleiner als sein großer Bruder. “Selbstverständlich”, würde man sagen. Ist es auch. Im Studio zeichnen sich solch handlichen, aber überaus potenten Klang-Künstler oft als ideale Ergänzungen im Setup aus. Bescheiden im Platzbedarf, leicht zu integrieren, dennoch flexibel und – im Gegensatz zu einem Rack/Desktop-Synthesizer – mit 3-Oktaven Tastatur und somit von maximalem musikalischen Wert, da direkt zu bespielen.

Andererseits bedeutet das monophone – sorry, duophone – Konzept des Modal Electronics 001 einen speziellen Zugang zur Musik. Wie oft ist “eine” geschmackvoll integrierte Stimme (duophon sogar in schönem Stereo) mehr wert als jede Klang-Überfrachtung mit 4, 6, 8, 10 oder 12 Stimmen? Wie viel näher kommt man dem Gedanken der wahren Poly-Phonie durch Multi-Tracking von monophonen Stimmen? Und wie viel mehr Leben entsteht so in der Musik? Ein höherer Aufwand steckt dahinter (mehrere Spuren aufnehmen, Überlegung der Aufteilung der Stimmen, …), das ist klar, zugleich aber auch ein deutlicher Gewinn an musikalischem Ausdruck.

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Die speziellen CV-Ein- und Ausgänge sind – nebenbei – eine Besonderheit, die ohnehin “nur” der kleine 001 Synthesizer aufzuweisen hat. Für experimentelle Zwecke scheint dieses Instrument – in vielerlei Hinsicht – der ideale Synthesizer.

So ist der Modal Electronics 001 keineswegs einfach nur zweite Wahl oder die billigere Alternative zum 12-stimmigen 002, sondern möglicherweise der genau “ideale” Klang-Künstler im – vom Polyphonie oft schon heillos überladenen – modernen Studio-Setup.

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Modal Electronics 001

2-stimmiger, duo-timbraler Hybrid-Synthesizer mit
Sequenzer, Animator, Arpeggiator und 4-fach CV-Ein/Ausgängen

Preis: 1850 Euro / 1350 GBP + MwSt.

Website Hersteller:
www.modalelectronics.com

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Öffnen / Fotos:

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Youtube Videos:

Modal 001 – Custom Patches

Modal 001 – Walk-Through mit Paula Maddox / Luca Mucci

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30+ Minuten Klangbeispiele sind angefügt. Neben den 80% “Modal Electronics 001″ kommen zum Einsatz: John Bowen Solaris, Novation Bass Station II, GRP A8, Jomox xBase 09, Yamaha CP-70B … sowie der nun bereits genannte Roland SH-101 im Soundfile “Mystic Vocal”.

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Nachtrag 2017-12-06: OS v1.02-10 ist zum (freien) Update verfügbar. Es ist das neueste Betriebssystem für alle 001, 002 und 002R Synthesizer.

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Ein Gedanke zu “Modal Electronics 001
– der 2-stimmige PPG Synthesizer?

  1. … da gab es ein kleines Ratespiel, welcher Synthesizer diesen “Mystic Vocal” Lead-Sound macht. Eigentlich unmöglich, das zu erraten (wie manche sehr treffend bemerkt haben), ohne Hinweise tappt man da völlig im Dunkeln.

    Es ist der kleine Roland SH-101, dessen LFO, ausdrucksstarke (exponentielle?) Hüllkurve und brillante Höhen diesen Vocal-Sound generieren.

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