Korg minilogue
– Sprungbrett zum Profi-Synth?

Korg hat die Sache sehr geschickt gemacht. Nachdem monatelang über eine mögliche Neuauflage des ARP 2600 gemunkelt wurde, wirft das innovative japanische Unternehmen Anfang 2016 – mir nichts dir nichts – überraschend den minilogue auf den Markt. Und alle sind begeistert. Fast alle jedenfalls.

Die Wortschöpfung ist simpel, aber doch eine kleine Meisterleitung: MINImoog und anaLOGUE, voilà: MINILOGUE (so fern es denn so gedacht war). Mit Moog hat der neue Korg dennoch nicht viel zu tun (gut so), nein, der minilogue ist ein eigenständiger und tatsächlich NEUER Analogsynthesizer.

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Wobei “neu” in Anbetracht der analogen Klangsynthese ein Widerspruch in sich ist. Nichts ist “neu”. Mit dem Moog System 55 Ende der 60er Jahre / Anfang der 70er Jahre war in diesem Bereich mehr oder weniger bereits alles gesagt. Viel mehr hat die analoge Klangsynthese schließlich nicht zu bieten.

Heute werden analoge Klangerzeuger natürlich mit der digitalen Welt kombiniert – MIDI und USB, Motion Sequencer und 100 gespeicherte Sounds … der minilogue ist eines der neuen, kleinen Wunderwerke – eine analoge-digitale Symbiose mit gutem Klang und vielen Vorzügen.

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Analoge Klangerzeugung

Korg rühmt jedenfalls die neue analoge Klangerzeugung. “Völlig neu gestalteter analoger Synthie-Schaltkreis” steht wörtlich im Handbuch zu lesen … nun, was auch immer das im Detail bedeuten mag, man HÖRT ganz sicher, dass der Klang analog ist.

Der 4-stimmige minilogue bietet:

  • 2 VCOs mit Sync und Cross-Modulation
  • Ring-Modulation und Noise
  • 12/24dB LowPass VCF
  • 2 ADSR (VCA und VCF)
  • 1 VC LFO (auf PITCH, SHAPE und CUTOFF)
  • Polyphoner 16-Step-Sequencer mit 4 Motion-Spuren, Arpeggiator
  • 8 Spiel-/Stimmen-Modi, Tape-Style Delay-Effektabteilung
  • 100 Factory-Sounds und 100 freie Speicherplätze (200 Speicherplätze gesamt)
  • MIDI, USB, Sync IN/OUT, Audio IN/OUT, Headphones

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Die wesentlichsten der genannten Kernbereiche sind Synthesizer-Enthusiasten völlig geläufig und dürften keine grundlegenden Aha-Effekte beinhalten. Die VCOs des minilogue klingen gut, das Filter gewohnt analog-brachial, die Hüllkurven sind ausreichend schnell. Alles gut. Was, also, ist nun das Besondere am minilogue?

Viel PLUS …

Beginnen wir ganz positiv.

Der Korg minilogue hat einen erfrischenden, in Ansätzen “eigenständigen” und ja, inspirierenden Klangcharakter zu bieten. Dabei spielt das Gesamtpaket eine wichtige Rolle, denn von den vielen Spiel-Modi bis hin zum Delay-Effekt ist man mit dem minilogue sofort in ganz individuelle, intuitive Klangwelten abgetaucht. Der Klangcharakter ist sehr angenehm, warm, rauh, kräftig. Im Unisono-Modus brettert der minilogue, während im Poly-Mode bei nur einem aufgedrehten VCO sehr intime Sounds realisierbar sind.

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Satte Basis für experimentelle Sounds. Mit Crossmodulation, Ringmodulation, Sync, Noise, VC LFO und dem durchaus experimentellen Band-Echo-Delay-Effekt (separat gleich nochmals erwähnt) bietet der minilogue ein beachtliches Betätigungsfeld für Klang-Tüftler.

“Tape-Style” Delay-Effekt mit Feedback-Schleife. Hiermit lässt sich der eine oder andere tatsächlich “neue” Sound erstellen. Die Rückkoppelungen des Delay-Effekt können so heftig sein, dass sie als quasi Dauerton fester Bestandteil des Klanges werden. Keineswegs immer “schön”, aber bei hohen Werten ganz sicher angenehm verzerrt, schräg, interessant, experimentell, ungewohnt …

Dem Delay ist ein Hochpass Filter vorgeschaltet. Zudem kann der Klang auf 2 Arten (plus Bypass) geroutet werden …

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Im niedlichen Display werden die Routings tatsächlich so dargestellt. Klar leserlich, nebenbei – eine kleine Meisterleistung …

Sehr flexibler Silder. Die Idee ist genial. Der Slider (Pitch Bender) kann so gut wie jeder Funktion des minilogue zugeordnet werden. Ob nun Filter-Frequenz oder Pitch von VCO2, LFO Geschwindigkeit oder Attack, Decay, Sustain, Release … was auch immer. Man kann hier sehr intuitiv und flexibel in den Klang eingreifen – die Zuweisung des Sliders wird natürlich mit dem Sound fest abgespeichert.

Einen kleinen, überraschenden akustischen “Haken” gibt es bei dieser Sache, doch mehr dazu später …

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8 Modi für schnelle, vielseitige Klangveränderungen. Nun, folgende Modi sind vorhanden:

  • Poly
  • Duo
  • Unison
  • Mono
  • Chord
  • Delay
  • Arp
  • Sidechain

Damit lässt sich der Sound auf Knopfdruck von der kleinen Ameise zum dicken Elefanten umschalten, bildlich gesprochen. Chord – wohlbekannt von Klassikern wie Korg Poly-800 und anderen Vintage-Synthesizern – verhilft sofort zu groovigem Techno-Feeling, Duo fettet den Klang in seiner Positionierung zwischen Poly und Unison gerade “angenehm” auf. Delay (zeitlich verzögerter Einsatz der Stimmen, nicht mit dem separaten analogen Delay-Effekt zu verwechseln), Arpeggiator und Sidechain (die zuletzt gespielete Note klingt immer am lautesten, zuvor gespielte werden abgedämpft) sind willkommene Modi für effektive Szenenwechsel im Klangbild.

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Der Step-Sequencer ist einfach zu bedienen (so lange man nicht zu sehr in die Tiefe geht). Noten einspielen und fertig. Mit dem Motion-Sequencer können Bedien-Abläufe zusätzlich aufgezeichnet werden, 4 Motion-Szenen lassen sich aufnehmen und wiedergeben. Fazit: Lebendige (und manchmal auch etwas unvorhersehbare) Klangergebnisse.

Das Unvorhergesehene macht häufig erst die Summe der Motion-Spuren aus, denn so manche Regler-Bewegungen heben sich gegenseitig auf oder machen einen zuvor besonders schönen Klangverlauf auch wieder zunichte (oder verbessern ihn). Da man aber jede Motion-Spur einzeln speichern und löschen kann, lässt es sich dennoch ganz gut Schritt für Schritt zur “perfekten” Sequenz hinarbeiten.

Im Detail kann der Sequencer übrigens durchaus sehr komplex werden. Stichwort Gate-Eingabe pro Note, Voreinstellung des Grundwertes (1/16, 1/8, …), etc. Das ist wohl eher für’s “Clubbing” gedacht. Im Studio ist man mit einem guten Software-Sequencer entschieden im Vorteil …

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Intuitive Bedienung, klare Menüführung. Dass das Drehen der Knöpfe und Schalter keiner großen Erklärung bedarf, ist klar. (Da ist das exakte Zuhören bzw. Hineinhören in den Klang schon eine größere Herausforderung, aber das ist ein anderes Thema). Die Frage ist jedoch, wie es mit den versteckten Menüs und “sonstigen” Bedienschritten aussieht. Immerhin hat der minilogue doch einen erstaunlichen Funktionsumfang (siehe Grafik oben) …

So gibt es zusätzlich zum direkten Regler-Zugriff auf die analoge Klangerzeugung nochmals 3 Programmier-Ebenen:

  • PROGAM EDIT
  • SEQ EDIT
  • GLOBAL EDIT

Sobald eine Ebene angewählt wurde, leuchten die meisten der 8 Sequenzer-Step Taster, die je nach EDIT Mode mit einzelnen Features belegt sind. (Hinweis: Die noch “leeren” Taster könnten in künftigen OS Updates mit Funktionen belegt werden.) Gibt es zu einem Feature mehrere Bereiche, so ist dies an kleinen Punkten ersichtlich. Durch mehrmalige Drücken des jeweiligen Tasters kann man die Bereiche (Punkte) einfach durchsteppen und im Wert verändern. Klingt jetzt komplizierter als es ist. In der Tat ist es durchaus sehr benutzerfreundlich …

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Und erstaunlich: Das Mini-Display des minilogue (kaum wesentlich größer als eine Briefmarke) ist ausreichend gut leserlich und fein zum Arbeiten. Nebenbei lässt es sich als Oszilloskop einsetzen. Eine definitiv nette (wenn auch musikalisch nicht spektakulär “ergiebige”) Idee!

Das intuitive Musizieren wird zudem durch kleine Extras wie FAVORITEN erleichtert. Die 8 Sequenzer-Taster können durch Drücken von SHIFT mit bevorzugten Sounds / den Lieblingsprogrammen belegt werden – Favoriten eben. Auch schön.

Audio IN, MIDI, USB und Sync In/Out. Die Einbindung mit und zur Außenwelt ist ausreichend gut gelöst (ein Wunsch – siehe später – bleibt natürlich offen).

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Vor allem Sync In/Out erlaubt im Zusammenspiel mit Korgs anderen Klein-Instrumenten (Monotribe, Volca Serie, Electribe Sampler, SQ-1, etc.) das sofortige Verlinken und Abgrooven mit oder ohne zusätzliche MIDI-Geräte (wie man eben will, hier sind diese “parallelen” Schnittstellen doch sehr praktisch). In einigen der angefügten Klangbeispiele wurde der minilogue mit der Korg Monotribe und der Novation Bass Station II verknüpft. Einfach und schnell.

Schöne Presets und 100 freie Speicherplätze. Die Werkssounds sind tatsächlich recht ordentlich. Keine Selbstverständlichkeit in der weiten Synthesizer-Welt, doch Korg hat sich hier Mühe gegeben. Geschmackvolle Lead- und Bass-Sounds, schöne Effekte, weiche Pads … viele der Werkspresets können sofort als Ideengrundlage für eigene Klänge verwendet werden.

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Gute Verarbeitung und ein übersichtliches User-Manual. Die Schalter und Knöpfe sind alle solide, rückwärts gibt es sogar etwas Holz (Nostalgie pur) – die Verarbeitung ist gut! Schließlich sei noch das hervorragende User-Manual zu nennen. Klar strukturiert, mit kleinen Grafiken und guten Erklärungen versehen – so sollte jede Instrumenten-Beschreibung aussehen. Danke, Korg!

Exzellentes Preis/Leistungsverhältnis. Nun, der minilogue kostet im Handel bescheidene 599 Euro. Bei all den Features, dem guten Sound und der recht hochwertigen Verarbeitung: exzellent!

… und etwas MINUS

Slim Keys. Hier werden sich die Geister scheiden. Manche Musiker haben damit offensichtlich kein Problem, manche schon. Ich komme vom Klavier. Ich habe ein Problem. Liebes Korg-Team, Pianisten und echte Keyboarder können mit SLIM Keys nicht spielen! (Monophone Linien sind weniger das Thema, aber vollgriffige Akkorde gehen einfach daneben.)

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Sequencer ohne Transpose Funktion. Es ist und bleibt ein Rätsel. Wie – bitte sehr – kann man einen so wunderbaren Sequencer entwerfen, ohne an die Möglichkeit zu denken, dass Musikstücke über MEHR als eine (Grund)Stufe verfügen? Ohne Möglichkeit der Transponierung ist der an sich doch spannende minilogue Sequencer (mit Motion-Funktion) nur halb so nützlich. Es besteht aber die Hoffnung, dass Korg in einem OS-Update noch nachlegt und diesen konzeptionellen Fehler (man muss es so nennen) behebt.

Auch lässt sich im Step-Mode Legato nicht programmieren, schade. Noten und Pausen ja, Legato (leider) nein. Lange Notenwerte (Gate-Zeit pro Note einstellbar) ja, übergebundene – VERbundene Noten, eben nein.

Slider mit “Klack Klack”. Nun, die Federn im Inneren des Sliders sind ordentlich laut. Klack Klack. Wie anno dazumal die Tastatur des MS-20 im Jahre 1978. Die war ebenso (ungewollt) Teil des akustischen Erlebnisses am Instrument. Hier ist es nun der Slider. Da müht man sich um jedes feine Vibrato im Klang, bewegt zwecks Sound-Performance den Slider und nun Klack Klack. Skurril!

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Etwas Rauschen im Audio-Pfad. Keineswegs so schlimm wie beim Korg MS-20 mini, aber vorhanden: Viele Sounds haben ein leichtes Rauschen im Audio-Pfad. Bei Solo-Aufnahmen dürfte dies (meist) nicht so sehr ins Gewicht fallen, doch bei mehrspurigen Aufnahmen summiert sich das Rauschen hörbar.

M-ö-g-l-i-c-h-e-r-w-e-i-s-e  macht es sich eben doch bemerkbar, dass beim minilogue und seiner 600-Euro-Preismarke bei dem einen oder anderen Bauteil etwas gespart werden musste. In den angefügten Klangbeispielen ist das Rauschen jedenfalls teils durchaus deutlich wahrzunehmen …

Kein CV/Gate- und VCF CV-IN. Nun, wenn schon analog und mit allem PiPaPo bestückt, so wäre auch ein simpler CV/Gate- sowie VCF-Eingang wünschenswert gewesen, dann eben nur nur auf die Betriebsarten Mono, Unisono, etc. beschränkt, das ist klar (Poly-CV wäre zu viel des Wunsches). Da inzwischen fast alle Musik-Elektroniker etwas Modulares im Eigenheim haben, wäre die direkte analoge Verknüpfung mit dem minilogue die Krönung des Konzepts gewesen.

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Übrigens – gerne auch zu einem etwas höheren Preis, denn so viel muss gesagt sein: Das Preis/Leistungsverhältnis ist schon jetzt hervorragend, kleinen Mängeln und Wünschen zum Trotz. Ein analoges Instrument mit diesen Möglichkeiten hätte Anfang der 80er Jahre zig-tausende Euro (Mark) gekostet. Es ist erstaunlich, wie “viel” Synthesizer man heute für 600 Euro bekommt …

Ausblick – der Weg zum Profi-Synthesizer

Die Entwicklung der Korg Produkte der letzten Jahre zeigt eine klare Linie nach oben. Eine Evolution der Synthesizer-Modelle, sozusagen: Monotron – Monotribe – Volca Serie – minilogue … es wird immer besser!

Nun ist zu hoffen (und abzusehen), dass Korg in nicht weiter Ferne den lange ersehnten amtlichen, professionellen Analog-Synthesizer (mit internem Netzteil, vollwertiger Tastatur – 4 Oktaven?, CV/Gate In/Out, Transpose Funktion für den Sequencer, etc.) auf den Markt bringen wird. Den großen Bruder des minilogue, sozusagen. Und darauf freuen wir uns schon jetzt!

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Wer nicht so lange warten möchte (und ausreichend dünne Finger für Slim Keys hat), der wird auch mit dem neuen Korg minilogue seine wahre Freude haben. Für bescheidene 599 Euro erhält man einen inspirierenden, gut klingenden und von kreativen Features nur so strotzenden Analogsynthesizer.

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35 Minuten Audio-Material sind angefügt. Viel Spaß beim Hören …
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Korg minilogue
Polyphonic Analogue Synthesizer
Preis: 599 Euro

Website: www.korg.de

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Vergleichsmöglichkeit in dieser Preiskategorie:

12 Gedanken zu “Korg minilogue
– Sprungbrett zum Profi-Synth?

  1. Danke Theo, für Deine immer sehr detaillierten Testberichte mit beachtlichen Umfang an Klang-/Soundbeispielen. Ein paar Fragen bleiben für mich aber offen: kann im Sequenzer (Pitch) jede einzelne Note mit unterschiedlicher Länge und analog dazu auch Pause programmiert werden? Und: kann jeder Motion Spur des Sequenzers eine individuelle Destination zugeordnet werden, bzw. ist auch hier die jeweilige Gatedauer einzeln programmierbar? und abschließend: Ist das Transponieren des Sequenzers auch nicht via MIDI möglich?
    Im Voraus lieben Dank Theo!

    • Hallo Matthias, ich habe einen Minilogue hier (grossartiges Teil) und versuche mal zu antworten:
      -Ja, jede Note kann im Sequenzer eine eigene Länge programmiert bekommen
      – Ja, es gibt einen “Rest”-Button zum Einfügen von Pausen
      – Ja, den 4 Motiontracks kann so ziemlich jedes Bedienelement zugeordnet werden. Hast Du aber eine Sequenz z.B. mit dem LFO INT aufgenommen kann diese nicht nachträglich einem anderen Ziel zugeordnet werden. Nach Aufnahme kann sie nur noch stumm gestellt oder gelöscht werden. Gatedauern sind hier nicht programmierbar, das es hier kein Step-Modus gibt, sondern Bewegungen nur live aufgenommen werden können.
      – Das Transponieren des Sequenzers ist auch via Midi nicht möglich, wie man auch der Midi-Implementations-Dokumantation von Korg entnehmen kann

      • … danke auch!

        Ja, die 16 Schritte lassen sich einzeln aufrufen (im Paket: 1 – 8 und 9 – 16) und sowohl in der Tonhöhe als auch in der Gate Dauer (0 bis 100% sowie TIE) pro Step verändern. Bei 0% Gate entsteht eine Pause (davon abgesehen, dass man von vornherein schon bei der Aufnahme Pausen eingeben kann), ab 1 bis 100% verlängert sich die Note. Es gibt noch eine erwähnenswerte Voreinstellung, welche “Basis” der ganzen Sequenz zugrunde liegen soll – 1/16, 1/8, 1/4, 1/2 oder 1/1 … bei 1/4 etwa wird jeder Schritt 4x wiederholt (was den Zuhörer je nach Einstellung zugegeben auch verrückt machen kann) – Gate bestimmt, wie lange der Ton ausklingt (maximale Zeit: die Voreinstellung 1/4 in diesem Fall). TIE habe ich nicht ganz kapiert, gebe ich zu. Es würde “verbunden” bedeuten, da ist mir aber beim Minilogue akustisch nicht klar, was tatsächlich passiert …

        Ein Schritt kann übrigens bis zur 4 Töne gleichzeitig abspielen … der Wechsel von Einzelnoten (monophon) und Akkorden (polyphon) pro Schritt ist eine der besonders schönen Seiten des Minilogue Sequenzers.

        Bei intensiver Werte-Eingabe ist der Sequenzer zuweilen schön groovig, mit all seinen Einzelheiten aber auch mühsam zu programmieren. Die erste Aufnahme ist sofort “erledigt” (16 Noten einspielen), doch sobald man ins Detail geht, wird es aufwendig. Immerhin lässt sich die Sequenz als Teil des Sounds abspeichern, dann hat sich die Mühe wenigstens gelohnt!

        Nur: Live-Transponierung geht dann immer noch nicht …

  2. Ich finde, dass er ein bisschen schmalbrüstig klingt — daran ändert das Unisono auch nicht viel. Der Grundklang bleibt ziemlich sauber und ein bisschen oberflächlich. Wenn man zB mit dem DSI Tetra vergleicht und erst recht mit dem P6.
    Ich finde das Filter auch nicht so prickelnd: denn hohe Reso-Einstellungen quittiert er selbst bei 12 dB mit einem kompletten Basscut.
    Dass man die Sequenzen nicht transponieren kann, ist in der Tat vollkommen daneben, aber das Schlechtere scheint sich hier durchzusetzen: Die Untransponierbarkeit der Sequenzen ist leider ja auch bei der Roland-Konkurrenz zum Schwundstandard geworden. Der JD-Xi kann’s nicht und der viermal so teure JD-XA auch nicht.

    • Hallo Curt … Ja, der etwas oberflächliche Sound hat (aus meiner Sicht) vor allem mit der “zu” sauberen Filterresonanz zu tun. Zwar kommen die Obertöne schön zur Geltung, dennoch sind die Sounds etwas farblos und ja, gewissermaßen “Standard”. Nicht viel, wo man spontan: “Ah, der Minilogue!” sagen würde. (Im Gegensatz zum originalen MS-20 etwa, der allerfeinste Klangfarben und zudem deutlich mehr Druck im Bass hat – auch Dank der Resonanz des HighPass Filters :o) … Und ja, die Sequenzer-Parallele zum JD-XA ist erstaunlich. Eine Transpose-Funktion kann ja technisch nicht so schwierig und aufwendig sein. Die Novation Bass Station II kann es. Der Moog Sub37 kann es. Viele können das. Es sieht eher so aus, als würden die Entwickler selbst nicht unbedingt mit ihren Produkten Musik machen … sonst hätten sie ein solches Defizit wohl im Vorfeld schon erkannt …

  3. Hallo Theo,
    erst einmal vielen Dank für den informativen Test und vor allem für Deine Antworten auf Kommentarebene, die ein noch tieferen Einblick geben. Ich habe Videos des recht jungen Entwicklers gesehen, der den Synth verantwortet, und ich kann nicht die Frage beantworten, ob er auch Musiker ist. Den Hinweis von Dir, daß Korg augenscheinlich auf einem aufsteigenden analogen Ast ist, finde ich klasse, vor allem mit der damit verbundenen Perspektive. Daß der Synth, nicht nur zuletzt durch seinen Preis, Begeisterung auslöst, bei Menschen, die auch Sounds dafür ersonnen haben, bestätigt für mich Deinen Eindruck, daß sich ein interessanter Weg auftut. Ich weiß nicht, ob man die Transposefunktion softwaremäßig nachrüsten kann. Ich würde es mir sehr wünschen. Mich erinnert das sehr an eine Frage an an eine Facebook Anfrage an Jack Hotop, warum der Kronos keine Transposefunktion hat. Die Antwort war, das dieses Instrument für Profimusiker konzipiert wurde und die bräuchten das nicht. Und , wie ich von meinem Freund Kurt Ader erfahren durfte, erfüllt jeder gute Synth eine spezielle, einzigartige Aufgabe.

    • Hallo Jürgen,
      danke für dein Kommentar! Ich bin kein Techniker (leider, leider), denke aber, dass die Noten- und Tastaturabfrage sowie die Steuerung der Oszillatoren durch Sequencer und Keyboard rein auf Software-Ebene läuft. Von daher sollte ein Update der OS mit Behebung des Problems möglich sein. Wenngleich der Arbeits- und Kostenaufwand dennoch hoch sein dürfte, was anzunehmen ist … sonst hätte Roland (JD-XA) oder Korg (Kronos) da wohl gleichmal nachgelegt.

      Dass Profimusiker (angeblich) keine Transposefunktion benötigen geht wohl darauf zurück, dass sie ohnehin mit externer (Sequencer) Software arbeiten. Zumindest im Studio. Doch wie sieht es LIVE aus? Eine solche Einschätzung stuft den betreffenden Synthesizer jedenfalls in seiner Qualität und Nützlichkeit sogar aus firmeneigener Sicht herab. Erstaunlich.

      “Jeder gute Synthesizer erfüllt seine eigene Aufgabe” ist – nehme ich an – klanglich zu verstehen. Wenn jedoch ein interner Sequencer nicht einmal Tranpose beherrscht, kommt die Frage auf, wozu das sonst recht leistungsfähige Tool überhaupt eingebaut wurde. Man hätte Zeit und Geld sparen bzw. anders nützen können (und statt dessen zum Beispiel dem Korg minilogue eine hochwertigere VCA-Abteilung spendieren können) …

      • Also ich habe den minilogue hier und finde er hat Einiges zu bieten. Gegen einen P6 tut er sich hörbar schwer, das Filter dünnt einfach aus. Ich würde ihn als sehr modernen, innovativen kleinen Synth beschreiben … er hat ein relativ großes Sound-Spektrum, das Filter erinnert mich im unteren Bereich an den Korg monotribe. Professionelle Keyboarder oder studierte Musiker werden daran weniger Freude haben, ich finde ihn aber genau richtig für eindrucksvolle Loop-Musik, wobei der Polyevolver ihn alt aussehen lässt. Dennoch mag ich ihn irgendwie, ob er nun Charakter hat oder nicht …

  4. und wie wurde die Transponierung in DEMO3 realisiert?
    scheint also doch ne “Ersatzmöglichkeit” zu geben…

  5. Danke für den ausführlichen Test, ich habe Deine Webseite heute zufällig entdeckt und bin über die vielen und sehr positiven Soundbeispiele überrascht und freue mich darüber, dass jemand Soundbeispiele an “Musik” zeigt und nicht damit anfängt, “Oszilllatoren” zu vergleichen… Dafür erst einmal danke.

    Zum Korg, den ich habe den dankend nach einigen Tagen zurück gegeben. Der Sound ist okay, der Filter auch, aber für mich als Soundschrauber, der schon viele, viele andere Synthie besitzt und ein wenig Freiheiten im Sounds-Erstellen braucht, ist diese Kiste gar nichts, da bleibe ich doch lieber bei einigen VA Synthies, die mir die Möglichkeiten bieten, alles zu verknüpfen was ich möchte, da sind mir diese kleinen Geräte “zu einfach”. Und da macht auch “analog” keinen Spaß… Na klar stehe ich da oft alleine im Raum weil viele sagen “das ist eben analog”, mir ist das aber zu wenig… Grundsätzlich hat der minilogue Potential nach oben, die 4 Stimmen, der verschiedenen Soundmodi, den Sequencer, das ist alles Klasse, den Delay hätten sie sich schenken können, das ist mehr ein Rauschkonzert als ein Delay, das macht keinen Spaß… Aber vielleicht sieht man bei Korg jetzt, da geht was und setzt dem minilogue jetzt einen maxilogue vor die Nase und lässt einem mehr Freiheiten in der modulation… Das wär’s und dann wäre ich auch dabei…

    • Danke, Frank … Ja, der minilogue entspricht in seinen Möglichkeiten natürlich dem niedrigen Preis. Ich habe ihn auch nicht behalten – zu viele Kompromisse im Vergleich zu ausgewachsenen Instrumenten (was auch klar ist, dies ist ein Low-Budget Synthi). Leider hat Korg dieser Tage den Schritt in die “andere” Richtung gesetzt … der monologue ist nochmals kleiner geraten (die gesamte aktuelle Boutique-Synthi-Welle ist mir ein echtes Rätsel) … jedenfalls zweifle ich inzwischen, dass ein maxilogue kommt … aber wir werden sehen … LG, Theo

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