John Bowen Solaris
– ein Lebenswerk

Ein Lebenswerk – drei Thesen zum John Bowen Solaris …

1. „Der Solaris ist die Zusammenführung der wichtigsten Synthesizer-Bausteine der vergangenen 40 Jahre“

Es mag vermessen klingen, doch der John Bowen Solaris ist in gewisser Weise ein gesammeltes Aufgebot der markantesten Synthesizer-Bausteine seit 1970. Beispiel Oszillatoren: Minimoog, CEM, Microwave, Prophet-VS, Wav (Samples) … Schließen wir bei den Filtern an: Moog, Oberheim, SSM, MultiMode Filter, Comb Filter, Vocal Filter … Die im Solaris zur Verfügung stehenden Bausteine sind ein „Streifzug“ durch die Synthesizer-Geschichte. Gut, sie sind digital (sprich: virtuell), doch klanglich exzellent.

John Bowen Solaris Synthesizer

2. „Das Lebenswerk eines Synthesizer-Kenners und Musikers“

Das enorme Potenzial des Solaris kommt nicht von ungefähr. Als erster offizieller Vorführer von Moog, als Mitbegründer des Prophet-5, als Mitarbeiter im Team rund um die Vector-Synthese (deren Entwicklung in erster Linie auf Chris Meyer zurückzuführen ist) und durch seine – verkürzt gesagt – jahrzehntelange Erfahrung im Umgang und in der Präsentation von Instrumenten hat John Bowen im Solaris sein enormes Wissen einbringen können. Bowen ist nebenbei auch wirklich Musiker, was in vielen Details und im sehr benutzerfreundlichen Konzept des Solaris deutlich zum Ausdruck kommt.

3. „Der König ist tot, lang lebe der König!“

Schon vor vielen Jahren kam mir die Erkenntnis, dass die polyphonen Analogen der späten 70er und frühen 80er Jahre ihren eigenen Untergang eingeläutet haben. Seien es Polymoog, OB-X, ARP Quadra, Prophet-5, Rhodes Chroma, Memorymoog, Yamaha CS-80 und natürlich auch PPG Wave 2.2 … viele der Instrumente sind – provokant formuliert – nie über den „etwas besseren Prototypen-Status“ hinaus gekommen. Nur wenige Instrumente funktionierten tatsächlich „sehr“ zuverlässig. (Es gab einige „relativ“ verlässliche Produkte, wie z.B. Roland Jupiter-8 oder Oberheim OB-8). Wie dem auch sei – Musiker mit dem nötigen Kleingeld hatten nicht selten gleich mehrere Exemplare des selben Instruments mit auf Tournee, denn technisches Versagen (Verlust von Klangspeichern, Totalausfall, etc.) war nun mal nicht so selten. Vintage Polyphone waren (und sind!) anfällig … und nebenbei auch sehr teuer.

Erst heute lassen sich manche der polyphonen Klassiker auf jenen technischen Stand bringen, wie er vor über 30 Jahren wünschenswert gewesen wäre. Sehr aufwendige Services und umfangreiche Modifikationen (die häufig auf das große Engagement einzelner Vintage-Liebhaber zurückzuführen sind, wie z.B. beim Rhodes Chroma oder Memorymoog) bringen die Instrumente auf jenen (nach heutigem Maßstab an wünschenswerten Möglichkeiten leider immer noch „begrenzten”) Stand, der in Anbetracht ihrer komplexen analogen Bauweise überhaupt möglich ist. Kein Wunder also, dass der Siegeszug der Digitalen Mitte der 80er Jahre dermaßen überwältigend war: Neben einer Erhöhung der Polyphonie brachte dieser Siegeszug deutlich günstigere und kompaktere Instrumenten sowie in der Regel wohl auch zuverlässigere Synthesizer mit sich.

John Bowen Solaris Synthesizer

Alles neu also, günstiger, kleiner, leistungsfähiger, zuverlässiger. Doch allem Digitalen in Ehren: Auf der Strecke blieb, im Vergleich zu den polyphonen Analogen, eine gewisse „Qualität“ im Klang sowie der kreative bzw. unmittelbare Zugang zum Instrument selbst. FM-Programmierung war (und ist) nicht jedermanns Sache, Phase Distortion zeichnete sich durch geheimnisvolles (und in vielen Fällen wohl unverständliches) Hantieren mit Hüllkurven aus, das Arbeiten mit Sample-Sounds verleitete eher zum reinen Abrufen der Klänge denn zu ihrer Erforschung, mangelnde Zugriffsmöglichkeiten wurden (und werden nach wie vor) durch ein Großaufgebot tausender Sounds wettzumachen versucht (ein Graus, wenn man es genau bedenkt).

Daran hat sich – mit sehr wenigen Ausnahmen – bis heute nicht viel geändert (wohlgemerkt: wir sprechen von „polyphonen“ Synthesizern), wenngleich die Industrie in den letzten Jahren durch die Zugabe einiger Knöpfe und Schieberegler dem Musiker „benutzerfreundlichere“ Instrumente mit kreativerem Potenzial schmackhaft zu machen versucht. Letztlich sind die meisten Polyphonen am Markt dennoch nichts anderes als „bessere“ Sample-Player: Trabis mit einem Porsche-Pickerl, wenn man so will. Mit Synthesizern im Stile eines klassischen Propheten oder Oberheims hat dies wenig (eigentlich: nichts) zu tun.

John Bowens Solaris schließt nun die seit – grob gesagt – 1985 entstandene Lücke und knüpft an die (aus Sicht des „eigenständigen“ Musikers mit Wunsch nach „persönlichen“ Klängen, also aus Sicht des Programmierers und Klang-Tüftlers) „goldenen“ Zeiten der 70er und frühen 80er Jahre an. Das Instrument bietet direkten Zugriff auf die gesamte Klang-Struktur, es ladet dazu ein, Klänge – bei den Oszillatoren beginnend – „from scratch“ neu (und völlig nach persönlichem Geschmack) aufzubauen, es bietet „keine“ (!) Piano, Guitar oder Saxophone-Samples (man kann entsprechende Samples laden, wenn man „unbedingt“ will), es verfügt über enormes kreatives Potenzial, fantastische Performance und stellt damit einen „richtigen“ Synthesizer im schönsten und besten Sinne des Wortes dar. Über allem ist die Klangqualität exzellent.

John Bowen Solaris Synthesizer

John Bowen Solaris Synthesizer

Korrekterweise muss man Alesis Andromeda, Jomox SunSyn und einigen anderen Instrumenten die spezielle Sonderstellung einräumen, als Pioniere in den letzten 15 Jahren die Brücke zu den Vintage Polyphonen hergestellt zu haben. Der Solaris geht jedoch mit seiner extrem umfassenden Architektur (inkl. Wavetables, Vector-Synthese, Samples, etc.) deutliche Schritte weiter, er verbindet das Altbewährte auch mit neueren Klang-Technologien, was ihn so gesehen einzigartig macht.

Gut Ding braucht …

Selten habe ich die Entwicklung eines Instruments so sehr herbeigesehnt wie die des Solaris. Nun, gut Ding braucht Weile. In diesem Fall „viel Weile“: Von der ersten Ankündigung bis zum nun fertigen Serienmodell hat es einige Jahre gedauert. Einige herbe Rückschläge musste John Bowen in Kauf nehmen, gefolgt von erzwungenen Pausen – um die Entwicklung des Instruments neu zu finanzieren. Doch Bowens Beharrlichkeit hat sich gelohnt: Der Solaris ist ein durchdachtes, vielseitiges und überaus gelungenes Musik-Instrument.

Ein paar Äußerlichkeiten

Der Kontakt mit dem Solaris beginnt etwas überraschend. Das Instrument ist schnell ausgepackt, solider Karton, Schutzfolie um das Instrument – wie es sich gehört. Der Solaris fühlt sich gut an, stabil und robust. Doch da leuchtet noch eine zusätzliche (sehr kleine) Packung aus dem Karton … ein – man halte sich fest – externes Netzteil! Nun gut, immerhin ist es ein „sehr effizientes“ und stromsparendes Netzteil, so steht es da zu lesen. Auch gibt es damit im Solaris praktisch keine nennenswerte Wärme-Entwicklung, eine Tatsache, die ich grundsätzlich immer sehr beruhigend finde. Schließlich ließe sich der Trafo im Falle eines Defektes problemlos austauschen. So „könnte“ man sich die Sache schön reden, doch der Punkt ist: Externe Netzteile sind keine sehr elegante Lösung!

John Bowen Solaris Synthesizer

John Bowen Solaris Synthesizer

John Bowen hat in seinem Manual dazu Stellung genommen:

„Yes, the power supply is outside of the synth. This avoids noise in the audio, and makes things simpler in the design.” (Solaris User Guide S. 9)

Nun, das stimmt wohl.

Bleiben wir bei der Hardware und kommen zu den schönen Dingen im Leben. Die Tastatur des Solaris ist – wie erwartet – exzellent. Absolut hervorragend zu spielen. Auch der Joystick, die Displays, Knöpfe und Regler sind bestens.

Oder sagen wir “gut”. Aus zweierlei Gründen: Erstens ist die edle Hardware der 70er und frühen 80er Jahre heute gar nicht mehr erhältlich (so ist es nun mal). Zweitens gibt es beim Hersteller des Solaris – das Instrument wird in Deutschland gebaut – noch kleinere Schwächen in der Produktion: Pitch-Räder ohne “korrekt schließenden” Nullpunkt (die Mittelposition hat “Spiel”, was nicht sein darf) und andere Ungenauigkeiten sind Hinweise darauf, dass die Herstellung Verbesserungspotenzial hat. John Bowen und sein Team sind natürlich am Ball um die genannten Schwächen zu beheben.

[Nachtrag: Im Frühjahr 2012 wurde die Endfertigung des Solaris von Sonic Core zu HMT Rüffel verlagert, was wohl eine gute Entscheidung gewesen sein dürfte. HMT Rüffel Gehäuse Technik hat viel Erfahrung im Bau großer Synthesizer (Radikal Technologies, Access, …) und scheint – es ist wie immer eine subjektive Aussage verknüpft mit der Hoffnung, dass sie sich bewahrheitet – die Fertigung des Solaris inklusive aller Qualitätskontrollen in jene Bahnen zu lenken, die das hochwertige Konzept eines John Bowen Solaris numal erfordert.]

John Bowen Solaris Synthesizer

John Bowen Solaris Synthesizer

Weiter zum Thema Hardware: Die Anschlüsse sind sehr umfangreich, 8 Einzelausgänge, 4 unabhängige Eingänge (wenngleich nur monophon), MIDI, USB und S/PDIF gibt es ebenso wie zwei Pedal-Eingänge und einen Compact Flash-Kartenschacht. Durch die gelungene Oberfläche – Oberheims Matrix-12 bzw. Xpander dürften hier als Vorbild gedient haben – ist das zügige und definitiv übersichtliche Arbeiten gewissermaßen „garantiert“ mit dabei. Hier wie dort funktioniert die Programmierung des Synthesizers über “Seiten” … Auf der MAIN Page sind etwa bei den Oszillatoren die Wellenform und Tonhöhe, bei den Filtern die Filterart, Frequenz und Resonanz etc. einzustellen. Mit Druck auf den MOD Knopf kommt man zur jeweils zugehörigen Modulationsseite. Dieses Prinzip ist in allen Abteilungen (Osc, LFOs, Filter, VCAs, ENVs …) identisch – sehr übersichtlich und extrem benutzerfreundlich …!

Polyphonie?

Hier ist eine konkrete Antwort etwas schwierig. Man findet wenig exakte Angaben, wie viele Stimmen der Solaris nun hat. Doch aus der Praxis gesprochen: Es gibt selten einen Mangel an Stimmen – z.B. nur dann, wenn bei vollgriffigen Akkorden die Release-Zeiten auf Maximum, sprich 20 Sekunden, eingestellt sind. Offenbar hängt die zur Verfügung stehende Polyphonie von der Leistung des Prozessors ab, der wiederum unterschiedlich viele Oszillatoren, Filter, etc. berechnen muss. Auf seiner Website schreibt John Bowen jedoch, dass bei einem 4-Oszillatoren / 4-Filter Sound immer noch mit einer Polyphonie von 15 bis 18 Stimmen zu rechnen ist. Dennoch legt John Bowen selbst die Latte im Moment noch etwas niedriger. Seine Antwort zum Thema Polyphonie ist wie folgt: “… for now it is fixed at 10 voice polyphony.” (John Bowen)

John Bowen Solaris Synthesizer

John Bowen Solaris Synthesizer

Klang und Performance

An dieser Stelle wird es spannend, denn unterm Strich ist die musikalische Qualität die wohl zentralste Frage rund um ein Instrument. Klang und Performance sehe ich grundsätzlich in unmittelbarem Zusammenhang zu einander und möchte sie daher gemeinsam behandeln. Eine gute Klangbasis kann erst durch entsprechenden Zugriff und musikergerechte Hilfsmittel wirklich genützt werden. Der Solaris bietet vier parallele Synthesizer („Parts“) im Paket … das bedeutet: Viele Oszillatoren, sehr viele Wellenformen, ein Meer an Mixern, ein Meer an Filtern, unzählige Hüllkurven, ausgezeichnete Modulationsmöglichkeiten. Genug Material, um bis zur Rente (und noch ein paar Jahre mehr) neue Klänge zu erforschen.

Die Qualität des Klanges, wir kommen zum entscheidenden Punkt, ist insofern überraschend hoch, als die Lautstärke (und mehr noch: die Lautstärkeveränderung) einen weiten Dynamik-Bereich aufweist. Genau hierin liegt die wohl zentrale Schwäche digitaler Synthesizer: Sie können brillant klingen, aber sie haben grundsätzlich wenig Dynamik, sie klingen immer gewissermaßen „flach“. Die Expressivität einer einzigen analogen Stimme, sagen wir eines Minimoog oder eines Pro-One, zwingt jeden Digitalen sofort in die Knie.

[Wie mir ein befreundeter Musiker aus München neulich berichtete: Beim Rock-Konzert hatte die Band ein nagelneues Roland Fantom Keyboard und einen Moog Satellite im Einsatz. Der Roland hatte im Gesamt-Mix keine Chance, doch der kleine Moog setzte sich klar durch].

In diesem Punkt hatte ich große Befürchtungen betreffend des Solaris. Digital bleibt nun mal digital und nur ein VCA macht „ordentlichen“ Druck. Doch ist das Dynamik-Verhalten des Solaris dennoch sehr gut. Wohl so gut, wie es auf rein digitaler Basis sein kann. Übrigens sollte man sich keinesfalls von der Beschriftung „VCA“ iritieren lassen, sie stimmt nicht.

In meiner Anfrage hat dies John Bowen auch umgehend bestätigt:

“Sorry, the Solaris is all digital. Originally I had the word Amp instead of VCA, which I guess we should have left there, but I kept calling them VCAs, so we changed it. Think “Virtually Controlled Amplifier” ;-) (John Bowen)

John Bowen Solaris Synthesizer

John Bowen Solaris Synthesizer

Zum umfassenden Klangmaterial und dem hochwertigen Klang selbst gesellt sich die schon eingangs erwähnte Performance-Abteilung: Eine gut gewichtete (sehr „griffige“) Tastatur, frei zuweisbare Wheels, ein grandioser Joystick, ein Ribbon-Controller mit mehreren Zonen – dies sind perfekte Details zur Unterstützung des guten Klanges.

Zudem gibt es noch den edlen Step-Sequenzer: Kein Ungetüm an theoretischen Möglichkeiten (wie in vielen so genannten „Workstations“), sondern absolut einfach zu bedienen und auf den Punkt gebracht: 4 Spuren à 16 Steps, auf Wunsch völlig unterschiedliche Spur-Längen, jede Spur frei zuweisbar … hier z.B. auf die Resonanz des SSM Filters, dort auf die Geschwindigkeit von LFO 4, dann noch eine Spur zur Steuerung der Wavetable Nr. 29, eine letzte Spur für die Melodie selbst … was will man mehr? Ach ja, natürlich folgt der (laufende) Sequenzer jedem Tastendruck am Keyboard … Auto-Transpose gehört also zu den selbstverständlichen Dingen … so soll es ja sein.

Neben dem Sequenzer ist auch ein flexibler Arpeggiator an Bord. Der Kreativität sollten also keine allzu großen Grenzen gesetzt sein. Auf „ein“ spezielles – und sicher sehr unscheinbares – Highlight möchte ich zuerst eingehen …

Octave Up/Down

Nun, eine Tastatur hinauf und hinunter zu „schalten“ ist wahrlich nicht spektakulär. Doch man bedenke die Situation. Der Solaris bietet einen enormen Klangapparat: Vier parallele Synthesizer in einem Paket, klassische Wellenformen, eine Fülle an Wavetables, Rotoren, unzählige Filter, 5 LFOs, 6 Hüllkurven (bzw. 7) – und alles, was der Musiker hat sind schlanke 61 Tasten! Genügt das „wirklich“? Nicht umsonst wurden beim legendären Waldorf Wave 76-Tasten Varianten angeboten, für den zusätzlichen Klang-Raum. Und hier kommen die Oktave-Schalter des Solaris ins Spiel! Das Besondere ist keineswegs der Umstand, dass man besagte Transponierung (+1/+2 bzw. -1/-2 Oktaven) vornehmen kann.

John Bowen Solaris Synthesizer

John Bowen Solaris Synthesizer

Das Besondere ist die Tatsache, dass die im Moment gedrückten Töne dabei „nicht“ transponiert werden (wie es schon beim Roland JD-800 möglich war, dort aber nur in „eine“ vorgegebene Richtung).

Zwar steht in der Bedienungsanleitung, dass man „vor“ dem gewünschten Transponieren Octave Up/Down schalten und dann (!) erst spielen sollte (so wäre es klassisch ja auch angedacht), doch ich sehe es genau umgekehrt. Zunächst nützt man die vorhandenen 5-Oktaven des Keyboards zur Gänze aus (spielt einige Akkorde und drückt – das ist klar – entweder das Sustain-Pedal oder den Hold-Button) und schaltet dann zwei Oktaven hinauf (+2), spielt in der neuen Lage weiter, schaltet von dort vier Oktaven hinunter (auf -2) und fügt neuerlich Klang hinzu. Gesamt ergibt dies einen „direkt spielbaren“ Bereich von 9 Oktaven! Das ist die Würze in der Suppe, wenn z.B. zu schönen Flächenklängen (Pads à la Cinemascope) sehr feine Töne zwei Oktaven (!) über dem vollen Klang hinwegstrahlen, begleitet von einem hinzugefügten, ultratiefen Bassfundament.

Das Klang-Chamäleon

Auflistungen sind nicht sehr hübsch, doch sie schaffen einen Überblick. Im Folgenden eine Liste, aus welchen Bausteinen der Solaris im Detail besteht:

4 Oszillatoren

Pro Oszillator (!) besteht die Wahlmöglichkeit zwischen:

  • MultiMode Oszillator (Sinus, Dreieck, aufsteigender Sägezahn, absteigender Sägezahn, Puls, Rauschen, Sample&Hold, morphender Sägezahn, morphende Pulswelle, „Jaws“ – Super-Sägezahn aus 7 kombinierten Wellenformen)
  • Wavetable Oszillator (die 63 Wellenformsätze des Waldorf Microwave)
  • CEM Emulation (Sägezahn, Dreieck, Puls, Sägezahn+Dreieck, Dreieck+Puls, Sägezahn+Dreieck+Puls)
  • Sample Playback Oszillator (Wav., eigene Wellenformen können in den Solaris geladen werden)
  • Vector Synthesis Oszillator (94 Wellenformsätze im Stile des Prophet VS)
  • Mini Oszillator – Minimoog Emulation (Dreieck, Sägezahn+Dreieck, Sägezahn, Puls1, Puls2, Puls3)
John Bowen Solaris Synthesizer

John Bowen Solaris Synthesizer

Alle der „üblichen“ Einstellungen wie Tuning, Fine-Tuning, Sync, Shape (Durchsteppen der Wellenformen eines Wellenformsatzes), Phase, Glide und lineare FM sind pro Oszillator verfügbar. Zudem lassen sich die Oszillatoren in den LOW (Frequency) Mode schalten und somit als quasi LFOs nutzen. Das Keyboard-Tracking ist abschaltbar (für eine „fixierte“ Tonhöhe) und schließlich lässt sich die Tonhöhe jedes Oszillators über den Clock Sync Taster zur globalen (MIDI) Clock gleichschalten.

2 Rotoren

Rotoren kennt man wohl allgemein von der Luftfahrt, Stichwort Hubschrauber. Wie dort, so dreht sich auch hier etwas. Die Rotoren des Solaris sind – neben den Oszillatoren – zusätzliche Klangquellen: Klangquellen der vorrangig experimentellen Schiene. Sehr vereinfacht gesagt handelt es sich bei einem Rotor um eine 4-stufige Wellenform-Sequenz, die sich quasi im Kreis dreht. „Was“ nun hier als „Wellenform“ zum Einsatz kommt, ist völlig frei definierbar. Grundsätzlich kann es jedes Ereignis im Solaris sein: Die Oszillatoren, die LFOs, die Filter, die Mixer, die externen Audio-Eingänge, die Hüllkurven, die Sequenzer-Reihen A bis D und so weiter. Hat man nun vier „Quellen“ (bleiben wir bei dem Wort „Ereignisse“, es passt besser) für den Rotor festgelegt, lassen sich noch deren Lautstärken individuell einstellen, was natürlich (in Anbetracht der sehr unterschiedlichen Qualität der möglichen Ereignisse) absolut Sinn macht und teils sicher geradezu notwendig ist.

Etwas eigenartig (und zunächst unverständlich) schien mir die Möglichkeit, Hüllkurven, Lag Prozessoren oder Sequenzer-Spuren als “Ereignisse” und Eck-Punkte eines Rotors festzulegen. Nun, John Bowen hat mich in meiner (etwas zu “engen”) Sichtweise korrigiert. Rotoren sind für Audio- wie auch für Steuerspannungen gedacht. Und hier wird die Sache nun definitiv sehr (!) interessant.

John Bowen Solaris Synthesizer

John Bowen Solaris Synthesizer

Doch lassen wir John Bowen zu Wort kommen:

Think of the Rotor as a 4-input mixer, that turns up one channel at a time. If sub-audio signals are fed into it, you won’t hear anything as a contributing component to the rotor sound for those positions.

On the Solaris plug-in, I have a rotor that is disguised – it’s called a Modulation Mixer. I used it to slowly blend LFOs. So, you could have, for example, all 4 Rotor inputs being the LFOs 1-4, and each at a different rate and shape, then use the output to modulate things – and setting the Rotor to a very slow rate, you can have subtle variations of modulation going on, but that would still be cyclical over the long run.” (John Bowen)

Mit dem X-Fade Parameter lässt sich zudem der „Übergang“ zwischen den vier Ereignissen festlegen, von abrupt bis gleitend.

Doch kehren wir zum Rotor als Klang-Werkzeug zurück. Wenn der Rotor im NO TRACK Modus gefahren wird, verhält er sich wie eine sehr langsam abgespielte Wave-Sequenz. Wie bei einem LFO hat man die Möglichkeit, die Frequenz zu regeln. Im Audio-Bereich (sprich: wenn die Frequenz hochgefahren wird oder wenn NO TRACK ausgeschaltet ist) wird der Rotor jedoch zu einem eigenständigen Oszillator, nur eben mit einer sehr ungewöhnlichen „Wellenform“ (dem Konglomerat aus vier Ereignissen, die ja, nebenbei gesagt, ihrerseits keinesfalls starr sein müssen, sondern natürlich in sich moduliert werden können um dem Rotor noch mehr Abwechslung zu liefern).

John Bowen Solaris Synthesizer

John Bowen Solaris Synthesizer

Das Klang-Material – Oszillatoren wie auch Rotoren (und noch manches mehr) wandert nun in …

4 Mixer

Jeder Mischer hat 4 Eingänge. Hier lassen sich bequem die Oszillatoren (1-4) mischen, zusammen mit den beiden Rotoren, den vier Insert-Effektwegen, ja, die Mischer selbst können wieder in sich selbst geleitet werden, auch die VCAs darf man nochmals „rückführen“, ebenso die Filter, also … einfach alles, das irgendwo „Klang“ von sich gibt, steht hier zur Auswahl. Noise gibt es extra als separate Klangquelle (falls man keinen der Oszillatoren dafür opfern möchte) … und natürlich kann jede Klangquelle individuell punkto Lautstärke angepasst werden. Mehr noch, jede Lautstärke der (insgesamt) 16 Klangquellen (4 Mischer zu je 4 Klangquellen, man muss es einfach wiederholen) lässt sich individuell modulieren. Wie man sieht, ist der Solaris ein so gut wie „offenes System“ … da wird wohl auch die Zeit der Rente selbst nicht mehr ausreichen, um alle Möglichkeiten des Instruments auszuloten. Es sei denn, man wird so ca. 120 Jahren alt, was natürlich immer wünschenswert wäre – bei optimaler Gesundheit, versteht sich.

4 Filter

Nicht ganz überraschend gibt es auch in der Filter-Abteilung „sehr viele“ Möglichkeiten:

  • MultiMode Filter: 23 (!) Filter-Variationen … LP4, LP3, LP2, LP1, HP4, HP3, HP2, HP1, BP4, BP2, BP2+LP1, BP2+LP2, BP2+HP1, BP2+HP2, BR4, BR2, BR2+LP1, BR2+LP2, BR2+HP1, BR2+HP2, AP3, AP3+LP1, AP3+HP1
  • SSM Filter: Eine Emulation jener Filter, die in Prophet-5 Rev.1 und Rev.2 zum Einsatz kamen
  • MINI Filter: Emulation des bekannten Minimoog 24dB TiefPass Filters
  • OBIE Filter: Oberheim Emulation, an das 12dB SEM Filter angelehnt – LP, HP, BP und BR (Notch)
  • COMB Filter: Dies ist ein in sich selbst geleitetes Filter. Es erzeugt Verzerrungen (Feedback Loops) und einen Frequenzbereich, der einem „Kamm“ ähnlich sieht (Kamm-Filter).
  • VOCAL Filter: Ein Formant Filter, das definitiv äußerst exzellent klingt. Eine absolute Bereicherung, vor allem im Zusammenspiel mit dem Joystick: Die Formanten können quasi „live“ in den Achsen bewegt und hervorgehoben werden …
John Bowen Solaris Synthesizer

John Bowen Solaris Synthesizer

4 VCAs (eigentlich: 5 Stereo Amplifiers)

Wie schon erläutert, ist die Bezeichnung VCA nicht korrekt, doch bleiben wir dabei, wir wissen, es handelt sich um (digitale) Amplifier. John hat mich insofern auch eines Besseren belehrt, als es nicht 4 sondern 5 VCAs im Solaris gibt.

„There are actually 5 stereo amplifiers – the 5th one is at the end of the sound chain, just before the effects section.“ (John Bowen)

Pro VCA lässt sich die Einspeisung (Filter oder InsFX), die Lautstärke, die Modulation derselbigen, die globale Positionierung des Klanges im Panorama und die Modulation des Panoramas festlegen. In fast allen der angefügten Solaris-Demos wurde speziell von der Pan-Modulation sehr ausgiebig Gebrauch gemacht.

5 LFOs

Es handelt sich hierbei um 4 Haupt-LFOs und einen Vibrato-LFO. Als Wellenformen stehen alle bekannten Schwingungsformen zur Auswahl, inklusive Sample/Hold, versteht sich. Die Range kann bis in den Audio-Bereich gehen, Delay, Fade-In und Fade-Out sind (für möglichst „natürlich wirkende“ Modulationen) ebenso vorhanden wie die Clock Sync Möglichkeit (zur internen MIDI Clock). Die Geschwindigkeit kann sehr schön moduliert werden, um jene genialen CS-80 Effekte zu erzeugen, wie sie allgemein (vor allem unter Filmmusik-Freaks) bekannt sein dürften. In zwei der angefügten Klangbeispiele wird dies exzessiv umgesetzt – Hüllkurve Nummer 6 moduliert dabei die LFO Speed … Anhören, es lohnt sich.

John Bowen Solaris Synthesizer

John Bowen Solaris Synthesizer

6 Hüllkurven (eigentlich: 7 Hüllkurven)

Man darf ja nicht kleinlich sein. Hüllkurven braucht man eben. Sehr schön, dass sich John Bowen für „klassische“ ADSR Hüllkurven entschieden hat. Zwar gab es im Laufe der letzten 30 Jahre immer wieder „Erweiterungen“ … Wie bei Korg (DW-8000, Poly-800, etc.) oder bei vielen Roland-Synthesizern (D-50, JD-800, etc.), doch letztlich hat man mit einer z.B. 8-stufigen Hüllkurve recht schnell den Durchblick verloren, wogegen eine klar aufgebaute ADSR einfach die beste Arbeitssituation darstellt. Wie schon bei Oberheims Xpander/Matrix-12 bekannt, lassen sich alle Parameter der Hüllkurven – Attack, Decay, etc … spannungssteuern, sprich modulieren, was sehr schön ist. Der „perfekte“ Solaris hätte nun wohl – ebenso wie “richtige” VCAs – Hardware-Hüllkurven vorzuweisen. Aber gut, die Envelopes sind absolut OK. Und ja, eine 8-stufige Loop-Hüllkurve gibt es auch noch, sozusagen im Haupt-Menü. Für all jene, die doch „mehr“ als sechs ADSR-Strukturen oder eben komplexere Zeitabläufe benötigen …

John Bowen Solaris Synthesizer

John Bowen Solaris Synthesizer

Weitere Features

An dieser Stelle möchte ich das weitere Angebot des Solaris einfach auflisten. Eine genaue Beschreibung der Features würde den Rahmen des Berichtes deutlich überschreiten …

  • Arpeggiator
  • 4-Spur Step-Sequenzer
  • 4-fach Effekte
  • Loop-EG
  • Vector Synthesis
  • Amplitude Modulation
  • Key Tables
  • 4 Lag Prozessoren
  • Envelope Follower

Mit den oben genannten Werkzeugen lassen sich hervorragende Grooves, Ringmodulator-Effekte und Überblendungen von Klangverläufen erzeugen, hier lassen sich “Zipper Noises” von gewissen Controller- oder Modulationsbewegungen (digitale Artefakte) eliminieren – mit den Lag Prozessoren, hier lässt sich das Delay zur internen MIDI Clock synchronisieren (und somit zum Step-Sequenzer, zu den LFOs, …) und vieles mehr.

John Bowen Solaris Synthesizer

John Bowen Solaris Synthesizer

Noch ein wenig Performance …

Die zweite Regler-Reihe unter dem großen Display kann übrigens völlig “frei” zugeordnet werden. Abgesehen davon, dass ohnehin so gut wie jeder Klangparameter (eigentlich: jeder) seinen eigenen Knopf oder Regler hat (nur eben durch “Pages” zugänglich), gibt es also auch die Möglichkeit, 5 individuelle Parameter eigener Wahl mit “instant access” zu würdigen. Diese Einstellungen werden zusammen mit jedem Klang abgespeichert. Ein Vorteil besteht darin, dass man – im Gegensatz zur herkömmlichen Programmierung des Solaris – dabei gar nicht in den Edit-Mode kommt, sondern die reine PRESET Schiene nie verlässt. Sounds können also über 5 individuelle Parameter augenblicklich angepasst und dennoch sofort weitergeschaltet werden.

In diesem Sinne sind auch die beiden ASSIGN Knöpfe zu verstehen, die das direkte Umschalten zu zwei Variationen des abgespeicherten Klanges erlauben. Dieses Feature ist mir in ähnlicher Weise von Ensoniqs TS-10 bzw. TS-12 bekannt. Sehr schön, wenn man mit “einem” Knopfdruck gewisse Variationen des gespeicherten Klanges zur Verfügung hat. Zur Auswahl stehen Kbd Glide On/Off, Osc Glide On/Off, Sequ Start/Stop, Arp Start/Stop sowie Arp Transpose. In der (quer über den Solaris anwendbaren) Liste der Modulationsquellen stehen die ASSIGN Knöpfe 1/2 ebenso zur Verfügung. Sie generieren bei Betätigung einen Maximal-Wert (full value).

John Bowen Solaris Synthesizer

John Bowen Solaris Synthesizer

Vier Schalter namens ENABLE PARTS sind ebenso erwähnenswert … da sich der Solaris permanent im Multi-Mode befindet (bis zu vier Sounds machen einen “Klang”), ist die Möglichkeit des sofortigen An- und Abschaltens der einzelnen Klang-Teile musikalisch äußerst sinnvoll und gut einsetzbar. Dieses Feature ist übrigens in exakt gleicher Weise auch schon beim Roland JD-800 zu finden (auf den wir später noch zu sprechen kommen).

Ein letzter kleiner Hinweis: Durch Drücken von SHIFT werden Regler-Bewegungen beschleunigt. Dies ist vor allem bei den LFOs eine nützliche Hilfe. Die Frequenz der Niederfrequenz-Oszillatoren kann immerhin sehr fein justiert werden. Will man nun “schnelle” Veränderungen der LFO-Geschwindigkeit erreichen, ist das mit gleichzeitigem Drücken von SHIFT auch schon gelöst. Performance steht beim Solaris eben an höchster Stelle – eine wunderbare Ergänzung zu den “Bis-Ins-Kleinste-Detail” Programmiermöglichkeiten des Instruments.

John Bowen Solaris Synthesizer

John Bowen Solaris Synthesizer

Modulationsquellen

Da die Oszillatoren, Mixer, Insert-Effekte, Filter, VCAs und LFOs in vielen ihrer Parameter über vier (!) unabhängige Modulationsbusse verfügen, kommt den Modulationsquellen eine große Bedeutung zu. Es sind „einige“ Dutzend:

  • LFO1 – 4
  • Vibrato-LFO
  • Hüllkurven 1 – 6
  • Looping EG‘s X-Achse
  • Looping EG‘s Y-Achse
  • Velocity
  • Aftertouch
  • Note (MIDI Note Number)
  • Modulation Wheel
  • AT + ModWheel (Summe der beiden)
  • Ribbon 1
  • Ribbon 2
  • Joystick X-Achse
  • Joystick Y-Achse
  • CC1 – CC5 (vom Benutzer festzulegen)
  • Sequenzer Spur A bis D
  • Pedal 1 / 2
  • Assign Button 1 / 2
  • Envelope Follower
  • Key Table 1 – 4
  • Poly Aftertouch (nur über MIDI, leider hat das Keyboard monophonen AT)
  • Lag 1 – 4
  • Breath Controller
  • MaxValue
  • OSC 1 – 4
  • Rotor 1 / 2
  • AM 1 / 2
  • Vector 1 / 2
  • Mixer 1 – 4
  • Filter 1 – 4
  • InsFX 1 – 4
  • VCA 1 – 4
  • White Noise
  • Pink Noise
  • Ext 1 – 4
  • SPdifL / SPdifR (S/PDIF)

Einzig die Hüllkurven-Parameter lassen sich „lediglich“ durch VELocity, Key Tracking, Modulation Wheel und die individuell belegbaren Controller CC1 bis CC4 modulieren. Doch auch das sollte (mehr als) genügen …

John Bowen Solaris Synthesizer

John Bowen Solaris Synthesizer

Klangspeicher – die Bedeutung der Compact Flash Karte

Nun, dies ist ein wichtiger Hinweis: Entgegen den meisten Synthesizern hat der Solaris „keinen“ (!) internen Speicher. Alle Klänge, Samples, Sequenzer-Daten, etc. sind auf der mitgelieferten CF-Karte verewigt. Damit ist klar, welche „Bedeutung“ dieser Compact Flash Karte zukommt. Wenngleich der Verlust der Karte und die damit verbundenen Folgen kaum abschätzbar sind, ist mit der CF-Karte das Speichern von BackUps am Computer wiederum denkbar einfach.

Empfehlenswert ist zudem wohl die Anschaffung einer zweiten CF Karte und das Erstellen eines Duplikates. Wir sprechen dabei von einem Investitionsvolumen von wenigen Euro … in Anbetracht der Stunden, Wochen, Monate an Zeit (und Freude), die man mit dem Solaris verbringt bzw. in das Instrument investiert, sollte man mit Sicherungsdaten bestimmt nicht kleinlich sein.

John Bowen Solaris CF-Card

John Bowen Solaris CF-Card

Da alle Daten auf der CF Karte gespeichert sind, “ist” sie quasi der Solaris selbst. John Bowen sieht hierin ein großen praktischen Nutzen:

“Another thing I like to point out – you have your entire Solaris contents on the CF card, so you can take just your card to another place that also has a Solaris (studio, friend’s house) – insert your CF card, and voila! You have it just as if you had packed and brought your own Solaris keyboard with you!” (John Bowen)

Wie der Solaris einen Platzhirsch verdrängt …

Ich hatte am ersten Abend nach Erhalt des Solaris schon 20 neue Klänge kreiert. Es ist immer ein gutes Zeichen, wenn man „schnell“ und zügig – in Anbetracht der umfangreichen Möglichkeiten des Solaris ist dies doch in irgend einer Form bemerkenswert – zahlreiche organisch klingende, interessante „eigene“ Klänge erstellen kann. Dies spricht eindeutig „für“ ein Musikinstrument. Wie dem auch sei – die klanglichen Resultate sind durch die Bank exzellent! Hierbei spreche ich von „eigenen“ Klängen, denn sie sind der Ausdruck des persönlich Geschaffenen. Wenngleich John Bowen bereits einige Dutzend guter Sounds im Solaris integriert hat (und auch andere Musiker teils exzellente Presets beigetragen haben), wenngleich gewisse „Standards“ wie Moog Taurus-Bässe und andere Must-Have-Klänge unter den Werksklängen zu finden sind, sehe ich die großen Stärken des Solaris „eindeutig“ in individuellen Kreationen, ganz besonders in vielschichtigen Klangverläufen. Zu umfassend sind die fantastischen (und leicht zugänglichen) Modulationsmöglichkeiten, zu vielschichtig das Aufgebot an Controllern und Steuerungsmöglichkeiten.

John Bowen Solaris Synthesizer

John Bowen Solaris Synthesizer

Über Nacht hat der Solaris meinen Lieblings-Polyphonen (den Roland JD-800) nach 20 Jahren Vorherrschaft abgelöst. Wenngleich der JD-800 immer noch um ein Stück wärmer klingt (hier bleibt er einfach ein Unikat, warum, ich weiß es nicht), öffnet der Solaris durch sein massives Klangmaterial völlig neue Welten. Erstmals macht es nun tatsächlich „Freude“ mit Wavetables zu arbeiten (etwas, das ich mir bisher kaum vorstellen konnte). Besonders verlockend ist etwa die Kombination von traditionellen (Sägezahn-) Streicher-Klängen mit einem Hauch von Wavetable-Verlauf.

Letztlich bin ich vor allem von den Performance-Möglichkeiten extrem begeistert, wobei hier der Joystick besonders erwähnenswert ist: Ein unglaubliches Werkzeug! Man steuere z.B. mehrere Filter parallel – und mit unterschiedlichen Ausrichtungen – über die X/Y-Achse, zugleich die Geschwindigkeit von LFO 3, sowie die Tonhöhe „eines“ Oszillators … und zu alledem – diesmal über Velocity – die Attack-Zeit von Hüllkurve Nr. 6 … das Potenzial ist grandios!

Da schon der JD-800 als Vergleich herangezogen wurde, möchte ich noch mit dem Alesis Andromeda anschließen. Ein sehr hochwertiges Instrument mit analoger Klangerzeugung – der Sound des Andromeda ist absolut überzeugend, keine Frage. Doch im Gegensatz zu diesem Instrument hat man beim Solaris von der ersten Minute (!) an den Überblick, „wo“ man sich im Klanggeschehen befindet, „was“ im Augenblick musikalisch nun exakt passiert und „wie“ der aktuelle Klang nach eigenen Wünschen schnell und zielgerecht verändert werden kann. Diese Dinge sind mir beim Andromeda bis heute nie „auf ganzer Linie“ geglückt.

John Bowen Solaris Synthesizer

John Bowen Solaris Synthesizer

Denn wie schon erwähnt: Hochwertiger Klang und gute Performance hängen untrennbar zusammen. Das “Eine” für sich nützt wenig, wenn das “Andere” keine optimale Ergänzung dazu ergibt. John Bowens Solaris hat beide Welten sehr gut vereint.

[Die hier genannten Instrumente sind natürlich völlig verschiedener Natur: virtuell (Solaris) – samplebasiert (JD-800) – analog (Andromeda). Der Vergleich richtet sich daher ausschließlich an den musikalischen “Output” der Instrumente (“wie” der Klang zustande kommt spielt für den Benutzer grundsätzlich keine Rolle), sowie an Bedienung und Performance der Instrumente.]

Fazit

Der Solaris ist ein Synthesizer im schönsten Sinne des Wortes. Kleinere konzeptionelle Mankos (wie etwa das externe Netzteil, das etwas mühsame Zuweisen und Benennen von Speicherplätzen oder das – möglicherweise – umständliche Einlesen von eigenen Samples, ich bin da noch nicht ganz „durch“) nimmt man in Kauf. Schließlich sind Konzept sowie Klangangebot äußerst umfassend und bringen das Entscheidende in den Vordergrund: Den musikalischen Ausdruck, die Kreativität, die Musik.

John Bowen hat mit seinem „Lebenswerk“ Solaris ein echtes Instrument geschaffen. Umfassende Klangmöglichkeiten, intuitive Bedienung und grandiose Performance-Features machen den Solaris somit zu einem der inzwischen sehr selten gewordenen Meilensteile in der Synthesizer-Geschichte.

John Bowen Solaris Synthesizer

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Website John Bowen: www.johnbowen.com
Lesen Sie noch unser Interview mit John Bowen.

Listenpreis Solaris: € 3,800.– (Aktualisierung 2015)
Der Solaris ist in der Farbtönen Anthrazit (Schwarz) und Beige (Weiß) lieferbar.

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Weiters gibt es seit 2013 einen exzellenten Solaris Testbericht von Robert Wittek:
www.synthesizer.at/synthesizer/Solaris/solaris.htm

Der zugehörige Audio-Workshop ist ebenso zu empfehlen:

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John-Bowen-Solaris-02

Ein abschließender Hinweis gilt nun unseren eigenen Audio-Dateien. Es handelt sich um 50 (!) Minuten Musik. Alles Solaris “pur” – kein externes Effektgerät, kein zusätzlicher Sequenzer, nicht einmal MIDI kam hier zum Einsatz. Einzig und allein der Solaris so, wie er ist. Als einfaches Werkzeug zum Aufnehmen, Mischen und Überlagern von Spuren wurde die Freeware Audacity verwendet.

In den beiden Klangbeispielen “Polyphonic Aftertouch” kam allerdings Elkas Masterkeyboard MK88 zum Einsatz … zur individuellen Aftertouch-Kontrolle von Filter Frequenzen und LFO Geschwindigkeiten, was über die Solaris-Tastatur selbst (monophoner AT) nicht realisierbar gewesen wäre.

Viel Spaß beim Hören …!

32 Gedanken zu “John Bowen Solaris
– ein Lebenswerk

  1. vielen Dank für deine umfassenden Zeilen, nicht zu vergessen die aufschlußreichen aber auch teils musikalischen Soundsfiles, wie immer nach meinem Geschmack. Besser als viele electronic-Tracks – auch super zum entspannten Zuhören.

    Es macht Appetit auf dieses Instrument. Es muß auch nicht immer “analog” sein. Der Grundsound hebt sich von vielen Mitbewerbern ab, von den technischen Möglichkeiten ganz zu schweigen. Hier scheint man an alles (bzw.vieles) gedacht zu haben, z.B. die Anschlüsse, Displays oder die Kombination von Joystick und(!) Pitch/Modulation-Rädern. Und das alles in einem Instrument, prima!

  2. Schöne Kommentare zu einem guten Synth. Die Faszination des Solaris erschliesst sich mir jedoch eher aus der Echtzeitberechnung der Klänge, addiert mit seiner Bedienperspektive . Aufgrund der klanglichen Potenz nicht. Diese empfinde ich für einen Digitalen ebenfalls als hoch, aber auch nicht gerade “outstanding”.
    Die sehr guten Klangbeispiele, die Du hier zur Verfügung stellst zeigen mir, dass klanglich kein echter Qualitätssprung zu digitalen “Kombattanten” wie z.B. Radikal Accelerator oder auch einem aktuellen Sample/ VAST/ VA Synt von Kurzweil vorliegt. Nun gut, diese haben noch weniger oder fast gar keine direkten Eingriffmöglichkeiten, aber klanglich müssen sie sich m.E. nicht hinter einem Solaris anstellen. Die Scope Plattform merkt man dem Solaris an; der Klang ist deutsch ;-), aber auch ein wenig eindimensional , also dann doch wieder typisch digital. Übrigens , Dein Argument mit der ausserwöhnlichen Dynamik des Solaris konnte ich beim Testen im Geschäft nicht nachvollziehen. Evtl. zu wenig Zeit gehabt. Der einzige digitale Synth, der monströse Dynmik versprüht ist für mich der Mono Synth im Spectralis, vielleicht aber auch nur wegen der analogen Filter dahinter. Wie auch immer. Ich stimme zu , dass der Solaris vom Konzept her einzigartig ist. Der Klang ist es m.E. nicht. Dazu gesellen sich Kleinigkeiten wie externes Netzteil, das bei einem solchen Gerät absolut daneben ist, egal was Bowen schreibt (totaler Quatsch!) . Ebenfalls daneben ist die Verwendung von “VCA” . Die für mich nur nach-rationalisierenden Worte Bowens auf Deine VCA Anfrage zeigen im doppelten Sinne wie wichtig die Marketingaussage gegenüber der Realität ist. Das nervt mich stark. Gerade aufgrund der Tatsache, dass Bowen so etwas nicht nötig hat.

    • … du wirst recht haben: Ein guter Sample/ VAST/ VA Synthesizer von Kurzweil (etc.) dürfte dem Solaris ebenbürtig sein. In punkto Audio-Qualität. Dennoch nicht “in punkto Musik”. Einerseits des umfassenden Klang-Angebots des Solaris wegen. Andererseits des guten Bedien- und Performance-Konzepts wegen. Da komme ich nicht umhin, in dieser Kombination von Klang und “Steuerung” dem Solaris seine (aus meiner Sicht) Einzigartigkeit als ganzheitliches Musik-Instrument zuzugestehen.

      Die Bezeichnung VCA und ihre Vorgeschichte “ist” etwas mysteriös. Mit AMP würde jeder Solaris-Besitzer ebenso gut leben können … und es würde eine irritierende Fehl-Information ausschließen.

      Trotz kleiner Mankos und Verbesserungsmöglichkeiten ist es jedenfalls ausgezeichnet (ich würde sagen: hervorragend), dass der Solaris den Synthesizer-Markt bereichert. Viele Musiker auf der Suche nach einem “richtigen” Synthesizer dürften dieses Instrument in die engere Wahl ziehen …

    • ich sehe das nicht so negativ. Klar kann man über das ext. Netzteil etc. meckern, und gute Sounds bekommt man auch mit anderen Maschinen hin, aber die Frage ist ja: Welcher Weg führt zum Ziel?
      Im Gegensatz zu den von dir genannten RADIKAL-Instrumenten sagt mir doch mein Gefühl, dass ich mit einem SOLARIS die bessere Übersicht kaufe, habe Rotoren, Digitalausgang und die vielen Modulationshilfen…, die mir in der Kombinantion so kein anderer Synth bietet.

      “Randomize” wäre noch etwas, was ich beim Solaris auf Anhieb vermissen würde (vielleicht wurde es vergessen zu erwähnen?) oder einen Editor (wenn überhaupt nötig?) Entscheidend wird auch die Pflege des OS sein.

      Aber sonst klingt doch die Vorstellung ziemlich einladend. Ich werde ihn einfach mal antesten.

      • … ein Antesten ist sicher zu empfehlen. Plane ausreichend Zeit ein und lass dich von den Werkspresets nicht ablenken. Bank 1 stammt von John Bowen selbst … einige Sounds sind gut, aber auf diverse Presets wie “Moog Taurus Bass” könn(t)e man verzichten. Bank 2 bis 4 sind von weiteren Solaris-Usern programmiert (z.B. von Kurt Ader) und teils sehr, sehr gut. Wie dem auch sei … mit genügend “Zeit” zum Testen sollten Potenzial und Klangtiefe des Solaris zu erkennen sein.

  3. Theo, wenn ich das Solovoice Audio Demo des Solaris anklicke erscheint ein dazugehöriges Bild vom Kurzweil PC3K ;-))

  4. Also das ist ja wieder mal ein typisches Hype Phänomen wenn mal wie so selten etwas “Neues” erscheint. Das vielfältige Lob mag zutreffen, doch hat der Autor bewußt oder unbewußt einige andere Meilensteine, die lange vor dem Solaris auf dem Markt waren oder sind verschwiegen: Das was der Solaris soundtechnisch können soll, hat der Arturia Origin seit Jahren unter Beweis gestellt. Nicht zu vergessen vor fast 10 Jahren auch Creamwares NOAH (übrigens war Herr Bowen bei Creamware) sowie die darauffolgenden ASB Derivate…Also bitte etwas mehr Neutralität, auch wenn wir schnell vergessen und uns gerne euphorisch auf alles Neue stürzen. Was für mich rein persönlich auch problematisch ist, dass der Solaris bereits 2007 vorgestellt wurde und lange nichts kam. Und bei kleinen Projekten geht leider mal schnell das Geld für Weiterentwicklung und Fehlerbehung aus, siehe das Hartmann Neuron Trauma.

    • Danke für deinen Beitrag.

      Zuerst zum letzten Teil deiner Anmerkungen. Bestimmt wäre es im Sinne von John Bowen gewesen, den Solaris früher auf den Markt zu bringen. Doch entwickelte Bowen den Solaris nicht alleine (er ist weder Techniker noch Software-Entwickler) und so gab es handfeste Gründe, warum das Projekt einen Zeitverlust von mindestens 2 Jahren hinnehmen musste. Für Details bitte ich dich, John Bowen direkt zu kontaktieren (einfach über seine Website), er gibt dir sicher nähere Auskunft.

      Weiters erscheint auf GreatSynthesizers demnächst ein Interview mit Bowen – er dürfte auch hier auf dieses Thema eingehen. Bowens Wirken bei Creamware findet in besagtem Interview übrigens ebenso Erwähnung. So ist das “Gesamtkunstwerk Solaris” in seiner Entstehungsgeschichte rund um die vielfältigen und weitläufigen Erfahrungen von Bowen besser ersichtlich.

      Zur Frage der Neutralität. Es wird von GreatSynthesizers kein Anspruch auf Vollständigkeit seiner Testberichte erhoben. Du bist jedoch eingeladen, uns Informationen zu konkreten Vergleichen mit Arturias Origin, Creamwares Noah oder anderen Produkten zukommen zu lassen. Wir werden unsere Testberichte gerne dahin gehend ergänzen und sind natürlich um eine noch “breitere” Sichtweise von Vergleichen dankbar.

  5. Schon ein toller SUPER-Synthesizer … ZITAT: “Der Solaris ist in gewisser Weise ein gesammeltes Aufgebot der markantesten Synthesizer-Bausteine seit 1970. Beispiel Oszillatoren: Minimoog, CEM, Microwave, Prophet-VS, Wav (Samples) … Schließen wir bei den Filtern an: Moog, Oberheim, SSM, MultiMode Filter, Comb Filter, Vocal Filter …” aber – aber… er ist dennoch aber weiter nur ein DIGITALER- und hat eigentlich mit den echten schönen fetten breiten Sounds echter ANALOGER überhaupt nichts mehr zu tun. Es wäre sicher schön gewesen, wenn er VCO VCA VCF gehabt hätte, bei allen seiner weiteren SUPER-FEATURES – samt WAVETABLES – hätte aber sicher dann drei mal so viel gekostet … und dass wäre okay … aber so … kann ich digital auch viel preiswerter und vielseitiger mit REAKTOR 5 & ABLETON & 2 BEHRINGER BCR 2000 weiterarbeiten. Da die alten guten ANALOGEN weiter sehr teuer und teurer und noch rarer werden, hoffen sicher viele Musiker weltweit auf sowas wie: SOLARIS ANALOG VCO VCA VCF. Aber leider digital … hoffen und warten wir weiter auf einen ECHTEN SUPER-ANALOGSYNTH …

  6. Natürlich. Es “wäre” schön. Doch lässt es sich in der Realität wohl offensichtlich nicht in Serie umsetzen. Siehe Schmidt Synthesizer. Und siehe die Entwicklung der Synthesizer Geschichte im Ganzen. Ein Jupiter-8 wäre (mit Index-Anpassung) zum Preis anno 1981 heute gar nicht mehr zu verkaufen. Dazu hat die Musik-Software den Preis schon viel zu sehr nach unten gedrückt. Selbst der Solaris ist mit seinen 3500 Euro ein “Wagnis” in geschäftlicher Hinsicht, für John Bowen meine ich.

    Wünsche nach neuen polyphonen Analogen bleiben wohl wirklich Wunschdenken, es scheint (aus vielen unterschiedlichen Gründen) nun mal so zu sein.

  7. Leider scheint der Solaris schon nicht mehr erhältlich zu sein und ist zumindest in Deutschland bei den großen Anbietern schon nicht mehr im Programm. Sehr schade!
    Eine Möglichkeit einer direkten Order scheint es auch nicht zu geben…

    • Wir haben aktuelle Informationen von John Bowen erhalten. Der Bau der zweiten Auflage des Solaris (die nächsten 100 Stück) dürfte im September / Oktober beginnen. Somit “sollten” zur Weihnachtszeit wieder Solaris Modelle in den Geschäften erhältlich sein. Allerdings sind die Vorbestellungen hoch und die 100 Stück der zweiten Serie sind (weltweit gesehen) nicht viel. Was davon letztlich wirklich den Weg in die Musikgeschäfte schafft, steht damit auf einem anderen Blatt. Bei Interesse (oder genauer: bei Kaufentscheidung) am besten einen Solaris reservieren lassen, bei EMC (deutscher Vertrieb) oder bei http://www.johnbowen.com.

      Viele Grüße …

  8. Theo,
    herzlichen Dank für den Bericht und vor allem für die Sounds. “Bright Strings 2″ (und Poly AT 1) erinnerte mich spontan derart an die schönen Oberheim-Pads auf den Tangerine Dream-Alben “Force Majeuere” , “Thief” und “Tangram”, daß ich diese direkt mal wieder hören mußte :)

    Gruß, Dietmar

  9. Vielen Dank für diesen Test. Ich hatte mich schon lang davor aufgrund Direktvergleiche zwischen polyphonen Klassikern und dem Solaris für den Solaris entschieden. Dass er nur wie ein “guter VA” klingt, entspricht nicht den Tatsachen. Kein Vergleich zu dem oftmals nasalen oder frostigen Gepiepse viel günstigerer Mitbewerber. Hier ist ein Blauwal unterwegs und keine Maus. Er ist der (bis jetzt) am “physischten” klingende VA-Synthesizer. Klangschwere, Tiefe und Wucht waren John Bowen sehr wichtig. Das hört man. Selbst intensivste Modulationen behalten organischen Charakter und driften nicht in digitales Bröckeln ab. In dieser Hardware-Inkarnation hat man endlich wieder einmal das Gefühl, ein richtiges Synthesizer-Schlachtschiff unter den Fingern zu haben und in Herz und Nieren des Synthesekosmos einzudringen. Lediglich die internen Effekte können da nicht mithalten und Osc./Filter-Drift/Random Optionen hätte ich mir noch gewunschen. Aber bei der Klangqualität und diesen Features ist das Kritik auf hohem Niveau.

  10. Vielen Dank für den ausführlichen Test! Meiner Meinung nach der beste im Internet. Nirgendwo, weder auf youtube noch auf der Bowen Seite selber, habe ich Soundbeispiele gehört, bei denen man sich vorstellen kann, was der Solaris alles kann. Ich würde John Bowen echt mal einen Link zu dieser Seite schicken. Die Beispiele auf der offiziellen Seite sind einfach nur schlecht.

    Was mich aber irritiert ist die Qualität der Demos auf der Seite hier. Ich habe den Solaris ausgiebig im Geschäft angetestet, fand die Soundqualität aber eher durchschnittlich. Der Klang ging nicht in die Breite und in die Höhe, wenn ich das mal so sagen darf, war eher flach, irgendwie eindimensional. Ich habe unter anderem einen Access Ti, und der klingt wesentlich näher am Ohr, die Sounds entfalten sich und sind klar, direkt, sowohl druckvoll aus auch weich. Ich war vom Solaris so enttäuscht, dass ich ihn nicht gekauft habe, obwohl ich deswegen extra ins Geschäft gefahren bin. Das lag, wie ich meine, nicht nur an den absolut schlechten Werkssounds, sondern an der Qualität der Ausgabe der Sound selbst. Ich hatte mir übrigens für den Test meinen Lake People G100 Kopfhörerverstärker und meinen Beyerdynamik Kopfhörer mitgenommen um den Klang über die Audio-Out Ausgänge abgreifen zu können, weil ich den bestmöglichen Eindruck von der Soundqualität haben wollte. Aber da klingt sogar jeder 300 Euro VST-Synth besser.
    Wenn ich mir aber hier die Demos anhörer, ist das Klang ganz anders. Wie kann das sein? Ist das Demomaterial nachbearbeitet? Ich kann mir den Unterschied in der Klangqualität sonst nicht erklären,
    Wenn ich die Demos hier höre, tut es mir echt leid, dass ich den Solaris nicht gekauft habe (hätte ihn sogar 300 Euro billiger bekommen…).

    • Hallo Max …

      Das ist schade, ich hätte dir “unbedingt” zum Solaris geraten. Heute mehr denn je, übrigens. Ich denke, es ist der letzte “große” polyphone Synthesizer, der gebaut wurde. Auch ein DSI Prophet-12 wird – wenngleich auch hier ein sehr gutes Instrument zu erwarten ist – den Solaris nicht vom Thron stossen. Die Global Player rund um Yamaha, Roland und Korg (hier noch am innovativsten) bleiben ohnehin weit davon entfernt, wieder einen gut bedienbaren “richtigen” polyphonen Synthesizer in dieser Edel-Klasse anzubieten.

      Die Demos sind ausnahmslos nicht nachbearbeitet. Sie wurden ganz einfach erstellt, indem der Solaris direkt am Computer angeschlossen und in Audacity (kostenlose Recording-Software) aufgenommen wurde. Viel Zeit zum Tüfteln blieb nicht, die Demos sind entweder “live” oder mit Hilfe des internen Solaris Stepsequenzers erstellt. Mit wenigen Ausnahme (z.B. “Vocal Pattern”) kamen nur selbst programmierte Sounds zum Einsatz. Sehr überraschend, dass sogar beim Solaris die Werkspresets im Großen und Ganzen “nicht” das Potenzial des Instruments aufzeigen, oder sagen wir: nur in kleinen Ansätzen.

      Und ja, die Audio-Qualität ist über alles erhaben. Vielleicht ergibt sich noch die Möglichkeit, dass du einen Solaris bekommst. Vor einem Monat gab es einen auf eBay Deutschland. Ich möchte dieses Instrument jedenfalls nicht mehr missen …

      • Danke für die Antwort!
        Dann muss ich nochmal die nächste Gelegenheit nutzen und einen Solaris antesten. Die Demos hier begeistern mich schon sehr :-)
        Ich habe noch eine Frage zu dem Argument, der Solaris sei in seiner Eigenschaft ein Instrument zu sein, den VSTs oder anderen Synthesizern überlegen. Ein Argument, das ich sehr gut nachvollziehen kann, da der Spieltisch mit allen Knöpfen und Reglern der Analogsynthesizer einen wesentlichen Anteil am Zustandekommen der Sounds resp. der damit gemachten Musik hat, und mich die VSTs der gleichen Analogsynthesizer total uninspiriert arbeiten lassen.
        Was genau macht den Solaris als Instrument aus? Von der Haptik her fand ich den Solaris jetzt nicht so ansprechend. Die Tastatur ging in Ordnung, die Regler hatten aber nicht den Widerstand, den ich als angenehm bezeichnen würde, die Displays erinnern doch sehr an DX-7II Zeiten, die Lackierung fand ich zu sehr mausgrau und innerhalb von 80 Minuten ist der Solaris 3 Mal abgestürzt. Warum ich diese Unwichtigkeiten wie Lackerierung etc. aufliste hängt damit zusammen, dass, wie ich finde, ein JD-800 beim bloßen Draufschauen schon die Mundwinkel noch oben wandern läßt.
        Wäre denn z.B. der Reaktor mit einem professionellen Kontroller nicht auch ein Instrument, wie der Solaris? Da ich den Solaris nicht besitze, kann ich eben nur spekulieren, was ihn als Instrument auszeichnet.
        Und: ist der Preis eigentlich gerechtfertigt? Als ich neulich Spectrasonics Omnisphere ausprobiert habe, war ich richtig begeistert. Und da mußte ich wieder an den Solaris denken. Der kostet 10x soviel.
        Ferne wüßte ich gerne, wie modular der Solaris wirklich aufgebaut ist, im Vergleich z.B. zu NIs Reaktor. Ist die Modulationsmatrix komplexer als z.B bei einem Virus Ti?
        Auch wüßte ich gerne, ob man sagen kann, dass der Solaris einen “eigenen” Grundklang hat. Ich habe kein Interesse mehr daran, dass ich im Jahr 2013 den x-ten Sound, der einen Oberheim, Moog, Prophet etc. nachmachen soll, in Geräten verpackt serviert bekomme, die von ihrem Grundklang her selbst vollkommen austauschbar sind. Ich finde, dass ein JD-800 klingt wie ein JD-800. Man kann hören, wenn er irgendwo eingesetzt wird. Auch der Virus Ti klingt wie ein Virus Ti, und nicht wie ein Korg, Roland oder Yamaha. Das Gleiche gilt auch für einen Spektralis. Ein Synthesizer wird für mich erst zu einem richtigen Instrument, wenn er einen “eigenen” Sound hat. Als Reproduktionsmöglichkeit 30 Jahre alter Technik interessiert er mich gar nicht.
        Hat der Solaris einen eigenen Klang?

  11. … da kann ich in einigen Punkten antworten, in anderen nicht.

    – Haptik: Die Haptik ist “gut”. Nicht ausgezeichnet, das ist korrekt. Wobei man differenzieren muss. Die Tastatur ist eine der besten, die man bekommen kann … leicht aufgeraut und etwas “gewichtet”, wie anno dazumal beim Waldorf Wave. (Nicht eine dieser aalglatten und fast zu leichtgängigen Standard-Fatar Tastaturen, die man aktuell überall in den Instrumenten bekommt.) Die Potis gehen relativ leicht, korrekt, sind aber Endlosregler und arbeiten sehr präzise, wackeln auch nicht. Die Displays sind hervorragend, meine persönliche Meinung. Erleichtern den “Workflow” ungemein und machen das Instrument / die Bedienung rund. Kleiner Schwachpunkt sind die Wheels, die manchmal nicht exakt in ihrer Öffnung positioniert sind. Externes Netzteil nicht ideal, wie im Test beschrieben.

    – Mein Solaris ist in 1,5 Jahren 1x abgestürzt. Und 1x hat er “nicht” sofort gestartet. Sonst extrem zuverlässig und von daher alles bestens.

    – Reaktor, Omnisphere … da bin ich der falsche Ansprechpartner, ich habe nicht “einen” Software-Synthesizer im Haus.

    – Preis/Leistung? Nun, das ist schwer einzuordnen. Punkto Hardware ist “im” Solaris nicht allzu viel drinnen. Doch die Sound-Engine, die Programmierung und Umsetzung des Instruments ist hervorragend. Und die hat jahrelange Arbeit gekostet. Die Hardware ist “gut” bis “sehr gut”. So sehe ich den Preis zumindest als “nachvollziehbar” an. Omnisphere ist ein kleines Software-Paket, mehr nicht. Im Gegenteil: Dort finde ich 500 USD für die tausendste Kopie einer Software sehr viel. Klar, auch hier steckt eine Menge an Programmierung drinnen … es lässt sich also so nicht über den Kamm scheren. In Anbetracht seines klanglichen Repertoires und seiner fantastischen Dynamik finde ich die 3500 Euro für einen Solaris ausgewogen. Eine persönliche Meinung, klar.

    – Eigener Grundklang? Ja, absolut. Der liegt weniger in der Ecke einer bestimmten Klang-Farbe denn mehr in der Klang-Komplexität und in der (wirklich unglaublichen) Dynamik. Oberheim, Moog, etc … das ist kein Maßstab, auch wenn man über CEM Emulationen und Minimoog Filter (Nachbildung) die Vintage Klassiker grundsätzlich thematisiert. Doch das, was beim Solaris rauskommt ist das Ergebnis einer unglaublich vielschichtigen und komplexen (aber sehr wohl zu bedienenden) Klangarchitektur. UND es sind die Performance-Controller (ganz besonders der Joystick, der doppelte Ribbon sowie die ganz hervorragende Tastatur), die die Gestaltung und Ausdruckskraft des Solaris nochmals deutlich steigern. (Ich bezweifle, dass man über eine Software-Masterkeyboard Lösung zum selben – perfekt abgestimmten – Ergebnis kommt.)

  12. Hallo Theo!
    Ich hatte viele “alte” Polyphone Analoge Synthesizer, (z.B.:Roland Jupiter 6, Jupiter 4, Korg Polysix, Monopoly, Prophet 5, …u.v.m.) die ich eben wegen diverser Probleme (Stimmenverlust, Ersatzteile schwer zu bekommen…) alle verkaufte. Nun besitze ich einen Virus TI2, Vermona Perfourmer MKII, Prophet 08PE, und einen Evolver. Nun stellt sich mir die Frage, ob es noch Sinn macht, mein “Setup” mit einem Solaris zu bereichern? Ich bin kurz davor mir einen zu bestellen,… denn die Klangbeispiele sind wirklich ausgezeichnet!!! Danke! LG, Martin

    • … hallo Martin! Ohne “eine” Sekunde zu zögern: Ja. Es lohnt sich. Der Solaris ist eben der Solaris. Einzige Voraussetzung: Du programmierst gerne, bist im Idealfall mit der Bedienung eines Oberheim Xpander / Matrix-12 vertraut (wenn nicht, auch kein Problem) und bist daran interessiert in beinahe modularer Weise Klangbausteine zu verknüpfen. Soll heißen: Für gewöhnliche Sägezahn-Filter-Auf-Zu Klänge ist der Solaris zu schade, das (und etwas mehr) erledigen viele Polyphone. Ich denke der Solaris ist insofern ein Instrument für’s Leben – bzw. für einige Jahrzehnte – als er durch die zahlreichen Klangbausteine und eben deren (fast) modularen Verknüpfungsmöglichkeiten den Aufbau eines sehr eigenständigen und vielseitigen Klangrepertoires erlaubt. Nochmals der Hinweis: Die Werksklänge zeigen “nicht” (nur sehr bedingt) das Repertoire des Instruments. Aber Programmieren ist am Solaris ein Genuss … und wenn man hier musikalische Erfahrung, ausreichend Vorstellungskraft und experimentellen Forschungsdrang mitbringt, ist es ein Instrument, das sehr viel künstlerische Genugtuung erlaubt und damit wohl zum Zentrum im Studio werden dürfte. Ich werde gegen Ende des Jahres meine Solaris-Soundfiles zum kostenlosen Download auf GreatSynthesizers geben. Sie könnten ja durchaus als Basis für eigene Kreationen hilfreich sein. Da die Verwaltung des Solaris über die CompactFlash Karte erfolgt, ist das Verwalten und Kopieren der Klänge am Computer auch äußerst einfach. Viele Grüße …

  13. Hallo Theo!
    Ich habe bereits vor 2 Tagen Kontakt mit EMC aufgenommen,… Zitat: “Ja wir werden in Kürze mit der Produktion der Solaris beginnen. Die Geräte sollten in 6-8 Wochen fertig sein, mit etwas Glück vielleicht schon früher.” Ich habe bereits über mein örtliches Musikgeschäft die Bestellung in die Wege geleitet, und kann es natürlich kaum noch erwarten! Nie zuvor hatte ich ein Instrument bestellt, ohne vorher darauf gespielt oder damit gearbeitet zu haben…! Ich finde es toll das die Produktion nun von der Deutschen Firma HMT Rüffel übernommen wurde, somit ist die Hardware, (ich glaube es jetzt schon sagen zu können) ausgezeichnet! Vielen Dank! LG, Martin

    • Hallo Martin

      Ja, das ist zu erwarten (gute Hardware bei HMT Rüffel). Die Vorgängerfirma war diesbezüglich etwas problematisch. Schön, wenn die Produktion des Solaris vorangeht. Das Instrument hat Anerkennung verdient und wird dir im künsterlischen Bereich exzellente Ergebnisse liefern …

      LG Theo

  14. @ Martin
    Hallo!
    Den Solaris bestellen ohne ihn vorher gespielt zu haben, das ist mal Einsatz! :-) Bisher traue ich mich das nicht. Vor allem weil ich ihn im Geschäft angespielt habe, und er mir gar nicht gefallen hat. Was aber sicher an den Werkssound gelegen hat, denn die Soundbeispiele auf dieser Seite finde ich einfach nur großartig.
    Ich habe unter anderem auch den Ti2, und stelle mir den Solaris als optimale Lösung vor. Denn, soviel kann ich sagen, beim Anspielen des Solaris im Geschäft dachte ich, dass die Sounds von einer Art und Weise sind, wie der Ti2 sie nicht produzieren kann.
    Ich stand letztes Jahr übrigens kurz vor der Anschaffung des Polyevolvers, aber, genau wie bei Solaris, fand ich dessen Klangqualität zu flach. Vergleichen mit einem Virus Ti. Würdest Du das bestätigen? Oder würdest Du sagen, dass die Soundqualität beim Evolver gleich gut ist wie beim Ti?
    Könntest Du, solltest Du den Solaris erhalten haben, hier kurz Deine Eindrücke wiedergeben? Es würde mich wahnsinnig interessieren, wie Du ihn beurteilen würdest. Auch im Vergleich zur Soundqualität des Ti.
    Vielen Dank!
    Max

    • Hallo Max!
      Ich habe sehr viele Testberichte, Meinungen und Soundbeispiele über den Solaris gelesen und gehört. Auch John Bowen ist eine Persönlichkeit, welcher auf mich einen sehr guten Eindruck hinterlässt. Für mich ist neben dem Klang, ebenso die Verarbeitung ein wichtiger Punkt. Die Firma HMT Rüffel produziert unter anderen auch den Virus TI2,… ausgezeichnete Hardware!
      Die Klangqualität des Evolvers ist meiner Meinung nach sehr gut! Es ist ebenso ein Synthesizer mit Charakter, welcher viel gespielt werden soll und muss! Auch hier zeigen die Werksounds nicht wirklich das Potential welches in diesen Instrument steckt. In Verbindung mit dem 16×4 Sequenzer lassen sich viele außergewöhnliche Klänge erzeugen, welcher der VirusTI2 wiederum so nicht kann. Ich kann zur Klangqualität beider Instrumente nur gutes berichten, eben Synthesizer mit eigenständigen Charakter! Nun hoffe ich, dass es mir beim Solaris ebenso ergeht. Ein Synthesizer welcher mir neue Möglichkeiten der Klanggestaltung öffnet…
      Du hörst von mir!
      LG, Martin

  15. Hallo Max!
    Anfangs dieser Woche bekam ich den Anruf, der Solaris wurde zugestellt. Ich konnte es kaum erwarten, (so wie es wohl jeden ergehen würde) DIESEN Synthesizer abzuholen!
    Die Verarbeitung ist mit einem Wort: Ausgezeichnet!
    Die beiden Räder, der Joystick, der Ribbon Controler, die Knöpfe und letztendlich die Tastatur, sehr, sehr gut!!!
    Die Encoder sprechen schnell an und zählen mehr zu den “leichten” ihrer Art, doch ebenso Qualität auf sehr hohen Niveau!
    Die Bedienung ist meines Erachtens sehr Benutzerfreundlich und logisch aufgebaut. Man bedenke, die Anzahl der verfügbaren Parameter – über 1250!
    Diese Leistungsfähigkeit und Flexibilität spiegelt sich auch im Klang!
    Für mich ist der Solaris einer der besten, neuen Synthesizer welche zur Zeit erhältlich sind!
    LG, Martin

  16. Erst mal muss ich sagen: Super Bericht. Tolle und wirklich kreative Soundbeispiele.

    Zu den vielen, ach so kritischen Kommentaren: ich höre da jede Menge – hab ich nicht, muss schlecht sein – heraus. Ziemlich nervig. Wer Ohren hat, kann nicht leugnen, dass es sich hier um einen unglaublich spannenden und vielseitigen Synthesizer handelt. Ich besitze unter anderem einen Origin und einen Waldorf XT und kenne beide ziemlich gut. Aber soundmässig kommen beide nicht an den Solaris ran. Sobald es geht, werde ich einen haben. Ich finde es borniert, John Bowen’s Meisterwerk so abzutun.

    • … ja, im Moment sehen die Entwicklungen rund um den Solaris sogar “sehr gut” aus. Das Instrument ist wieder regelmäßig lieferbar (direkt über John Bowen’s Website oder in Deutschland bei Hieber Lindberg in München) und die Qualität der Fertigung ist mit den neuen Serien endlich so, wie sie (in allen Belangen) von Anfang an hätte sein sollen.

      Ich habe mir 2014 einen zweiten Solaris gekauft (einen weißen, schön!) und kann den Vergleich zur ersten “limited Edition” Serie von 2011 ziehen. Der neue Solaris ist 1A verarbeitet, auch die Werkspresets wurden verbessert und das Handbuch gibt es nun gebunden :o)

      Musikalisch ist dies nach wir vor “der” polyphone Synthesizer der letzten (und wohl auch kommenden) Jahrzehnte … Natürlich soll jeder Interessierte seine eigenen Entscheidungen treffen (daher sind kritische Kommentare auch “immer” zu erwarten), doch ich weiß: Dieses Instrument ist ein Lebenswerk und ein Lebensbegleiter – nicht nur für John Bowen, sondern auch für jeden, der den Solaris besitzt …

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