GeneralMusic GEM S2 / S3
– die vergessenen Workstations

Die Sache beginnt ganz unscheinbar. “Der Generalmusic S2 Synthesizer ist eine echte Geheimwaffe” hört man es hinter vorgehaltener Hand. Dann ist wieder längere Zeit Pause, bis erneut viel versprechende Aussagen in Synthesizer- und Studio-Kreisen auftauchen: “GEM S2 und S3 gehören zu den besten Masterkeyboards, die es gibt!”, “Polyphoner Aftertouch”, “Geniale Sounds”… und so weiter und so fort. Wenn Gerüchte gar nicht abreißen, dann macht es die Sache wirklich spannend …

GeneralMusic S3 Turbo

Kurz, wer mit den Bezeichnungen S2 oder S3 wenig anzufangen weiß: Es sind exzellente Vertreter der S+S (Sampling + Synthesis) Kategorie, die man zwar als Workstations bezeichnen könnte, denen aber der Begriff des Synthesizers noch deutlich besser zu Gesicht steht. Es sind fantastische Instrumente, beachtlich im Konzept und besonders hervorzuheben in ihrem ausdrucksstarken (kreativen) Klang.

Wer also neugierig geworden ist und sich auf die Suche nach einem S2 oder S3 machen sollte, der hat mehrere Möglichkeiten.

S2 oder S3 – die Suche beginnt

Naturgemäß findet man die meisten S2 / S2R / S3 in ihrem Heimatland Italien. Doch Geschäfte in Italien zu machen, das ist so eine Sache für sich. Es bedeutete kryptische Emails auf Italo-Englisch verfassen oder gar Telefongespräche mit (meist sehr redseligen) Synthesizer-Enthusiasten im Süden Europas führen, die sich den Merksatz “Non parlo bene l’Italiano!” einfach nicht zu Herzen nehmen. Solche Unterhaltungen beginnen meist mit einem trügerischen englischen Willkommensgruß (“Hello“), der direkt in ein ausschweifendes Gespräch rein italienischen Naturells übergeht.

GeneralMusic S3 Turbo

Ich spreche hier aus eigener Erfahrung, man kann nun zustimmend nicken oder einfach den Kopf schütteln: Italienische “Deals” sind so eine Sache für sich. Langsam dringen sogar IBAN und BIC als Begriffe der Banksprache in den Süden vor, was aber nichts daran ändert, dass die italienische Post ein mitunter merkwürdiges Zustellverhalten auszeichnet. Von Speditionen ganz zu schweigen, die dem bloßen Versand eines bescheidenen Roland R-8 Drumcomputers schon den nochmaligen Instrumentenwert abverlangen würden.

Greift man schließlich zur Eigeninitiative und versucht das Land mit dem Auto zu bereisen, werden die eingesparten Versandkosten schnell durch ansehnliche Autobahngebühren ausgeglichen. Weicht man nun – in Zeiten von GPS kann man es wagen – auf die mangelhaft gewarteten Landstraßen aus, zerlegt sich das Auto in erstaunlich kurzer Zeit durch Einwirkung von Schlaglöchern und auf der Fahrbahn liegenden Metallteilen ganz von selbst.

Doch wozu gibt es die Eisenbahn? Preismäßig sehr zu empfehlen, allerdings in Hauptreisezeiten durchaus mit Platzmangel und dem einen oder anderen für Erregung der Gemüter sorgenden sciopero (Streik) verbunden. Auch kommt man selten exakt dorthin wohin man eben will, denn die schönen Instrumente gibt es nicht immer nur in Rom oder Florenz, sondern auch mal in kleineren Orten, dort oben hinter den Hügeln, wo zwischen Mittag und frühem Abend die Siesta den Lebenswandel dominiert.

Damit bleibt man also besser gleich zu Hause und sucht den gewünschetn Synthesizer im heimatlichen Raum, denn mit etwas Geduld wird man auch bei uns fündig. GEM S2, S2R und S3 sind – ob in der Turbo-Version oder nicht – immer wieder und nach wie vor erstaunlich günstig zu haben! Ab 250 Euro ist man dabei, was in Anbetracht des klanglichen Ausdrucks und der technischen Möglichkeiten in der Tat geschenkt ist.

GeneralMusic

GeneralMusic – der (einstige) Keyboard Gigant

GeneralMusic war neben Ketron (Solton) der einzige italienische Keyboard-Gigant, den es bis vor kurzem noch gab. Und in seinem Bauch befanden sich viele kleinere Marken, die wir nur zu gut kannten (und nach wir vor kennen). So wurde ELKA 1988 von GEM (ab 1994 “GeneralMusic”) übernommen. Einige Jahre früher musste bereits Crumar das Pförtchen schließen und wurde von LEM geschluckt, LEM ging dann ebenso in Generalmusic über, und so ergab sich eine Zusammenführung aller drei Marken GEM, LEM und ELKA. GEM war mit Digitalpianos, Portable Keyboards und Workstations vertreten. LEM deckte den Bereich Beschallung (Power-Mischer bis PA-Anlagen) ab, während ELKA Orgelmodelle und Masterkeyboards mit nach wie vor gutem Ruf in das Unternehmen brachte.

Mit Zeitpunkt der S-Serie in den frühen 90er Jahren hatte GeneralMusic ca. 500 Angestellte in fünf Fabrikationsstätten. Alleine in der “Research and Development” Abteilung waren 25 Mitarbeiter beschäftigt. So wurden z.B. für die S-Serie vier verschiedene Custom-Chips entwickelt. Übrigens gilt der Rheinländer Jürgen Schmitz als “Vater der S-Serie”. Er hatte schon für ELKA die erfolgreichen Masterkeyboards der MK-Serie entwickelt. Genau betrachtet ist die S-Serie sogar noch eines der letzten Projekte der Firma ELKA, welches bei Übernahme durch GeneralMusic sozusagen im “Frühstadium” in die Hände der neuen Eigentümer gefallen ist. GeneralMusic hat das Konzept der S-Serie dann weiter entwickelt und zur Produktionsreife gebracht.

GeneralMusic S3 Turbo

2007 definierte GeneralMusic seine Produktpalette großteils in Richtung Arranger-Keyboards, Multimedia Workstations und E-Pianos. Doch es gab immer wieder Ausflüge in die professionelle Synthesizer Szene. So z.B. mit dem 1999 erschienenen GEM Equinox. Wobei ich mir den kurzen Hinweis gestatte, dass die Equinox Serie trotz aller Ähnlichkeit zur S-Serie „nicht“ so inspirierend und überzeugend ist. Vor allem betreffend der Klänge bzw. der originellen Auswahl an Sounds sind S2/S3 wunderbare Instrumente. Bei den Equinox-Instrumenten wurde der Fehler begangen, sich zu sehr an Main-Stream Sounds zu orientieren. Die unendlichen (und in vielfachen Variationen vertretenen) Klavier-, Gitarren-, Bläser- und Standard-Bass Sounds sind nun mal in jeder Workstation zu finden. Nicht so jedoch in der GEM S-Serie, deren Schwerpunkt (auch) sehr stark auf künstlerischem / kreativem Klangmaterial liegt.

GeneralMusic hat inzwischen Insolvenz angemeldet, was sehr schade ist. In dem Unternehmen steckte viel Know-How und wir verdanken der Firma einige ganz exzellente Synthesizer (S-Serie, Equinox) bzw. ebensolche Masterkeyboards (wie etwa das Promega Stagepiano).

GeneralMusic Equinox Pro 88

GeneralMusic Equinox Pro 88

Die S-Serie – der bescheidene Erfolg

Für GEM war die S-Serie Anfang der 90er Jahre – wie schon angedeutet – kein großer Erfolg. Nach dem Turbo Update verlor das Unternehmen schnell Interesse an der professionellen Synthesizer-Linie. Die technische Realisierung des polyphonen Aftertouchs beispielsweise war sehr aufwendig und dieses Feature letztlich unter den Musiker zu wenig gefragt. Ein Grund lag sicher in der der etwas schwierigeren Spielweise von gezielt polyphonem Tastendrücken, was die spieltechnischen Fähigkeiten mancher Keyboarder überstieg.

Der Support zur S-Serie wurde also bald eingestellt, was der Firma in Folge wiederum herbe Kritik derer einbrachten, die ihr hart erarbeitetes Geld in einen S2 oder S3 investierten. Solch schnellen Sinneswandel war man im Bereich der Profi-Musiker nicht gewohnt, zumal einige PROs das Potential der S-Serie bereits erkannt hatten.

GeneralMusic Equinox Pro 88

Das Display des Equinox ist kleiner als das der S-Serie

Music Processor

Bei der S-Serie handelt es sich um so genannte Music Processor. Im Grunde eine erweiterte Workstation, ist das Konzept typisch für die 90er Jahre: Synthesizer, Sequenzer, Masterkeyboard in einem Stück. Durch den starken Sequenzer und die umfangreichen Midi-Schnittstellen kann man S2/S3 sogar als reine Midi-Datenzentrale im Studio nützen, ohne die interne Klangerzeugung überhaupt in Anspruch zu nehmen. Die Kombination von Workstation, offenem Betriebssystem (MIOS genannt) und Midi-Zentrale ergibt als Ganzes den Music Processor.

Mit dem “Multi Tasking” Betriebssystem versuchte GEM außerdem, dem User möglichst intuitiv und flexibel Zugang zum Potential der Geräte zu verschaffen. Performance Controller erlauben das Editieren in “Real Time”, ausreichendes Sample-Material und die beiden 2Pole 12dB (in Summe klangliches 4Pole 24dB Resultat) State Variable Multimode-Filter sorgen für einen gar nicht so schlechten Grundklang. Zwei unabhängige Effekt-Units dürfen natürlich nicht fehlen, und weil man schon mal ganz oben in der Liga spielen möchte, gibt es auch noch polyphonen Aftertouch samt Release (!) Velocity. Frei programmierbare Wheels bzw. ebensolche Pedal-Eingänge (als Switch- oder CV-Eingang zu nützen) und zwei komplett unabhängige Midi-Trios sowie Einzelausgänge braucht man da schon gar nicht mehr zu erwähnen. 16 stimmige Polyphonie (Turboversion: 32) bei 16-fachem Multimode und 350 ROM Sounds (Turboversion: 500) sind ja zudem selbstverständlich.

GeneralMusic S3 Turbo - Music Processor

GeneralMusic S3 Turbo – Music Processor

Äußeres

GeneralMusic hat sich alle Mühe gegeben, die S-Serie Gerät auf allen Ebenen professionell zu entwickeln. Die Plastikchassis der Keyboards ist mit einem speziellen, widerstandsfähigen und gummiartigen Material überzogen. Dies bringt Vor- und Nachteile. Einserseits liegt das Instrument, einmal unter den Arm geklemmt, sehr gut in der Hand. Und es sieht elegant aus – anthrazitfarben und edel. Der Nachteil ist, dass genau dieses Material Schmutz und vor allem Fettflecken (von Schokoladenfingern beispielsweise) leichter aufnimmt als unbeschichtetes Hartplastik oder Metall. Dann bekommt die elegante Oberfläche nämlich doch schnell ein mitunter fleckiges Aussehen, vor allem dort, wo man das Instrument regelmäßig in die Hand nimmt oder berührt (auf den eingebuchteten Seitenteilen und z.B. im Bereich der Wheels bzw. Slider).

Die Verarbeitung der Instrumente und ihre Zuverlässigkeit sind im Großen und Ganzen gut. Ich hatte die Gelegenheit, einen für GEM Deutschland jahrelang tätigen Servicefachmann kennen zu lernen. Lothar Jenske gibt ein sehr positives Urteil der Instrumente ab: “… das S2/3 geht kaum defekt.” Wie bei allen technischen Geräten gibt es natürlich dennoch auch hier unangenehme Ausnahmen. Ein S3 User schrieb 2002 in einem Forum: “Also, mir ist beim letzten Gig mein GEM S3 abgeraucht. Das Publikum hielt es für `nen Pyro-Effekt, aber ich fand es nicht so lustig”.

GeneralMusic S3 Turbo

Das neonbeleuchtete Display ist außergewöhnlich gut zu lesen

Neben der stabilen Verarbeitung ist das großzügige Display ein echter Pluspunkt. Es handelt sich um ein grafikfähiges Flüssigkristall-Display (240×64 Punkte) mit Neon-Hintergrundbeleuchtung (Originalwortlaut des Manuals). Es ist in das Chassis des Instruments versenkt, damit die kleinen Tipptaster an der Frontplatte optisch so nah wie möglich am Display angebracht werden konnten. Die Neonbeleuchtung mag in symphatischer Weise nach italienischem Drang zu Superlativen klingen, doch es stimmt: Das Display ist extrem hell und sehr gut lesbar. Weiters kann es in seinem Kontrast natürlich exakt an den persönlichen Sichtwinkel angepasst werden.

Die beiden Wheels sind futuristisch anmutende Jojo-Bälle, die angenehm aufgeraut sind und gut in der Hand liegen, die jedoch zuweilen aber auch gerne etwas am Gehäuse schrappen, wenn das Instrument nicht so gut behandelt wurde oder sich die Achsen der Räder etwas verschoben haben.

GeneralMusic S3 Turbo

Die etwas eigenwilligen Handräder …

Auch die Fader und Tipptaster sind von guter Qualität. Manche der Taster sind allerdings sehr klein, was eine genaue Bedienung der Elemente erforderlich macht.

Schließlich noch das echte Highlight – die Tastatur. Sie ist möglicherweise etwas stark gewichtet, aber dennoch exzellent! Dies ist nun klarerweise persönliche Geschmacksache, doch betreffend Gewichtung gibt es einen unleugbaren Zusammenhang zwischen dem hochwertigen Keyboard und einem dementsprechend nuancierten Spielgefühl. Generalmusic jedenfalls hat seine S2 und S3 Synthesizer mit einer sehr maskulinen, griffigen 61- bzw. 76- Noten Tastatur versehen. Für PC/MAC-Puristen, deren “Keyboard” die Maus und der Bildschirm sind (oder ein 2 1/2 Oktaven Midi-Controller) mag dies keine Rolle spielen. Für Live-Player ist es jedoch ein entscheidender Punkt. Die Tastatur des S2 bzw. S3 hat zudem polyphonen Aftertouch mit Release Velocity!

Der Vollständigkeit halber hier noch kurz die technischen Daten zu Abmessung und Gewicht der S-Instrumente:

  • S2: 1055x116x350 mm, 16 kg, 61 Tasten Keyboard
  • S3: 1267x116x350 mm, 18,5 kg, 76 Tasten Keyboard
  • S2R: 434×132,5×276,5 mm, 7,3 kg, Rackversion

Turbokit

Es wurde namentlich schon vorweg genommen, doch hier die Details zur Turbo-Version der S-Serie. Da es bei Veröffentlichung der Instrumente sofort einige herbe Kritikpunkte gab, nahm man sich bei GeneralMusic die Sache zu Herzen und entwickelte umgehend ein beachtliches Upgrade – das Turbokit.

Die zusätzlichen Funktionen sind:

  • maximal 32-stimmige Polyphonie
  • mehr als 500 ROM Sounds
  • 100 vorprogrammierte Performances
  • Sample Translator 2 integriert
  • verbesserte Sound Edit Funktion
  • verbessertes Disk Management
  • verbesserter Sequenzer

Die guten Neuerungen sieht man jedoch mitunter erst im Detail …

  • Performance Namen werden nun im Display vergrößert dargestellt (sehr angenehm zu lesen)
  • In der Display-Seite gibt es eine neue Funktion “Oct Up” und “Oct Down” – jenes virtuelle Kipp-Schalterchen der Analog-Ära, das wir zum Transponieren der Tastatur so schätzen
  • Der LFO kann zu MIDI synchronisiert werden (!). Das ist hervorragend, denn sogar bei nicht wenigen aktuellen Instrumenten sucht man diese Funktion oft vergebens.
  • Alle System Exclusive Daten werden nun gesendet und empfangen, und sogar der Demo Song befindet sich mit dem Turbokit im ROM Bereich … und ja, auch Akai S-1000 Samples werden nun gelesen …
GeneralMusic S3 Turbo

Sounds werden in extra großen Buchstaben dargestellt

Alles in allem ist die Turbo-Variante sicher die zu empfehlende Variante der S-Synthesizer. Wenn schon, dann das ganze Paket, im Klartext. Fairerweise muss gesagt werden, dass kleinere Highlights der Klangarchitektur bei der Turbo-Version aber auch auf der Strecke geblieben sind bzw. der erhöhten Polyphonie zum Opfer gefallen sind.

Konkret (Zitat SOLO 4/94): “Weniger schön allerdings, dass im Single-Modus keine LFO-Kontrolle der Filter möglich ist. Der Grund: Im Single-Betrieb arbeiten die Filter nicht mehr dynamisch, weshalb man auch vergeblich nach Filter-Hüllkurven sucht. Ein weiterer Tribut an die erhöhte Polyphonie zahlt der zweite Oszillator, der auf die Tonhöhensteuerung per Hüllkurve verzichten muss. Und auch die Panorama-Steuerung der Single-Sounds unterliegen gewissen Einschränkungen: Zwar ist eine Beeinflussung per Dynamik und Aftertouch möglich, aber auch hier fehlt die Hüllkurvenkontrolle.”

Mit “Single” Mode ist übrigens der “Single Oszillator Mode” gemeint, im Gegensatz zum “Dual XF” bzw. “Dual Osc” Mode. Diese Feinheit ist nun wieder etwas gewöhnungsbedürftig. Ganz konkret beziehen sich die Einschränkungen also nur auf den speziellen Single Mode mit Single Oszillator Einstellung.

Das Manual zum Turbokit hat für sich knapp 100 Seiten – sehr beeindruckend …

Praxis

Da dieser Bericht nicht die leiseste Chance hat, in irgendeiner Weise die S-Serie vollständig zu beleuchten, beschränken wir uns auf einige wenige technischen Details und vor allem den Klang der Instrumente selbst. Für eine genaue Studie des Instrumentes sei der 13-seitige Keyboards Bericht von Claudius Brüse empfohlen!

Das Programmieren von Sounds ist zwar nicht “extrem” intuitiv, aber doch einigermaßen gut gelöst. Begibt man sich in den Edit Mode, hat man schon direkten Zugriff auf alle wesentlichen Klangbausteine …

GeneralMusic S3 Turbo

Die Edit Page

Als Klangbasis dienen 208 Wellenformen, die sich im ROM Speicher befinden. Die Einteilung erfolgt wie meist üblich in Gruppen (Naturinstrumente, Synth-Sounds und Drums). Generell ist die Qualität der Samples großteils sehr gut, allzu viel “unnützes” Material wird nicht mitgeliefert. Der weitere Verlauf der Klangerzeugung ist klassisch aufgebaut und wird nicht im Detail erläutert. Erwähnenswert ist noch das Filter, welches immerhin in doppelter Ausführung und mit jeweils 5 Modi (Lowpass, Highpass, Bandpass, Parametric Boost und Parametric Cut) vertreten ist.

Effekte lassen sich bequem anwählen (es gibt zwei unabhängige Effektblöcke) und sind ebenso von ausreichend guter Qualität, allerdings – und das war schon 1992 ein Kritikpunkt – nur monophonen sind. Das wird höchstens durch den globalen (Stereo) Rotary Effekt sowie durch die Panorama-Steuerung der Sounds etwas ausgeglichen. Äußerst angenehm ist hingegen der Effect Bypass Button. Hier sieht man wieder, dass Generalmusic definitiv mitgedacht hat. Mit einem einzigen Knopfdruck lassen sich die Effekte einfach wegknipsen, und das allzu hallgeschwängerte Soundgemisch wird sofort zum trockenen Signal, welchem man am Mixer noch bequem einen gezielten Schuss externes Delay verpassen kann.

Zum Sequenzer kann ich nicht viel sagen, da mir hier die Praxis fehlt. Prinzipiell handelt es sich um einen 16 Spur Sequenzer, der mit Rafinessen wie Quantize, Track Transpose etc ausgestattet ist. Natürlich können auch externe Instrumente angesteuert werden.

GeneralMusic S3 Turbo

Master Transpose … mit einem Klick

Damit das Leben auch schön einfach bleibt, sind die meisten “ganz wichtigen” Funktionen der S-Serie durch einen eigenen Button vertreten. So z.B. Master Transpose oder die Clock Funktion. Bei vielen Workstations muss man erstmal einige Menüseiten durchsteppen, um zu diesen lebenswichtigen Features vorzudringen. Bei S2/S2R/S3 ist es einfacher: Einmal gedrückt kann man sofort die Tonart oder das Tempo ändern oder betreffend Clock zwischen internal/external umschalten. So soll es sein …

Function Controller

Noch ein paar Worte zu den Slidern. Sie sind natürlich pures Gold, keine Frage. Je nachdem, in welchem Modus man sich befindet, ist ihre Funktion dem entsprechend abgestimmt. Im Multi-Modus dienen sie sozusagen als kleines Mischpult. Jeder Fader bestimmt z.B. die Lautstärke eines Klanges. Einfacher geht es kaum, denn so hat man die Möglichkeit, sehr intuitiv das Mischungsverhältnis der Klänge zu erstellen.

In gleicher Weise kann man außer auf Volume auch auf Attack, Release, Filter 1, Filter 2 und Pan aller Sounds (!) zugreifen. Natürlich immer nur Kategorie für Kategorie. Also z.B. bei Sound 1 das Filter 2 und bei Sound 2 die Attack gleichzeitig zu ändern, das geht nicht. Man muss immer umschalten, um z.B. “jetzt alle Attack Zeiten” zu programmieren. Oder “jetzt alle Pans”. Doch egal, es ist ein direkter Zugriff auf einzelne Parameter aller Klänge, und das im Multimode – nicht schlecht.

GeneralMusic S3 Turbo

Exzellent: Die Fader sind (auf Wunsch) völlig frei zuweisbar

Die Show Funktion erlaubt sogar die Darstellung der Faderbewegung im Display (für alle, die z.B. bei Pan nicht genau wissen, wo jetzt exakt die Mitte des Faderweges liegt). Je nachdem, wie es die Situation gerade erfordert, kann man also “nach Gefühl” oder auch sehr exakt arbeiten.

Schließlich können alle vorgegebenen Kategorien (Volume, Attack etc.) auch komplett neu definiert und zugeordnet werden. Das habe ich zwar selbst noch nicht probiert, aber so steht es im Manual.

Extras

Beim der S-Serie ist ja fast alles irgendwo extra oder besonders. Einige Highlights gilt es dennoch separat zu nennen.

  • Unter General finden sich z.B. nützliche Dinge, wie etwa Scaling. Die Temperatur – also Stimmung – des Instruments kann beliebig festgelegt werden. Von unserer temperierten Stimmung abweichend gibt es z.B. Kirchentonarten (dorisch gefällig?), Chord, 1/4 Tone oder Arabic, um nur einige zu nennen. Der Benutzer kann sogar selbst Stimmungen eingeben und diese auf vier Speicherplätzen ablegen…!!! Das mag nun manche Leser wenig berühren, aber experimentellen Gedanken sind damit Tür und Tor geöffnet. So wie es schon beim PPG Wave 2.2 / 2.3 möglich ist, völlig zusammenhanglose 12-Ton-Leitern zu erstellen, kann man sich auch hier dem Element des Zufalls ausliefern (fast jedenfalls). Oder kein Zufall, eben das Gegenteil – ganz gezieltes De-Tuning. Unsere Ohren sind natürlich keine Vierteltonschritte gewöhnt (außer jene, die regelmäßig den Proben des Kirchenchores beiwohnen), aber gerade das macht die Sache ja spannend und für die meisten musikalisch “neu”
  • Stereo-Out plus vier zuweisbare Einzelausgänge. Das kann nicht schaden

GeneralMusic S3 Turbo

  • Kein Mac/PC User würde jemals den Shortcut Strg+Z oder Apfel+Z vergessen. Der hat schon Leben gerettet, Karriereabstürze verhindert, und… so etwas gibt es bei der S-Serie auch!!! Die Undo Funktion erlaubt es, Arbeitsschritte (die über das Display getätigt wurden) rückgängig zu machen. Auch ein kleines und sehr sinnvolles Detail
  • Mit der Clipboard Funktion lassen sich bestimmte Einstellungen “global” abspeichern und später wieder abrufen. So kann etwa eine komplexe Hüllkurve gespeichert, und zu einem anderen Zeitpunkt quasi als “Preset” – wenn man genau diese Einstellungen wieder braucht – aufgerufen werden
  • Die nun eben erwähnten Hüllkurven können je nach Bedarf bis zu 10stufig sein !!! Bleiben wir klassisch bei ADSR – kein Problem. Darüber hinaus kann man je nach Bedarf beliebige neue Punkte einsetzen und sich sehr dynamische bzw. komplexe Hüllkurven basteln, die natürlich grafisch im Display dargestellt werden
  • Zwei völlig unabhängige Midi-Trios sind selbst heute noch ein gewisser Luxus. So können eingehende Midi Daten entsprechend geroutet werden bzw. kann so der interne Sequenzer entsprechend flexibler nach außen hin kommunizieren

GeneralMusic S3 Turbo

  • Pan darf beliebig moduliert werden – über LFO, Tastendruck, etc… eine schöne Funktion, die selbst heute bei großen Instrumenten nicht immer Standard ist
  • Das Manual ist sehr übersichtlich gestaltet und gut lesbar. Das gilt sowohl für das User’s Manual als auch für das Turbokit Manual

Klang

Damit die Sache auch irgendwo ein Ende nimmt wenden wir uns hiermit dem Klang zu. Was fällt dazu ein? Breiter, voller Grundklang – klar hörbare digitale Filter (nicht die schlechtesten) – Effektanteile der Werkssounds meist zu hoch dosiert – enorm flexibles Klangpotential – schöne Naturinstrumente – extrem lebendige Flächen – keine sehr schnellen Attack-Zeiten – polyphoner Aftertouch für individuelle Sound-Überblendungen – mitunter durchaus stark analoger Klangcharakter – drahtige E-Pianos im Stile der Korg M1 – Synthex Imitat erstaunlich gut.

Zum letzten Punkt “Synthex-Imitat” eine Anmerkung. Natürlich hat es sich GeneralMusic nicht nehmen lassen, den Elka Synthex mit in die Werksprogramme der S-Serie aufzunehmen. Wenn auch indirekt, war der Synthex ja ein “ehemaliges” Produkt des Unternehmens-Komplexes rund um GEM, LEM und eben ELKA. Und erstaunlich – fast ironisch – die charakteristischen Bandpass / Highpass Filtersounds der S-Serie klingen beinahe so gut wie der echte Synthex. Wir haben beide Geräte gleichzeitig getestet und betreffend Klangtiefe hat uns der S3 sogar teilweise besser gefallen. Da wirken dann natürlich einige moderne Features mit – wie Pan-Modulation und anderes – die der Synthex in dieser Form gar nicht aufweisen kann, weshalb ein solcher Vergleich auf jeden Fall höchst problematisch ist. Auch ist das Klangverhalten am Ende (der statische Sound) dann beim Original einfach schöner, den hier entsteht ein gewisses Loop-ähnliches Klangbild beim S3. Das alles ist im unten angefügten Klangbeispiel “Synthex” zu hören. Hierbei beginnt der GEM S3, nach einer kurzen Pause folgt der “echte” Synthex …

Natürlich ist der GEM S2/S2R/S3 Synthesizer kein Ersatz zu einem Elka Synthex. Das geht schon mal rein technisch nicht. GeneralMusic hat ja auch nur einige wenige Samples des Synthex gemacht und diese kommen eben über die (digitalen) Multimodefilter der S-Serie ganz gut rüber. Mehr ist nicht dran. Weder der schöne, runde Synthex-Bass noch die Laserharp werden am GEM S2/S3 zu finden sein – es sei denn man lädt entsprechende Samples hinein. Und selbst dann ist das was hinten rauskommt natürlich nicht der gleiche Klang: Original bleibt Original. Ungeachtet dessen sind GEM S2/S3 musikalisch inspirierende und gut klingende Instrumente, das war der Kern der Aussage.

GeneralMusic S3 Turbo

Manche Bedienelemente sind fast zu klein geraten …

Um den Sachverhalt rund um Klang und Performance abschließend emotional zu schildern: Der S3 Turbo hat sich innerhalb von wenigen Stunden zu einem meiner Lieblings-Keyboards entwickelt. Bezüglich Programmierung und Flexibilität (mit wenigen Einschränkungen) sind zwar Rolands JD-800 und ganz aktuell der John Bowen Solaris die Nummer Eins, aber der S3 bietet wirklich Parole, er macht seine Sache erstaunlich gut. Die maskuline und ausdrucksstarke Tastatur des S3 bringt zusammen mit den sehr lebendigen und effektiven Sounds ein enormes Potential bzw. – ganz wichtig – viel positive, musikalische Umsetzungsmomente mit sich.

Ein mögliches Ergebnis hierzu sei den angefügten Klangbeispielen zu entnehmen, die wiederum höchstens einen kleinen Anteil der gesamten S-Potentials darstellen. Zudem muss ja auch gesagt werden, dass ein gebrauchter S3 (beispielsweise) nur einen Bruchteil dessen kostet, was für den John Bowen Solaris zu bezahlen ist. Vergleiche hinken also immer und in vielfältiger Weise. Ein altbekanntes Problem …

Klartext

Ich würde den S2 / S3 jedem Klang-Enthusiasten (mit guter Spieltechnik) empfehlen, ganz besonders in Anbetracht des sehr günstigen Gebrauchtpreises der Instrumente. 250 bis 400 Euro sind realistisch, häufig werden diese Keyboards auch mit Case angeboten (was angesichts der etwas empfindlichen Chassisbeschichtung der Keyboards kein Fehler ist). Leider muss auch darauf hingewiesen werden, dass so mancher S2 bzw. S3 heute als defekt angeboten wird (bzw. werden muss). Hauptproblem scheint das Betriebssystem zu sein, das bei manchen Geräten nicht mehr korrekt startet.

GeneralMusic S3 Turbo

GEM S3: 76 Tasten mit polyphonem Aftertouch und Release Velocity

Natürlich sind GEM S2 bzw. S3 keine Dream Machines. Durch den sehr umfassenden Aufbau benötigt man einiges an Zeit und Geduld, um sich mit dem Konzept der Geräte vertraut zu machen. Ich denke sogar, es wird einige Monate dauern, um wirklich die nötige Übung und den nötigen Überblick zu erhalten und auf allen Ebenen der Instrumente sehr schnell arbeiten zu können.

Doch im Gegensatz zu vielen anderen Workstations gibt es beim GeneralMusic GEM S2 / S3 eine Menge nützlicher Details der freundlichen Benutzerführung, die diesen Weg erleichtern. Und im Gegensatz zu vielen anderen Workstations wird man bei der GeneralMusic S-Serie musikalisch auch umgehend für die Arbeit belohnt.

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Abschließend noch ein Link von Panu Talus (Finnland), der das Manual der S-Serie, sowie – sehr wichtig! – die Schaltpläne und Disketten-Files zum Download bereitstellt. Danke dafür!

Link: www.uusikaupunki.fi/~patalus/new_stuff/Generalmusic%20S-serie/

33 Gedanken zu “GeneralMusic GEM S2 / S3
– die vergessenen Workstations

      • Es wäre sicher auch wichtig zu erwähnen, dass man bei einem Kauf sofort nach dem Akku schauen sollte, der zum Auslaufen neigt und schnellstens gegen eine Lithium Batterie getauscht werden sollte!

  1. Hi, super beschrieben das Teil. Ich habe meinen heißgeliebten S3 turbo schon seid 1995 oder 96 und werde ihn vermutlich nie abgeben. Hatte schon mal nen Tastaturkontakt defekt. Batterie wurde auch schon erneuert, da kann teilweise sogar die Platine wegätzen, also vorsicht, besser frühzeitig tauschen. Im Moment läuft er allerdings leuchtet nur noch das Display, zeigt aber nichts an. Bin leider kein Radio/Fernsehtechniker um das zu reparieren. Hilfe wäre dringend notwendig.

    Habe eigentlich alles was es an Software für den S2/3 gibt damals gekauft. Die Italiener haben sich richtig Mühe gegeben um aktuelle Chart Songs mit dem S3 nachzubilden. Wer´s nicht glaubt sollte sich mal den Song Ace of Base “The sign” vom S3 anhören.

    Der Gem hat nach wie vor seine Daseinsberechtigung, denn viele seiner Sounds sind einfach sehr druckvoll (Bässe) und er klingt sehr analog und hat Biss.
    Habe sehr viele Songs und Playbacks mit dem Teil produziert.
    Was mich noch reizen würde, wäre der Umbau der Floppy auf so eine pseudofloppy mit USB. Solche Teile werden bei Ebay angeboten zb bei einem Hersteller aus Polen Rotharek und angeblich soll das mit dem S3 funktionieren. Hat da jemand Erfahrung sammeln können?

    Gruß
    Patrick

    • … für den Waldorf Wave und Hartmann Neuron ist mir das bekannt. Und dort dürfte es so weit mit USB (statt Floppy) gut klappen. Aber nähere Informationen zu einer ähnlichen Lösung für die S-Serie wären natürlich sehr gut …

    • Hi Patrick, ich habe vor kurzem erfolgreich auf ein Lotharek USB-SD Laufwerk umgerüstet. Es hat super funktioniert. Man muss lediglich in den Settings die Belegung des PIN34 von “auto” auf “high” umstellen, dann läuft es bestens. Ich möchte es nich mehr missen.

  2. Hallo, ich habe noch einen leicht defekten S2 turbo incl. Koffer günstig abzugeben. Gerätedisplay leuchtet aber zeigt nichts an. Floppy läd meine Disketten nicht.

    Fotos und weiteres auf Anfrage

    • Hallo Patrick. “Leicht defekt” wird in diesem Fall wohl “sehr defekt” heißen, leider. Es bedeutet zumindest, dass das Betriebssystem nicht startet und dass das Floppy-Laufwerk getauscht werden muss. Eventuell ist es vernünftiger, den S2 Turbo als Ersatzteillager zu behalten (falls du noch einen besitzt oder den S3, wie du geschrieben hast). Es ist natürlich immer schade um so schöne Instrumente … LG

    • Hallo Patrick, das Problem mit dem Display hatte ich bei meinem S2 turbo auch. Bei mir war der Akku ausgelaufen und die Säure hatte den Displaystecker verunreinigt. Nach Akkuwechsel und intensiver Platinenreinigung lief er wieder.
      Was willst Du denn für den S2 haben?

  3. Hallo
    Habe einen S2 Musicprocessor von meinem Bruder “geerbt”.
    Leider habe Ich keine Ahnung wie man dieses Ding bedient.Daher würde Ich es zum verkauf anbieten.Bei Interesse bitte melden
    Gruß Jochen (jojo-weyhe@kabelmail.de)

  4. Hallo Theo und hallo Leser,

    danke für den ausführlichen, sachlichen und zugleich emotionalen Bericht. Wollte meine Meinung zu dieser Maschine (S2 turbo) äussern.
    Was das Konzept betrifft, kann ich nur sagen dieser Apparillo ist ein Geniestreich, die Entwickler hatten eine avantgardistische Vision, haben diese (fast) ohne Kompromisse professionell umgesetzt, und dieses Biest geschaffen. Ich glaube dass im Gegensatz zu Ingenieure anderer damaligen Produkten, diejenige bei GeneralMusic selber Musiker und Anwender waren/sind, und von diesem Standpunkt aus die S-Serie gedacht und erarbeitet haben…
    Zum technischen: Alle angepriesenen Eigenschaften bezüglich Aufbau, Controller, Anschlüsse, Midi, SysEx, Routing, Display, Benutzerführung, Modi, die Möglichkeit Waves, Samples, und MidiFiles über Floppy zu laden, kann ich nur bestätigen und schliesse mich der Meinung des Artikelredaktors an. Eine solche Fülle an intelligenten Möglichkeiten in einem Instrument (vor bald 20 Jahren) ist/war erstaunlich. Leider ist keine interne User-Memory vorhanden, alles ist bei abschalten futsch wenn nicht auf Diskette gespeichert, und somit braucht man eigene Sounds und Einstellungen am Anfang jeder Session immer wieder zu laden, das kann etwas dauern… Merkwürdig ist auch das Fehlen eines Arpeggiators… Ûber den Sequenzer kann ich nichts sagen, hab’ ich noch nie benutzt.
    Was die Sounds betrifft, da gehen unsere Meinungen auseinander (ist ja ein subjektives Thema). Für mich sind sie, von wenigen Ausnahmen abgesehen, allesamt schwach, dünn, und manchmal auch einfach billig, aber dafür haben sie einen eigenen Charakter. Für die Einen macht vielleicht genau das den Charme aus… Mit importierten, guten Waves/Samples kann man mit Parameterherumschrauben noch etwas rausholen, aber ich glaube das Kernproblem liegt in den Klangprozessoren, VCOs, VCAs, VFCs, eigentlich schade, so ein intergalaktisches Raumschiff hätte bessere Komponenten verdient.
    Zum Schluss noch ein Wort zu technischen Problemen die seit jeher bestehen: 1) das Dial-Rad funktioniert nicht, es führt nie das aus was ich möchte, bleibt “hängen”, muss alles mit den Knöpfen erledigen. 2) einige Tasten geben die Impulse schlecht/falsch sowohl intern wie auch extern weiter, so ist z.B. die Lautstärke markant von Taste zu Taste unterschiedlich (wirkt sich auch auf externe Midiaufnahmen aus). Wie gesagt, die Sache mit den Komponenten…
    Obwohl ich das Instrument bewundere und bedaure dass es nicht den verdienten Erfolg auf dem Markt und in den Studios hatte, möchte ich es gegen etwas zuverlässigem (und mit 88 Tasten) austauschen.

    fg

    • Die Turbo-Version hat auf der Zusatzplatine die Möglichkeit des Nachrüstens einer RAMdisk, einfach durch Einstecken von 4 handelsüblichen SRAM-Bausteinen 4Mx1 im PDIP-Gehäuse. Es entstehen dadurch 10 RAMdisks (0-9), deren Inhalt man auch automatisch beim Start laden lassen kann, solange sich keine Diskette im Laufwerk befindet
      Details dazu in meinen Artikeln auf http://www.sequencer.de im Thread: “GEM S2 – wo kann man speichern?”

    • … etwas Zuverlässigeres … hm, in dieser Serie wäre dann nur die “Neuauflage” der S-Serie zu nennen, nämlich GEM Equinox … ich habe den Equinox Pro (88 Tasten, Hammermechanik), aber obwohl an sich die Engines der S- und Equinox-Serie sehr ähnlich sind, gefallen mir die Sounds bzw. gefällt mir der Klangcharakter der S-Serie besser. Die Equinox Instrument klingen halt wie jeder (gute) Sample-Player. wobei die S-Serie sehr spezielle, charakteristische Factory-Sounds hat, die S2 bzw. S3 einzigartig machen und gut auf die Controller bzw. Tastatur abgestimmt zu sein scheinen. Doch klar, das ist subjektiv … so “könnte” der Equinox Pro 88 für dich das gesuchte Instrument sein … Oder natürlich ein großer Korg Trinity mit 88 Tasten (Trinity Pro X), dieses Instrument soll ja auch (ich hatte es nie) absolut genial sein … Viele Grüße …

  5. Ich denke derzeit darüber nach, für ein Modifikationsprojekt eine S2 anzuschaffen, die darf auch Defekte haben. Jojo, Patrick, ihr könnt mir Eure Geräte daher gerne anbieten.

  6. Hallo, bin zufällig auf diesen Blog gestoßen.

    Auch ich habe seit vielen Jahren die GEM Equinox Pro, die ich als Masterkeyboard nutze. Seit kurzem allerdings macht eine Taste (A3) Probleme: Leise anschlagen ist ok, etwas fester und sofort ist die volle Lautstärke da. Was natürlich im Zusammenspiel stört. Weiß jemand, wie man die Tast zwecks Nachschauens ausbauen / aushebeln und ggfs. das Tastaturband oder wie das heißt reparieren kann? Hab das Gehäuse geöffnet, aber an der geschlossenen Tastatureinheit bin ich nicht weitergekommen.

    Und da ich ohnehin aus Platzgründen abspecken werde: Hat evtl. jemand Interesse an dem Gerät?
    Viele Grüße

  7. Ich habe eher zufällig den Equinox mit 76 Plastiktasten gekauft, weil ich ein Masterkeyboard brauchte und die Sounds des S3 noch in Erinnerung hatte – speziell die Bläsersounds waren sehr druckvoll.

    Mit den Sounds des Equinox bin ich voll zufrieden. Wenn ich auf der Tastatur vernüftig Klavier spielen könnte, wäre er mein einzigstes Keyboard; so habe ich mir noch einen Clavia Nord electro 4HP gekauft. Die Tastatur ist gut, Klavier und Hammondsounds auch, aber der ganze Rest hat keine Chance gegen den Equinox. Der nord electro ist vom Sound viel zu eindimensional. Kann es nicht anders ausdrücken.

    Meine Usersounds sind im Equinox komplett verschwunden. Wahrscheinlich muss ich die Batterie erneuern. Suche jetzt nach einer Anleitung wie man das macht. Gibt es eine Fachwerkstatt, die in den Equinox eine gewichtete Tastatur einbaut ?

    • Hallo Achim! Davon würde ich absehen (in einen Equinox 76 eine gewichtete Tastatur einbauen). Den großen Equinox Pro 88 mit absolut exzellenter Klaviertastatur bekommt man für ca. 600 Euro am Gebrauchtmarkt. Jeder Umbau eines Equinox 76 würde gleich viel kosten (oder mehr). So ließe sich der Pro 88 als hochwertiges Instrument einsetzen und die 76-Tasten Variante zwecks Ersatzteile bzw. Sounds, etc. sinnvoll als Ergänzung behalten. Beide Instrumente, kurz gesagt. Viele Grüße …

  8. Mich begeistert der polyphone Aftertouch bei meinem S3 Turbo.In Verbindung mit meinem Rodgers MX200 Expander lässt er sich gut spielen, doch suche ich schon länger die Möglichkeit mit Local off die interne Klangerzeugung von der Tastatur komplett abzuschalten, was mir aber leider nicht gelingt, ist auch nicht im Handbuch beschrieben.

    • Hallo Jürgen! Es gibt links neben dem Display einen “Local” Schalter. Wenn du den betätigst, erscheinen im Display links die Sounds / Spuren, aus denen die Performance besteht. Nun kannst du mit den kleinen, dreieckigen Schaltern A, B, C, … diese Sounds / Spuren ausschalten (statt der Note – “klingen” – erscheint ein kleines X nach der Zahl – “nicht klingen”). Damit ist LOCAL OFF und die Tastatur lässt sich nur für externe Sounds nützen … LG

  9. Vielen Dank für den schönen Artikel, ich habe einige Jahre bei GeneralMusic gearbeitet, besonders gut hat man natürlich die Meetings in Cattolica in Erinnerung. Schade, dass die Firma so sang- und klanglos verschwunden ist…

  10. Hallo,
    ich bin erstaunt dass es immer noch treue Fan´s von GEM gibt !!
    Und das mit recht…
    Mein Teil ist zwar noch ein wenig älter, GEM WX2 aber für die damalige Zeit sehr übersichtlich zu bedienen, kein Japan-Teil und klanglich gut.
    Doch die Zeit ist weiter gelaufen…und meine Ohren können die paar Klänge nicht mehr hören. (mache jetzt alles am PC)
    Ich möchte aber doch eine wichtige Frage in den Raum -an die eingefleischten Fan – stellen…bekommt man irgendwie Wav-Dateien umgewandelt um diese ins GEM Keyboard zu importieren/laden ????? wenn da jemand was weis….wäre echt toll.
    Hab mir daran schon die Zähne ausgebissen…denn einige S-Samples hab ich noch auf CD.

    (( das mit USB wird wohl ein Traum bleiben )) dafür gibts ja halt neuere Instrumente z.b. Korg pa2x (yamaha kommt mir immer noch nicht ins Haus!
    Beste Grüsse, Harry

  11. Hallo Zusammen,

    ich hätte einen fast nie gebrauchte GEM (GENERALMUSIC) EQUINOX WORKSTATION zu verkaufen hat daran eventuell jemand interesse ? Gerne erreicht Ihr mich per E-Mail unter

    marcello.g (at) me.com

  12. Suche für meine Bassbox (LEM-15) einen Lautsprecher, der Verstärker
    hat 4 Anschlüsse … Email: concord603dieter (at) t-online (dot) de

  13. Hallo
    Habe ein WX2 (gute 20 Jahre alt) die letzten Jahre kaum eingeschaltet.
    Vor ein paar Wochen startete das Gerät noch ganz normal , jetzt fährt es plötzlich nicht mehr vollständig hoch. Im Display erscheint nur
    WX2 – Work Station .Ist das nun der Anfang vom elektronischen Tod?
    Macht der Austausch der internen Batterie sinn ? Habe gelesen,es hat in einem anderen Fall nichts gebracht. Gibt es die Möglichkeit den Fehler zu finden und das schadhafte Bauteil auszutauschen?
    Wenn ja ,was mag es kosten .Schade ,das WX2 sieht aus wie neu.
    Hat jemand darauf eine Antwort?
    Vielen Dank im Voraus
    Jochen

    • Hallo Jochen. Ehrliche Antwort: Die Batterie dürfte es nicht sein, denn das System sollte natürlich auch so starten. “Wahrscheinlich” lohnt sich eine Reparatur nicht. Man rechne 3 oder 4 Stunden Einsatz eines Technikers … dafür bekommst du die WX nochmals wo gebraucht (und funktionierend) … dann hättest du sozusagen mit deinem defekten Instrument auch noch ein Ersatzteillager für die Zukunft …

      Ist sehr schade, ich weiß. An sich sind das ganz hervorragende Instrumente. Aber bei einem Marktwert von wenigen hundert Euro lohnt sich “Fahrt zum Techniker – Fehlersuche – Reparatur” meist nicht. Zumal sich der tatsächliche Reparatur-Aufwand vorher nicht abschätzen lässt …

      Viele Grüße …

  14. Hallo Theo

    Vielen Dank für die ehrliche Antwort. Habe die Batterie inzwischen ausgebaut,damit sie (leicht aufblühend am Minus Pol) keinen Schaden anrichten kann. Ob die Batterie ihre Aufgabe als Puffer vielleicht nicht mehr ausüben konnte und ein anders Teil deshalb schaden genommen hat ?? Wenn man den Fehler eingrenzen kann! Gibt es überhaupt noch Ersatz ,wenn es ein spezielles Teil sein muss ? Ach ,die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Wahrscheinlich hast du recht. Das Gerät hat wohl einen leichten Schlaganfall wie mein Vater, dem es gehörte und vor drei Jahren verstorben ist.

    Gruß Jochen

  15. Die GEM S3 hatte ich einige Jahre lang. Sie war für mich eine tolle Workstation, solange sie funktioniert hat. Das ganze Bedienkonzept war sehr durchdacht und manches vermisse ich heute noch an moderneren Workstations: Das automatische Laden (hier leider von Diskette) beim Einschalten, die unkomplizierte Zuweisung von einzelnen Tracks zum Sequenzer, zur Tastatur oder dessen Deaktivierung. Damit kann jeder Tastenbereich auf der Klaviatur eine beliebige Anzahl an Tracks ansprechen, ohne dass man dazu die MIDI-Konfiguration bemühen muss. Weiters hervorzuheben sind die Master Transpose-Tasten, wie im Artikel genannt. Auch die (naturgemäß klein geratenen) Kontexttasten links und rechts vom Display ergaben eine sehr stimmige Bedienung, ohne dass ich einen Touch Screen vermisst hätte. Die ausgezeichnete Lesbarkeit der Anzeige kann ich bestätigen. Bei späteren Touchscreens musste ich immer wieder den “Kontrast” nachregeln, beim S3-Display war das nicht nötig.
    Der größte Nachteil der S3 war der Massenspeicher: Disketten mit proprietärem Format (kein FAT). Mittels PC-Software ließen sich die Disketten am PC immerhin in Container sichern, aber nicht direkt auslesen oder gar bearbeiten. Das war letzlich das Todesurteil für meine S3, denn eines Tages ließ sich keine meiner Disketten mehr lesen. Nach einer Reparatur des Laufwerks funktionierte das Abspeichern wieder, aber meine alten Daten wurden weiterhin verweigert. Auch sprach eine Taste auf der Klaviatur zuletzt zu leise an und die Plus- oder Minustasten so gut wie gar nicht mehr. Mein Nachfolger, der Korg Triton, erwies sich als wesentlich haltbarer. Er läuft (mit Flash-Speicher über SCSI) seit 2000 ohne das geringste Problem.

    • … danke für deinen Erfahrungsbericht! Ja, betreffend Alter kommen die Workstations der frühen 90er Jahre langsam an ihre Grenzen. Leider, muss man speziell im Falle von GeneralMusic sagen (ich habe 2x S3 und 1x S2 “zur Sicherheit” :o). Der Klang der S-Serie hat nach wie vor “keinen” Standard Sample-Player-Charakter, doch schon der Nachfolger – die Equinox-Serie – zeigt deutlich weniger Synthesizer-Feeling betreffend Sounds … da ist etwas Spezielles in der S-Serie, das Seinesgleichen sucht.

      Korg Triton ist sicher ein würdiger Nachfolger, da Korg eher noch klanglich innovativ war (mehr als Yamaha beispielsweise), vor allem aber im Performance-Bereich nochmals deutlich zugelegt hat. Doch zugegeben, ich bin “kein” Workstation-Experte … die persönliche Entdeckung von GeneralMusic war eher Zufall.

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