Elka Synthex
– der polyphone Klassiker

Über viele Jahre hinweg hatte ich ein geradezu neurotisches Verhältnis zu diesem Instrument. Der Elka Synthex klang eben wie er klang: Sehr breit, voluminös, beeindruckend kraftvoll … und dann auch etwas zu “klar”, etwas nervend steril, eine Spur Richtung digital …?

Elka Synthex

Elka Synthex

Nachdem sich das undefinierbare Verhältnis zum Instrument nicht besserte, wurden so manche Synthex ge- und alsbald auch wieder verkauft. Ich hatte wirklich sehr viele dieser Instrumente quasi „im Durchlauf“. Erst einige Zeit nachdem der letzte Synthex meine Sammlung verlassen hatte, kamen – beim Durchhören der eigenen Klangbeispiele – die Momente der Besonnenheit und Einsicht: Dies ist ein genial klingender Synthesizer. Ich brauchte ihn!

Sobald die neue Suche nach diesem (nun dringend ersehnten) Analogsynthesizer begann, schien es plötzlich gar nicht mehr so leicht, ihn wirklich zu finden. Letztlich war es aber doch wieder Italien, wo ich in der Region rund um die frühere Elka-Produktionsstätte bei Ancona fündig wurde.

Elka Synthex - Inserat im Jahr 2000

Elka Synthex – Inserat im Jahr 2000

Es wurde eine meiner aufregendsten “Einkaufsfahrten”: Im Morgengrauen und bei Schneegestöber über die Alpen Richtung Süden. Gardasee, Verona, Bologna, immer schön links halten, bei Assisi vorbei, noch ein Stückchen weiter. Dann ein sehr kleiner Ort mit vorgelagerter Industriezone, in der Industriezone ein verlassenes Bürogebäude, dort der Treffpunkt. Fast erwartete ich zwielichtige Gestalten, einem dunklen Auto entsteigend und unaufgefordert meiner Wertsachen habhaft werdend.

Doch weit gefehlt. Der Verkäufer, sehr nett und korrekt, führte mich in ein Büro. Dort lehnte er dann in einer Ecke: Der Synthex. Zwar hatte der Verkäufer während meiner Anreise weitere (und deutlich höhere) Angebote für das Instrument bekommen, doch versprochen ist versprochen und es blieb dabei: Für umgerechnet 600 Euro konnte ich den Synthex mitnehmen. Eine Sternstunde im Leben eines Musikers …

... das markante Logo des Synthex

… das markante Logo des Synthex

Heute zählt der Synthex – meiner sehr persönlichen Einschätzung nach – zu den besten Synthesizern aller Zeiten, ich würde ihn unter die Top 10 einordnen. Sein sauberer und doch druckvoller Klangcharakter ist einmalig, seine DCOs und ganz speziell seine Multimode-Filter sind hervorragend, sein Sequenzer ist schlichtweg perfekt.

Der sehr saubere Klangcharakter setzt den Synthex natürlich in eine bestimmte Schublade. Er gehört nicht zu den analogen „Sägemeistern“, jenen Legenden, die pure analoge Lebendigkeit und beinahe unzähmbare Potenz verkörpern. Der Synthex ist kein Memorymoog, kein Oberheim OB-X, kein Prophet-5, kein Jupiter-8 (der genau genommen ja auch sehr “sauber” klingt) und schon gar kein Yamaha CS-80. Doch von allen Kandidaten wäre mir sein Verlust der härteste. Der Synthex – richtig eingesetzt – verkörpert allerhöchste klangliche Ästhetik …

Elka ..?

Es dürfte allgemein bekannt sein, dass Elka keineswegs der Stern am Synthesizer-Himmel war. Genau genommen gab es da überhaupt keinen Stern, weder vor, während noch nach dem Synthex. Elkas große Zeit waren die späten 70er, als das Unternehmen sehr erfolgreich Orgeln und Multi-Keyboards produzierte. Doch wie auch beim Mitstreiter Crumar kam Anfang der 80er Jahre die Erkenntnis auf den Tisch, dass die großen Tage der Heimorgeln, Hammond-Imitate, String-Machines und Road-Pianos vorbei sei und weitere Standbeine – wie die professionelle Synthesizer-Branche – ein Überleben des Unternehmens garantieren sollten.

Weder bei Crumar noch bei Elka hat dies letztlich geklappt. In den späten 80er Jahren wurden beide Firmen in die GEM Gruppe (GeneralMusic) eingegliedert, die nunmehr (2011) ebenso Insolvenz anmelden musste. 2014 wurde der Rest von GeneralMusic von der finnischen Firma Soundion Oy Ltd aufgekauft, die aktuell die Marken GEM, LEM und Elka innehat. Eine erste Wiedergeburt des Elka Synthex (über Crowfounding) im Jahre 2015 (siehe unten) scheiterte allerdings.

Elka Synthex - hochwertige Hardware, auch heute noch

Elka Synthex – hochwertige Hardware, auch heute noch

Zurück nach Italien in die Mitte der 80er Jahre. Crumar war bei Markteinführung seiner analogen (MIDI) Synthesizer um 1984 immerhin vorsichtig genug, die Instrumente unter dem Namen BIT zu verkaufen. Eine weise Entscheidung, das Image als Orgelhersteller außen vor zu lassen: Neue Instrumente – neuer Name. Speziell der Bit 99 verkaufte sich in respektablen Zahlen. Elka hingegen wagte den Sprung ins kalte Wasser und brachte 1983 den Synthex als ELKA Instrument auf den Markt.

Seit dem Niedergang des Unternehmens wird heftig spekuliert, ob dies nicht ein entscheidender Fehler war. Niemand in der Synthesizer-Branche kannte Elka, niemand schien Interesse am 8-stimmigen Analogen aus Italien zu haben, niemand wollte den Synthex. Er war ein Ladenhüter und wurde schließlich bei Produktionsende 1986/87 zu Diskontpreisen „verscherbelt“. Nicht wenige Musikschulen (!) bekamen zu jener Zeit – oftmals wohl nicht wissend, was mit den Instrumenten überhaupt anzufangen sei – einen (oder mehrere) Synthex quasi zum Materialpreis (unter 1000 DM?) angeboten. Aus und raus, schade.

Der Synthex hätte alle Anforderungen eines professionellen Instruments erfüllt, mangelnde Qualität war nicht der Grund des ausbleibenden Erfolges.

Geschichte des Synthex

Auf der Suche nach einem guten Konzept für einen professionellen Synthesizer wurde Elka Anfang der 80er-Jahre auf einen jungen römischen Ingenieur aufmerksam: Mario Maggi. Er wird als bescheidener, zugleich genialer, schließlich aber auch „zu perfektionistischer“ Elektroniker mit Wohnsitz in der italienischen Hauptstadt beschrieben. Maggi war für den Bau vieler Synthesizer in den 80er Jahren verantwortlich, so auch für den Crumar Bit One oder Bit 99. Elka nützte jedenfalls seine Fähigkeiten, um die Entwicklung des Synthex umzusetzen.

Elka Synthex

Elka Synthex

Interessanterweise wurde nur ein Bruchteil der Konzepte und Ideen Mario Maggis im Synthex verwirklicht. So lässt sich nur erahnen, wie der “echte” Synthex tatsächlich ausgesehen hätte, wären da nicht limitierte Kosten und ein enger Zeitplan seitens Elka als Richtlinie zur Herstellung des Instruments gewesen.

Paolo Groppioni (GRP), ein guter Freund von Mario Maggi, berichtet, dass derselbige schon seit den 90er Jahren an einem Synthex II arbeitet. Doch es ist bedauerlich: Dem „zu perfektionistischen“ Techniker will es nicht gelingen, das Projekt zu einem Abschluss zu bringen. Und dabei wird es (mit großer Wahrscheinlichkeit) wohl auch bleiben …

Zurück in die Jahre 1982 / 1983. Maggi war bei Entwicklung und Bau des Synthex natürlich immer anwesend. Konkret bedeutete dies die tägliche Zugfahrt von seiner Heimatstadt Rom in die Elka Zentrale nahe Ancona – und zurück. Nach ersten Fortschritten erlitt Maggi aber das Schicksal vieler guter Seelen: Elka bezahlte ihn für die Herstellung bzw. Qualitätskontrolle der ersten 100 Instrumente und setzte ihn dann auf die Strasse. Die restliche Fertigung des Synthex erledigte Elka „alleine“ …

Elka Synthex - der geniale Joystick

Elka Synthex – der geniale Joystick

Doch wie bereits erwähnt: Trotz gutem Konzept bzw. gutem Instrument „lief“ die Sache nicht. Yamahas DX-7 eroberte im Sturmlauf die Synthesizer-Märkte und Elka kämpfte mit vielen Problemen. Aus unterschiedlichsten, teils bereits angedeuteten, Gründen:

– Punkt 1: 1983 war mit Erscheinden des DX7 kein gutes Jahr, um einen analogen Synthesizer auf den Markt zu bringen.

– Punkt 2: Elka war am Synthesizer-Markt völlig unbekannt. Wer, bitte, würde sich einen Elka-Synthesizer kaufen?

– Punkt 3: „Wenn der Chorus erstmal ausgeschaltet ist, klingt der Synthex längst nicht so gut wie ein Oberheim“ … so die Kritiker bei Vorführungen des Synthex in den Jahren 1983 und 1984 (was wohl auf die Elka-DCOs – im Gegensatz zu den Oberheim-VCOs – zurückzuführen war).

– Punkt 4: Der Synthex verfügte bei Markteinführung 1983 über kein MIDI und war, gemessen an den neuen Digitalen, mit über 6000 DM verhältnismäßig teuer (obwohl immer noch günstiger als ein Jupiter-8 oder Prophet-5, weshalb diese Kritik letztlich nicht so ganz schlüssig ist. Jupiter und Prophet verkauften sich anno 1983 noch sehr gut).

Wie viele Synthex wurden gebaut?

Das ist schwer zu sagen, da es hierzu keine Statistiken gibt und die verfügbaren Informationen oftmals nicht ganz korrekt sind. Doch die jahrelange Beobachtung des Gebrauchtmarktes (und das Sammeln von Seriennummern) hat interessante Aufschlüsse gebracht.

Zunächst gibt es eine Handvoll (na gut, zwei, drei Handvoll) jener mysteriösen Synthex-Modelle ganz “ohne” Typenschild. Es sind Prototypen bzw. Vorserienmodelle, die vor der Serienproduktion an ausgewählte Musiker oder Handelsvertreter kreuz und quer durch Europa verschickt wurden. Italienische Händler bzw. Synthex-Experten schätzen, dass ca. 20 – 25 Stück dieser Vorserienmodelle gebaut wurden. Techniker warnen jedoch: Diese Modelle weichen teils erheblich von der späteren Serienproduktion ab (Platinen-Layout). So scheint eine nachträgliche MIDIfizierung der Prototypen beispielsweise nicht möglich.

Elka Synthex Serial Numbers by GreatSynthesizers

Damit zur eigentlichen Serie: Es dürfte “keine” Synthex-Instrumente mit Nummern unter 700 existieren (wenn doch, dann bitte umgehend bei mir , vielen Dank). Die niedrigste uns bekannte Synthex-Ser. Nr. ist 705. Wie auch Nr. 710 ist dieses Instrument übrigens für 117V statt 220V ausgelegt und war für den Export nach Übersee gedacht.

Die Produktion des Synthex startete ab 1982/83, natürlich noch im Vor-MIDI Zeitalter. Viele dieser Synthex-Instrumente wurden alsbald von Elka mit der (zuerst noch “leeren”) Computer-Schnittstelle nachgerüstet. Doch selbst die – etwas umständliche – MIDI-Implementierung (über besagte Schnittstelle samt MIDI Break-Out Box) und der spätere fixe Einbau des gewohnten MIDI-Trios direkt im Synthex (bei den letzten ~ 300 Instrumenten) erhöhten die Akzeptanz des Instruments nicht.

Schließlich wurde die Produktion des Synthex bei einer Seriennummer um 1600 (+) eingestellt. Laut Literatur (und den spärlichen, verfügbaren allgemeinen Informationen) im Jahr 1985, doch auch dies dürfte nicht “ganz” stimmen …

Elka-Synthex-SerialNumber-Plaquette

Ser. No. 1420 zeigt “Roberto 13-2-1986″ (Dank an Paul J. für die Info) an der Innenseite, bei Ser. No. 1469 findet man “Roberto 11-12-1986″. Auf diesem kleinen, orangen Sticker wurde – in jedem einzelnen Synthex – der Zeitpunkt der Fertigstellung des Instruments angegeben. Da besagter “Roberto” für die Fertigung bzw. End-Kontrolle aller Synthex-Geräte zuständig gewesen sein dürfte (sein Name taucht überall auf), ist es sehr wahrscheinlich, dass die Produktion bis 1987 oder gar 1988 (Schließung der Firma) lief. Immerhin wurden nach dem 11.12.1986 nochmals ca. 150 Stück gebaut …

Dem Analysieren der Seriennummern zur Folge zeichnet sich ab, dass ca. 1000 Synthex das Licht der Welt erblickten, hier geben die vorhandenen Nummern eine schlüssigen Ablauf der Produktion wieder. Schließlich erscheint es unrealistisch, dass “viele hunderte” Instrumente, komplette Hunderter-Sätze sozusagen, einfach von der Bildfläche verschwinden und nie wieder auftauchen. Also: Vorserienmodelle, dann Ser. No. 700 bis 1600, das ist die Geschichte des Synthex.

Einige der Vorserienmodelle sind nach wie vor im Umlauf, ebenso wie die 117V Übersee-Modelle der ersten Charge ab No. 700. Auch die letzte Version mit den festen MIDI-Buchsen ist zwischen ~ Nr. 1300 und Nr. 1600 recht gut einzugrenzen. In Summe 1000 Instrumente – deutlich weniger, als bisher angenommen.

Synthex-eBay-2017

Jener legendäre Synthex für Stevie Wonder, welcher im letzten Jahr der Firma Elka (1988) noch gebaut wurde, war laut Literaturangaben übrigens ein zusammengebastelter Synthex aus Retouren bzw. Ersatzteilen von ausgeschlachteten Instrumenten. Dennoch wäre es sehr interessant zu wissen, welche Seriennummer sein Instrument nun hatte …

Bauweise des Synthex

Entgegen der sonst etwas, sagen wir, „mitunter problematischen“ Qualität italienischer Tasteninstrumente, wurde der Synthex enorm gut verarbeitet. Nicht nur sein starkes (und schweres) Holzchassis bzw. seine hervorragende Tastatur, auch sein Innenleben können voll und ganz überzeugen.

Elka Synthex - fast 1000 ICs befinden sich in seinem Inneren

Warum dieser Synthesizer heute dennoch einen „mittelmäßigen“ (technischen) Ruf hat, lässt sich leicht erklären: Mit beinahe 1000 ICs in seinem Bauch ist der Synthex ein zuweilen empfindliches und etwas anfälliges Instrument. Dabei sind nicht die auszuwechselnden Bauteile das Problem (neben CEM 3328 Filter-Chips verfügt der Synthex offenbar über keine speziellen bzw. unersetzlichen ICs), sondern die schwierige Lokalisierung von Fehlern (wobei die Ursache des Fehlers und ihre Auswirkungen oft in völlig unterschiedlichen Bereichen der Platinen auftreten). Analyse und Reparatur eines Synthex ist zuweilen zeitaufwändig und folglich – bei Bezahlung eines Fachmannes – auch teuer.

Von sehr kleinen Unterschieden im Sequenzer-Bereich abgesehen hat sich der Elka Synthex im Laufe seiner Produktionszeit kaum verändert. Mit Ausnahme der Anschlüsse bzw. der notwendigen Interface-Teile rund um MIDI, samt zugehörigen Eproms, versteht sich …

Synthex und MIDI

  • Sehr frühe Modelle zeichnen sich durch einen fehlenden Aufsatz (Metallauswölbung) der Luftlöcher für den Lüfter aus. Diese ersten Modelle waren lediglich mit dem Sequencer-Interface ausgestattet: “Computer Interface” oder gar MIDI waren noch nicht in Sicht. Es dürfte sich um jene bereits erwähnten Vorserienmodelle handeln, von denen es ca. 20/25 Exemplare gibt. (Grafik A)

Elka Synthex der mittleren Serie mit Computer Interface und (in diesem Bild nicht angesteckter) MIDI Break Out Box

  • Als nächster Entwicklungsschritt – und damit die eigentliche Serie beginnend – kam das bereits genannte “Computer Interface” hinzu. Zuerst allerdings nur als bloße Beschriftung und mit einer leeren Bohrung ohne jeglichen Inhalt. Hiervon gibt es nicht wenige Synthex: Die meisten der Modelle „ohne Midi“ haben diese Besonderheit. Ganz als Scherz sei die leere Bohrung dennoch nicht verstanden: Durch Einsetzen der fehlenden Bauteile (Platine innen, Tausch der EPROMs, parallele Schnittstelle nach außen samt MIDI-Aufsatz) konnten so betreffende Synthex Instrumente midifiziert werden. (Grafik B)
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    Dann, im nächsten Schritt des Synthex, wurde das “Computer Interface” hardwaremäßig implementiert. Es handelte sich dabei um eine einfache Schnittstelle, auf die eine kleine Box mit dem MIDI-Trio IN/THRU/OUT aufgesetzt wurde, die sogenannte MIDI Break Out Box. MIDI war nun erstmals fester Bestandteil des Synthex ab Werk. Der Großteil der hergestellten Instrumente verfügt über diese “Computer Interface + MIDI Break Out Box” Lösung.
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  • Die ca. letzten 300 Instrumente schließlich wurden mit einem fest eingebauten MIDI-Trio versehen: Das Zwischenteil (das “Computer Interface”) fiel gänzlich weg, stattdessen bohrte man die MIDI-Buchsen direkt in die Metallrückwand des Synthex. (Grafik C)

Elka Synthex Interfaces

Zusammenfassung: Die verschiedenen Interface-Stadien des Elka Synthex. Vorserien-Modelle (A) verfügten ausschließlich über das Sequencer-Interface. Die mittlere Variante (B) gab es wiederum in unterschiedlicher Ausführung – so stand die Beschriftung SEQUENCER und COMPUTER INTERFACE manchmal über, manchmal unter den Buchsen. Mit eingebautem Computer Interface war der Synthex mittels zugehöriger MIDI Break Out Box MIDI-fähig. Bei der finalen Version (C) mit fest eingebautem MIDI-Trio musste eine Schraube wegen der etwas breiteren MIDI-Umrandung nach oben weichen. Die MIDI-Buchsen wurden diagonal eingesetzt, um mit dem vorhandenen (bescheidenen) Platzangebot auszukommen.

Aufbau

Für “schnelle” Leser hier ein Überblick zum Leistungsumfang des Synthex:

  • 8-stimmige Polyphonie (4-stimmig in Split/Layer Modus)
  • 2 DCOs pro Stimme
  • Digitaler Ringmodulator
  • Crossmodulation der PWM (sehr ungewöhnlich)
  • LFO 1 mit umfangreichen Modulationsroutings
  • LFO 2 (über Joystick)
  • Umfangreiche Glide/Portamento Sektion
  • VCF mit 4 Filterarten – LowPass, BandPass 1, BandPass 2, HighPass
  • ADSR Hüllkurve für VCF (positiv und negativ)
  • ADSR Hüllkurve für VCA
  • 3-stufiger Chorus
  • 4-spuriger Sequenzer
  • 40 Presets und 40 Memories, Kassetten-Interface
  • Einfaches MIDI (bei den meisten Synthex-Modellen)

Elka Synthex - Rauschgenerator

Trotz der „Fülle“ an Möglichkeiten möchten wir uns in diesem Bericht auf fünf Bereiche des Synthex konzentrieren: Die Oszillatoren, das Filter, die Hüllkurven, die LFOs und den Sequenzer. Die

Oszillatoren

des Synthex sind DCOs. Sie klingen exzellent und ihre Benutzeroberfläche ist geradezu vorbildlich konzipiert. Einerseits lassen sich die Fußlagen von 16’ bis 1’ über Tipptaster äußerst bequem anwählen.

Elka Synthex - die Oszillatoren

Andererseits kann jeder der beiden Oszillatoren in Halbtonschritten über bis zu einer zusätzlichen Oktave hinauf transponiert werden. Damit lassen sich z.B. schöne Terz- oder Quint-Parallelen justieren. Die Wahl der Wellenform wiederum erfolgt ebenso einfach über Taster, wobei jeder Oszillator auch die Funktion eines (digitalen) Ringmodulators aufzuweisen hat.

Elka Synthex - die Wellenformen der Oszillatoren

PWM erfolgt (für jeden Oszillator individuell aktivierbar) über LFO 1 bzw. sogar über den jeweils anderen (!) Oszillator. Last but not least lassen sich die Oszillatoren in ihrer jeweiligen Lautstärke individuell festlegen, gegeneinander feinstimmen (Detuning) und zu einander synchronisieren. Das

Filter

ist wohl das Juwel des Synthex. Es setzt den großen Unterschied zu einem Prophet-5, Jupiter-8, OB-X/Xa/8, etc. und zu vielen anderen polyphonen Analogsynthesizern. Neben dem Standardmodus LowPass werden beim Elka Synthex BandPass (in zwei unterschiedlichen Varianten!) und HighPass angeboten.

Elka Synthex - das geniale Multimode-Filter

Speziell bei hoher Resonanz bieten diese zusätzlichen Filtertypen ein äußerst gelungenes musikalisches Klangbild. Die BandPass-Klangteppiche eines Elka Synthex zählen wohl zu den schönsten Eindrücken in der elektronischen Musik.

Nicht zu vergessen: Der externe Filter-CV Eingang. Ein hier angelegtes Modulationssignal wirkt auf das Filter (nun, das haben Sie wohl schon erraten). Im Double / Layer Mode kann es wahlweise auf Upper, Lower oder auf beide Sounds wirken, festzulegen über einen kleinen Kippschalter. Die

Hüllkurven

sind ganz klar deutlich von den Konkurrenten Prophet-5, Jupiter-6/8 und OB-X entfernt – und zwar im weniger positiven Sinne: Sie sind etwas träge, nicht wirklich schlimm, es könnte allerdings eben auch besser sein.

Äußerst übersichtlich: Die beiden Hüllkurven ...

Wer die weichen und brillant-klaren Klänge des Synthex zu schätzen weiß, akzeptiert jedoch gleichzeitig das Manko der nicht “ganz” so zackigen Hüllkurven. Musikalisch ist der Synthex eben trotz allem ein sehr „stimmiges“ und in sich geschlossenes Instrument. Die

LFOs

sind wunderbar flexibel. Wie auch beim Jupiter-8 bietet LFO 1 verschiedene Wellenformen, dieser Haupt-LFO kann mehreren Zielen zugewiesen werden und ist sehr vielseitig einsetzbar.

Sehr flexibel: Der Haupt-LFO des Synthex

Das Routing kann auf OSC 1, OSC 2, PW 1, PW 2, FILTER oder AMPLIFIER erfolgen, wobei die ersten und die beiden letztgenannten Ziele separate Modulationstiefen haben können (DEPTH A / B).

LFO 2 wird ausschließlich über den Joystick aktiviert. Das Routing erfolgt hier auf das Filter oder auf beide Oszillatoren. Über einen kleinen Schalter kann wiederum festgelegt werden, ob die Modulationen des Joysticks auf UPPER, LOWER oder auf beide Sounds gehen (im Dual/Split Modus). Sehr elegant.

Der Joystick kann wahlweise auf Upper, Lower oder beide Sounds wirken

Sequenzer: Die Quelle zum musikalischen Glück

Kein Sequenzer ist so genial einfach und dennoch ausgereift vielseitig wie der des Synthex. Er ist ein wesentlicher Teil des Musikmachens, er ist Lieferant für Grooves vom Feinsten und Garant für spontanes Realisieren intuitiver Pattern-Musik. MIDI hin oder her: Niemand sollte sich die Ausdrucksmöglichkeiten dieses Moduls entgehen lassen. Die bloße Abhandlung des Sequenzers als “schnelles musikalisches Notizbuch” oder “schlechter Ersatz, falls MIDI nicht verfügbar ist” würde dem Modul keinesfalls gerecht werden. Da allerdings in der Bedienungsanleitung des Synthex viele Details des Sequenzers gar nicht zur Sprache kommen, kann ich die zuweilen etwas geringschätzige Meinung einiger Musiker zum Sequenzer des Synthex durchaus verstehen.

Nach wie vor mit der beste Sequenzer ... 4 Spuren und einfachste Bedienung

Die Möglichkeiten des Sequenzers:

  • Vier unabhängige Spuren
  • Multimode – zwei unterschiedliche Sounds (bei späteren Synthex-Modellen, frühere bieten nur die Kontrolle eines Klanges)
  • Step-by-Step Modus
  • Echtzeit-Modus
  • Mischung von Step-by-Step und Echtzeit-Aufnahme innerhalb einer Sequenz
  • Staccato- und Legato-Informationen (anders formuliert: Eingabe von Pausen und übergebundenen Noten) werden aufgezeichnet
  • Unterschiedliche Stepzahl pro Spur (!)
  • Live-Transponierung aller Spuren über einen beliebig definierbaren Tastaturbereich (maximal über das gesamte Keyboard)
  • Transponierung der Sequenzer-Klänge unabhängig von deren Oktav-Einstellungen. So lassen sich Bass-Sounds bequem bereits vor dem Start der Sequenz nochmals tiefer setzen – oder höher, wiederum beliebig über den gesamten Tastaturbereich!
  • Bearbeitungsfunktionen: Delete, Loop, Reset, etc…
  • Externe Triggerung durch einen weiteren Sequenzer oder eine Drum-Machine (vor allem bei rhythmisch komplexen Triggersignalen sehr interessant). Über ein MIDI/CV-Gate Interface lässt sich das nötige Triggersignal natürlich auch direkt über MIDI ableiten.
  • Ausgabe der Sequenzer-Daten über MIDI-OUT! Dies ist ideal zur Ansteuerung weiterer MIDI-Instrumente …
  • GATE-Einstellung: Globale Festlegung der abgespielten / ausgegebenen Notenlänge

Stereo-Out und Dual-Modus: Die Quelle zum „breiten“ Sound

Für mich unverzichtbar ist die Verwendung des Synthex im Dual-Modus. Genauer gesagt: Das Ansteuern (Spielen) zweier gleicher Sounds im Dual-Modus. Somit erhält man einen zweikanaligen, 4-stimmigen Synthesizer mit je 4 Oszillatoren! Der eine Sound liegt am linken, der andere am rechten Kanal. An sich ist dies nichts Ungewöhnliches, auch ein Jupiter-8 oder Oberheim OB-8 kann dies. Doch der Synthex geht einen Schritt weiter und verstimmt beide Klänge im Stereobild gegeneinander – minimal, aber doch. Dazu muss man noch den (beim Volume-Regler angesiedelten) STEREO-Schalter in entsprechende Position setzen.

Rückansicht eines Synthex der letzten Baureihe ... das MIDI-Trio ist fest eingebaut

Nun benötigt man den hervorragenden Chorus gar nicht mehr, um extrem beeindruckende und breite Klänge zu erzeugen, es geht ganz einfach im Dual-Modus. Hier ist der Synthex Meister gegenüber so gut wie allen polyphonen Analogsynthesizern. Seine stereophone Klangfülle muss man gehört haben – sie lässt langsame Hüllkurven oder etwas steril wirkende DCOs als völlig nichtige Unzulänglichkeiten erscheinen. Der „echte“ Stereo-Klang des Elka Synthex ist exzellent!

Nebenbei: Sollte im Single-Mode, also bei nur einem Sound, die Position “Stereo” aktiviert sein, so erscheinen die 8 Stimmen zufällig im rechten oder linken Kanal: Sample & Hold-Panning könnte man dies nennen. Eine weitere Feinheit des Elka Synthex, die übrigens – es dürfte kein Zufall sein – auch im Crumar Bit-99 zu finden ist.

Klang

Hier gibt es nicht viel zu sagen. Oder eigentlisch schon. Jean-Michel Jarre hat den Synthex bereits zur Legende gemacht. Leider, um ehrlich zu sein. Insofern, als der Synthex in den Augen vieler vor allem den Klang der berühmten Laser-Harp verkörpert. Doch der Synthex kann viel mehr. Das Multimode-Filter und die flexiblen Oszillatoren lassen eine Unmenge an hervorragenden Sounds zu. Glide und Portamento sind ebenso ausgefuchst wie die beiden flexiblen LFOs.

Quell bombastischer Klänge: Die flexible Glide-/Portamento-Ecke

Breite und füllige Flächen, tiefe Bässe, undefinierbar-schräge FX-Klänge, hervorragende Sequenzer/Arpeggio-Sounds: Das ist die musikalische Welt des Elka Synthex. Sehr empfehlenswert ist der Einsatz des Sequenzers zur Klangforschung: Bei laufendem Groove macht das Experimentieren bzw. Programmieren viel Spaß (und lässt sich definitiv “zügig” realisieren).

Zwecks Erweiterung des Klangspektrums möchte ich das Einbeziehen externer (hochfrequenter) LFOs, (schneller) Hüllkurven und anderer Module über die Filter CV-IN Buchse empfehlen. Nicht wenige der angefügten FX-Klangbeispiele sind so – mit dem Synthex und zugeführten LFOs von Modularsystemen – entstanden.

2012: Der “stille” Synthex – eine feine Sache

Nun, wenn der Synthex einen Fehler hat, dann den, dass er “laut” ist. Konkret: Sein Lüfter ist im Studiobetrieb sehr, sehr gut zu hören. Man stelle sich einen permanent laufenden Föhn in einer Kiste vor … so ungefähr ist die Hintergrundkulisse beim Betrieb eines Synthex. Wenn alles gut läuft. Bei einigen Synthex Modellen ähnelt das akustische Erlebnis sogar dem eines leise (oder mittellaut) vor sich hin tuckernden Traktors.

Keine feine Sache.

Die im Ruhrgebiet ansässigen Techniker Martin Hoewner und Heinz Weierhorst haben sich dieser Problematik angenommen. Jener Problematik, die im Grund ja eigentlich “Netzteil” lautet. Denn dieses erreicht eine beachtliche Betriebstemperatur und erfordert im originalen Synthex eben besagten Lüfter. Kein heißes Netzteil – kein Lüfter: So einfach gestaltet sich die Überlegung. Die beiden in Bochum lebenden Techniker haben im Frühjahr 2012 ein neues Netzteil entwickelt, das auch nach vielen Stunden Laufzeit höchstens lauwarme Betriebstemperatur erreicht. Dies macht einen Lüfter überflüssig.

2012: Synthex mit neuem Netzteil und ohne Lüfter

Dem Gedanken eines “stillen” Synthex konnte ich sehr (!) viel abgewinnen. Ein Termin wurde vereinbart und Martin bzw. Heinz nahmen sich des Instruments an. Mein Synthex wiegt nun einige Kilo weniger – er hat kein altes Netzteil mehr und auch den (aus Stahl gebauten, sehr soliden und beachtlich schweren) Lüfter durfte er abgeben. Als Tausch bekam er ein neues, leichtes und zudem sogar noch gut aussehendes Netzteil. Weniger Platzbedarf, weniger Stromverbrauch … und das Beste: Der Synthex läuft nun absolut “ruhig”. Wie angenehm, diesen einzigartigen Synthesizer “still” und ohne Hintergrundrauschen zu hören.

Eine feine Sache.

Fazit

Das Urteil steht schon längst vor dem Schreiben dieser Zeilen fest: Der Elka Synthex ist ein rundum geniales Musikinstrument. Technisch etwas anfällig, das stimmt. Sehr sauberer Klang – ein klein wenig steril, auch richtig. Unerreicht breiter und extrem kräftiger Sound, wir kommen zur goldenen Seite der Medaille. Extrem ausdrucksstark dank musikalischem Gesamtkonzept, dank breitem Double/Stereo Modus und dank herausragendem Sequenzer, auch das ist unbestritten einzigartig.

Im Double Modus verstimmen sich die beiden Klänge minimal gegen einander (wenn STEREO aktiviert ist)

Letztlich muss jeder Musiker seine eigenen Wege zu bestimmten Instrumenten finden. Viele Künstler sehen den Sequential Prophet-5 als einzig wahre (analoge) Urgewalt an. Ich würde mich dem – vom klanglichen Standpunkt aus betrachtet – sofort anschließen. Andere Musiker könnten sich nie von ihrem Roland Jupiter-8 trennen (bei mir wäre das eher der Oberheim OB-8). Der Memorymoog schließlich – speziell derjenige mit Lintronics Upgrade, kurz LAMM – hat in Studiokreisen einen legendären Ruf. Quasi „Der Beste“ polyphone Analoge, sofern es den gibt. Doch auch Rhodes Chroma und Yamaha CS-80 dürfen wir nicht vergessen. Wie dem auch sei: Der Synthex hat sich – nach einem ausgiebigen Dornröschenschlaf bis zur Mitte der 90er Jahre – als unangefochtener Stern am Synthesizer-Himmel etabliert. Zu recht, wie ich meine.

Doch welches Instrument nun das „richtige“ ist, lässt sich pauschal nicht festlegen. Individualität ist gefragt: Ausprobieren, Anfühlen, gut Hinhören, die Performance eines Instruments spüren … dann lassen sich Entscheidungen treffen und Prioritäten setzen.

Da der Elka Synthex mein liebster analoger Polyphonsynthesizer ist (ich habe lange probiert, gefühlt und hingehört), möchte ich nochmals auf die “neue” Möglichkeit des “leisen” Synthex (ohne Lüfter) hinweisen. Diese Modifikation sehe ich als (vor)letzte Stufe zum “perfekten” Instrument. Der letzte Wunsch – und vielleicht erfüllt sich auch dieser – wäre ein leistungsfähigeres MIDI-Interface, das die umfassende dynamische Steuerung des Synthex erlauben würde.

Elka Synthex - exzellentes Design

Abschließend eine letzte Huldigung an den wunderbaren Klang des Instruments. Die treffenden Worte eines holländischen Synthex-Enthusiasten bringen es auf den Punkt und drücken sehr schlicht die Herrlichkeit dieses Instruments aus:

“Oei oei oei wat klinkt die Synthex toch lekker…”.

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Noch zwei kleine Hinweise bzw. Ergänzungen. Erstens ein Nachtrag zur Stereo-Betriebsart. Es ist anzunehmen, dass viele Synthex-Besitzer ihr Instrument nie wirklich “Stereo” gehört haben. Jedenfalls nicht in dem Sinne, wie es von Mario Maggi bzw. Elka angedacht war. Der Grund liegt in dem – aus welchen Gründen auch immer – etwas fehlerhaften Mono/Stereo Schalter direkt neben dem Lautstärkeregler. Die Besonderheit der Synthex-Stereo-Funktion liegt ja darin (wie im Artikel erläutert), dass die Klänge im Double / Layer Modus nicht einfach nur rechts bzw. links ausgegeben werden, sondern sich minimal gegeneinander verstimmen.

Schaltet man nun von Mono zu Stereo, so passiert dies grundsätzlich nicht. Man muss den Schalter wieder Richtung Positionsmitte hin bewegen, dann erst “aktiviert” sich der “echte” Stereo-Modus. Bei allen (7 bis 8) Synthex Modellen, die ich bisher hatte, war dieses Phänomen gleichermaßen zu beobachten. Daher der nun folgende Tipp für herausragenden musikalischen Genuss: Im Double Modus zwei identische Klänge anwählen (z.B. Preset Nr. 1, es bietet sich nunmal an), die “korrekte” Position des Stereo-Schalters ausfindig machen … und den Synthex in seiner “echten” Stereo-Form erleben!

Der Synthex im interaktiven Setup

Zweiter Hinweis: Die dringende Empfehlung, den Synthex nicht ausschließlich über MIDI anzusteuern, sondern seinen 4-Spur Sequenzer zu nützen und zugleich das Instrument mit anderen analogen Synthesizern oder Modulsystemen in Verbindung zu bringen. Es eröffnen sich neue ästhetische Seiten des Synthex, die weit über das reduzierte Note On/Off Erlebnis der (sehr schlichten) MIDI-Betriebsart hinausgehen. Viele der angefügten Klangbeispiele – vor allem die in punkto Rhythmik und/oder Modulationsgeschehen etwas komplexeren Mix-Soundfiles – sind so entstanden.

Sollte man den Synthex Sequenzer extern antriggern, so bedarf es noch der wichtigen Information, wie die richtige Einstellung des Frequency- bzw. Glide-Potis (in der Synthex Sequenzer-Abteilung) auszusehen hat. Glide wird nun extern gesteuert, ist daher überflüssig und in Position “0” zu stellen, also ganz links. Der Frequency Regler ist für den Teilungsfaktor des eingehenden Trigger-Signals verantwortlich. Die Sequenz könnte zum Beispiel (auf Wunsch) im doppelten Tempo zur externen Taktquelle ablaufen. Meist ist es jedoch der 1:1 Puls, den man wohl umsetzen möchte – hier habe ich die besten Erfahrungen in der Mittelposition des Frequency-Reglers gemacht. Und ja, rückwärts ist der kleine Sync-Schalter natürlich von INT auf EXT umzustellen … aber das dürfte wohl allen Synthex-Besitzern klar sein.

Elka-Synthex-GRP-A8

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Update April 2015: Die Reste von GeneralMusic (und damit von Elka) wurden von der finnischen Firma Soundion Oy Ltd aufgekauft. Diese plant die Neu-Auflage des Elka Synthex. 1:1 betreffend Klang (so das erklärte Ziel), betreffend Hardware ist noch nichts Genaues bekannt.

Update Juli 2015: Der erste Versuch, den Synthex durch ein Crowfunding System wieder ins Leben zu rufen, ist vorerst gescheitert. Soundion Oy Ltd bleibt jedoch am Ball … vielleicht wird es ja noch was …

Update Januar 2016: Eine Sammlung der Synthex-Seriennummern erlaubt die vorsichtige Schätzung, dass ca. 1000 Instrumente gebaut wurden (Nr. 700 – 16XX). Wer Infos zu Synthex-Instrumenten mit besonders niedriger / hoher Nummer hat – bitte um Kontaktaufnahme: … danke!

Update Januar 2017: Auktionen in Europa und den USA zeigen exorbitante (und völlige surreale) Preisvorstellungen. Wer auf der Suche nach einem “noch leistbaren” Synthex ist, der sei inzwischen wieder auf Italien verwiesen. Dort hat sich das Preisniveau eines Synthex auf ca. 4500 bis 5500 Euro eingependelt. Was immer noch viel ist, keine Frage …

Link: www.mercatinomusicale.com
(Italienisch natürlich; Suchbegriff eingeben und los geht’s …)

Elka-Synthex-Synthesizer

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Link: Interview mit Mario Maggi (AMAZONA.de, Mai 2015):
www.amazona.de/interview-mario-maggi-der-elka-synthex-erfinder

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12 Gedanken zu “Elka Synthex
– der polyphone Klassiker

  1. Hallo,

    die ext. Sync hat bei mir nie richtig funktioniert, irgendwann lief er immer aus dem Ruder/Takt. Ansonsten mein ältester Polysynth.
    Netzteilerneuerung ist eine gute Idee, ist jetzt bei meinen div. Upgrades eingeplant (momentan werden Chroma+Exp. Upgraded, danach PPG-Serie, dann Synthex zur Advanced-Version und EEH CM2-seq)
    Leider ist Bochum etwas weit weg …

    • Hallo Mirko

      Wie gesagt, die (geduldige) Erprobung der Clock-Divider Funktion – Frequ Poti richtig eingestellt – sollte doch zu einem vernünftigen Ergebnis führen. Hat eigentlich immer bei allen Synthex Modellen funktioniert, so weit ich es gesehen habe. Frequ Einstellung war zwischen 9 Uhr 12 Uhr, so weit ich weiß. Aber es hatte bei einigen Modellen doch auch etwas mit der Stellung des Gate Potis zu tun (ob es “immer” links sein muss, ich weiß es nicht). Wahrscheinlich hast du das schon hinreichend probiert. Ja, Bochum ist ein gutes Stück. In meinem Fall waren es 1500 km (hin und retour). Aber nachdem ich den Synthex so oft (und so gerne) verwende, war es das wert …

      Hoffe deine Sequ-Synchronisation gelingt eines Tages. Ist schön, wenn man zugleich das Filter (extern) modulieren kann, alles “in time” …

      Viele Grüße …

  2. Hallo Theo!
    Ein wirklich sehr gelungener Bericht über diesen legendären Synth. Ich bin derzeit nervös und gespannt auf mein Exemplar das ich jetzt ergattern konnte. Wird noch ein paar Tage dauern, bis er den Weg aus dem Ausland zu mir gefunden hat. Ein Traum geht in Erfüllung!
    Weiter so Theo!
    Gruß,
    Matthias

  3. Hallo Theo,
    nur mal als Info: Wir (Cyborg-Synthesis) hatten in Berlin früher oft Testberichte für die SFB-Sendung “Die Steckdose” erstellt und hatten auch eine Synthesizer-Schule. Den Synthex entdeckten wir auf einer Musikmesse in Frankfurt wo er ziemlich unbeachtet zwischen Orgeln stand. Als wir uns das Teil näher ansehen wollten, waren die beiden Leute vom Deutschen Vertrieb aus Hille, ganz aus dem Häuschen. Sie liebten die Kiste aber Elka selbst glaubte wohl nicht daran und so kam es zu dem “Mauerblümchen-Dasein”. Nach einem ersten Test waren wir (Kumpel Norbert und ich) restlos begeistert und so kam es dann, dass wir beschlossen neben Testberichtschreiber, Synthy-Kurs Veranstalter und Synthesizer-Musiker (3 Leute) nun auch Synthex-Händler zu werden. Das geschäftliche war schnell beredet und wir konnten das Vorführgerät nebst Transportkoffer und Metallständer zu einem sehr günstigen Preis erstehen. Einen weiteren bestellten wir 2 Wochen später für meinen Kumpel. Natürlich testeten wir den Kasten auch für die Steckdose und staunten nicht schlecht als wir später hörten, dass “Hille” einen Mitschnitt der SFB Sendung samt Klangbeispielen usw. als Werbekassette an Interessenten verschickte.
    Um es abzukürzen: Wir hatten kein Ladengeschäft und schalteten keine Anzeigen, verkauften aber in Berlin etwa 11 Synthex. Das war mehr als jeder andere Händler in Deutschland jemals absetzte, Natürlich gabs eine metallene “Gedenktafel” zum an die Wand hängen :)
    Ich hatte meinen Synthex noch lange und nur einmal gab es einen Stimmen-Ausfall der durch den Austausch einer Platine schnell behoben wurde. 1986 hatte ich dann in einem Anfall von Frust fast alle Instrumente verkauft, mein geniales, einmaliges Doppel-System 100 (Roland), einen Arp 2600 und eben den Synthex. Glaub mir, ich habe diese Verkäufe alle schon 1001x bitter bereut.
    Gruß Lutz

    • Hallo Lutz … hmmmm … klingt alles sehr gut (außer deine Verkäufe :o) … du warst damals “live im Geschehen”, da wußte ich noch nicht einmal, was ein Synthesizer ist … das sind natürlich schöne Infos aus erster Hand … Ich melde mich mal bei dir … LG Theo

  4. LIEBE ANALOG FANS – WIE HÄTTE EIN SYNTHEX MIT VCOs GEDONNERT? SCHADE DCOs – ABER ES GIBT JA ANDERE SCI T8&600 OB8 JUPI 4+8 MKS80 RHODES CHROMA POLARIS BANANA MEMORYMOOG YAMAHA CS70 MATRIX 12 USW-

  5. Hallo Theo, toller Bericht!
    Weisst Du allenfalls (oder sonst jemand hier) ob/wo man slider caps für den synthex finden könnte? Mir ist leider einer verloren gegangen…

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