Musikmesse Frankfurt 2013 – Report Teil 1

Nun, die Frankfurter Musikmesse 2013 war ein bemerkenswertes Erlebnis. Obwohl – Insidern zufolge – nicht mehr “so groß” wie in vergangenen Jahren, gab es immer noch viele Neuheiten im Instrumentenbau zu erfahren und edle Synthesizer zu bestaunen. Da die großen “News” diverser Konzerne wie Yamaha, Korg oder Roland bereits zur NAMM Show der Öffentlichkeit präsentiert wurden, konzentriert sich unser Messe-Report vor allem auf den europäischen Markt samt seiner vielen Nischenprodukte, die die Synthesizer-Landschaft seit Jahren bereichern. Wobei wir auf diesem Streifzug auch einigen bemerkenswerten Persönlichkeiten begegnen.

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Clavia setzt seine Erfolgslinie rund um den roten Performance-Synthesizer fort. Der Nord Lead 4 (bzw. Nord Rack 4) bietet neben den klassischen (virtuell) analogen Wellenformen nun auch Wavetables mit Formant Wellenformen. Die neuen Variation Buttons erlauben das zeitgleiche Verändern mehrerer Parameter “on the fly” – 7 dieser ausgetüftelten Variationen sind pro Klang speicherbar.

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Das Design des Nord Lead ist unverändert klassisch “Clavia”. Eine Wohltat, dass man sich auch als User des betagten Ur-NordLeads auf dem neuen Instrument sofort zurechtfindet. Positiv fallen auch die großen, griffigen Potis auf. Eine gelungene Produktpflege …

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Die Rack Version ist – nomen est omen – für’s Rack, aber auch als Tabeltop Version verfügbar. Mit den hohen Seitenteilen ist das Instrument optisch ein absolutes Highlight. Weitere Informationen zum Nord Lead 4 / Nord Rack 4 gibt es unter www.nordlead4.com.

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Wenden wir uns kurz dem amerikanischen Markt zu. Wie Clavia ist auch Moog ein Meister der ausgiebigen Produktpflege. Während der neue polyphone Moog Synthesizer noch auf sich warten lässt, hat vor einigen Monaten der Sub Phatty die Musikwelt erreicht.

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Das Instrument ist ganz klar ein “Phatty”, der geschwungene Rücken lässt hier keinen Zweifel. Das kompakte Instrument ist – wie zu erwaten – sehr gut gebaut und auch überraschend schwer.

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Dem entgegen stehen jedoch einige Fragezeichen in praktischer Sicht. Obwohl der Arturia MiniBrute bereits in dieselbe Kerbe schlug, ist es “nicht” sehr praktisch, wenn Analogsynthesizer mit einem 25-Tasten Keyboard ausgestattet werden. Das reicht oft selbst für bescheidene (und dennoch kreativ gestaltete) Bass-Soli nicht aus. 2 Oktaven sind in der Tat “zu” wenig. Ebenso wie die (dem Minimoog bzw. Voyager nachempfundenen) Chicken-Head Schalter des Sub Phatty deutlich “zu” minimalistisch geraten und nur mit spitzen Fingern zu bedienen sind. Bleibt zu hoffen (und zu erwarten), dass das Thema “Phatty” damit nun endgültig ausgereizt ist.

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Unverändert attraktiv bleibt hingegen der Moog Voyager. Ein Erfolgsprodukt seit nun mehr über 10 Jahren. Nun, und wer das Imposante liebt und vor allem beim Spielen “viel Platz” benötigt, der wird natürlich am großen Voyager XL Gefallen finden. Dieses 30 kg schwere Instrument besitzt einen – für einen monophonen Synthesizer – luxuriösen Tastenumfang.

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Der “XL” ist ein Monster von einem Analogsynthesizer, der – neben der bewährten Sound-Engine und dem bereits genannten 5-Oktaven MIDI & CV/Gate Masterkeyboard – noch großzügige Perfomance-Tools bietet. Etwas schade, dass diesem Elite-Synthesizer nicht ein Step-Sequenzer spendiert wurde. Es hätte das Konzept (und die Performance-Möglichkeiten) noch etwas verfeinert …

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In seinen Dimensionen übertroffen wird der große Voyager XL allenfalls vom Schmidt Synthesizer, der eine eigene Ecke am Stand vom EMC okkupiert. Das Instrument ist in vielerlei Hinsicht eine Superlative, sein Äußeres und seine Hardware sind vom Feinsten.

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Bemerkenswert ist die leicht gewichtete, hochwertige Tastatur. Die Potis des Schmidt Synthesizers sind von bester Qualität und die klassische Kombination von Holz und Metall verleiht dem Chassis einen edlen Touch. Zusammen mit einer Vielzahl an LEDs und dem (geschmackvoll) seitlich platzierten Display sieht der Schmidt atemberaubend aus.

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Zugegeben, die Übersichtlichkeit eines solchen Instruments leidet immer angesichts der Größe des Panels. Doch schließlich ist der Schmidt kein Synthesizer für Anfänger oder Freizeit-Künstler. Das zeigt sich natürlich auch im Preis. Die Vorbestellungen für den 18 000 Euro teuren “Super-Analogen” laufen jedenfalls auf Hochtouren, wie uns EMC Inhaber Stefan Hund (Bild rechts) mitteilt.

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EMC bietet noch weitere Highlights an seinem Stand. Dem Beben in der Magengrube folgend kommen wir zu einem 5-Oktaven Performance-Synthesizer, der sich seit nunmehr bereits 2 Jahren am Markt etabliert hat. Der Accelerator von Radikal Technologies macht unglaublichen Druck und dominiert “sein” Revier der Musikmesse mit massivsten Klängen, zusammen mit dem Tabletop Synthesizer Spectralis 2.

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Der dominante, starke elektronische Klangcharakter macht – zusammen mit den umfassenden Performance-Möglichkeiten – diese Synthesizer zu klaren “Player’s Instruments”. Jörg Schaaf (Bildmitte), Entwickler besagter Instrumente, präsentiert seine Synthesizer mit Hingabe und steht sofort für klanggewaltige Demonstrationen bereit.

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Einmal um die Achse gedreht steht man nun dem Solaris gegenüber. Dieser – ebenso von EMC vertriebene – “polyphone Modularsynthesizer” ist nach wie vor ohne Konkurrenz am Markt. Selbst der neue DSI Prophet-12 wird dem in den Farben Anthrazit und Hellgrau lieferbaren Lebenswerk von John Bowen nicht zu Leibe rücken können.

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Umgeben von solche edlen Instrumenten ist es kein Wunder, ebenso beeindruckende Persönlichkeiten zu treffen. So ist es “der” Synthesizer-Designer schlechthin, den wir am Stand von EMC kennen lernen. Axel Hartmann (Bild links) ist für das geschmackvolle Aussehen vieler moderner (Analog- und Digital-) Synthesizer verantwortlich.

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Uns wieder den Instrumenten zuwendend, kommen wir zum Stand von Alex4. Der Berliner Vertrieb präsentiert eine ganze Reihe erstklassiger (und teils seltener) Analogsynthesizer. So ist es keineswegs alltäglich, dass man sich einem Buchla Modularsystem gegenüber sieht.

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Weiters gibt es den MicroMac von MacBeth zu bestaunen. Der als Pultsynthesizer oder in 3 HE Rackform lieferbare Synthesizer erinnert in seiner Grundausstattung durchaus an den Minimoog. Wobei das Patchfeld (und diverse silberne Kippschalter) natürlich weit über die klanglichen Möglichkeiten des “Urgroßvaters der Monophonen” hinausgehen …

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3 HE Module – eine Spezialität von Schneiders Büro bzw. Alex4 – gibt es natürlich ausreichend zu sehen (und zu testen). Hervorzuheben ist der Furthrrrr Generator von Endorphin.es. Der Dual-Oszillator ist ein VCO der Extraklasse …

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Hierzu noch ein Video, das den Furthrrrr Generator klanglich demonstriert:

Ebenso selten wie das – zuvor gezeigte – Buchla System, ist auch ein Trautonium. Da die Nachfrage nach Oskar Salas Instrumenten in den letzten Jahren gestiegen ist, werden diese “elektronischen Tasten-Instrumente der frühen Stunde” heute wieder von Trautoniks hergestellt.

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Im Teil 2 des Musikmesse Reports treffen wir Dieter Doepfer und Yves Usson, sprechen mit Arturia und MFB, sehen den ultraseltenen PPG 1020 Synthesizer, entdecken bei Yamaha die MOX Serie sowie eine alte Legende und bei Waldorf einen lang ersehnten Kandidaten …

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Link: Musikmesse Frankfurt 2013 – Report Teil 2

2 Gedanken zu “Musikmesse Frankfurt 2013 – Report Teil 1

  1. Danke für den ersten Teil. Kompakte Zusammenstellung von Instrumenten/Teilen, die mich interessieren.

    [i]”Während der neue polyphone Moog Synthesizer noch auf sich warten lässt…”[/i]
    Ist das als Wunsch zu verstehen oder eine quasi Ankündigung???

    • Wunschdenken. Unterstützt durch Gerüchte, die seit mehr als einem Jahr über einen polyphonen Moog kursieren. Doch wie gesagt: Im Moment Wunschdenken.